Beinahunglück auf Rennpiste in St.Moritz

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Dennut
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Beinahunglück auf Rennpiste in St.Moritz

Beitrag von Dennut »

Schrecksekunde für Dorfmeister in St. Moritz

Die Ski-Weltcup-Rennen in St. Moritz wären gestern beinahe von einem schweren Unfall mit Michaela Dorfmeister überschattet worden.

so.- Ihren letzten Weltcup-Auftritt in St. Moritz wird die Skirennfahrerin Michaela Dorfmeister nicht so schnell vergessen. Die Österreicherin konnte in der Abfahrt der Super-Kombination nur mit viel Glück einen Zusammenstoss mit einem Funktionär verhindern. Dorfmeister brauste nach einer Kuppe mit rund 90 km/h daher, als der Mann mit den Ski die Piste überquerte. «Ich schrie sofort», sagte Dorfmeister. Geistesgegenwärtig machte sie aber auch noch einen Schwenker und hob den Aussenski an. Dank dieser Reaktion verhinderte sie einen folgenschweren Zusammenstoss.
Der Helfer – er zählt zu den Erfahrensten – hatte den Auftrag, die beschädigte Torstange nach der als 30. Fahrerin gestarteten Dorfmeister auszuwechseln. Seinen Aussagen zufolge meinte er, dass die Werbepause bereits im Gang gewesen sei. «Der Fehler ist unentschuldbar», sagte Rennleiter Martin Berthod, der mit Sanktionen der Fis rechnet.

Ungute Erinnerungen

Zu einem Crash war es beinahe schon am Samstag in der von Dorfmeister gewonnenen Spezial-Abfahrt gekommen. Bei diesem Zwischenfall fuhren zwei italienische Trainer auf der Rennpiste zu Tal, als die Norwegerin Anne Marie Müller, die als Letzte gestartet war, noch unterwegs war.
Diese Zwischenfälle weckten Erinnerungen an die tödlichen Unfälle der Französin Régine Cavagnoud, die im Oktober 2001 in einem Trainingslauf mit einem Trainer zusammenstiess, und von Werner Elmer, der im Dezember 2002 in einer Fis-Abfahrt in Verbier mit der Nummer eins im schnellsten Teil der Strecke mit einem Helfer kollidierte. Trotz der Anwesenheit von mehreren Medizinern an der Unfallstelle konnte das Leben der Glarner Nachwuchshoffnung nicht gerettet werden.


Quelle: http://www.suedostschweiz.ch/medien/sog ... ?id=260247

Ich fand das war verdammt knapp: Christian Neureuther sagte in der ARD bei der Übertragung, wären die beiden zusammengestoßen hätte es Tote gegeben
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mic
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Beitrag von mic »

Diese Zwischenfälle weckten Erinnerungen an die tödlichen Unfälle
...das erinnerte mich auch an den grauenhaften Unfall der Ulrike Maier bei der Weltcup-Abfahrt in Garmisch.
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snowflat
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Beitrag von snowflat »

Ich verstehe da denjenigen auch nicht, der die Piste a)quert und dann noch b) an dieser Stelle. Diese Wettbewerbe sind von A bis Z geplant und durchorganisiert, die "Streckenposten" sind geschult. Aber, dass man im laufenden Wettbewerb eine Strecke NICHT kreuzt, dürfte eigentlich jedem zugelassenem Helfer doch klar sein und besonders dann, wenn die vorherige Läuferin schon einige Zeit vorher die Stelle passiert hat. Da kann man sich doch an einer Hand abzählen, dass die nächste demnächst kommt und rutscht nicht hinter einem Übergang quer über die Piste.

Zum Glück ist nichts passiert, hoffentlich ist sich derjenige klar, wie das alles hätte bös enden können und lernt daraus. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass er via Funk den Auftrag hatte, die Strecke just in dem Moment an der Stelle auszubessern (es sah so aus als ober er lediglich die Strecke queren wollte). Wenn ja, liegt das Versagen woanders - beim Streckenfunk. Vielleicht kommt das ja noch raus ...
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Beitrag von Werna76 »

Der Typ der reingefahren ist konnte da überhaupt nichts dafür! Über Funk kam die Meldung, das 3-minütige TV-Pause ist und der Streckenposten fuhr daraufhin in die Strecke um sein Tor zu reparieren...

Nicht immer gleich einfach so irgendjemanden beschuldigen.....
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snowflat
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Beitrag von snowflat »

Ist ja schon gut, nur hat der Helfer den Streckenfunk falsch verstanden. Somit ein unglückliches Zusammenspiel, an dem der Helfer nun nicht ganz unschultig ist. Zur Not kann man ja per Funk noch mal nachfragen:
Ski-Weltcup: Keine Sicherheitsdebatte nach Fast-Unfall

Trotz der Beinahe-Tragödie am Sonntag in St. Moritz bleibt eine tiefer gehende Sicherheitsdiskussion im alpinen Ski-Weltcup aus. Michaela Dorfmeister konnte einen Zusammenstoß nur knapp verhindern.


