Hallo,
jetzt bin ich nochmal da. ich habe gewühlt und gefunden:
Es gab in den 70er/80er Jahren eine Heftreihe über Skigebiete, die ein Engländer herausgegeben hat, nämlich "Rob Tillard Ski Guides". Zermatt hatte die schöne Nummer 1, da waren auch ein paar kurze Notizen zu Cervinia, Saas Fee und später auch Grächen dabei.
In einer Ausgabe aus etwa 1973 (es gibt ein Einlageblatt "Neu 1974/75") wurde Furggen wie folgt beschrieben:
Dann habe ich noch einen Nachdruck der 4. Auflage von 1984. Da war anscheinend die Abfahrt von der Dachterrasse aus nicht mehr offiziell; die Variante Orionde wird aber noch beschrieben:
Den "Rob Tiilard Skiguide" habe ich auch zu Hause - ich muss mal nachsehen, aber ich glaube, dass ich eine ältere Auflage habe (von 1976???). In "meiner" Ausgabe sind, so meine ich, noch beide Furggen-Abfahrten als offizielle Pisten aufgeführt...
Danke 49 für die Bilder und Scanns sowie deinen Ergänzungen zu meinem Bericht.
Die Verankerung von dem von dir angesprochenen Fischernetz oben am Grat ist immer noch zu erkennen. Da ragen noch ein paar Eisenstangen aus dem Gletscher raus. Wie der Engländer in seiner Beschreibung schrieb, der Einstieg in die Piste war nichts für Weicheier.
Hallo,
ich bin zwar zu faul, mich durch die Texte durchzuquälen, aber die Bilder sind gigantisch - habe gerade dieser Tage wieder mit Wehmut zu der Station hochgeblickt.
Bin mir nicht sicher, ob das Video schon bekannt ist, aber ich habs zumindest in dem thread hier nicht gefunden.
Video von der Eröffnung etc. der Bahn.
Danke Zyste für den Link, endlich auch mal Betriebsbilder der Furrggenbahn.
@Pilatus: Deine Meinung in allen Ehren, aber wieviele Unterschiede von damals zu heute, welche für die Vielvältigkeit des Skigebeites negative auswirkungen hatten, sind denn auf dem Bild zu sehen?
Es sind 2, wegfall Furggen und wegfall Rocce Bianche.
3 weiter sind, ersatz SL durch KSB-4 und wegfall der beiden PB's, wobei die Ersatz-EUB ja schon steht.
Die restlichen 5 erkennbaren Anlagen stehen heute noch weitegend unverändert da.
Die Bilder, falls alle zur selben Zeit aufgenommen sind demnach irgendwann zwischen Dezember 88 - Februar 92 entstanden.
Aha, jetzt bin ich wieder mal ein bisschen überrascht.
Wir hatten es jetzt doch noch grad vom Bild von Furrggen runter und den dort sichtbaren Veränderungen. Die ganze Cretaz Linie ist, bei mir zumindest, nicht sichtbar und war für mich so auch nicht Diskussionsthema.
Egal wieviel noch so ist wie früher...gerade wenn man sich das Video und die Bilder aus dem italienischen Forum anschaut, dann muss man doch noch mal herausstellen, was für eine Wahnsinns Abfahrt das von da oben war. Erst die tolle Auffahrt mit dem Matterhorn Blick, dann der Gang durch den langen Tunnel und am Ende der tolle Ausblick auf die Bergspitzen.
Wirklich schade, dass all das nicht mehr möglich ist!
Arlbergfan hat geschrieben:... Erst die tolle Auffahrt mit dem Matterhorn Blick, dann der Gang durch den langen Tunnel und am Ende der tolle Ausblick auf die Bergspitzen...
also auf den Gang durch den Tunnel (den ich nur ein- oder vielleicht zweimal hinter mich gebracht habe) habe ich gerne verzichten können. Zumal der Start von oben doppelt reizvoll war; zum einen ist man mit tollem Blick auf "jenen Berg" bei gleichzeitiger Aussicht ins Matter- und Valtournanche-Tal gestartet - zum anderen hatte man den Nervenkitzel, daß es bei einem Ausrutscher wohl kein Halten gegeben hätte; zwar waren nördlich ein Stück unterhalb der Piste eine Art Fischernetze montiert, die aber - jedenfalls auf mich - nicht den Eindruck erweckt haben, einen Sturz auf dem progressiv steiler werdenden Gletscherfeld wirklich aufhalten zu können.
Endless days of summer, longer nights of gloom, Waiting for the morning light
Scenes of unimportance, photos in a frame, Things that go to make up a life
As we relive our lives in what we tell you; Let us relive our lives in what we tell you
war mir gar nicht bewusst, dass die Italiener eine Bahn bis auf den Cervino raufbauen wollten
Die Franzosen wollten ja auch was Jungfrauähnliches auf den Mont Blanc setzen.
