Riesneralm (Donnersbachwald)(AT) / 13.03.05

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gerrit
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Riesneralm (Donnersbachwald)(AT) / 13.03.05

Beitrag von gerrit »

Donnersbach / Riesneralm, Sonntag, 13.3.05

Anfahrt:
6:30 ab Tulln über Westautobahn, Phyrnautobahn bis Spital, dann über Phyrnpaß nach Liezen, Ennstalbundesstraße bis Abzweigung Donnersbach, Landesstraße bis Donnersbachwald, Ankunft ca. 10 Uhr

Wetter:
in der Früh bedeckt, gegen Mittag zunehmend sonnig

Temperatur:
knapp unter 0

Schneehöhe:
Tal 100, Berg 200

Schneezustand:
Pisten: Mischung aus Kunst- und Naturschnee, griffig, Gelände: je nach Hangrichtung windgepresst bis harschig oder locker bis schwer

Geöffnete Anlagen:
alle

Geschlossene Anlagen:
keine

Offene Pisten:
alle

Geschlossene Pisten:
keine

Meisten Gefahren mit:
4SB „Little John“

Wenigsten Gefahren mit:
Zuckerllift (Übungslift im Tal)

Wartezeiten:
keine

Gefallen:
keine Wartezeiten, angesichts der aktuell gefährlichen Lawinensituation gute Geländemöglichkeiten, nette Hütten, kein „Remmidemmi“

Nicht gefallen:
Namen der Lifte

Fazit: 5,5 von 6
Abzüge: war halt nicht ganz perfekt

Der ursprüngliche Plan für ein verlängertes Dachstein-Wochenende (Sonntag bis Dienstag) hätte folgendermaßen ausgeschaut:
Sonntag Anreise nach Obertraun, dort Variantenfahren am Krippenstein, am Abend Wechsel nach Ramsau und Übernachtung, Montag Dachsteinüberquerung nach Hallstatt, Dienstag Edelgrießabfahrt. Aber es sollte anders kommen.
Im Verlauf des Samstags nach Telefonaten mit den Krippensteinbahnen, einem örtlichen Bergführer und einem PN-Austausch mit lanschi entschlossen wir uns, für Sonntag ein gefahrloseres Skigebiet zum Variantenfahren zu suchen. Unsere Wahl fiel auf die Riesneralm bei Donnersbachwald, dessen Gipfel, der Riesner Krispen, schon in den 60-er Jahren den Wiener Alpinisten Hans Schwanda zu einem (etwas gewagten) Vergleich mit einem berühmten Schweizer Gipfel hingerissen hat, in dem er ihn als die „Steirische Parsenn“ bezeichnete.
Nichtsdestotrotz gibt es dort einerseits gute Tourenmöglichkeiten in der Nähe des Gebiets bzw. auch einige schöne Varianten im Skigebiet selbst, die, da teilweise in lockerem Wald, auch bei gefährlichen Schneeverhältnissen befahren werden können.
Das Aufstehen am Sonntagmorgen gestaltete sich jedenfalls als Überwindung, da in Ostösterreich zu diesem Zeitpunkt bedeckter Himmel mit Sturm bis 100km/h vorherrschte. Auf der Westautobahn rüttelte der Sturm immer wieder an der Skibox, touristisch interessanter wurde es dann auf der Phyrnstrecke, insbesondere am Phyrnpass, den ich noch nie mit solchen Schneewänden gesehen habe.
In Liezen dann wieder eher wenig Schnee, wir hatten schon Angst, die falsche Wahl getroffen zu haben, aber ab Donnersbach gab es dann wieder genug von der weißen Pracht, allerdings war es beim Eintreffen an der 4-KSB „Robin Hood“ noch immer bedeckt.
Hier einmal das Panorama des Skigebiets:
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Hier die Talstation der 4KSB
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Der untere Teil der Trasse
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Hier sieht man die Talstation der oberen fix geklemmten 4SB „Little John“
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Bei der Bergstation befindet sich der „Hochsitz“, eine markante Skihütte mit dynamisch angelegter Terrasse und tollem Blick (wie man später noch sehen wird).
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Nach einigen Geländeabfahrten im Bereich des Liftes mit wechselnden Schneeverhältnissen steigen wir einige Meter auf und blicken zurück auf die Bergstation
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Ein ideal geneigter Nordhang bietet tollen Schnee, hier freut sich Sabine über den Schnee und den zunehmend blauen Himmel
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Mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein
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Dann geht’s nach einer weiteren Auffahrt mit „Little John“ nach hinten durch den Wald zur Mörsbachalm.
Im Wald herrschen ausgezeichnete Schneeverhältnisse.
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Immer wieder tun sich herrliche Panoramen auf.
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Und unten wartet eine gemütliche Einkehrmöglichkeit mit Sonnenterrasse. (Genaugenommen gibt’s dort sogar 2 Hütten, die Mörsbachhütte und den Gasthof Mörsbachalm, diesen haben wir gewählt).
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Von der Terrasse hat man einen tollen Blick
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Dann geht’s über die Rodelbahn hinunter nach Donnersbachwald, dort muß man zu den Kinderliften queren.
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Hier der Übungslift, im Hintergrund das letzte Stück des "schwarzen" Europacup-Hanges
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Wieder geht’s hinauf zur Mittelstation, daneben steht der architektonisch gelungene Anbau des Berghofs Riesneralm
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Nun sieht man „Little John“ bei Sonne
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Ebenso den „Hochsitz“
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und den oberen Liftbereich mit Panorama
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Beim Blick nach Süden zeigt sich das Tourengelände um die Mörsbachalm
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Und nun noch ein Eindruck vom untersten Bereich der Talabfahrten
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Fazit: Angesichts der prekären Lawinensituation ein toller Tag, viele Geländefahrten bei durchaus guten Verhältnissen, nette Atmosphäre in einem kleinen Skigebiet.
Donnersbachwald hat zwar im wesentlichen nur 2 „Großlifte“, es war einmal ein 3. Lift vom Ortsrand weg geplant, man kann sogar schon die dafür vorgesehene Schneise im Panorama erkennen, er wurde jedoch offenbar mangels Bedarf nie realisiert. Die beiden bestehenden Sesselbahnen erschließen aber einen Höhenunterschied von 900m, es gibt insgesamt 5 praktisch fast unabhängige Talabfahrten in allen Schwierigkeitsgraden, zusätzlich noch einige Geländemöglichkeiten, ein ideales Skigebiet für einen oder 2 Tage, sowohl für Kinder, Anfänger und Könner geeignet.

