Nachdem ich den Vormittag dieses eiskalten, aber sonnigen Sonntags in Bolsterlang verbracht hatte, wechselte ich am Nachmittag nach Ofterschwang hinüber und musste hierzu leider das Auto benutzen – eine Alternative wäre noch der Schibus gewesen, der zwischen den beiden in einem Schipass zusammengefassten Gebieten verkehrt. Eine Lift/ Pistenverbindung übers Sigiswanger- und Rangiswanger Horn (Hoffentlich hab ich die Bergnamen noch richtig im Kopf...) ist leider nie eingerichtet worden. In einem alten Pistenplan sind lediglich noch Schirouten eingezeichnet...
Obwohl das Ofterschwanger Horn eher nur ein Mittelgebirgs-Höhenzug ist (Gipfel dürfte unter 1.500 m liegen), ist das dortige Schigebiet ganz nett – immerhin gibt es ja auch eine Weltcup-Abfahrt, die aber an jenem Tag total vereist und nicht zu empfehlen war. Ich hab mich meistens auf den Weg vom Gipfellift über die Märchenwiese hinab bis zur Talstation der DSB Gunzesried gemacht – das Anschieben am Ziehweg zum Ende der Abfahrt war jedes Mal ein willkommene Aufwärmübung, bevor man in der DSB dann wieder der grimmigen Kälte ausgesetzt war.
Im Dezember 2007 hatte ich hier nach einer Hüttenübernachtung in der Nähe meinen ersten Schitag verbracht – auch damals war es eiskalt trotz strahlendem Sonnenschein. Eine weitere, jedoch für mich als „Schleppliftfan“ ärgerliche Parallele zum damaligen Tag war der Umstand, dass der Alpe-Eck-Lift erneut nicht in Betrieb war. Dabei hatte ich es so sehr gehofft, diesen Schlepper mal endlich fahren zu können, der ähnlich wie der Gelbhansekopflift in Balderschwang oder der ESL am Wiedersberger Horn im Alpbachtal und auch der Kalte-Kuchl-Lift am Glungezer (gestern gefahren
Nun – am Sonntag neulich war viel los – an der 4KSB standen sich ganze Divisionen von Schifahrern die Beine in den Bauch und auch am Gipfel- und Ossi-Reichertlift herrschte guter Andrang. Warum also wollte der Alpe-Eck-Lift nicht? Ich kapiere das einfach nicht. Aber vielleicht war es ja der selbe Grund, weshalb in Bolsterlang auch der Angerlift – ein schöner, alter Leitner – außer Betrieb war: SCHNEEMANGEL (so die Dame an der Kasse der Hörnerbahn...) Aber gut – trotz des geschlossenen Lifts hab ich ein paar nette, wenn auch kalte Stunden am Ofterschwanger Horn verbracht und die Abfahrt zur 4KSB wg. der Vereisung und den irrsinnig vielen Leuten gemieden.
Anstehen am Weltcupexpress, der 1999 einen gut 30 Jahre alten Schlepper – den Ofterschwanger Hornlift – abgelöst hat. Ich wollte im Sommer 1999 den Schlepper mal besichtigen und wunderte mich, ihn nicht anzutreffen. Statt dessen Baumaschinenlärm und eine riesenhafte, freigeholzte und umgegrabene Schneise den Berg hinauf. Da begriff ich, das ich zu spät gekommen war. Leider habe ich auch nie ein Bild von dem alten Lift im Internet gefunden. Kannte den jemand im Forum vielleicht noch? (Der Hornlift müsste ja auf der gleichen Trasse wie jetzt die KSB verlaufen sein.)
Oben angekommen fuhr ich mit dem Gipfellift – einem knapp 600 m langen DM-Schlepper von 1970 mit Dieselantrieb weiter. Einmal stürzte ein kleiner Bub und der Lift stoppte. Anschließend ratterte der Dieselmotor wieder an – ein Sound, wie man ihn in den Schigebieten immer weniger zu hören bekommt.
