Die zwei größeren tiroler Gletscher, Hintertux und Sölden, hatte ich diese Saison bereits besucht. Die Idee, diesmal ins Stubai zu fahren, verwarf ich wieder, nachdem dort an diesem Wochenende der Freeski Weltcup gastiert. Was gibt es sonst noch? Das Kaunertal und Pitztal waren mir zu weit für eine Tagesfahrt. Kitzsteinhorn? Naja, eigentlich ist das Gebiet aus der Mitte Bayerns zu weit östlich. Umso überraschter war ich, als der Routenplaner eine Fahrzeit von knapp drei Stunden ausgab - meine Schmerzgrenze für eine Tagesfahrt. Letztlich sollte ich die berechnete Fahrzeit sogar unterbieten und stand bereits um 7:30 am (noch) verwaisten Parkplatz der Gletscherbahnen Kaprun. Die Vorhersage versprach sonniges, leicht föhniges Wetter mit starken Wind am Alpenhauptkamm. Zwischenzeitlich wurde mir etwas mulmig, als auf Höhe Inntaldreieck der Sturm Dreck und Laub über die Autobahn fegte. Glücklicherweise ließ der starke Wind im Tagesverlauf nach und die einzige Einschränkung waren ein Gletscherjet 3+4, der nicht mit voller Geschwindigkeit fuhr.
Überraschend günstig erschien mir der Tagesskipass für 48€, den ich bereits um kurz nach 8 Uhr in meinen Händen hielt. Wenige Minuten später öffnete der Gletscherjet I, vor dessen Toren sich um diese Zeit schon eine Menschentraube gebildet hatte. Trotzdem konnte ich um halb neun meine erste Fahrt in Richtung Langwiedboden antreten, nachdem der Gletscherjet 3+4 noch nicht in Betrieb war.
Ich hatte in früheren Jahren häufiger das Kitzsteinhorn besucht, war bisher jedoch noch nie in den Genuss eines Vollbetriebs gekommen. Umso positiver wurde ich überrascht.
Eine Fahrt am Schneehasenlift musste sein, da ich mir das Schiebestück vom Gletscherjet 3 zum Maurerlift ersparen wollte
Die Pistenverhältnisse waren insbesondere im Gletscherbereich traumhaft. Weiter unten in Richtung Langwiedboden wurde es gegen Nachmittag stellenweise etwas eisig.
Meine Premiere am Maurergletscher. Schade, dass die Piste nicht bis ganz unten diese Breite aufweist.
Weiter ging es zur Kristallbahn, die ich nun zum ersten Mal mit geöffneter Rettenwand- und Kristallpiste erleben durfte. I like!
Insbesondere rund um die Mittagszeit waren die Pisten unterhalb des Gletschers komplett verwaist.
„Black Mamba“ – eine sehr schöne Bereicherung für das Gebiet, die ich mir mehrmals gegönnt habe
Die Gletscherpisten waren zeitweise sehr gut gefüllt. Man merkt, dass die Kitzlifte zusammen mit dem Gletscherjet nun sehr viele Personen nach oben schaffen.
Gletscherjet 3+4: Aus technischer Sicht eine äußerst spannende Anlage, jedoch erscheint sie mir etwas verkünstelt. Die Durchfahrt durch die Mittelstation dauert eine gefühlte Ewigkeit: Stopp, Tür auf, Weiterfahrt, Tür zu, Tür auf, Schleichfahrt, Tür zu – mir geht das zu langsam. Ebenso wäre es praktisch, wenn man das Verhältnis Kabinen zu Sesseln im unteren Abschnitt variieren könnte.
Am heutigen Tag staute es sich fast ganztägig am Alpincenter am Kabineneinstieg während die Sessel teilweise unbesetzt blieben.
Die nächste Premiere für mich: die Schmiedingerbahn. Auch wenn die Bahn nicht durch Länge überzeugt, ist sie eine sehr schöne Ergänzung für das Gebiet. Durch die äußerst schattige Lage, gab es in diesem Bereich top Pisten- und Schneeverhältnisse bis in den späten Nachmittag.
Nochmal zum Langwiedboden
Im Laufe des Nachmittags zogen Schleierwolken auf.
Der Aufwand, den man für die Parks betreibt, ist enorm: Beschneiung, Präparierung, Skidoo-Shuttle, ... Lohnt das tatsächlich?
Nach gut sieben Stunden auf Skiern, trat ich gegen 16 Uhr die Talfahrt an.
Fazit: ein sehr gelungener Skitag!