Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

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C. Gentil
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Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon C. Gentil » 07.10.2014 - 11:17

Liebe Seilbahn- und Modellbaufreunde

Nach etwas mehr als drei Jahren Arbeit ist es an der Zeit, mein Modellbauprojekt vorzustellen, welches aber noch lange nicht fertig ist. Anlass dazu sind die ersten erfolgreich verlaufenen Testfahrten auf einer kurzen Versuchsstrecke.
Wer mich kennt, weiss, dass ich mich vorwiegend mit alten Seilbahntypen beschäftige. Und als grosser Fan der mittlerweile fast gänzlich verschwundenen Von Roll VR101-Bahnen ist es eigentlich logisch, dass ich eine solch klassische Sesselbahn zum Vorbild genommen habe.
Die Modell-Sesselbahn ist im Massstab 1:10 gehalten was meiner Meinung nach zum Bauen eine gute Grösse darstellt und auch halbwegs realitätsnahe Fahreigenschaften verspricht. Ausgenommen verschiedener Normteile und käuflichem Zubehör ist fast alles Eigenbau, bestehend aus Messing und Flugzeugsperrholz.
Die Bahn ist kuppelbar ausgeführt. Im Gehäuse der Klemmen sitzt ein kleiner Neodymmagnet, der sich am Stahl-Litzenseil festkrallt. Zur Erhöhung der Reibungskraft und gegen Abrutschen ist die Magnetoberfläche mit feinem Sandpapier beklebt. Dieses Kuppelsystem entspricht zwar nicht dem Vorbild, funktioniert im Modell aber völlig problemlos und ist auch relativ einfach in der Umsetzung.
Da es sich bei meiner Modellseilbahn um eine historische Bahn handelt, verzichte ich soweit möglich auf jeglichen elektronischen Firlefanz. Einziges Zugeständnis sind Kettenförder und elektromagnetisch, über Impulsbausteine betätigte Startapparate, damit die Bahn an allfälligen Ausstellungen auch mal automatisch ohne Mitwirken von Personal betrieben werden kann.
Wie anfänglich erwähnt, ist die Sesselbahn noch lange nicht fertig. Die Antriebsstation muss noch mit dem Kettenförderer und diversen Details ausgestattet werden. Als nächstes folgt dann der Bau der Spannstation und weiteren Messingstützen. Für die Versuchsfahrten habe ich eine einfache provisorische Umlenkstation gebaut, die von den Sesseln aber nicht durchfahren werden kann.
Bis jetzt gebaut wurden: 10 Stück Sessel, 1 Lastbarelle, zusätzlich 1 Reservegehänge (reserviert für später zu bauende Kabine), Antriebsstation, 1 Messingstütze (klassische Von Roll-Bauart), 1 Holzstütze (nach Vorbild Flims von 1945), 4 Stück 4er-Batterien, 3 Stück 6er-Batterien, 2 Stück 8er-Batterien, 2 Stück Niederhaltebatterien, je zwei Stück Ausfahr- und Einfahrniederhalter für die Stationen, zweirilliges Antriebsrad und einrilliges Umlenkrad (beides aus Flugzeugsperrholz), einrilliges Gegenrad (modifiziertes Graugussschwungrad) und eine kleine Holz-Umlenkscheibe für das Spannseil.
Die Versuchsfahrten verliefen sehr erfolgreich. Zwei kleine erwartete Probleme zeigten sich dennoch: Zum Einen beschleunigen die Sessel auf der Startrampe zu stark und erreichen eine höhere Geschwindigkeit als die des Seils, was beim Ankuppeln ein unschönes Abbremsen ergibt. Zum Zweiten rollen die Fahrzeuge nach dem Abkuppeln kaum aus, was auf die geringe Masse zurückzuführen ist. Das Beschleunigen versuche ich mit geeigneten Bremsvorrichtungen in den Griff zu bekommen, während das weitere Ausrollen nach dem Abkuppeln vom Stationsförderer übernommen werden soll. Reifenbeschleuniger und Verzögerer möchte ich aus Vorbildsgründen nicht einbauen, da das Modell wie gesagt eine frühere Epoche dokumentieren soll.