Anstehen am Gipfellift.
Gleich am Anfang kommt eine klassische Waldschneise, ehe es über eine flache Almwiese geht.
Am Ende kommt dann noch ein ziemlich steiles Stück.
Da hängt man ganz schön im Bügel drin...
Ein netter, kleiner Lift – aber es gibt noch eine kultigere Anlage im Gebiet, wie später zu sehen sein wird...
Viele wünschen sich hier sicherlich eine KSB. Na ja, ich denke, der Weltcupexpress langt eigentlich.
Winterstimmung an der Märchenwiesenabfahrt
Bei der Hütte kreuzt man die Trasse einer MSB
Dann geht’s über einen langen Ziehweg zurück zur DSB. Ein uriger, alter Kurzbügler hätte hier hinten noch super reingepasst...
Dafür gibt es eine uralte Sesselbahn, die nur im Winter in Betrieb ist. Die DSB Gunzesried – um die 1.100 m lang wurde 1960 als ESL (Heuss, glaube ich) gebaut und in den 80ern auf eine DSB „upgegradet“. Man hat z.T. sogar die alten Stützen weiterverwendet. Früher muss es links der Talstation noch einen Schlepper gegeben haben („Dorflift“), von dem ich bei einer Sommerbesichtigung anno 2007 aber nichts mehr gefunden hab.
Betonidylle an der Talstation.
Schön, aber kalt...
Wohl auch noch eine der alten ESL-Stützen...
Hier scheint man in den 80ern eine neue Stützen reingebaut zu haben...
Die Schneise unterhalb der Bergstation ist schon auf die 8EUB „Gunzesried-Jet“ ausgeholzt worden
Der kultigste Lift hier – wie ich finde...
Schöner, alter DM-Lift von 1955 – gesetzt, die Angaben lt. Liftworld stimmen. 1970 hat man den Lift dann mittels einer Kurve nach oben verlängert. (Der Antrieb wurde wohl auch erneuert – sieht zumindest nicht nach den 50ern aus...) Es müsste hier also der erste Lift überhaupt gewesen sein, ehe 1960 der ESL von Gunzesried rauf kaum, dann 1968 der Schlepper von Ofterschwang, 1970 der Gipfellift und irgendwann auch noch der Alpe-Eck-Lift.
2007 ging es hier noch durch eine stark zugewachsene Waldschneise – mittlerweile hat man leider viel abgeholzt. Hoffentlich kommt kein Ossi-Reichert-Express...
Ab hier kommt das talführende Seil wieder auf die eigentliche Lifttrasse zurück.
Kleine Fotoorgie am Kurvenlift
(Hier die Trasse der talwärts schwebenden Bügel)
Trotz des stehenden Leitners in Bolsterlang und dem ebenfalls streikenden Alpe-Eck-Lift war es wieder mal ein herrlicher Tag in den Bergen. Ab 15 Uhr begann es jedoch, immer kälter und kälter zu werden...
Bergstation des stillstehenden Alpe-Eck-Lifts
Schade – den wäre ich gern mal gefahren.
Einmal fuhr ich noch die Talabfahrt nach Gunzesried – im Schatten wurde es zunehmend unerträglich.
Recht idyllisch liegt da unten Gunzesried – wenn man das mit den Massentourismus-Orten vergleicht...
Am Ende fuhr ich die schwarze Abfahrt vom Gipfel nach Ofterschwang hinab – 2007 war sie noch geschlossen gewesen. 2012 allerdings herrschte hier allerbeste Vereisung – es war richtig, sich lieber auf der Märchenwiese anstatt hier zu vergnügen. (Im Hintergrund ist der Grünten zu sehen...)
Da ging es früher mit dem Schlepper rauf...
Hier unten sogar sehr steil...
Froh um mein beheiztes Auto ging es auf die lange Fahrt nach München zurück.