Thalkirchdorf und die Talstation der Hündlebahn liegen etwa 2,5 km auseinander und sind durch die B308 verbunden. Aber nicht nur durch die, denn oberhalb surren eine Reihe diverser Liftanlagen und verbinden am Bergkamm ebenfalls die beiden Punkte. So unauffällig die Skiverbindung von der Straße aus ist, umso auffälliger ist die uralt DSB von Poma, die einem immer vom Vorbeifahren in Erinnerung ist, wenn das Wort „Hündle“ fällt. Aber zu den einzelnen Anlagen später mehr.
Schon letzte Saison wollte ich an den Hündle, aber es war sich nicht ausgegangen. Aber heuer stand es auf der To-Do-Liste, und dass es so viel Schnee hat, ist Glück zugleich. Denn Beschneiung gibt es nur in Thalkirchdorf am Schwandlift, der Rest ist 100% Naturschnee pur.
Wie kann man kurz das Skigebiet charakterisieren? Ist schwer, weil es so vielfältig ist, aber ich denke „klein aber fein und Nostalgie pur“ trifft es ganz gut.
Das Skigebiet wartet mit 17 Pistenkilometer aller Schwierigkeitsgrade sowie zehn Liftanlagen auf die Wintersportler. Ausgangspunkte sind Thalkirchdorf mit dem Schwandlift oder der Parkplatz an der Hündlebahn, zwischen den beiden Punkten surren dann fünf weitere Schlepplifte und verbinden die beiden Ausgangspunkte über rasante Abfahrten und teils Waldwege.
Bevor es zu den kurzen Fakten und den Bildern geht, möchte ich erstmal die einzelnen Liftanlagen vorstellen, die hier von insgesamt vier verschiedenen Herstellern aufgebaut wurden, wobei der Schwerpunkt auch hier bei Doppelmayr liegt. Gleichzeitig verliere ich noch ein paar Worte über die dazugehörigen Pisten.
Eingestiegen bin ich an der DSB Hündle, dabei handelt es sich um eine Uralt-DSB aus dem Hause Poma mit Baujahr 1963. Komplett original überwindet sie ganz gemütlich die Strecke von 950m bzw. 285 Höhenmeter, gleich wenn die Sessel alles andere als gemütlich sind. Zwar hat man auf die Sitzfläche Schaumstoff gelegt, an der Metallrückenlehne ändert dies aber nichts. Die DSB erschließt drei Pisten, einen blauen Fahrweg, die direkte rote Piste und eine schwarze Alternative ganz zur Linken. Wenn man an der Talstation nicht genug Schwung mitbringt, muss man ein paar Meter aufsteigen, ist etwas suboptimal.
Von der Bergstation der DSB schweift der Blick hinüber zum 2-SL Gratlift, ein Schlepper mit Portalstützen aus italienischer Liftschmiede der Fa. Leitner, erbaut 1966. Aber der Lift ist bereits ein Herstellermix an sich, so ist der Niederhalter am Einstieg sowie die Bügel eher aus Wolfurth. Dafür sind die Gehänge noch original von Leitner. Er überwindet nur 96 Höhenmeter und dient primär als Rückbringer von den Hochsiedelliften als einer Beschäftigungsanlage, gleich wenn die beiden Pisten (eine Rote und eine Blaue) durchaus schön sind.
Von der DSB erreicht man aber auch auf direkten Weg die beiden 2-SL Hochsiedel, sie stellen sozusagen die Nahtstelle zwischen Hündle und Thalkirchdorf dar. Jeder der zwischen den beiden Gebieten wechseln will, ist auf die Hochsiedellifte angewiesen, daher auch zu Recht als Doppelliftanlage ausgeführt. Beiden Schlepper stammen aus dem Hause Doppelmayr und überwinden auf ihrer Länge von 640 Metern rund 212 Höhenmeter (900 m – 1.112 m). Die beiden Lifte erschließen eine Vielzahl von Pistenvarianten leichten bis mittleren Schwierigkeitsgrades und sind ideal zum Carven.
Von der Bergstation der Hochsiedellifte kommt man über kurze, schnelle Waldpassagen und Forstwege hinüber nach Thalkirchdorf. Dort machen weitere Lifte das Skivergnügen perfekt.
Zum einen der 2-SL Schwand, er stellt den Zubringer von Thalkirchdorf dar. Bei einer Streckenlänge von 806 Metern überwindet er 195 Höhenmeter, gebaut von Doppelmayr. Er bedient eine blaue Forst- bzw. Waldabfahrt und die rote Hauptabfahrt. Diese ist beschneit (die einzige im gesamten Gebiet) und ist beleuchtet.
In direktem Anschluss an den Schwandlift folgt der Prodellift. Bei ihm handelt es sich um einen Kurvenlift mit zwei Abweichungen, die erste ist jedoch nur halb so stark wie die zweite. Erbaut wurde er ebenfalls von einem Vorarlberger Hersteller, diesmal jedoch durch Steurer. Er ist mit 1.336 Metern der längste Lift im Skigebiet und gleichzeitig erschließt er mit 1.186 m auch den höchsten Punkt, überwindet dazu 250 Höhenmeter. Ausgehend von dessen Bergstation stehen einem eine Blaue Abfahrt und eine direkte Rote neben dem Lift zur Wahl und wenn man direkt bis hinunter nach Thalkirchdorf durchzieht hat man eine schöne Abfahrt über 445 Höhenmeter.