Mit 100 km/h fast gegen Pistenarbeiter
Die mit Nummer 30 fahrende Niederösterreicherin war am Sonntag in der Kombi-Abfahrt mit fast 100 km/h über eine Kuppe gekommen, als ein Pistenarbeiter mit einer Ersatz-Torstange mitten auf der Ideallinie stand.

Nur um Zentimeter konnte die Niederösterreicherin einen wahrscheinlich fatalen Hochgeschwindigkeits-Zusammenstoß verhindern. Über Funk war zuvor eine TV-Pause nach der Startnummer 30 angekündigt gewesen, den der 65-jährige Mann - es handelt sich um einen seit 30 Jahren tätigen Abschnittsleiter - missverstanden hatte. Er wurde deshalb suspendiert.

"Ein Missverständnis, das nie hundertprozentig auszuschießen ist", sagte ÖSV-Damenchef Herbert Mandl, der am Montag nochmals mit FIS-Rennleiter Jan Tischhauser telefoniert hatte. Schon diese Woche stehen in Cortina d'Ampezzo weitere Speed-Rennen auf dem Programm.

Ähnliche Szenen schon in Cortina
In Cortina hatte es schon ähnliche Angstszenen gegeben, als einmal Renate Götschl in ein am Pistenrand abgestelltes Paar Trainer-Ski gerast war - kein Vergleich allerdings zu den Unfällen von Tatjana Lebedewa 1996 bei der WM in der Sierra Nevada oder gar dem Todescrash der Französin Regine Cavagnoud 2001 beim Training im Pitztal.

"Je mehr Leute, desto mehr Gefahr"
"Auch wenn man versucht, die Sicherheit immer mehr zu perfektionieren - je mehr Leute, Funk und Routine im Spiel sind, desto größer ist die Gefahr, dass genau so etwas passiert. Das wird man nie ganz in den Griff bekommen", sagte Tischhauser und Mandl schlug in eine ähnliche Kerbe.

"Ein individueller Kurzschluss"
"Ein individueller Kurzschluss. Dinge, die wie beim Autofahren nie ganz auszuschließen sein werden", meinte der ÖSV-Coach. "Man hat sich tausend Mal entschuldigt, zu verhindern wird so etwas nie ganz sein."

Mandl nahm auch den neuen FIS-Renndirektor Atla Skaardal (Nachfolger von Kurt Hoch) in Schutz. "Auch er und Jan müssen sich auf das Personal verlassen können. Sie können nicht jeden an die Leine nehmen."

"Hoffe, Michi hängt das psychisch nicht nach"
Bezüglich seiner derzeit höchst erfolgreichen Rennläuferin hofft der Niederösterreicher, "dass Michi das jetzt nicht psychisch nachhängt und sie nicht unbewusst in den kommenden Rennen darauf wartet, dass wieder wer in der Piste steht".


Dorfmeister zeigt Verständnis
Aber selbst Dorfmeister zeigte Verständnis. "Wenn Menschen am Werk sind, passieren eben auch Fehler. Selbst als Betroffene darf ich das Ganze jetzt auch nicht zu dramatisch sehen, denn sonst brauche ich nie wieder an einem Rennen teilnehmen. Ich sage Danke, dass ich gesund bin, denn so etwas kann ganz blöd ausgehen."

Die Weltcup-Führende Janica Kostelic hatte ihre eigene Einstellung zum Geschehen in St. Moritz. Schon am Samstag hatte es in der Spezialabfahrt ähnlich kritische Szenen gegeben. "Natürlich darf das nicht passieren. Ich bin während des Trainings schon zwei Mal mit Leuten zusammengestoßen", sagte die Kroatin und fügte lächelnd hinzu: "Ich blieb unverletzt."
Quelle: ORF
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Beitrag von Laurenz Neumann »

Sers
Naja, wie kann es gewesen sein:
Funkspruch:
Nach 30 3 Min Pause.
Angekommen:
schsch 3 Min Pause

Wenn der jetzt nachfragt und es vielleicht alle tun, sind die 3 Minuten um.
Außerdem weiß er ja nicht, wie lange er für die Rep. braucht.
Daher klingt es für mich logisch, das er gleich losgefahren ist.

Man stelle sich vor, er fragt nach und überzieht die Pause (weil es nicht gleich hinhaut,...) und dann fährt ihm einer rein, was dann los gewesen wäre:
"Ein Wahnsinn, wieso tut der solange am Funk herum,...."
:wink:
Grüße
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Downhill
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Beitrag von Downhill »

Sowas wird wohl (leider) immer wieder passieren. Vielleicht sollten sich manche hier mal ein Skirennen anschauen, wenigstens im Fernsehen. Nachdem der/die Läufer(in) durchgefahren ist, wird sofort "gerutscht", quasi jedes Mal und an fast jedem Tor steht ein extra Mensch dran. Ohne diese dauernden Reparaturen würden sich die Läufer mit etwas höheren Nummern sauber über die Bedingungen bedanken. Und wo Dutzende Menschen im Einsatz sind, die sich über Funk verständigen müssen, kann immer irgendwas passieren. Auch wenn alle noch so gut aufpassen...
Dove vai senza sci?
Wege entstehen, indem man sie geht.
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