Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von NeusserGletscher » 10.02.2018 - 12:42

Pancho hat geschrieben:
10.02.2018 - 12:00
Mir tönt noch die sehr lange und für mich sehr schwarz gemalte Negativliste nach, die Du sehr akribisch früher in diesem Thread zusammen getragen hast, die es jetzt aber nicht mehr in deine Zusammenfassung geschafft hat... :roll:
In der Tat, es ist nicht einfach... :nein:
Es ist auch nicht einfach mit jemandem zu diskutieren, der immer wieder verdeckte Fehlschlüsse und diskussionsferne Aspekte einbringt, um konkrete Argumente zu zerreden. Also mein Vorschlag zur Güte: Lassen wir es. Ich werde in diesem Thread nicht mehr auf Deine Postings eingehen, weil es offensichtlich keinen Sinn macht und für die Diskussion nicht förderlich ist.

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von Pancho » 10.02.2018 - 13:02

Klar, kein Ding. Wäre vielleicht von vorne herein besser gewesen... :wink:

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von Theo » 10.02.2018 - 18:27

NeusserGletscher: andere Gebiete können (mit mehr Personalaufwand oder besserer Organisation) durchaus auch früher öffnen, z.B. Cervinia (übrigens zum gleichen Preis!)
Oder wenn sie eben aus Profigier einen Teil oder gar sämtliche Sicherheitsstandards ausser acht lassen.

Was anderes: In wie vielen Diskussionen hier im Forum, wo es eigentlich um was ganz anderes geht, willst du dass jetzt eigentlich noch rein schreiben. Ich werde hier sicher keine Betriebsinterna rein schreiben, wenn du wissen willst wann wie viele Personen bei den ZBAG arbeiten kannst du ja mal eine Mail an die Geschäftsstelle schicken. Ob die Zahl wo in der Antwort genannt werden wird zu deiner Denkweise passt wage ich zu bezweifeln.

Manchmal hab ich hier das Gefühl dass für einige die Welt immer noch eine Scheibe ist und sich die Sonne um die Erde dreht. Und falls das nicht stimmt wird nicht die Denkweise geändert sondern die Tatsachen haben sich zu ändern und an die Denkweise anzupassen.
Wenn das mal gut raus kommt..
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von NeusserGletscher » 10.02.2018 - 22:37

Du hast wie immer zu 100% recht. Mit der Einführung günstiger Vorsaisonpreise werden die Besucher im Dezember scharenweise nach Zermatt strömen und sich mit dem Angebot zufrieden geben. Wie dumm von mir anzunehmen, jemand außer mir könne sich durch das eingeschränkte Angebot von einem Besuch in Z abhalten lassen. Und wo Du es gerade erwähnst, anderswo habe ich mich immer schon ein wenig unsicher gefühlt, wenn sie die Pisten so schnell öffnen. Das konnte ja nicht mit rechten Dingen zugehen. Aber seit wann ist die Erde keine Scheibe mehr?

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von Wahlzermatter » 11.02.2018 - 18:27

Ist das hier der "warum hat Zermatt vor Weihnachten nicht mehr Pisten und Anlagen offen" Thread oder gehts schon auch noch um Dynamic Pricing. :D :D

Um mal wieder zum Thema zurückzukehren: Ich habe bisher noch keinerlei Erfahrung mit dynamic pricing bei Schigebieten gemacht, bin schon gespannt wie das in Z jetzt umgesetzt wird (oder ob das überhaupt kommt, wie Theo weiter oben schon geschrieben hat).

Dass der Ticketkauf über das Internet die Zukunft ist, glaube ich gern, es wird ja auch schon von Forumsteilnehmern übers Internet gekauft. Ich persönlich bin bislang immer noch ganz konservativ zur Kasse gegangen. Wenn ich mir aber ordentlich Geld spare - dann werd ich mich auch mit dem Kauf im Internet beschäftigen.