Erste Eindrücke von den Versuchsfahrten gibts hier auf dem kurzen Video. http://www.seilbahn-nostalgie.ch/modell/vr101-modell/VR101-Modell-1.mp4
Und ein etwas ausführlicherer Baubericht mit weiteren Fotos findet Ihr auf meiner Website: http://www.seilbahn-nostalgie.ch/modell.html#Anker06
Vorab schon mal diese paar Fotos:
Dateianhänge
IMG_4745.jpg
Fachwerkstütze
IMG_4747.jpg
Holzstütze "Flims"
IMG_4752.jpg
Antriebsstation
IMG_4759.jpg
Antriebsstation
IMG_4766.jpg
6er-Rollenbatterie
P1110353.jpg
Kupplung von unten gesehen. In der Mitte das Klemmstück mit dem Neodymmagnet.
IMG_0843.jpg
Sessel
Zuletzt geändert von C. Gentil am 06.05.2015 - 12:07, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon stephezapo » 07.10.2014 - 11:28

Wahnsinn! Gratuliere zu diesem Meisterwerk!

Ist das im letzten Bild eine Original-Klemme im Hintergrund?
Und woher hast du diese wunderschönen Rollen für die Robas? Eigenfertigung?

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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon starli » 07.10.2014 - 12:55

Wow! Die Sessel find ich vorallem sehr genial.
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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon Spezialwidde » 07.10.2014 - 13:44

Wow, sehr schön, sehr detailgenau, das gefällt mir. Sogar die Seilführung der Antriebsstation (hinter deren technischen Hintergrund ich im im Original nie gekommen bin) wurde umgesetzt. Die Idee mit der magnetischen Kupplung gefällt mir besonders gut, das ist wirklich eine gute Methode und va sehr seilschonend.
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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon PHB » 07.10.2014 - 15:31

Gratulation,
Erinnert mich von der Bauweise sehr an meine Bleichert Pendelbahn in 1:20 :D da habe ich knapp 4000 Nieten verlötet...
Der Moment des Genusses ist kurz, der wahre Genuss ist seine Erinnerung, welche er hinterlässt.

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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon C. Gentil » 07.10.2014 - 17:04

Vielen Dank für die positiven Feedbacks! :D
Ich muss gestehen, die Seilrollen habe ich nicht selber gedreht. Ich besitze zwar eine Emco Compact 5, aber den riesen Aufwand, all die Rollen selber zu fertigen, wollte ich mir dann doch nicht antun. Anfänglich war noch ein Kollege mit von der Partie, der ebenfalls eine Sesselbahn bauen wollte und so kamen wir auf eine genügend grosse Stückzahl, so dass sich eine Serienfertigung bei einem Décollteur lohnte. Nun, die Rollen sind produziert, und der Kollege musste aus zeitlichen Gründen wieder aussteigen.
Und richtig erkannt: Im Hintergrund befindet sich mein kleines "Seilbahnmuseum" (andere nennen es Gerümpel oder Schrott :wink: ) mit einer Original VR101-Klemme.

Ich habe nun einen Baubeschrieb mit weiteren Fotos auf meiner Homepage aufgeschaltet. Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung:
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Zuletzt geändert von C. Gentil am 08.10.2014 - 13:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon jojo2 » 07.10.2014 - 19:19

Hi,

sieht echt gut aus! Der Maßstab gefällt mir ;-)

Was man auch gut mit den Litzenenden machen kann ist folgendes:

Die Litzen am Schnittpunkt verzinnen und dann mit einem starken Lötkolben ins Seil löten. Habe ich mal bei einem 2mm Seil gemacht, das hat ganz gut funktioniert.

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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon thomas74 » 07.10.2014 - 20:23

Guten abend Claude,
auch meine Gratulation zu diesem Traummodell :!:
Das ist wunderschöner, geradezu 'dokumentarischer' Modellbau, was die Historie der Seilbahntechnik betrifft und wäre in jedem Technikmuseum ein echter Hingucker, wo die Leute davor stehenblieben.
Alleine die Sessel...
Eine Frage hätte ich zur oben bereits angesprochenen Seilführung.
Dient die vordere Seilscheibe nur dazu, das Seil ein weiteres Mal um die Antriebsscheibe zu führen und damit die Kraftübertragung zu verbessern, oder hat die vordere Scheibe irgendetwas angetrieben?
Wobei ich mich dann frage, was. Kettenförderer gabs nicht und Beschleunigung war schiefe Ebene.
Toll finde ich auch die Idee mit den Magneten. Ich denke, das ist die einzige Möglichkeit nur mit schiefer Ebene ans Seil zu kommen. Die Sessel werden zwar schon ein ganz anderes Gewicht haben als meine HO-Modelle, aber um mit dem Schwung aus der schiefen Ebene noch einen Kuppelhebel o.ä. zu betätigen, wird auch das wohl nicht reichen.
Viel Freude beim Weiterbauen und vielleicht gibts ja mal einen Film dazu :ja:
Viele Grüsse, Thomas

