Pünktlich zu Begin der Zwischensaison und — wie sich nun herausgestellt hat — pünktlich vooor Begin einer lausigen Wetter-Periode, haben wir uns in der Woche vom 10.01. - 17.01. in der Nähe der Garfrescha-Talstation einquartiert.
Los ging es am Samstagmorgen bei -10°C und klarem Himmel in Düsseldorf. Unterwegs machte sich eine angekündigte Inversions-Wetterlage bereits deutlich auf der Schwäbischen Alp bemerkbar. Als das Thermometer des Bordcomputers von -15 bei Karlsruhe auf -3°C auf der Alp stieg war klar: das werden ein paar Tage mit guter Fernsicht. Dem netten Wintereinbruch zu Beginn des Jahres sei dank: auf der gesamten Strecke zwischen dem Rheintal und unserem Ziel lag Schnee — eine Premiere für uns, und herrlich anzuschauen.
Das Wetter vor Ort lässt sich kurz und knapp beschreiben: Kaiserwetter. Der Bodennebel im Rheintal schaffte es an keinem der Tage sich ins Montafon zu schieben, so dass wir — mit einer Ausnahme — von morgens bis Abends tiefblau über uns sahen. Für meteorologisches Kontrastprogramm sorgte lediglich der Mittwoch, an dem aus einer dünnen, hohen Wolkenschicht ~10mm Puderzucker fielen. Kaum ausreichend um einige bedürftige Pisten griffiger zu machen.
Das waren die Rahmenbedingungen, kommen wir zum
Programm
SO, 1. Skitag: Nova
Tal: -6°C / Berg: -3°C (morgens); -3°C / -2°C (nachmittags); Sonne pur, kein Wind
Ein paar Tagesgäste die mit Österreichischen Bussen angereist waren machten die Pisten voller als an den kommenden Wochentagen. Teilweise wurde auf diesen Pisten schnell Eis sichtbar: 22, 25, 28 (Nova)
MO, 2. Skitag: Nova
Tal: -4°C / Berg: -3°C (morgens); 0°C / -1°C (nachmittags); Sonne pur, kein Wind
Die Pisten waren nun vollends entleert. Wartezeiten gab es keine. Die Situation an den beiden Gondelbahnen kann ich nicht beurteilen, da wir die alte DSB Richtung Garfrescha bevorzugten. Die Pisten hielten aufgrund des geringen Besucheraufkommens noch besser als am Vortag.
DI, 3. Skitag: Golm, Nova
Tal: -3°C / Berg: -3°C (morgens); 1°C / 0°C (nachmittags); Sonne pur, leichter Wind
Der Tag begann mit einer kurzen Tour nach Golm. Was als Halbtagesausflug angedacht war, erledigte sich binnen anderthalb Stunden. Jeden Lift einmal — danach war die Geschmacksfrage trotz guter Präparation und tendenziell modernerer Liftanlagen geklärt. Ein Berg, eine Richtung, eine Pipeline. Ab 11:30 wieder oben am Gampabinger Berg.
MI, 4. Skitag: Nova
Tal: -3°C / Berg: -4°C (morgens); -3°C / -3°C (nachmittags); Hohe Wolkenschicht, geringer Niederschlag und leichter Wind
Nach dem Wetterverwöhn-Programm der vorhergehenden Tage waren wir natürlich ein bisschen enttäuscht. Aufgrund der aber guten Vorhersage für die kommenden Tage waren wir bei mäßiger Sicht auf den baumfreien Hängen nur bis 13:30 am Berg. Interessant und traurig: am Abend vorher haben die Pistenraupen an vielen Stellen ganze Arbeit geleistet und beim Schnee zusammenschieben viele Pisten mit reichlich steinen versorgt. Da wurde die Kelle wohl ein bisschen zu tief angesetzt.
DO, 5. Skitag: Hochjoch, Nova
Tal: -5°C / Berg: -4°C (morgens); 2°C / 1°C (nachmittags); Sonne pur, leichter Wind
Der letzte Dunst war um 8:30 aus dem Tal verschwunden. So stand bei abermals herrlichem Sonnenschein ein Ausflug zum Liftmuseum Hochjoch an. Dabei war die Zamang Bahn die erste positive Überraschung — in der Vorfreude auf alte DSB’s hatten wir glatt überlesen, dass diese seit ein paar Jahren runderneuert wurde (inkl. Rolltreppen zu den Gondeln — bisher waren wir das nur aus SHL gewöhnt). Oben angekommen materialisierte sich dann aber das, wovon wir schon viel gehört hatten. Aber: bei dieser Landschaft, die sich ab dem Sennigrat vor einem öffnet wünscht man sich alles andere als gekuppelte Achter-Sessel mit orangenen Bubbles. Auch wenn eine Fahrt mit dem Doppelsessellift Grasjoch bei schlechtem Wetter zu einer Tortur werden könnte — bei gutem Wetter ist das Hochjoch ein Erlebnis, welches wir als Ersttäter nicht so schnell vergessen werden.