Wie bei allem im Leben wird man dann Geld sparen können wenn man sich damit beschäftigt und seine grauen Zellen etwas anstrengt. Wenn man das nicht will kanns bei dynamic pricing vielleicht auch teuerer werden - mal schauen. Dass die diversen Bergbahnen mit ihren Preismodellen auch Geld verdienen wollen halte ich jetzt aber für kein so großes Geheimnis oder Aufregung. Natürlich wird Zermatt kein neues System einführen um weniger zu verdienen. Im besten Fall profitieren, wie Chrigel schon beschrieben hat, am Ende alle - im schlechtestenn Fall kommen aber wegen der völlig überhöhten Preispolitk zu wenig Gäste - das kann auch nicht ziel irgendeiner Bergbahn sein.

Mein Tipp: Wem es beim buchen zu teuer erscheint, der sollte einfach woanders buchen wo es billiger ist. Dann spart man sich das nacher ärgern. Kann natürlich sein, dass gerade Zermatt genug Gäste hat denen es egal ist was das Ticket kostet. Dann wären sie ja aber auch blöd das nicht auszunutzen...

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von NeusserGletscher » 12.02.2018 - 08:04

Im Internet habe ich noch ein Dokument zu Ticketcorner gefunden, der Firma, die für Andermatt / Sedrun den Vertrieb übernommen hat. Zwei Aspekte hatte ich da in meiner ersten Auflistung noch nicht auf dem Schirm:
  • Ticketcorner möchte sich frühzeititg als Anbieter etablieren, um den Bestrebungen der Bergbahnen entgegenzuwirken, auf Eigenvertrieb zu setzen
  • Günstige Saisontickets (siehe Saas Fee) würden andere Destinationen unter Zugzwang setzen, auch günstigere Tickets anzubieten
Den Nörglern an meiner Kritik empfehle ich, sich die Leistungsversprechen von Ticketcorner an die Bergbahnen noch einmal genauer durchzulesen. Da werden als die wichtigsten Punkte genannt:
  1. Erhöhung des Umsatzes, auch, weil der Kuinde das Wetterrisiko zum Teil übernimmt
  2. Erhöhung der Preise an Toptagen
  3. Minderung der Kosten durch den Abbau von Kassenpersonal
Selbstverständlich arbeite Ticketcorner auch an einer Kommunikationsoffensive, um eine Verhaltensänderung bei den Endkunden einzuleiten.

Kleine Randnotiz: Für Saas Fee hat sich die Aktion durchaus gelohnt. Die Bergbahnen verzeichnen eine Ertragssteigerung um 20% sowie eine schwarze Null, die Zahl der Logiernächte ist im Winter um 16,6% gestiegen. Als kritischer Leser muss man natürlich schon fragen, ob dieser Umsatz zusätzlich oder zu Lasten anderer Destinationen generiert wurde.

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von danimaniac » 12.02.2018 - 08:53