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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon Petz » 07.10.2014 - 22:02

Den Testlauffilmlink
http://www.seilbahn-nostalgie.ch/modell ... Modell.mp4
fändest Du auch ganz unten auf Claude´s HP.

@Claude, damit steigst Du meiner Ansicht nach zweifellos zur Königsriege der Modellseilbahnbauer auf denn anders als Weltspitzenklasse kann man das bisherige Resultat nicht bezeichnen und ich bin mir sicher das das aufgrund Deines Strebens nach Perfektion letztlich sowohl optisch als auch funktionell eine absolut perfekte Anlage wird...:!:
Wenn Du Dich nicht an den Vorbildgefällewinkel der Beschleuniger - Verzögererrampen halten möchtest könnte ein flacherer Winkel eine geringere Beschleunigungsgeschwindigkeit und vielleicht auch ein sanfteres Abbremsen als Ergebnis bringen wobei aber die "Notbremsung" beim Abkuppeln dem Original doch ziemlich nahekommt denn das ging da ja auch nicht gerade zimperlich mit seinen Passagieren um...;D
Grüße von Markus

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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon C. Gentil » 07.10.2014 - 22:09

jojo2 hat geschrieben:Was man auch gut mit den Litzenenden machen kann ist folgendes:

Die Litzen am Schnittpunkt verzinnen und dann mit einem starken Lötkolben ins Seil löten. Habe ich mal bei einem 2mm Seil gemacht, das hat ganz gut funktioniert.


Gute Idee, danke! Aber womit verlötest Du Stahllitzen? Mit normalem Weichlot habe ich das bis jetzt nicht hingekriegt, da half auch der Einsatz von Flussmittel nichts.

Die doppelte Seilumschlingung mit Hilfe des kleineren Gegenrades (Seil übers Kreuz geführt) ist tatsächlich nur zur besseren Kraftübertragung da. Angewandt wurde das bei längeren Bahnen mit grösseren Steigungen (zB. Braunwald Gumen). Bei kurzen Sektionen mit wenig Höhendifferenz (zB. Firstbahn 2. Sektion) genügte auch eine Einfachumschlingung. Im Modell habe ich mich der besseren Optik wegen für erstere Version entschieden, trotz grösserem Aufwand.

Ein kurzes Video von den Fahrversuchen ist bereits online (siehe am Anfang dieses Topics).
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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon C. Gentil » 07.10.2014 - 22:28

Petz hat geschrieben:Den Testlauffilmlink
http://www.seilbahn-nostalgie.ch/modell ... Modell.mp4
fändest Du auch ganz unten auf Claude´s HP.

@Claude, damit steigst Du meiner Ansicht nach zweifellos zur Königsriege der Modellseilbahnbauer auf denn anders als Weltspitzenklasse kann man das bisherige Resultat nicht bezeichnen und ich bin mir sicher das das aufgrund Deines Strebens nach Perfektion letztlich sowohl optisch als auch funktionell eine absolut perfekte Anlage wird...:!:
Wenn Du Dich nicht an den Vorbildgefällewinkel der Beschleuniger - Verzögererrampen halten möchtest könnte ein flacherer Winkel eine geringere Beschleunigungsgeschwindigkeit und vielleicht auch ein sanfteres Abbremsen als Ergebnis bringen wobei aber die "Notbremsung" beim Abkuppeln dem Original doch ziemlich nahekommt denn das ging da ja auch nicht gerade zimperlich mit seinen Passagieren um...;D


Hallo Meister Petz! :wink: Vielen Dank für die Blumen! Also Weltspitzenklasse... Na ja, ich weiss nicht. Ich bastle in meinem Keller an einem Seilbähnchen herum, mehr nicht. In diesem Forum gibt es eine ganze Reihe von genialen Modellbauern, die Spitzenbahnen realisiert haben und von denen ich schon einiges abgekupfert habe... :oops:

Das ist ja das Problem, beim Gefällewinkel der Startrampe hielt ich mich mehr oder weniger an das Vorbild. Nicht so bei der Einfahrt mit der Verzögerungsstrecke. Diese liegt bei meinem Modell ebenfalls in ganz leichtem Gefälle, während sie beim Vorbild deutlich ansteigt. Das brückse Abbremsen bei der Einfahrt empfinde ich auch weniger als ein grosses Problem, vielmehr aber das Abbremsen beim Ankuppeln. Aber irgendwie werde ich das in den Griff bekommen, ganz nach dem Motto: Ein Problem löst man, indem man sich vom Problem löst.
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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon stephezapo » 08.10.2014 - 10:49

Sehr interessant deine Website zu lesen!

Vor allem die Beschreibung der großen Seilscheiben ist sehr aufschlussreich. Sieht nicht nur toll aus, sondern ist anscheinend auch mit Werkzeugen normalsterblicher Menschen zu fertigen.
Hab für mein DLM-Projekt noch keine passenden Fertigteile gefunden, werde mich daher auch im Holzschnitzen versuchen :D

thomas74
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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon thomas74 » 08.10.2014 - 15:28

Hallo zusammen,

mit Maßnahmen, die das Beschleunigungsverhalten der Sessel korrigieren, muss man natürlich aufpassen, die vorbildgetreue Optik nicht zu beeinträchtigen.
Für die Ausfahrseite würde mir spontan ein einziges (nicht angetriebenes) Rad oberhalb der Stationsschiene einfallen,
das die Klemme durchfahren muss und diese dadurch etwas abbremst. Am besten schon kurz nach dem Startapparat, da fällt es am wenigsten auf. Dann könnte man mit der Leichtgängigkeit oder dem Gewicht dieses Rades experimentieren, um möglichst genau auf Seilgeschwindigkeit am Ende der Beschleunigungsstrecke zu kommen. Man könnte ja erst provisorisch experimentieren, bevor man an das schöne Modell etwas anbringt.
Auf der anderen Seite würde mir nur eine ebensolche, aber mit Seilgeschwindigkeit angetriebene Rolle einfallen, die die Klemme genau im Moment der Magnetablösung weiterschiebt.
Mehrere Rollen, oder gar ein Förderer verbieten sich wohl wegen der Optik.
Ist aber natürlich nur so eine spontane Idee,
Viele Grüsse, Thomas

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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon Spezialwidde » 08.10.2014 - 15:38

Ich hätte zum Bremssystem noch eine andere Idee. Du hast ja in den Klemmen sowieso Neodymmagnete. Die könnte man nutzen indem man in das Messingschienensystem unauffällig kleine Eisenteile anbringt, die dann über die Magnete die Abfahrt etwas verlangsamen. dies hätte auch den Vorteil dass das relativ gleichmäßig und rucklos geschehen könnte.
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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon Ram-Brand » 08.10.2014 - 17:17

Gratulation! Sieht super aus.
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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon Petz » 08.10.2014 - 20:51

C. Gentil hat geschrieben:Also Weltspitzenklasse... Na ja, ich weiss nicht. Ich bastle in meinem Keller an einem Seilbähnchen herum, mehr nicht. In diesem Forum gibt es eine ganze Reihe von genialen Modellbauern, die Spitzenbahnen realisiert haben und von denen ich schon einiges abgekupfert habe...
Davon lass ich mich aber nicht abbringen denn es kommt nicht darauf an unter welchen Umständen jemand eine Anlage baut sondern was unterm Strich dabei rauskommt...:ja:
Deine VR lässt für mich keine andere als die höchste Einstufung zu denn nur an den Fingern einer Hand abzuzählende Kollegenanlagen zählen zu diesem illustren Kreis (meine übrigens schon mangels Detailtreue sicherlich nicht :!: ).

