Natürlich wie bei jedem Gebietswechsel unter einem Skitag ging es wieder mal nicht glatt – in Bludenz gab es eine Umleitung, die einen ortauswärts, ortseinwärts, ortsauswärts und wieder ortseinwärts führte, ehe man die Gnade erleben durfte, endlich auf die Autobahn auffahren zu dürfen.
Endlich angekommen – im Silbertal deutete zumindest auf der Sonnenseite nichts mehr darauf hin, Verwendung für die Ski im Kofferraum zu finden. Dafür wieder das übliche Seitental-Feeling der Abgelegenheit, Ruhe und Idylle fernab der üblichen Massentourismusorte. Kurz nachdem man die DSB Kapell passiert hat, die im schattigen Gegenhang ins Hochjoch-Gebiet führt, erreicht man auch schon die Talstation der kleinen Pendelbahn Kristberg. Am Parkplatz standen einige Autos herum, aber andere Leute waren nicht zu sehen.
Hier sollte ich dafür einen riesenhaften Dusel haben – die Bahn verkehrt nicht ständig, sondern nur so alle halbe Stunde. Normalerweise wäre sie mir genau vor der Nase weggefahren, doch da erschien auf einmal ein Mann im blauen Dress vorm Eingang am Talstationsgebäude und winkte mir zu. Ich wunderte mich zunächst, doch dann begriff ich, dass er mich noch mit auf die Bergfahrt nehmen wollte. Schnell schnappte ich mir die Ski und rannte hinüber.
In der Kabine warteten bereits einige Leute – alles normale Ausflügler, die mich Skifahrer ob der grünen Hänge ringsrum schief anzusehen schienen. Der Liftler berechnete mir für die Stunde Liftbetrieb sowie die Berg- und Talfahrt 18 EUR und los ging's. Die nächste Bahn wäre erst 30 Minuten später um 15:15 h gefahren und so bedankte ich mich ausgiebig. So was erlebt man nicht überall, dass die Liftler sogar nochmal am Parkplatz nachsehen, ob da noch wer hoch möchte. Würden sie hier einen Münchner Busfahrer vom tollen MVV anstellen, der würde extra warten bis man 1 cm vorm Einstieg steht und dann ohne einen losfahren
So stand ich dann glücklich, erleichtert und gespannt in der Gondel – neben mir ein Kinderwagen, dessen Bewohner meine Knipsereien mit offenem Mund bestaunte.
Kaum zu glauben, dass ich zum Skifahren unterwegs war. Im Hochwinter kann man hier über eine Route ins Tal gelangen, aber das wäre am 12.03.2014 bestimmt recht lauf- & abschnallastig gewesen...
Interessante Stützen – es verkehrt übrigens nur eine Kabine wie auch an der Vermuntbahn.
Ich war gespannt, was mich oben erwarten würde – ich hatte mich vorher nicht genauer über die Lifte informiert...
Vom Hochjoch aus hatte ich bei einem Besuch vor ein paar Jahren nur die Kabinenbahn und irgendwo zwischen den Häusern oben ein paar T-Stützen gesehen...
Anflug auf die Bergstation oben – verdammt, wo ist hier Schnee?
„Schlepplift“ - das hört sich doch gut an...indes grinsten mich einige Leute in T-Shirts an, wie ich da mit geschulteren Ski und dicker Jacke entlangstapfte.
Wenigstens wurde es hier dann winterlicher und ich musste nicht mehr laufen – mir Jacke schwitzte ich aber nun doch recht und wünschte mir kühlen Schatten herbei
Blick zurück – im Hintergrund die Bergstation der Kristbergbahn.
Der ältere Herr links in der Sonne lachte auch, als ich mit den Skiern vorbeifuhr. Irgendwie kam ich mir ausgegrenzt vor – alle liefen sie in Pullovern und gar T-Shirts herum, freuten sich über den Frühling und verspotteten mich einzelnen Wintersportler
Ankunft beim unteren Schlepper – scheint recht neu zu sein und hat vmtl. einen älteren Lift ersetzt, oder?
Am Haus vorbei hinauf auf Kunstschnee...
Sonst wohl keiner da...
Ich war gespannt, was für ein Schlepper der obere Lift sein würde – von dem hatte ich bis dato noch gar nichts gesehen.
Endlich mal andere Skifahrer! Nun – am Sattellift oben sollte es auch noch drei, vier geben...
Am Ausstieg des unteren Lifts, dessen Namen ich mir gar nicht gemerkt habe...
Blick in Richtung Schruns...
Der obere Lift verläuft quer an der Geländekante durch den Wald hinauf...
Zwar kein Leitner, aber trotzdem ganz interessant...