NeusserGletscher hat geschrieben:
12.02.2018 - 08:04
Im Internet habe ich noch ein Dokument zu Ticketcorner gefunden, der Firma, die für Andermatt / Sedrun den Vertrieb übernommen hat. Zwei Aspekte hatte ich da in meiner ersten Auflistung noch nicht auf dem Schirm:
  • Ticketcorner möchte sich frühzeititg als Anbieter etablieren, um den Bestrebungen der Bergbahnen entgegenzuwirken, auf Eigenvertrieb zu setzen
  • Günstige Saisontickets (siehe Saas Fee) würden andere Destinationen unter Zugzwang setzen, auch günstigere Tickets anzubieten
Den Nörglern an meiner Kritik empfehle ich, sich die Leistungsversprechen von Ticketcorner an die Bergbahnen noch einmal genauer durchzulesen. Da werden als die wichtigsten Punkte genannt:
  1. Erhöhung des Umsatzes, auch, weil der Kuinde das Wetterrisiko zum Teil übernimmt
  2. Erhöhung der Preise an Toptagen
  3. Minderung der Kosten durch den Abbau von Kassenpersonal
Selbstverständlich arbeite Ticketcorner auch an einer Kommunikationsoffensive, um eine Verhaltensänderung bei den Endkunden einzuleiten.
Ja das stimmt. Das Schöne /Schlimme ist allerdings, dass ich bislang über ticketcorner.ch sehr viel Geld gespart habe. Dadurch, dass die halt auch so Aktionen machen wie 100Chf Gutscheine mit 25% Rabatt. Wird sich zeigen, wie lange man dadurch wirklich sparen kann. Bin mir aber duvet, dass dynamische Preise immer diejenigen mehr zur Kasse fordern, die es sich eh nicht leisten können (Familien mit festen Ferienzeiten, o. Ä. ) Leute mit genügend Zeit und Flexibilität, um sich die Skitage frei zu legen, profitieren.
NeusserGletscher hat geschrieben:
12.02.2018 - 08:04
Kleine Randnotiz: Für Saas Fee hat sich die Aktion durchaus gelohnt. Die Bergbahnen verzeichnen eine Ertragssteigerung um 20% sowie eine schwarze Null, die Zahl der Logiernächte ist im Winter um 16,6% gestiegen. Als kritischer Leser muss man natürlich schon fragen, ob dieser Umsatz zusätzlich oder zu Lasten anderer Destinationen generiert wurde.
Das dürfte Saas Fee egal sein. Und hier hat ja auch niemand mehr bezahlt als die Saison davor. Für die Kunden zu 100% positiv. Für die anderen Bergbahnen entsteht böser Zugzwang. Was nur mal gut ist. In direkter Umgebung hat es ja schon was getan, siehe magic pass...
wird mal wieder Zeit für ein Snowboard-Abenteuer in Skandinavien...

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von Pancho » 12.02.2018 - 11:16

Angesichts der Tatsache, dass der Gesamtmarkt über Europa betrachtet nicht wächst, wird jede Umsatzsteigerung des einen zu lasten anderer Gebiete gemacht. Das Ding heißt „Wettbewerb“. Und das ist nichts schlechtes, sondern ein gutes Zeichen dafür, dass der Wettbewerb auch tatsächlich funktioniert und es keine kartellähnlichen Absprachen zu geben scheint. Wenn Gebiete um Kunden kämpfen müssen, sitzt der Kunde am längeren Hebel... kann das nicht wirklich schlecht finden. :wink:

Sollten Familien mit Kindern tatsächlich die Zeche zahlen müssen, fände ich das aber in der Tat äußerst kritikwürdig.

Das wär aber auch eine strategische Blöße. Kinder sind Nachwuchs und damit langfristige Existenzsicherung für die Betreiber. Sollte sich eine besondere Verteuerung für Familien so als richtig erweisen, bleibt zu hoffen, dass das von Wettbewerbern erkannt wird, und die Zielgruppe „Familien“ andernorts mehr Wertschätzung erfährt. Zu den bevorzugten Gebieten aus Kindertagen wird auch immer ein besonderer Bezug aufgebaut, so jedenfalls von mir beobachtet. Eine Chance, die hoffentlich andere nutzen, wenn die einen sie wegwerfen möchten!

Dass das passiert, ist auch wieder bei funktionierendem Wettbewerb wahrscheinlicher...

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von danimaniac » 12.02.2018 - 11:33

Pancho hat geschrieben:
12.02.2018 - 11:16
[...]
Sollten Familien mit Kindern tatsächlich die Zeche zahlen müssen, fände ich das aber in der Tat äußerst kritikwürdig.

Das wär aber auch eine strategische Blöße. Kinder sind Nachwuchs und damit langfristige Existenzsicherung für die Betreiber. Sollte sich eine besondere Verteuerung für Familien so als richtig erweisen, bleibt zu hoffen, dass das von Wettbewerbern erkannt wird, und die Zielgruppe „Familien“ andernorts mehr Wertschätzung erfährt. Zu den bevorzugten Gebieten aus Kindertagen wird auch immer ein besonderer Bezug aufgebaut, so jedenfalls von mir beobachtet. Eine Chance, die hoffentlich andere nutzen, wenn die einen sie wegwerfen möchten!