Was wir dann an den beiden darauffolgenden Tagen gemacht haben, folgt in kürze unter einem anderen Topic.
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Beitrag von lanschi »

Interessanter Bericht, kannte das Gebiet bisher nur mit dem Finger auf der Landkarte :wink:

Frage: Du hast geschrieben dass mal eine weitere Bahn geplant war - ist das die Löwenherzbahn (oder verwechsle ich das mit der Planneralm) ? Weißt du ob das noch aktuell ist?

Freu mich schon auf die tollen Bilder vom Dachstein 8)
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Af
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Beitrag von Af »

Schöner Bericht.
Mensch endlich seh ich mal Bilder von der Riesneralm. Hab bis jetzt nur Wegweiser auf dem Weg zu Planneralm gesehen.
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gerrit
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Beitrag von gerrit »

Ja, ich glaube, so hätte sie heißen sollen. Sie sollte vom (auf dem Panorama) linken Ortsrand bis etwa zu der Stelle gehen sollen, an der sich die Abfahrten 5 ("Panorama") und 6 ("Die Sonnige") trennen, hab irgendwo noch eine ältere Karte, auf der sie als Projekt eingezeichnet ist. Wenn ich mir die Auslastung mit praktisch fehlenden Wartezeiten jetzt ansehe, so wäre sie auch nicht unbedingt notwendig.
Bilder vom Dachstein gibts morgen Abend....
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Beitrag von Ram-Brand »

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Beitrag von Gletscherfloh »

Toll, endlich mal "live"-fotos von der steirischen Parsenn :lol:.
Donnersbachwald ist ein Ort, der es bei mir immer wieder in die letzte Runde möglicher Ziele schafft und dann trotzdem immer knapp den ersten Platz verfehlt (einmal wäre ich nach Ostern schon gefahren, aber dann hab ich kurzfristig noch erfahren, dass die Mörsbachhütte - trotz sehr guter Schneelage - schon geschlossen hatte).

