Nach einem halben Skitag in der Imberg-Skiarena Steibis suchen wir Zerstreuung für den Nachmittag und begeben uns auf den Weg ins nahe Hagspiel. Ab Schindelberg sind es etwa 2 km Nebenstrasse über die Anhöhe des Dreiländerblicks. Kurz vor den Skiliften biegen wir in eine Stichstrasse ein und entdecken einen zum Parkieren geeigneten Platz: Ein Schneepflug hat neben der Stichstrasse eine kleine Fläche freigeschoben, welche leicht abschüssig ist. Ich fahre rückwärts hinein und will das Auto abstellen. Meine Tochter merkt an: „Da kommst du nicht mehr heraus!“ „Wie? Nicht mehr heraus?“ Verdammt – sie hat Recht. Dank ESP drehen die Räder kaum durch, aber die Karre bewegt sich auch nicht vorwärts. Mist! Was nun? Hilfe im nahen Bauernhaus holen? Nein! Ich versuche es erst mal selbst. Ich beschliesse, die Ketten aufzulegen. – Geht nicht! Die Räder sind leicht in die matschige Wiese eingesunken und die Auflagefläche der Reifen ist zu groß. Ich lege mich auf den Bauch und versuche es mit Gewalt – kein Erfolg, ausser, dass ich von oben bis unten matschig bin. Meine Hände sind schon eiskalt, bei 1 Grad und einsetzendem Regen. Sie sind aber so matschig, dass ich nicht mehr in die schönen Handschuhe schlüpfen will. Also zünden wir die nächste Stufe der Rettungskette: Ich hole den Lawinenklappspaten aus dem Kofferraum und grabe um die Vorderräder herum frei. Dies ist extrem anstrengend, da die matschige Wiese mit einer robust verwurzelten Grasnarbe versehen ist und ich direkt an der Reifenkante graben muss – und das ums komplette Rad herum, also auch auf der Innenseite. Endlich gelingt es mir, die Ketten anzulegen. Ich steige – vermatscht wie ich bin – in den Wagen, versaue den kompletten Sitz, das Lenkrad und den Schalthebel und starte den Motor. Immerhin: Mit Hilfe der Ketten und der schiebenden Kinder hinten fahre ich aus der „Parklücke“. Ich fahre rückwärts in eine freigeschobene Stelle auf der anderen Wegseite, welche am Hang hoch geht (auf die Idee hätte ich vorher kommen sollen). Geschafft!
Bei stärker werdendem Regen hätte man den Skitag hier abbrechen können. Aber wie hätte ich dann meine originale Kleiderfarbe wieder erlangen sollen anstelle des matschigen brauns?
Also: Skistiefel an, Skis geschultert und ab durch den Bauernhof, hinter dem der erste Lift liegt. Hinter dem Bauernhof kann man die Ski anschnallen und leicht abschüssig zum Lift hinüber fahren. Aber Halt! Vorher noch die Reinigungsaktion. Ich werfe mich in den unberührten Feuchtschnee und wälze mich mehrere Meter durch den Schnee: Ergebnis: Ich bin wieder sauber und viele Quadratmeter der Wiese sind braun. Jetzt aber: Ski anschnallen und hinein ins Skivergnügen.
Langsam rutschend überqueren wir die Staatsgrenze und treten vom Allgäu in den Bregenzer Wald.
^^ Auf der Staatsgrenze, teilweise sichtbar an Grenzsteinen
Wie gesagt, wir überqueren die Staatsgrenze. Deshalb geht der Bericht hier im Nachbarforum weiter.