Mit dem „Papst“?
Hat snowflat zu viel Apres-Ski gehabt
Oder leidet er einfach unter zu viel frischen Pulverschnee
Auf die erste Frage will ich hier eine Antwort geben und dafür muss ich – mal überlegen – bis in den November 2008 zurückgehen, da brandete in mir die Idee auf, doch mal mit dem „Papst“ einen Ausflug zu machen, eine Tages- oder Mehrtagestour war zu dem Zeitpunkt noch nicht Diskussionsgegenstand. Vielmehr galt es erstmal einen gemeinsamen Termin mit den Arbeitskollegen abzustimmen ... und das ist nicht immer ganz einfach.
Der Dezember ging ins Land, der Januar auch ... es ist Februar 2009, ganz genau der Zweite des Monats. Auf Arbeit haben wir einen Termin gefunden, der für einen Skitag geeignet ist: Der 14. Februar 2009. Scheinbar habe ich so viel positive Werbung für SerfausFissLadis gemacht, dass meine Kollegen unbedingt dort hin wollten. Und: Der „Papst“ fährt an besagten Tag nach SFL. Also Schnell zum Hörer gegriffen und in Rom, ach nee ... in Wiggensbach angerufen: „Wir möchten gerne mit Euch nach SFL“ ... Scheinbar sollte uns für diese Unternehmung das Glück holt sein, denn der Bus war schon ausgebucht, doch kurz zuvor waren welche abgesprungen. Also: Fest gebucht!
Die Spannung stieg von Tag zu Tag, mit immer stärker werdender Intensität wurden seit Wochenmitte die Wetterberichte gelesen, Webcambilder studiert ... Wahnsinn, mit dem „Papst“ auf Reisen. Für uns alle eine Premiere, wie der Tag wohl werden wird? Um kurz vorweg zu greifen: EIN WAHNSINN !!! Auch wenn es schon eine gewisse Überwindung gab:
Es ist Samstag, 14. Februar 2009 um 4:30 Uhr ... mein Wecker klingelt. Also raus aus den Federn, denn trödeln ist nicht angesagt, der „"Papst“ ist pünktlich, aber so was von ...
5 Uhr: Ich verlasse in Skiklamotten, bepackt mit Skistiefeln, Ski, Stöcken und Rucksack meine Haustür
Ich stapfe mutterseelenallein durch Kempten, der kalte, frische Pulverschnee quietscht bei jedem Schritt. Es ist kalt, saukalt und vom Himmel rieselt leise der Schnee ... nein ich denke jetzt nicht an Weihnachten. Auch wenn ich mir Weiße gewünscht hätte, aber für den momentanen Schneenachschub habe ich gerne grüne Weihnachten gefeiert
5:20 Uhr: Mein Blick schweift die verlassene Straße hinab, am Ende erkenne ich die Umrisse gleichgesinnter Genossen ... Wintersportler in rauen Mengen. Jippie, wir sind nicht die Einzigen „Kaputten“, die sich um diese unchristliche Zeit im sonst so christlichen Bayern auf den Straßen herumtreiben. So ist es, wenn der „Papst“ ruft ... soviel zum Thema „christlich“
5:25 Uhr: Inmitten der Menschenmassen (bezogen auf die Anzahl der im Allgemeinen zu dieser Zeit unterwegs befindlichen Leuten) entdecke ich meine Arbeitskollegen und kurz darauf fährt der „Papst“ vor. Aber nicht der „Papst“ sondern der „Papst“ ... der „Skireisepapst aus dem Allgäu“ - Schweighart
Rückwärts rangiert der Busfahrer (super locker drauf, flotte Sprüche und top gefahren) in die Seitenstraße, alles verstauen und einsteigen. Es folgen noch zwei Stopps und dann geht es im vollbesetzten Bus auf Schneefahrbahn los. Es schneite irgendwie wie Sau und trotz der frühen Uhrzeit war dank kriechender Urlauber auf der Fernpassstraße kein so zügiges Vorankommen angesagt, aber wir kamen trotzdem gut voran, die Straße ist anfangs ja breit
Im Außerfern wurden die Schneeflocken weniger, auf dem Fernpass ging es gut voran, wir fuhren ja gen Inntal. Denn Richtung Deutschland staute sich der Verkehr bereits vor der Passhöhe ... um 7:15 Uhr!!! Ankunft im Inntal an der Rastanlage in Mils ... Pinkelpause. Wir parken neben einem Bus ein ... von Schweighart
Während der ¼-stündigen Pause stehen wir draußen und staunen blaue Löcher in den Himmel ... eben noch bedeckt und Schneefall steht man im Inntal unter fast wolkenlosem Himmel. Wir werden narrisch ... so geht es auch pünktlich wieder los, denn: SFL ruft ... wir konnten es im Inntal schon hören
In Ried verließen wir notgedrungen die B180, denn nicht alle Wege führen nach Rom ... äh Serfaus. Und in dem Moment wurde mir klar, dass ich just in dem Moment (bzw. seit 5:30 Uhr) in jenem Fortbewegungsmittel sitze, die mir sams- und sonntags auf den Wecker gehen, wenn ich mit meinem PKW in die Berge fahre
Aber speziell auf der für Busse eigentlich etwas ungeeigneten Passstraße aufs Sonnenplateau – das heute seinem Namen wieder alle Ehre machte - wurde deutlich warum man immer noch einen Talzubringer anstrebt. Einmal setzte der Bus in einer Spitzkehre auf, dass in jeder Spitzkehre der talwärtsfahrende Abreiseverkehr (es war ja großer Bettenwechsel) anhalten musste ist eh klar, okay der Fahrer des dicken 7er BMW aus Niedersachsen hat noch nichts davon gehört, bergwärts fahrenden Fahrzeugen die Vorfahrt einzuräumen, unser Busfahrer ließ ihn schön rückwärts wieder zurückfahren
Wir passierten Fiss, denn der Ausflug war ja mit Apres-Ski gebucht und wo macht man den besten Apres-Ski dort? Richtig, im Patschi in Serfaus. Bevor alle aus dem Bus stürmen gab es noch allgemeine Instruktionen und den Hinweis, dass der Bus um 18:30 Uhr fährt und die letzte Dorfbahn um 18 Uhr geht. Es wurde also am Ortseingang von Serfaus geparkt, eingekleidet und bevor es zur Dorfbahn ging, bekamen wir die Skipässe zu sage und schreibe 30 € das Stück
Ich wurde von meinen Kollegen als Guide auserkoren, sie waren also auf mich angewiesen
Auf die Plätze, fertig, los ... bei fast blauem Himmel und Sonnenschein stürzten wir uns hinein ins Skivergnügen. 180 Pistenkilometer lagen uns zu Ski und Snowboard, bestens präpariert bei traumhaften Pulverschnee, der bei jeder Bewegung unter den Ski quietschte. Schnee bepackte Bäume, von der Sonne geküsst. Leere Lifte, keine Wartezeiten ... die Pisten fast nur für uns. Also alles was einen ... nein ... den perfekten Skitag ausmacht.