Einerseits schon ok, andererseits schade, das Panorama vom Mont Blanc, Cervino, Grand Combin oder Bernina wäre bestimmt schon der Hammer! und halt auch, wenn es nicht nur für Alpinisten sondern auch Normaltouristen zugänglich wäre...
Arlbergfan hat geschrieben:Egal wieviel noch so ist wie früher...gerade wenn man sich das Video und die Bilder aus dem italienischen Forum anschaut, dann muss man doch noch mal herausstellen, was für eine Wahnsinns Abfahrt das von da oben war. Erst die tolle Auffahrt mit dem Matterhorn Blick, dann der Gang durch den langen Tunnel und am Ende der tolle Ausblick auf die Bergspitzen.
Wirklich schade, dass all das nicht mehr möglich ist!
Mit solchen Bahnan lassen sich leider nicht die gewünschten Frequenzen generieren. Die Abfahrten sind dann selten offen. Wenn überhaupt, nur bei stabilem Wetter ab Ende Februar zB. etc.. Von den entsprechenden Leuten werden solche Abfahrten und ihr Zustand (Steine, Buckel etc.) dann als schlecht dargestellt. Hinzu kommt die italienische Gesetzeslage, die offizielle Ausweisung derartiger Pisten mittlerweile weitgehend faktisch ausschließt.
Betriebswirtschaftlich betrachtet rechnen sie sich somit nicht.
Und so nivellieren sich die Gebiete eben immer weiter an das betriebswirtschaftliche Optimum mit möglichst vielen, ähnlichen, glattplanierten Pisten, die durch KSBs erschlossen sind, heran. Das ist eben der Wandel des Zeitgeistes.
Die, die wegen eines spektakulären Gipfels ins Skigebiet kommen, sind so wenige, dass sich die Erschließung solcher Gipfel bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht lohnt.
Die Meisten sind nicht an spektakulären, aussichtsreichen Punkten im Skigebiet interessiert.
Arlbergfan hat geschrieben:Egal wieviel noch so ist wie früher...gerade wenn man sich das Video und die Bilder aus dem italienischen Forum anschaut, dann muss man doch noch mal herausstellen, was für eine Wahnsinns Abfahrt das von da oben war. Erst die tolle Auffahrt mit dem Matterhorn Blick, dann der Gang durch den langen Tunnel und am Ende der tolle Ausblick auf die Bergspitzen.
Wirklich schade, dass all das nicht mehr möglich ist!
Mit solchen Bahnan lassen sich leider nicht die gewünschten Frequenzen generieren. Die Abfahrten sind dann selten offen. Wenn überhaupt, nur bei stabilem Wetter ab Ende Februar zB. etc.. Von den entsprechenden Leuten werden solche Abfahrten und ihr Zustand (Steine, Buckel etc.) dann als schlecht dargestellt. Hinzu kommt die italienische Gesetzeslage, die offizielle Ausweisung derartiger Pisten mittlerweile weitgehend faktisch ausschließt.
Betriebswirtschaftlich betrachtet rechnen sie sich somit nicht.
Und so nivellieren sich die Gebiete eben immer weiter an das betriebswirtschaftliche Optimum mit möglichst vielen, ähnlichen, glattplanierten Pisten, die durch KSBs erschlossen sind, heran. Das ist eben der Wandel des Zeitgeistes.
Die, die wegen eines spektakulären Gipfels ins Skigebiet kommen, sind so wenige, dass sich die Erschließung solcher Gipfel bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht lohnt.
Die Meisten sind nicht an spektakulären, aussichtsreichen Punkten im Skigebiet interessiert.
Hinzu kommt weiterhin, dass es in Italien eine Regelung gibt, die in Abhängigkeit des Spannfeldes vorschreibt, wie weit die beiden Fahrtrichtungs-Linien einer PB auseinander sein müssen. Die Technik-Spezialisten könnten das sicher detaillierter ausführen. Bei der Furggen-PB ist es jedenfall so extrem, dass letzetendlich ein Um- oder Neubau unter den topographischen Gegebenheiten unmöglich ist - maximal als einspurige PB. Und da schlägt dann wieder der Controller zu... zumal die Liftgesellschaft in Cervinia ja sowieso knapp bei Kasse ist (aus unerfindlichen Managmentfehlern!)
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Wurde eine Wiedererschliessung bzw. ein Ersatz der PB überhaupt je diskutiert? Naja, aber zum "Mythos" hat ja auch beigetragen, dass die Bahn da hoch eine richtige Nussschale gewesen ist. Wenn man das heute Neubauen würde dann gäbe es wohl wieder eine Pendelbahn, nur gäbs dann gleich noch ein Drehrestaurant aufs Dach und der Skitunnel würde zur vierspurigen Autobahnröhre inkl. Indoorbeschneiung... Das Stockhorn war ja auch nur so cool, weil die Bahn fast auseinander fiel. Wenn der Adrenalinspiegel bei der Fahrt nicht ein kleines bisschen steigt, dann ist ja das ganze Abenteuerfeeling dahin. Und das wiederum halbiert den Spass, auch wenn die Piste noch so grossartig ist.