Vom Hochjoch aus war der Lift wegen der Bäume damals überhaupt nicht zu sehen.
Zoom nach vorne – nach dem Wald geht es noch ein wenig neben der Piste her – zwar recht flach, aber dennoch gefiel es mir da oben sofort. Das kleine Mädel im rosa Dress übte sich später im Abfahrtslauf und schoss die Piste in einer Geschwindigkeit hinunter – Wahnsinn! Der Vater fuhr indes teilweise rückwärts voraus. Leider habe ich nicht geschafft, das gescheit zu filmen. Ich war jedenfalls recht beeindruckt.
Keiner folgt...
Durch die Schattenlage herrschten hier übrigens beste Pistenbedingungen. Am oberen Schlepper war dann immer Rasen angesagt, am unteren im weichen Schnee eher Vorsicht.
Am Ausstieg – zwar flach, aber so idyllisch gelegen, dass es trotzdem vorzüglich mundete...
Seitenzoom...
Im Hintergrund das Skigebiet Hochjoch.
Der Wechsel hatte sich definitiv gelohnt! Fester Schnee, keine Leute, totaler Spass...
Die Piste am unteren Lift hatte ich immer für mich allein, denn die wenigen anderen Besucher benutzten nur den oberen Lift...
Kristberg-Idylle... Und gleich wieder rauf mit dem Sattellift...
Ausstieg mit Liftler und Mond...
War eine schöne Skistunde da oben....
Um 15:59 Uhr oder so – der Liftler am Sattellift hatte den Einstieg schon mittels Balken versperrt, bekam ich doch noch eine letzte Fahrt geschenkt, ehe es dann endgültig zurück ging.
Die hängt neben einem verdächtigen Gebäude in der Nähe der Schlepper-Talstation. Verlief dort die alte Kristbergbahn?
Vor der finalen Talfahrt mit der Bahn stapfte ich mit meinem Skistiefeln noch die grüne Wiese zu einer Hütte hinauf, wo ich ein sonniges Plätzchen ganz am Eck vorne ergatterte und bei frühlingshafter Abendsonne ein vorzügliches Schnitzel genoss...
Während ich aufs Essen gewartet hatte, nutzte ich meinen guten Aussichtspunkt....
Mutmaßliche Bergstation der alten Kristbergbahn? Oder warum sonst hat man die ehm. Kabine dort ausgestellt? Mit Skistiefeln wollte ich nicht unbedingt da runter wandern und das Ganze aus der Nähe begutachten.
Zoom ins Skigebiet Golm.
Zoom ins Skigebiet Hochjoch – müsste oben die Kropfen-DSB sein. Den Schlepper darunter hatte ich schon wieder ganz vergessen.
Irgendeine Bergspitze...
Da juckte kurz die LSAP-Nase...
Man hätte noch ein Stück absolvieren können, aber ab der ersten Geländekante wäre laufen angesagt gewesen.
Schöne Stimmung trotz leerem Magen...
Nach dem Essen ereignete sich dort hinten eine Dachlawine...
Gut gesättigt zurück an der Bergstation...
Zurück am Parkplatz – der Abend brach im Silbertal herein...
Noch ein kleiner Abstecher zur DSB Kapell – gerne wäre ich hier noch einmal rauf gefahren. Aber wenigstens hatte es beim Hochjoch-Besuch vor drei Jahren zu einer Fahrt gereicht.
Ganz schön steil...
Mir würde es ohne die Abdeckungen besser gefallen. Bei der Fahrt sitzt man dicht gedrängt unter diesen Teilen und bekommt recht wenig von der Umgebung mit. Im normalen Sessel nach oben schweben ist da bei schönem Wetter zumindest angenehmer. Aber die Hauben sind fix mit dem Überkopfbügel verbunden – man müsste den also oben lassen.
An der Talstation saßen auf einer Bierbank ein paar Leute zusammen und wunderten sich bestimmt, was es an der alten Bahn zu knipsen gab.
Auf dem Weg nach Partenen, wo ich ein Pensionszimmer gebucht hatte...hier noch ein Zwischenstopp an der Valiserabahn. Geht wahnsinnig steil hinauf! Da freute ich mich schon auf den nächsten Tag, den ich dort im Skigebiet verbringen wollte.
Gegenüber zieht die neue Verbindungsbahn zum Hochjoch hinauf – auch sie hat eine sehr interessante Trasse.
Aus den Augenwinkeln machte ich weiter hinten in Grandau die alte DSB Gafrescha I aus, was die Vorfreude auf den 13.03.2014 noch mehr steigerte, ehe ich in der Dämmerung Partenen erreichte.