Dass das passiert, ist auch wieder bei funktionierendem Wettbewerb wahrscheinlicher...
Bin überzeugt davon, dass Skigebiete die sich "familienfreundlich" auf die Fahne schreiben innerhalb der nächsten zehn Jahre sehr an der Preisschraube drehen müssen.
Geteilte 6 Tageskarten für Eltern, Kinder kostenlos bis 6/12/16, extra Aktionen gerade zu den Ferienzeiten... sonst bleiben die Kunden von morgen nämlich ganz bestimmt weg. Aber so besondere Skigebiete wie Zermatt spüren die Auswirkungen wahrscheinlich wirklich als Letzte. Wobei ich da nie mit den Kindern hin würde. Das lohnt ja einfach nicht.
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von Pancho » 12.02.2018 - 11:44

Bin ich bei dir. Ist kein Premiumziel für Kinder...

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von NeusserGletscher » 12.02.2018 - 13:58

In einem stagierenden Markt geht das Wachstum des einen zu Lasten vom Umsatz des anderen. Verdängungswettbewerb trifft daher eher zu. Die Grenzen zwischen Kartellbildung und Absprachen sind fliessend. Sollten es so wie prognostiziert dazu kommen dass künftig 90% der Kunden durch sanften Druck dazu genötigt werden, künftig ihre Tickets lange im voraus und weitgehend auf eigenes Risiko zu kaufen, dann sehe ich das schon als eine kartellähnliche Absprache zu Lasten der Kunden. Auch, wenn diese nur durch Symposien, Fachvorträge oder durch Anbieter wie Ticketcorner zustande kommt.

Wie ist es denn künftig, wenn ich mir eine Tageskarte kaufe und dann vor Ort feststelle, dass alle Bahnen geschlossen sind? Wenn ich die AGB richtig deute, dann bleibe ich auf meinen Kosten sitzen. In Zermatt sind die Verantwortlichen ja nicht einmal in der Lage, ihre Gäste am Vorabend über den zu wahrscheinlichen Status zu informieren und melden grundsätzlich alles offen, was hergerichtet ist.

Wie sieht es aus, wenn ich einen längeren Aufenthalt aus persönlichen Gründen absagen muss? Hotels kann ich in der Regel bis zu 4 Wochen vor Reiseantritt kostenlos stornieren, bei bestimmten Buchungsportalen sogar noch am Anreisetag bis 18:00. Und was ist mit den Tickets, die jemand für seine 4-köpfige Familie im Voraus für 2 Wochen gekauft hat? Da kommen mal schnell über 1000 Franken zusammen. Laut den AGB darf ich die Tickets ja offenbar nicht einmal weiter verkaufen.

*) beim Kauf via Ticketcorner gelten die AGB der Bergbahnen. Die AGB von Andermatt / Sedrun findest Du hier

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von Pancho » 12.02.2018 - 14:24

NeusserGletscher hat geschrieben:
10.02.2018 - 12:42
Ich werde in diesem Thread nicht mehr auf Deine Postings eingehen...
Ich fand die Idee so schlecht jetzt nicht. So steht da halt wieder ziemlicher Stuss.

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von NeusserGletscher » 23.03.2018 - 22:30

Aus Neues aus Zermatt
Interessant, dass schweizer Verbraucherschützer durchaus bekannte Kritikpunkte an dynamischen Preismodellen wie Intransparenz und Unkalkulierbarkeit teilen. Die stereotypen marketingverseuchten dahergeschwurbelten Ausführungen der Leistungsanbieter kann man dagegen getrost ignorieren. Was sollen die auch sonst sagen? Alles ist Mist aber wir verkaufen es trotzdem? :mrgreen:

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von snowflat » 11.04.2018 - 07:31

Du kannst Dir Glück nicht kaufen.
Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von snowflat » 11.04.2018 - 07:36

Du kannst Dir Glück nicht kaufen.
Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von NeusserGletscher » 11.04.2018 - 07:46

srf.ch hat geschrieben:Das grösste Ziel ist nicht, durch höhere Preise mehr Umsatz zu generieren, aber dass man die Nachfrage glätten kann
Das ist ein oft gebrauchter Euphemismus, den wir auch von Befürwortern von Road-Pricing und anderen dynamischen Preissystemen kennen. Wird auch durch ständige Wiederholung nicht wahrer. Viele Urlauber sind nun einmal auf die Ferienzeit angewiesen oder aus sonstigen privaten Gründen zeitlich gar nicht flexibel, als dass der beschriebene Effekt eintreten könnte.