Der letzte Schlepplift im Gebiet ist der 2-SL Hoher Teufel (Doppelmayr), der vom Namen wesentlich schlimmer klingt als er ist. Mit 325 m Länge ist er der kürzeste Schlepper dort, überwindet auf der kurzen Strecke etwa 84 Höhenmeter. Der Pistenplan erweckt bei diesem Lift eine etwas verfälschte Darstellung, denn er dient als Rückbringer von Thalkirchdorf zum Hündle, ohne diesen besteht nämlich keine Pistenverbindung zu den Hochsiedelliften, er erschließt aber auch eine kurze, mittelschwere Abfahrt.
Dann stehen in Thalkirchdorf noch zwei und an der Talstation der Hündlebahn ein Seillift für Anfänger zur Verfügung.
Dann geht es mit den Fakten weiter ...
Wetter/Temperatur:
Ich bewegte mich knapp unter der Wolkendecke, ab und zu zog aber eine Wolke ins Gebiet.
Tal mittags: + 0°C
Berg mittags: - 2°C
Schneehöhe:
Tal/Berg: 100 cm
Schnee/Pisten:
Durch sie starken Schneefälle komplette Naturschneepisten, auch am Schwandlift. Steine oder sonstige Beeinträchtigungen sind komplett Fehlanzeige. Durch die Temperaturen etwas über Null Grad im Tal, wurde dort der Schnee recht pappig, aber sonst konnte sich eine leicht pulvrige Konsistenz halten.
Pistenplan:
Link
Pistenstatus:
Wegen nicht vorhandener Pistennamen und – nummern, gibt es nur die kurze Info, dass alle Pisten geöffnet waren
Gefahrene Lifte/Pisten:
Alle geöffneten, am meisten mit den Hochsiedelliften
Wartezeiten
Keine, nur mal kurz an den Hochsiedelliften, als man einen der beiden geschlossen hat
Gefallen:
Nicht gefallen:
Bilder:
^^ Zufahrt Einstieg DSB Hündle
^^ Antrieb Talstation ... Poma
^^ Blick zurück
^^ Strecke unterer Teil mit Roter Abfahrt
^^ Bergstation
^^ Schwarze Variante zur Talstation der DSB
^^ Niederhalter, sieht nicht mehr ganz so frisch aus
^^ Ich vermute mal, dass die obere Rolle, die an einen Kontakt geknüpft ist, die Bruchstäbe bei einer Seilentgleisung ersetzt
^^ Trasse oberer Teil
^^ Blick von der Bergstation der DSB zur Talstation Gratlift
^^ Trasse Gratlift mit flacheren Pisten, hier links die Rote
^^ Talstation Gratlift
^^ Stützenkombi aus dem Hause Leitner
^^ Nun geht es zu den Hochsiedelliften, da sie die Nahtstelle der Verbindung zwischen Hündle und Thalkirchdorf darstellen auch derartig ausgewiesen
^^ Talstation der Hochsiedellifte
^^ Dito, zurückblickend
^^ Trasse unterer Teil
^^ Blick zurück, unten im Tal erkennt man die B308. Von dieser erkennt man auch die Hochsiedellifte
^^ Schlussanstieg, oben ist dann der Ausstieg
^^ Breite Pisten an den Hochsiedellschleppern, hier links der beiden Lifte
^^ Blick die Piste hinauf, traumhaft zu fahren
^^ Dann geht es in den Wald, unten links wieder zu den Hochsiedelliften, rechts nach Thalkirchdorf
^^ Durch den tief verschneiten Wald nach Thalkirchdorf
^^ Am Schwandlift (links) angekommen, unten im Tal liegt Thalkirchdorf
^^ Die rote Piste am Schwandlift
^^ Dito
^^ Talstation Schwandlift
^^ Im Schwandlift
^^ Ausstieg Schwandlift
^^ Prodellift
^^ Trasse unterer Teil vor der ersten kleinen Kurve
^^ Geringe Abweichung
^^ Blick zum Hoher Teufellift
^^ Im Prodellift, Blick zurück
^^ Vor der zweiten Kurve
^^ Letztes Trassenstück
^^ Zurückblickend, rechts die rote Abfahrt
^^ Ausstieg. Vorsicht, hier queren tief fliegende Bügel
^^ Lecker natürliche Pisten
^^ Rote Abfahrt am Prodellift
^^ Talstation Hoher Teufellift
^^ In tief verschneitem Wald liegt die Talstation
^^ Kurze Trasse
^^ Aber schöne Abfahrt, hinten der Prodellift samt Abfahrten
^^ Blick zum Prodellift
^^ Rote Abfahrt am Hohen Teufellift
^^ Und wieder eine Waldabfahrt, hinten liegt Schwändle
^^ Abfahrt am Prodellift
^^ Und noch eine Waldabfahrt, lecker
^^ Hinten der Hohe Teufellift
^^ Am Prodellift
^^ Blick hinüber zur Bergstation Gratlift
^^ Blick vom Ausstieg der Hochsiedellifte zur Bergstation Hoher Teufellift und ganz hinten wieder der Prodellift
^^ Wiedemannsdorf und Thalkirchdorf, hinten am Talausgang der zugefrorene Alpsee
^^ Zum Ende natürlich noch Bullybilder
^^ Und ein ganz alter
Fazit:
Sehr positiv überrascht von der Vielfältigkeit des Gebietes, sowohl was die Lifte als auch die Pisten und deren Trassierungen angeht. Mich wird der Hündle wiedersehen, wenn es die Schneelage und das Wetter erlaubt.