In der tat wurde nach der etwas heftigen stillegung der bahn im frühjahr 1993 ein neubau erörtert. Dieser haette jedoch eine signifikante aufweitung des abstandes zwische beiden tragseilen erfordert, was dann als zu kostenintensiv verworfen wurde. Eine alternative wäre eine hohe stütze im unteren teil gewesen, um das spannfeld derart zu verkleinern.
Anderseits, ich mag mir nicht ausmalen, wie die piste heute aussehen würde, wenn eine neue bahn mit der ökonimisch zwanghaften notwendigkeit von etwa mindestens 800p/h (ca. das vierfache der alten) gebaut worden wäre:
Die abfahrt wies früher zahlreiche hängende und durchaus steile querungen auf, sie wurde zudem nicht gewalzt. Hier wäre heute um "des massens willen" wohl heftigst gebaggert, verfangnetzt und geopolstert worden, so dass der weite offene hochgebirgscharakter der piste sowieso verloren gegangen wäre...
Ganz zu schweigen von den meterhohen felsstufen, die sich in den letzten jahren durch das wegschmelzen der firnfelder/gletscherfelder ergeben haben.... nicht dass dies heute ein hindernis im pistenbau darstellen würde, die ötztaler zB. leisten ja grandioses in ihren felslandschaften, indem sie diese nach eigenem gutdünken auch grossflächig mechanisch völlig neu zusammensetzen...
So wie die dinge jetzt sind, passt es ganz gut meine ich. Italienische skiforen sind gut ausstaffiert mit berichten über heroisch erlebtes von jenen, die die "funivia furggen", die "galleria" ud "pista 9" noch selber erfahren durften. Auch erinnerungen können faszinieren...
"heroisch" passt gut zu den Dikussionen!
War schon ne coole Piste, aber für Heldentaten war sie dann doch zu einfach... wobei ich gestehen muss, dass ich nur die Piste ab der Galleria kenne. Ganz früher war sie ja auch über den Furggen-Grat gesteckt. Konntest Du sie mal "obenrum" fahren?
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Schön für eine aktuelle Lösung wäre doch, sofern das Gelände irgendwie fahrbar ist, eine offizielle Route ala Groppera. Nur scheint die Canalose irgendwie ein im rechtsfreien Raum schwebendes Unikat im heutigen Italien zu sein?
Ansonsten eben die Pordoilösung. Keine Piste.
Aber so eine politisch korrekte, neoitalienische Straßenbaupiste... *grusel*.
CV hat geschrieben:"heroisch" passt gut zu den Dikussionen!
War schon ne coole Piste, aber für Heldentaten war sie dann doch zu einfach... wobei ich gestehen muss, dass ich nur die Piste ab der Galleria kenne. Ganz früher war sie ja auch über den Furggen-Grat gesteckt. Konntest Du sie mal "obenrum" fahren?
na ja, was heißt "heroisch" ...
Nicht ganz ohne Nervenkitzel war die Auffahrt - immerhin 1000 Höhenmeter an nur einem Tragseil (im Gegensatz zu den Zermatter Bahnen) und ohne jede Stütze, die Zugseile beim Durchhängen auf frei im Gelände stehenden Walzen gelagert.
Die Piste ab der Aussichtsplattform über den Grat war eigentlich weder technisch schwierig noch steil, ein ganz ordinärer Buckelgrat - wenn da nicht auf der Nordseite der Blick auf den progressiv abfallenden Gletscher gewesen wäre mit ein paar Fangnetzen, die den Eindruck ausrangierter Fischernetze erweckten und somit wenig pschologischen Halt gaben. Ich für meinen Teil habe da jedenfalls eher ganz unheroisch angestemmt als einen Ausrutscher zu riskieren. Dennoch empfand ich das als angenehmer als den langen Hartsch durch den Tunnel und die schmale Anschnallstelle plus Querung danach.
Ab dem Übergang auf die italienische Seite war die Piste wie auf dem Videoclip zusehen zwar steil, aber durchwegs breit und ohne Abgründe und natürlich "naturverbuckelt", weil ungewalzt. Schwierige Schneeverhältnisse wie Bruchharsch oder in den unteren Teilen (im März/April) tiefer Sulz auf abgegangenen Lawinen waren nicht selten. Die Lawinengefahr kommt übrigens zu den zuvor genannten Einschränkungen noch dazu, was den unwirtschaftlichen Betrieb angeht.
Der goße Reiz lag für mich nicht im "Heroischen" sondernsondern in der relativen Einsamkeit (pro Gondel kamen da max. 20 Leute rauf), dem großen Höhenunterschied in einer grandiosen Abfahrt und der unmittelbare Nähe zu "jenem Berg".