Aus Sicht der Bergbahnen ist das Argument noch unglaubwürdiger. Seit wann interessieren die sich für irgendwelche Lastspitzen? Die Leidtragenden sind die Urlauber selbst, welche sich an den Liften die Beine in den Bauch stehen oder über völlig zerfahrene Pisten pflügen.
htr.ch hat geschrieben:An stark ausgelasteten Tagen kann die Bahn die Preise nach oben anpassen und damit die Zahlungsbereitschaft der Kunden abschöpfen. Beides mit dem Ziel, den Umsatz zu steigern.
Dem ist nichts hinzuzufügen.
htr.ch hat geschrieben:Ausserdem braucht man weniger Personal an den Kassen und kann es ander­weitig einsetzen, etwa um das Kundenerlebnis zu verbessern oder für die Instandhaltung.
Kassenpersonal, welches demnächst als ausgebildete Fachkräfte Wartungsarbeiten durchführen? Interessant!

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von -tom- » 11.04.2018 - 08:13

Das Ziel von Dynamic Pricing ist natürlich Gewinnoptimierung, nichts anderes. Man wäre ein schlechter Kaufmann, wenn man sich anderes zum Ziel setzen würde. Die Kundenfreundlichkeit ist hierbei nur Mittel zum Zweck.
Dynamic Pricing bedeutet vor allem, dass der Kunde mit einer Tarifvielfalt konfrontiert wird, die ihn jeder Vergleichsmöglichkeit beraubt. Perfektioniert haben das die Telekommunikationsanbieter.
Frühbcherrabatte sorgen vermehrt für eine frühzeitige Buchung, somit wird die Saison planbarer, die Risiken werden hierbei aber oft auf den Kunden verlagert, weil man kaum stornieren oder verkaufen kann.
Eine gleichmäßige Auslastung des Skigebietes interessiert den Betreiber nur in so weit, als es die Personalplanung beeinflussen könnte. Das ist aber bei einem Skigebiet eher zweitrangig, da der Personalbedarf relativ konstant ist und kaum vom Auslastungsgrad abhängt (Ausnahme Gastro). Sekundäre Effekte wie Kundenzufriedenheit sind schwer zu fassen, spielen also auch eine eher indirekte Rolle. Also hat eine Nachfragesteuerung nur wenig Effekt für den Betreiber.

Mich als Kunde nervt die Intransparenz von Tarifmodellen, daher bevorzuge ich Anbieter mit klaren Preisstrukturen und Strafe die anderen mit Nichtachtung. Ich hoffe, dass ich damit nicht alleine bin und das der Markt auch das regelt.

Ich persönlich bin von Mehrtagespässen wieder abgekommen, da ich (wohl altersbedingt) zum Schönwetterfahrer geworden bin. Wenn ich auch nur einen Tag meines Wochenpasses nicht nutze, ist die Ersparnis dahin. Da ich außerdem nicht mehr so früh auf den Brettern stehe, reicht mir meist eine Halbtageskarte, die es oft schon ab 11:00 gibt. Da lohnt ein Mehrtagespass kaum noch.

Für Familien wären übrigens andere Angebote wie übertragbare Skipässe wesentlich entlastender, so etwas habe ich aber noch nicht gesehen.

Gruß, Tom
Zuletzt geändert von -tom- am 11.04.2018 - 09:00, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von NeusserGletscher » 11.04.2018 - 08:48

-tom- hat geschrieben:
11.04.2018 - 08:13
Mich als Kunde nervt die Intransparenz von Tarifmodellen
Diese Entwicklung kann man in vielen Bereichen beobachten. Kaum waren beispielsweise die Preise von Tankstellen durch das Internet vergleichbar, haben sie begonnen, die Spritpreise wie an einer Warenterminbörse mehrmals täglich zu wechseln. Der gemeine Kapitalist mag keine transparenten Märkte und er liebt asymetrische Informationslagen, in denen er sich einen Vorteil durch seinen Wissensvorsprung verschaffen kann.
-tom- hat geschrieben:
11.04.2018 - 08:13
Für Familien wären übrigens andere Angebote wie übertragbare Slipässe wesentlich entlastender
Solche Angebote gibt es allerings durchaus, z.B. in der Aletscharena.