So nun genug der Vorworte, es folgen auch wenn es heute eine päpstlichen Tour ist, die Fakten in Kurzform:
Wetter/Temperatur:
Fast immer Sonnenschein, ab und zu ganz kurz mal eine dünne Wolke. Lediglich im Masnergebiet war es dicht bewölkt und es schneite dort.
Tal morgens/nachmittags: - 10 °C /- 5°C
Berg morgens/nachmittags: - 18 °C / - 11 °C
Schneehöhe:
Tal: 50 cm
Berg: bis 150 cm
Schnee/Pisten:
Hammer, Hammer, Hammer ... wie die BB die Pisten hergerichtet haben. Die besten Verhältnisse die ich diesen Winter vorfinden durfte, solche Pulverschneepisten, perfekt verdichtet. Keine Steine, kein Eis, keine Klumpen
Pistenplan:
Link
Gefahrene Lifte/Pisten:
Ich habe es geschafft meine Arbeitskollegen fast die gesamte Skidimension zu zeigen, bis auf Puinz-, Obere Scheid- und Waldbahn sowie die Schlepplifte sind wir alle gefahren, bei den Pisten schafft man natürlich an einem Tag nicht alle
Unsere Leistungswerte vom Samstag inkl. einer Stunde Mittagspause:
Gefahrene Strecke: 76,9 km
Zurückgelegte Höhendifferenz: 11.305 m
Wartezeiten
keine, selber schuld wer an einem solchen Tag nicht fährt, weil es daheim schneit
Gefallen:
Nicht gefallen:
Bilder (nur ein paar Impressionen):
^^ Im Sunliner (er machte seinem Namen mal wieder alle Ehre) geht es gleich hinüber nach Fiss
^^ Sattel- und Möseralmbahn, hinten Fisser Joch
^^ Lecker Pisten, Gonde- und Gfallabfahrt davor die Sattelbahn
^^ Rastabfahrt
^^ Zwischenholzabfahrt ... man kann leider nicht überall zur gleichen Zeit sein
^^ Blick zur Sattelbahn
^^ Adlerpiste, tiptop. Kein Vergleich zu den anderen Tagen
^^ Der Sonne entgegen
^^ Auf der Frommes im Sonnenschein, auf der gegenüberliegenden Talseite hängt das schlechte Wetter, uns soll es Recht sein
^^ Hinauf zum Lazid
^^ Im Masnergebiet war dicke Suppe
^^ Furggler, unten die Scheidbahnen
^^ Plansegg
^^ In der Lawensbahn durch den Winter
^^ Traumpisten an der Scheid, es ist bereits 13:19 Uhr !!!
^^ Moos- und Pezidbahn
^^ Plansegg & Komperdell
^^ Ordentliche Kicker haben sie hin gezimmert, der letzte Krümel Schnee liegt wohl wieder noch im Juli dort
^^ Mit dieser Impression geht der Tag zu Ende
Dann ging es zum Abschluss noch mit den Ski direkt ans und dann ins Patschi, dort herrschte wieder eine super Stimmung. Bis 17:55 Uhr hatten wir Zeit, denn um 18:00 Uhr fuhr die letzte Dorfbahn zum Parkplatz. Zum „Roten Pferd“ tanzend mussten wir leider zu früh das Patschi verlassen
Fazit:
Der Tag war der Hammer, das wir mit dem Wetter so viel Glück hatten war natürlich das Tüpfelchen auf dem „i“. Für diesen Tag hat sich das frühe Aufstehen gelohnt, die Stimmung im Bus war auch super, besonders auf der Rücktour, auch wenn ich irgendwann meine Augen geschlossen habe
Wir waren das erste Mal mit dem „Papst“ unterwegs und bestimmt nicht das letzte Mal ...
PS: Meine Kollegen sind begeistert von SerfausFissLadis ... wundert mich nicht