Wo ein Rest ist, ist auch ein Weg
Willingen, 14.4.2013
Unter dem Titel "Wo ein Rest ist, ist auch ein Weg", fasse ich in loser Folge die Befahrung von auf Grund von Schneemangel nicht mehr offiziell geöffneten Abfahrten zusammen. Bisher erschienen: Montafon | 29.3.2012 | Wo ein Rest ist, ist auch ein Weg und Hintertux | 28.4.2012 | Wo ein Rest ist, ist auch ein Weg 2
Ich hatte die Nacht von Samstag auf Sonntag Dienst und eigentlich das locker ins Auge gefasste Willinger Saisonfinale schon verworfen. Immerhin 24 Skitage hatte ich diesen Winter bereits in den Alpen verbracht und 4 im Sauerland - rechtfertigte das heute den Aufwand? Auf dem Weg ins heimische Schlafzimmer führte mich dann aber irgendwie die Gabelung des Flures plötzlich Richtung Keller, vorbei an meinen Ski und zum Auto. 120km später stand ich gemütlich um kurz nach 12 in Willingen.
Ja, heute ist Frühling!
Ich fühlte mich an meinen Skitage im April 2012 in den Dolomiten erinnert, aber es sah nach soetwas wie einer Piste aus. Die Waldabfahrt rechts schien allerdings etwas ... dünn ...
Durchgängig weiß - warum nicht?
Blick zur Dorfwiese. Nicht mehr in Betrieb, wäre aber noch gegangen.
Der Sonnenlift - ebenfalls außer Betrieb, hier wäre theoretisch auch noch etwas möglich gewesen.
Ritzenhagen - ja, hier ist definitiv Feierabend.
Auffahrt zum Hochheideturm - das namensgebende Feuchtgewächs bereits reichlich schneefrei.
Naturschnee findet sich nur noch in Resten.
Siggis Hütte ist dieses Wochenende sogar geschlossen, trotzdem fuhren reichlich Fußgänger mit der Bahn - definitiv mehr als Wintersportler.
Der obere Teil - geschlossene Schneedecke, aber dünner als ich gedacht hätte. Der Steilhang war offenbar massiver beschneit worden.
Natürlich war der Schnee richtig weich, aber für meinen Geschmack gut.
Restschneefahren hin oder her - die Hochheideabfahrt wäre selbst mit GWG-Ski sinnlos gewesen.
Der Hang war mit einer dicken Kunstschneepackung versehen, erfreulicherweise buckelte er im Tagesverlauf weiter aus.
Die Restschneeprojekte des Tage
Wilddieb, Köhlerhagen, Waldabfahrt
Wilddieb
Die Verbindungsabfahrt rüber zum Wilddieb.
Die Ausstiegsstelle des Schleppers "Oberer Wilddieb".
Die Schleppspur apert aus.
Der obere Hang aber traumhaft glatt.
Dann wird es etwas löchrig.
Aber was will man mehr?
Unten bei den Bäumen ist die Talstation des oberen Wilddiebliftes. Die Piste als solche ist nicht mehr existent.
Und die Schleppspur auch nicht.
Selbiges gilt für den Ziehweg rüber zur Dorfwiese und der Ettelsberg-Seilbahn. It's time for a walk...
Aber nicht weiter als notwendig.
DIe Dorfwiese ist ebenfalls noch lückenlos.
Köhlerhagen
Gewisse Hinweise auf eine offizielle Sperrung waren nicht zu übersehen...
...aber umfahrbar.
Auch hier liegts nicht mehr all zu dick.
Aber es geht noch.
Die Bergstation des längeren Schleppers kommt in Sicht.
Auf gehts!
Hier wurde der Schnee von einer Querstraßenräumung aufgetürmt.
Der obere Hang war ein firniges Vergnügen.
Die Einstiegsstelle des oberen SL, hier wirds langsam dünn. Unten an der Straßenquerung gab es nur eine Variante.
Nämlich die Schlepperbrücke.
Der Rest ging wieder gut.
Zurück zur Seilbahn gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder, man geht in einem laaangen Bogen um den Fuß des Ettelsberges herum, oder man steigt die halbe Strecke wieder auf und quert dann rüber zur Seilbahnpiste. Ich hatte keine Lust auf Straßegehen und entschied mich für den Aufstieg.
Die Waldabfahrt
Der alleroberste, von der Seilbahnpiste zu erreichende Tei war völlig schneefrei, wenn man aber den Verbindungsweg zum Köhlerhagen nimmt und von dort den Ziehweg zurück zur Seilbahn, gelangt man zu den unteren zwei Dritteln der Waldabfahrt, die erschien mir mit wenig Aufwand machbar.
Der Verbindungsrückweg zum Köhlerhagen war zwar bereits geräumt, die Schneedecke aber noch geschlossen.
Einstieg von dort in die Waldabfahrt.
Etwas dreckig, aber für den Belag ungefährliche Tannennadeln.
Ging problemlos.
Unten würde ich wohl nochmal abschnallen müssen...
Aus Termingründen musste ich um 16 Uhr wieder abrücken, vorher begegnete ich bei der Bergfahrt in der Kabine aber noch zwei jungen Menschen. Einen davon identifizierte ich dann zielsicher als Hibbe, ohne ihm vorher je begegnet zu sein. Der andere entpuppte sich dann als AF-User "Franz". You never ride alone...
Ein wunderbares Saisonfinale. Das willinger Saisonfinale wohlgemerkt, nicht mein persöhnliches!