Man hört sehr viel gutes von den Talabfahrten (insbesondere von der von dir erwähnten Europacup-Abfahrt) wie auch von den Varianten-/Tourenmöglichkeiten.

P.S.: Die Namensgebung der Liftanlagen ist wirklich - bei aller Kinderliebe - etwas daneben ...
Schnee
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Beitrag von Schnee »

Frage an Gerrit (oder sonst jemanden, der etwas dazu weiß):

Mich interessiert eine möglichst genaue Beschreibung der Tourenabfahrt vom Schigebiet zur Mörsbachalm:

Wo ist genau der Einstieg? Ist die Abfahrt in irgendeiner Weise markiert? Wird sie so viel befahren, dass Abfahrtsspuren leicht zu finden sind? Muss man auf etwas achten?

Wie schwierig ist die Abfahrt (ich fahre möglicherweise in nächster Zeit mit einer nicht so guten Schifahrerin nach Donnersbachwald), ist sie steil, ist es eng zwischen den Bäumen, kann man wo hinunterstürzen?

Wie lawinengefährdet ist diese Abfahrt? Bis zu welcher allgemeinen Lawinenwarnstufe würdest Du die Abfahrt noch fahren (insbesondere, wenn man kein Lawinenpieps mit hat)?

Danke für Antworten

(Eventuell soll man diese Frage und Antworten in ein anderes Topic verschieben? Ich finde, es passt aber zu diesem Bericht auch gut dazu, weil ja die Abfahrt am geschilderten Schitag auch gemacht wurde.)
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gerrit
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Beitrag von gerrit »

@ schnee: Versuche mal eine Antwort!
Man steigt vom Lift nach rechts aus und folgt der Piste, die am Kamm bzw. etwas links davon verläuft (Heißt Panorama, glaub ich). Zuerst geht es ziemlich flach dahin, dann etwas steiler, schließlich eine Links-Rechts-Kombination, etwa am SCheitel der REchtskurve geht es nach links in den Wald, im vergangenen Jahr war dort auch ein Wegweiser. Dann geht es durch ziemlich lockeren Wald, wobei sich die meist vorhandenen Spuren rasch verteilen, Markierung gibt es nach meiner Erinnerung dann keine mehr. Als ich beim ersten Mal diese Abfahrt gefahren bin, hab ich mir auch Sorgen gemacht, ob man da auch ans Ziel kommt, ohne sich zu verfahren, ist aber überhaupt kein Problem. Man fährt einfach, bis man am Talgrund ist, meist trifft man spätestens dort wieder auf Spuren, die sich sammeln und schließlich zur Hütte führen, man kommt gar nicht daran vorbei (und selbst wenn, dann steht man auf der planierten Rodelbahn, die auch für die weitere Talfahrt benützt wird.
Meines Erachtens ist die Route sehr lawinensicher, bin sie schon bei Stufe 4 gefahren und hatte keine Bedenken (gilt nicht für alternative Einfahrt links der Liftbergstation mit Aufstieg zum SEnder, dort könnte ev. was abrutschen).
Bezüglich der notwendigen Skitechnik stellt sich die Frage, was ist ein schwächerer Skifahrer. Das GElände ist leicht, es sind keine Steilstufen oder Felsabstürze zu erwarten, wenn jemand schon mal im Gelände gefahren ist, dann sollte es kein Problem sein. Prinzipiell eignet sich die Variante auch für einen "Geländeanfänger", der sollte aber mit etwas Durchhaltevermögen ausgestattet sein und bei skitechnischen Problemen nicht die Nerven wegwerfen, weil, wenn man einmal eingefahren ist, dann muß man bis hinunter, da man nicht mehr zur Piste zurückkommt.
Hoffe, die Fragen hiermit beantwortet zu haben.
Ach, noch was: Man kommt unten zu einem planierten Weg, der ein kurzes Stück bergauf zum Gasthof führt. Etwas weiter oberhalb gibt es auch eine Hütte, meist sind beide bewirtschaftet.
Viel Spaß!
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