Muss man sich von einer etwas unsicheren Wetterprognose abhalten lassen? Nein, der erste Blick aufs Gletscherplateau schaut zwar nicht sehr einladend aus, aber da oben finde ich auch bei suboptimaler Bodensicht problemlos runter
Die erste Abfahrt auf der Keespiste bietet einen starken Kontrast zu den Eispisten im Skicircus am Vortag – kompaktes Pulver, perfekt präpariert. Der Ski macht von oben bis unten keinen Nackler, besser kann eine Piste nicht mehr sein und so pervers das vielleicht klingen mag, irgendwie ist mir das schon fast zu perfekt, da ich einfach nicht gefordert werde. So geht’s bald mal rüber zum Schmiedinger, auch dort wartet eine ideale Piste auf mich.
Aufgrund des trüben Wetters, es schneit sogar ganz leicht, bleibt die Kamera bis Mittag im Rucksack, dann hole ich sie auf der Gletscherseeabfahrt bzw. Magnetköpfelroute – der Übergang ist fließend – mal wieder heraus um nicht ganz ohne Dokumentationsmaterial nach Hause zu fahren:
Die Verhältnisse auf dieser Abfahrt sind recht wechselhaft, im oberen Bereich ist ein Teil präpariert und generell hat der Wind seine Spuren hinterlassen, aufgrund der bescheidenen Bodensicht weiß ich oft nicht, ob mich beim nächsten Schwung ein paar Zentimeter Triebschnee oder ein völlig kompakter Untergrund erwarten und somit gibt’s hier die Herausforderung, die mir auf der Keespiste vorerst gefehlt hat
Quasi als Mittagspause begebe ich mich dann doch wieder mal zum Keeslift und mache dort ein Foto von unserer Vergleichsstütze, leider bläst der Wind gerade ordentlich und später vergesse ich noch ein Bild zu machen, aber man erkennt trotzdem, dass sich in Punkto Schneehöhe seit Mitte November, als ich das letzte Mal oben war, nicht sonderlich viel getan hat.
Gut bevölkert präsentiert sich wie so oft die Piste zwischen Kees- und Kitzliften – mit diesem Foto allein könnte ich auch fälschlicherweise von einem Horror-Tag berichten, wenn ich das wollte
Während ich von einigen Urlaubern höre, dass sie zum Maiskogel hinunter fahren wollen, weil es ihnen am Gletscher zu kalt ist und die Sicht zu schlecht ist, habe ich meinen Spaß und werde schließlich auch noch mit ein paar Sonnenstrahlen fürs Durchhalten belohnt – das folgende Foto mit Standort Keespiste wird dem Tag aus meiner Sicht schon viel besser gerecht als das vorherige:
Am Nachmittag ist die Piste natürlich nicht mehr ganz glatt und macht mir so direkt mehr Spaß als in der Früh – krank, oder?
Den ganzen Tag wird am Maurergletscher gearbeitet um für den folgenden Tag auch dort einen Skibetrieb zu ermöglichen, wenn auch im Bereich der Felsen nur in geringer Breite:
Weil's mit der Sonne gerade so schön ist, steige ich schnell die paar Meter von der Bergstation Keeslift zum Grat hinauf und genieße das tolle Panorama, welches sich dort bietet:
Großvenediger:
Tiefblicke:
Erinnerungen an den Herbstskilauf werden wach...
… kleiner, aber feiner Unterschied: Das Schneeband am Maiskogel und wir haben doch Winter...
Am Gipfelhang darf man zur Zeit keine großen Schwünge machen:
Die Magnetköpfellifte in der Sonne:
Das sonnige Intermezzo ist leider nur von kurzer Dauer und auch wenn die meisten Pisten ohnehin schon im Schatten liegen, wird so die Bodensicht wieder schlechter und somit kann ich meinen Skitag ruhigen Gewissens beenden und vor den Massen zum Langwiedboden hinunterfahren. Alles, was abfahrtstechnisch unter dem Alpincenter liegt, kann mit den Verhältnissen ganz oben nicht mithalten – dort, wo sich ein Großteil der Wintersportler den ganzen Tag aufgehalten haben muss, sind die Pisten schon ziemlich abgerutscht und eisig, aber immerhin weitgehend steinfrei.
Nach der Eiskratzerei am Vortag im Skicircus waren die pulvrigen Pisten am Gletscher eine angenehme Abwechslung. Obwohl doch gut was los war (es wurde auf P4 geparkt), hatte ich immer genug Platz und fast nie das Gefühl, dass mir wer im Weg ist – für die Hochsaison auch nicht schlecht