Als im Ruhrgebiet heimischer Alpinist hat man es schwer. Ernsthaft hohe Berge sind weit weit weg und so rettet man sich von Zeit zu Zeit mit Ausflügen in das umgebende Hügelland bis zum nächsten Bergurlaub. Am Morgen des 9.11. bot sich mir unverhofft und unerwartet die Möglichkeit, Wochenenddienste abzufeiern und so entschloss ich mich sehr spontan und sehr kurzfristig für einen Tagesausflug aus dem Ruhrgebiet nach Willingen.
Bei winterlichsten Verhältnissen ging es über die A46 Richtung Bestwig.
Der Schnee war so manchem zum Verhängnis geworden. LKW blieben nach dem Autobahnende auf den Landstraßen reihenweise stecken was uns viel Zeit kostete. Es blieb zum Glück bei Blechschäden.
11 Uhr an der Talstation der Ettelsberg-Seilbahn - deutlich später als erwartet. Dafür gab es aber die ermäßigte Tageskarte. Das Wetter durchwachsen, zeitweise Schneefall, teils starker bis stürmischer Wind wechselten mit turbulenten Wolkendurchzügen. Wer wie ich rauer Witterung etwas abgewinnen kann, fühlte sich an diesem Tag sehr wohl. Der Schnee war fantastisch, es hatte über Nacht reichlich geschneit und neben den Pisten waren traumhafte Tiefschneeabfahrten in bestem Pulver möglich, wie ich sie in manchem Alpenurlaub nicht erlebt habe.
Das Verbindungs-Förderband hinüber zum Ritzenhagen-Schlepper.
Auch hier beste Schneequalität, aber nur mäßig gute Pistenpräparation. Aber wer raues Wetter liebt, liebt auch raues Gelände
Gegenüber der Köhlerhagen - für mich der beste Hang im Sauerland, der noch am ehesten, wenn auch nicht für eine lange Strecke, das Gefühl alpinen Wintersports aufkommen lässt. Man erkennt die Neuerung: Die Schneekanonen sind montiert!
Nocheinmal die Überzeugung direkt vor Ort:
Gegen Nachmittag veränderte sich das Wetter, der eine würde sagen es wurde schlechter, für mich wurde es begeisternd! Starker Wind peitschte den Schnee über die Hügel und ins Gesicht, ein intensives Wettererlebnis was ich sonst mit den Alpen aber nicht mit dem Sauerland verbinde. Die Nadelbäume bogen sich sowohl unter ihrer schweren Schneelast als auch mit dem starken Wind. Am Ettelsberg-Turm:
Die Ettelsberg-Hütte im Toben der Elemente:
Die Verbindungsabfahrt zu den Köhlerhagenliften, ein Traum in tiefem Weiß.
Ein Anblick, den ich sonst mit Bildberichten vom Großen Arber verbinde, aber weniger mit dem Sauerland:
Zwischendurch reichte es sogar für einen Windstop der EUB
Wundervoll, ich hatte meine helle Freude.
Damit endete um 16:30 Uhr bei starkem Schneefall ein schöner Tag, der mir mit seinem rauen Wetter mehr gebirgiges Gefühl vermittelt hat als angenommen. Bei Schneetreiben und langanhaltenden Sichtweiten von <50m brauchten wir mit ca. 2,5 Stunden nocheinmal deutlich mehr Zeit für den Heimweg. Ein Tag mit bestem Erholungs- und Abwechslungsfaktor von der Arbeit! Ich hoffe nicht der letzte.
Lg,
Bastian