Gegen Nachmittag gab es dann für uns noch ein paar Abfahrten auf der Carvingstrecke am Schwarzköpfl.
FR, 6. Skitag: Nova
Tal: -3°C / Berg: -3°C (morgens); 3°C / 2°C (nachmittags); Sonne pur, leichter Wind
Wie am ersten Skitag waren die Pisten wieder voller. Erstes offensichtliches Opfer: die Madrisella-Bahn. Sie wurde dem Ansturm aus Richtung Nova Stoba nicht ganz gerecht, zumal der alte Nachbar, der Schwarzköpfle 3er, schon am DI wegen zu geringer Frequentierung in den RuheZUstand versetzt wurde. So hieß es dann doch mal fünf Minuten Liftschlangenatmosphäre schnuppern. Nachmittags verteilte es sich aber ganz gut. Auch die Vermiel (6KSB) lief nachmittags wieder, morgens war dort alles abgesperrt.
Pisten
Herausragend:
Nova: 26 Carving (breit, griffig, sonnig), 12 am Grandau 4er (kurz aber gut), 28 am 6er Rinderhütte (leer, gut präpariert, sonnig); Hochjoch: 15, 16, 17, 18 (Naturschnee, bestens präpariert, traumhaft)
Keine Empfehlung:
Nova: 1, 5, 7 (schmal und voll), 11 Skiroute zur Valisera (zu flach), 25, 25a (entwickeln sich zur Mittelstation der Valisera zur roten Eispiste.
Generell versteht man es im Montafon die Pisten sehr gut herzurichten: bei so wenig Neuschnee in den Tagen vor unserem Aufenthalt hat man sich offensichtlich bemüht ein Optimum aus dem Vorhandenem zu machen. An den ersten zwei Tagen liefen vereinzelt Schneekanonen an der 21. Lediglich Höhenmeter anhäufen kann man in anderen Skigebieten besser.
Lifte
Die alten Bahnen in Silvretta Montafon fallen gar nicht so negativ auf, wie man sich das vielleicht im Vorfeld gedacht hat. Sind die Trassen der nicht gekuppelten Lifte doch eher kurz (Garfrescha I mal ausgenommen). Am Hochjoch schaffen die alten langen Sessellifte bei gutem Wetter eine selten gewordene Atmosphäre mit grandiosem Erholungswert.
Hütten
Das einzige, was uns definitiv nicht gefallen hat: Nova Stoba, Bella Nova (Sennhütta). Was für Großevents (Konzerte) am Berg sicherlich seinen Sinn hat, wirkt in der Zwischensaison reichlich deplaziert. Nicht nur die Ausmaße dieser Betonburgen, sondern schlicht weg die Tatsache, dass diese Konsumterrassen den Charme einer Autobahnraststätte vermitteln, haben uns doch arg verwundert. Falls man sich bei schlecht-Wetter unten um Sennhütta am Buffet anstellt, kann man wunderbar an der hölzernen Verkleidung der Wände wackeln. Stützbalken, Glocken und sonstige Accessoires wirken dort wie im Phantasialand — schade.
Zu den Bildern.
NOVA
Abends im Tal
Dauerfrost dank Inversion
Gut präparierte 27
Valisera & Älpli
Schneekanönchen
Steine auf der 25
dito
Leichten Wind gabs dann doch mal
Auch Hauptabfahrten sind mal leer
Gampabing I + II
Kommerz und Convenience am Berg
es geht auch anders: Brunellawirt
Lammfell und heißer Kakau im Liegestuhl
Terrase am Valisera Hüsli
GOLM
Skitunnel
... gegenüber
unterhalb der Mittelstation
Blick auf den See
HOCHJOCH
Wer zu lange Sitzen bleibt fährt abwärts
Direkt an der Piste
Kreuzjoch
Wie frisch gemacht
Wetter war ganz gut
Platinaskilift
300mm zur Bella Nova
Hoffe es gefällt.
Kleine Postkarte gibts noch: KLICK
Für die komplette Bildserie klicke man sich zu www.nrd303.de
Viele Grüße
Nico