Spezialwidde´s Idee halt ich für den theoretisch besten Lösungsansatz um die Einkuppelgeschwindigkeit des Sessels auf der Rampe etwas zu verringern.
Ansonsten könntest Du vielleicht auch den Schlitz für das Seil auf der Beschleunigerrampe um einige Zentimeter verlängern sowie das Seil dort höher zu legen sodaß die Einkupplung bereits an dem Punkt erfolgt wo der Sessel bereits die passende Geschwindigkeit erreicht hat.
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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon sven.ths » 08.10.2014 - 21:20

Das ist ja der Wahnsinn! Meine aller größtes Lob für das Modell! 1:10, sowas hatten wir hier auch noch nicht (glaub ich) :D !
Wegen der Einkuppelgeschwindigkeit: Der Magnet müsste nicht einmal durch Eisenteile abgebremst werden, Messing oder Aluminium welches sich sehr nahe am Magneten bewegt müsste bereits reichen, da dann über Wirbelstöme (Gegeninduktion) der Magnet verlangsamt wird. Das hätte den Vorteil, dass sich der Magnet nicht so zum Anfang der Beschleunigungs-Schiene hingezogen fühlt :wink: .

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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon Spezialwidde » 08.10.2014 - 21:29

sven.ths hat geschrieben: Der Magnet müsste nicht einmal durch Eisenteile abgebremst werden, Messing oder Aluminium welches sich sehr nahe am Magneten bewegt müsste bereits reichen, da dann über Wirbelstöme (Gegeninduktion) der Magnet verlangsamt wird. Das hätte den Vorteil, dass sich der Magnet nicht so zum Anfang der Beschleunigungs-Schiene hingezogen fühlt :wink: .

Daran hab ich zuerst auch gedacht. Aber der Effekt ist einfach zu schwach um bei den vorliegenden Geschwindigkeiten und kleinen Magneten einen spürbaren Effekt zu erzielen. Die Eigenschaft der Wirbelstrombremse ist dass ihre Wirkung mit sinkender Geschwindigkeit exponentiell gegen null geht und großflächige Magnetfelder benötigt.
Mit dem Eisen muss man halt etwas justieren. Klar, zu nah dran und die Sessel bleiben kleben aber im richtigen Abstand wird die Geschwindikeit herausgeholt und in dem Moment sollte die Seilkupplung erfolgen.
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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon sunset » 08.10.2014 - 21:59

Wahnsinns Modell - aber ich muss dich korrigieren, sven.ths, es gab mWn bereits Modelle im Maßstab 1:6. Petz hat vielleicht noch einen Link.

Was wäre einfach mit einer Niederhalter-Rollenbatterie vor der Seilscheibe und einer adjustierbaren 2er-Wippe (z.B. durch eine Gewindestange)? Durch diese könnte man die Höhe der Kuppelstelle justieren, sodass man dann die Länge der Beschleunigungs-/Bremsstrecke mehr oder minder frei wählen kann - und somit auch die Endgeschwindigkeit. ;)

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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon C. Gentil » 09.10.2014 - 10:41

Liebe Modellbaukollegen! Eure Reaktionen auf mein Werk überwältigen mich! Vielen herzlichen Dank an alle für die überaus erfreulichen Feedbacks! Und auch für die sehr interessanten Konstruktionsvorschläge für das bestehende Beschleunigungsproblem! Einfach grossartig! :D :D :D
Absolut genial die Idee von Spezialwidde mit dem Eisen in der Beschleunigungsrampe! Ich denke, das dürfte die Lösung des Problems sein! Sehr geringer Aufwand und optisch durchaus vertretbar. Ich glaube, da wäre ich jetzt nicht drauf gekommen, so verstrickt habe ich mich in das Problem! Oder die Lösung war schlicht zu einfach und zu naheliegend! :oops: Herzlichen Dank für den super Tipp!

Und Petz, auch Dir herzlichen Dank für Dein Lob, aber ein bisschen muss ich Dir widersprechen. Es kommt meiner Meinung nach nicht einzig und allein darauf an, was bei einem Modellbauprojekt herauskommt. Es zählt vor allem, dass der Modellbauer etwas verwirklicht und sich dabei entfalten kann. Und dass er dabei Freude und Genugtuung bei seinem Hobby und am Schluss vielleicht auch ein bisschen Stolz auf sein Werk empfindet. Über das Resultat stellt jeder seine eigenen Ansprüche. Der eine strebt etwas mehr nach Perfektion, der andere vielleicht etwas weniger. Aber wie gesagt, was zählt, ist die Freude an der Arbeit und am (hoffentlich) gelungenen Werk! Aber jetzt komme ich langsam ins Philosophieren....
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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon niknak » 09.10.2014 - 13:22

Gute Arbeit
Ich sag nur :respekt: :grinsevil:

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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon Spezialwidde » 09.10.2014 - 17:47

Aber gerne, so ein tolles Projekt muss man doch unterstützen ;D
Eventuell kann man die Sessel auch noch etwas beschweren, das stabilisiert ihr Laufverhalten in den Stationen zusätzlich und vermindert etwaiges Ruckeln. Dafür bietet sich dünnes Bleiblech an, das man für wenig Geld im Dachdeckerbedarf bekommt. Davon kann man sich mit einer Schere schö Stücke in der gewünschten Größe abschneiden und sie irgendwo in den Sesseln verstecken, wo sie nicht stören. Oder man besetzt die Sessel mit Figuren als Passagiere :D Würde sich auch gut machen.
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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon C. Gentil » 09.10.2014 - 19:17

Ja genau, Figuren, das wärs! Das hab ich mir auch schon überlegt. Und auch schon nach etwas Passendem gesucht, bis jetzt aber leider ohne Erfolg. Der Massstab 1:10 scheint in dieser Hinsicht etwas zu exotisch zu sein. Für den LKW- oder den Schiffsmodellbau gäbe es Figuren im Massstab 1:12, aber die sind für meine Zwecke etwas zu klein. :(
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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon Petz » 09.10.2014 - 20:42

Spezialwidde hat geschrieben:Oder man besetzt die Sessel mit Figuren als Passagiere :D Würde sich auch gut machen.
Und falls Claude keine Figuren im M 1:10 auftreiben könnte würde mir sich in Konklusion mit Deiner Idee der Gedanke stellen eventuell 2 - 4 1:12er Figuren manuell zu "vergrößern", die dann abzuformen und aus Blei nachzugießen - dann wär die Bremsstrecke kein Thema mehr oder eher doch wieder eins da dann zu flach...:lach:

Ansonsten würd ich noch an die sicher realistischere Möglichkeit denken, Modellfiguren in "falschem" Maßstab in 3D einzuscannen, sie auf die nötige Größe "aufzublasen" und mit nem 3D - Drucker herstellen zu lassen.

C.Gentil hat geschrieben:Es zählt vor allem, dass der Modellbauer etwas verwirklicht und sich dabei entfalten kann. Und dass er dabei Freude und Genugtuung bei seinem Hobby und am Schluss vielleicht auch ein bisschen Stolz auf sein Werk empfindet.
Das seh ich eigentlich als Grundvorraussetzung und ist bei Dir sicher sehr ausgeprägt denn sonst wäre solch ein absolut beeindruckendes und begeisterndes Resultat gar nicht möglich...:ja:
Grüße von Markus



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Re: Von Roll-Sesselbahn im Massstab 1:10

Beitragvon Spezialwidde » 09.10.2014 - 21:13

Petz hat geschrieben:
C.Gentil hat geschrieben:Es zählt vor allem, dass der Modellbauer etwas verwirklicht und sich dabei entfalten kann. Und dass er dabei Freude und Genugtuung bei seinem Hobby und am Schluss vielleicht auch ein bisschen Stolz auf sein Werk empfindet.
Das seh ich eigentlich als Grundvorraussetzung und ist bei Dir sicher sehr ausgeprägt denn sonst wäre solch ein absolut beeindruckendes und begeisterndes Resultat gar nicht möglich...:ja:

Aber hallo, wenn nicht er, wer dann :D
Wobei rein physikalisch die Masse der Sessel nichts am Brems-bzw Beschleunigungsverhalten durch schiefe Ebenen ändert. Die Sessel haben zwar aufgrund der höheren Masse mehr Bewegungsenergie, diese Masse muss aber auf der Rampe wieder angehoben werden was dann natürlich auch mehr Energie kostet. In Summe bleibts dann gleich (in der Formel würde sich die Masse kürzen aber das führt jetzt zu weit. deswegen ist der Originalbahn auch egal ob die Sessel voll oder leer sind, die erreichen immer Seilgeschwindigkeit ohne zusätzliche Regeleinrichtungen). Allerdings sind wir hier im Modellbereich und da hat die Reibung größeren Einfluss, welche sich auch im Ruckeln äußert. Je schwerer man die Sessel da macht desto besser weil schwere Massen sich plötzlichen Bewegungsänderungen wegen der Trägheit widersetzen. Das wirkt stabilisierend.
Gruß Tobias
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