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von Pancho » 11.04.2018 - 09:00

Spritpreise müssen sofort nach Änderung zentral gemeldet werden, auf diese Daten haben alle Anbieter von Vergleichsapps u.ä. unmittelbaren Zugriff. Hier funktioniert der Vergleich weiterhin nahezu in Echtzeit. Ich nutze das sehr erfolgreich. Da ist die Verschwörung der bösen Kapitalisten gescheitet. Man muss es halt nur nutzen. :mrgreen:

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von -tom- » 11.04.2018 - 09:06

Das mit den Spritpreisen hilft aber nur bedingt, da alle Tankstellen in einer Region zufällig und ohne Absprache die Preise nahezu gleichzeitig ändern. Ich tanke auch immer wenn es billig ist, manchmal geht das aber einfach nicht.

Die weiter oben genannte Abrechnung nach Höhenmetern ist übrigens nichts neues, im Gegenteil: Das ist die altbekannte Punktekarte.

Ein faires Abrechnungsmodell sähe für mich so aus, dass man die Einzelfahrten berechnet, aber niemals mehr als eine Tages-/Wochen-/Saisonkarte zahlen muss. Ähnlich wie die Oyster Card im Londoner ÖPNV.

Gruß, Tom

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von starli » 12.04.2018 - 12:52

-tom- hat geschrieben:
11.04.2018 - 08:13
Mich als Kunde nervt die Intransparenz von Tarifmodellen, daher bevorzuge ich Anbieter mit klaren Preisstrukturen und Strafe die anderen mit Nichtachtung. Ich hoffe, dass ich damit nicht alleine bin und das der Markt auch das regelt.
Je größer die Skigebiete, desto schwerer findet man oft auf den Websites die Tageskartenpreise (insb. in Frankreich!). Oft (Frankreich: Meist) wird man umgeleitet zu einem Online-Verkauf von Skipässen. Irgendwo gibt's dann hin und wieder doch eine Übersicht, meistens muss man sich aber noch ein PDF downloaden, um dann endlich zu erfahren, zu welcher Saisonzeit eine Tageskarte wieviel kostet. Das nervt mich, und wenn man dann wg. dem dynamic Pricing auch noch jeden Tag im Online-Shop auswählen muss und dann nicht mal weiß, ob das dann wirklich der Preis sein wird, den man vor Ort hat, wenn man dort ist, na dann fahr ich halt wo anders hin.

In den von mir besuchten Ländern kenn ich die momentanen Preis- und Vergünstigungsstrukturen bzw. weiß, worauf man schauen muss. In Italien sind die Skipässe am Wochenende und in den Weihnachtsferien oft teurer, in Frankreich bekommt man samstags oft Vergünstigungen. Wenn man Vergünstigungen anbietet, aber nicht den genauen Preis kund tut, fahr ich normalerweise auch nicht hin. Beispielsweise in der Schweiz, wo Skipässe mir oft zu teuer sind, wird oftmals in der Vor- und Nachsaison nur geschrieben "vergünstigt", aber nicht genau wieviel. (Und ein Runtersetzen von 60 auf 50 CHF z.B. würde mich trotzdem nicht zu einem Besuch verleiten.)
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von Chlosterdörfler » 13.04.2018 - 18:11

Erstmals seit elf Jahren sinken Bergbahn-Preise in der Schweiz laut Landesindex der Konsumentenpreise wegen Dynamic Pricing.

Info: https://www.blick.ch/news/wirtschaft/pi ... 49043.html
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von NeusserGletscher » 14.04.2018 - 10:38

Bekommen die Statistiker überhaupt die exakten Verkaufszahlen (Volumen x Preis) oder generieren die ihre Aussage einzig und alleine auf der Basis des Preises?

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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von Chlosterdörfler » 08.05.2018 - 18:49

Die Rotenfluebahn CH führt als erste Sommerbahn das «Frühbucher-Billett» ein.
Das System ist einfach: Mit dem Frühbucher-Billett erhalten die Gäste auf eine ganze Retourfahrt bis zu 61% Rabatt, auf das Familienbillett bis zu 45% Rabatt und bis zu 42 % Rabatt auf den Halbtax-Preis. Je früher das Billett gekauft wird, desto günstiger wird es. Bis zum entsprechenden Nutzungstag steigen die Preise abhängig von der Nachfrage an, wobei der reguläre Kassenpreis die Obergrenze darstellt. Ein System, wie es in derFlugreisebranche schon länger etabliert ist. Die vergünstigten Billette sind ausschliesslich online erhältlich.

«Wir sind dafür eine Zusammenarbeit mit der Firma Liftopia eingegangen, die in der Schweiz bereits für Arosa-Lenzerheide dieses dynamische Preis-System betreibt», sagt die Delegierte des Verwaltungsrates der Rotenfluebahn, Nathalie Henseler.

Dynamisch, nicht wetterabhängig

Das dynamische Frühbucher-Billett ist nicht zu verwechseln mit wetterabhängigen Angeboten, welche bereits auf dem Markt sind. «Der Gast hat so die Möglichkeit, einen wunderschönen Bergsommer-Tag zum unschlagbaren Preis zu geniessen», sagt Henseler. Als erste Bahn überhaupt kann der Gast auswählen, ob er das Billett mit 7 Tage-Gültigkeit kaufen will. «So hat der Gast bei einer weniger schönen Wetterperiode die Chance, den schönsten Tag davon auszuwählen», führt Henseler weiter aus.
Quelle: http://www.mythenregion.ch/sommer/

An der übernächsten Aktionärsversammlung bekomme ich die Resultate schwarz auf weiss. Bei der nächsten mündlich ob die Rechnung aufgeht oder auch nicht.
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ski-chrigel
Mount Everest (8850m)
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Re: Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Beitrag von ski-chrigel » 22.05.2018 - 08:00

Was Sedrun passt, passt nicht allen
https://www.suedostschweiz.ch/wirtschaf ... icht-allen
2017/18:139Tg:30xKlewen,25xLaax,15xA’mattSedrunDisentis,9xDolo,9xH'tux,7xSölden,7xIschgl,5xSt.Moritz,je4xLHArosa,Pitztaler,Titlis,je2xKauni,Z’arena,Tux,Frutt,je1xDavos,SFL,SHLF,Kitz,Stubai,Hasli,SFee,Osttirol,Kühtai,Hochzeiger,Savognin,Airolo
2016/17:127Tg:29xLaax,20xKlewen,14xH'tux,7xSölden,je6x3V,Moritz,Ischgl,je4xA'mattSedrun,Gurgl,Pitztaler,Stubai,je3xLHArosa,Titlis,SiMo,je2xTux,Kauni,SFL,Davos,je1xStelvio,Dolo,Skiwelt,SHLF,Galtür,Z'arena
2015/16:129Tg:29xLaax,24xKlewen,13xIschgl,8xGurgl,je7xSt.Moritz,H'tux,6xDolo,5xSFL,4xSölden,je3xL'heideArosa,Stubaigl.,Titlis,je2xDavos,Golm,SiMo, je1xPitztal,Tux,K'bühel,Stelvio,S.Fee,Sedrun,Nauders+Scuol,Pizol,O'saxen+Brigels,Arlberg,Kauni
2014/15:121Tg:28xKlewen,27xLaax,10xSölden,je8xIschgl,H'tux,je6xMoritz,Dolo,LHArosa,4xStubaigl.,3xDavos,je2xPitztal,Kauni,A'mattDisentis,Titlis, je1xTux,Z'matt,Airolo,Livigno,Pizol,Savognin,Arlberg
2013/14:65Tg 2012/13:48Tg 2011/12:62Tg 2010/11:83Tg

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