DER 3 TÄLER SPAß
09.01. - 16.01.2010
Mittlerweile ist es gute Tradition bei uns geworden in der zweiten Januarwoche einen feucht fröhlichen Abstecher in DAS kleine aber feine Gebirge zwischen Nordsee und Golf von Genua zu machen. Leider hat Tief Daisy, von letzterem verstärkt, zumindest im "Ländle" kaum Wirkung hinterlassen. Ganz im Gegenteil gab es einige Tage vor unserer Ankunft sogar noch einmal kurz Föhn, so dass der erhoffte Neuschnee zur Gänze ausblieb.
So wurden wir bei unserer Unterkunft in Oberdamüls auf 1500 m von guten, aber eben nicht sehr guten, 50 cm Schnee (oben max. 80) erwartet. Nachdem die Strecke von Düsseldorf in die Alpen letztes Jahr "weiße" Premiere feierte (vom Start weg bis ins Ziel im Montafon war es weiß und bitter kalt) hat es dieses Jahr sogar noch für die Rückfahrt gereicht — den Ausläufern Daisy's sei Dank. Das, was da unterwegs am Straßenrand lag, haben wir uns allerdings an so mancher Stelle zusätzlich auf den Pisten gewünscht.
Als kleiner Tipp für alle, die über den Bodensee (genauer Bregenz, Dornbirn) aus nach Damüls, Mellau, Au, Warth oder Umliegenden fahren wollen: fahrt unbedingt über den Losenpass (de.wikipedia.org/wiki/Bödele). Auch wenn so manches Navi eine andere Strecke empfehlen würde. Da oben ergeben sich bei entsprechendem Wetter einfach geniale Perspektiven über eine wundervolle Landschaft.
DIE SKIGEBIETE
Im Laufe der Woche haben wir, um ein bisschen Abwechslung von den Damülser und vor allem Mellauer Pisten zu bekommen, ein paar Abstecher zu den umliegenden Anbietern gemacht. Die Adjektive im Einzelnen:
SONNTAG/STEIN
Auf besondere Empfehlung und wohl wissend, dass es sich lediglich um einen Sessellift und dessen Zubringer handelt, haben wir die Fahrt von doch gut 20 Minuten runter nach Sonntag gemacht. Auch diese Passstraße ist landschaftlich wunderschön anzusehen und lohnt allemal, denn: in Sonntag erwartet einen das exakte Gegenteil zu den massenkompatiblen Konzepten, die einem sonst so begegnen. Die Zubringerbahn (Pendelbahn für 15 Pers. pro Gondel) für die Berg- und Talfahrt wurde extra für uns angeworfen, keine Wartezeit auf eventuell noch zusteigende Gäste. Daumen hoch! Oben angekommen teilten wir uns die nach 15 cm Neuschnee zwar nicht präparierte, aber gut zu fahrende Piste, mit rund 30 anderen Skifahrern im gesamten "Gebiet". Herrlich. Bleibt nur die Frage, wie dort wirtschaftlich gearbeitet werden kann. Btw: die Zubringerbahn fährt in größerer Höhe über das Tal und ist eigentlich schon eine Attraktion für sich.
FASCHINA
Als sehr gute Wahl am 12.01. erwies sich auch das Faschina-Gebiet. Schaut man sich den Pistenplan der Damülser Bergbahnen flüchtig an, könnte man meinen, dass diese Gebiete direkt miteinander verbunden sind. Theoretisch wäre die Verbindung auch relativ einfach mit einer Gondelbahn zu bewerkstelligen. Praktisch scheitert es dann aber an der Finanzierung und der Politik, wie man uns mitteilte.
Die Pisten im Faschina-Gebiet waren hervorragend präpariert (trotz der besagten 15 cm Neuschnee in der Nacht zuvor) und ähnlich frequentiert wie der bereits beschriebene Nachmittag in Sonntag/Stein. Perfekt zum Carven und bereits im Januar sonnig. Einzig die langsamen Lifte trüben das positive Fazit für Faschina etwas.
DAMÜLS
Wir wohnten in Oberdamüls und so sollte das Skigebiet Damüls eigentlich unser "Haus-Gebiet" sein. Wenn man aber zu 50% der Zeit vor Ort in andere Gebiete fährt um zu schauen ob es nicht irgendwo bessere Bedingungen gibt, zeigt das doch gewisse Mängel. In ausnahmslos allen Skigebieten des 3 Täler Passes die wir außer Damüls/Mellau gefahren sind, herrschten trotz vergleichbarer Schneelage mit Abstand bessere Bedingungen. Auf allen Damülser Pisten bildeten sich an mehr oder weniger neuralgischen Stellen — trotz der im Vergleich zur Hochsaison geringen Frequentierung — Buckel aus zusammengefahrenem Schnee. Eisflächen dazwischen rundeten das doch grauenvolle Bild ab. Auf den roten Pisten und insbesondere auf den Skirouten war Eiskunstlauf angesagt. Schnee ist etwas anderes.
Ich wusste nicht, woran es lag. Die Bergbahnen verstanden es nicht, aus dem vorhandenem ein Optimum herauszuholen. Sicherlich spielt in Damüls auch die Topografie eine Rolle. Beispielsweise bietet das Gelände an den wenigsten Stellen die Weite, um abseits der Piste vielleicht den Schnee zusammen zu schieben um ihn eben für die Präparation zu verwenden. Der einzige Speicherteich den wir gesehen haben ist oben am Hohen Licht und — wie wohl alle Speicherteiche der Alpen in dieser Saison — leer.
Krönung der Geschichte in Damüls: der 12.01.: in der Nacht gab es 15 cm Neuschnee. Nachdem wir vormittags in Faschina waren kamen wir gegen 12 Uhr rüber nach Oberdamüls. Bäume, Straßen, Häuser. Alles sah herrlich aus. Die Pisten eine Katastrophe. Nicht eine Piste war am Morgen hergerichtet. Das gesamte Gebiet war eine einzige Buckelpiste. Unverständlich. Schließlich hat man doch irgendwo auch einen Ruf zu verlieren.
MELLAU
Ganz bewusst ein eigener Absatz. Im derzeitigen Ausbau ist die Verbindung zwar Tatsache, deren Qualität aber fragwürdig. Als Skifahrer möchte man seine Ziele per Ski erreichen können und nicht von einer Gondelbahn oder einem Skibus dorthin kutschiert werden. Und auf Skiern ist diese Verbindung mangelhaft. Allerdings kann man den Bergbahnen kaum einen Vorwurf machen. Das Gelände lässt einfach keine anständige Piste zu. Auf der anderen Seite sind die Pisten an der Sechser Sesselbahn "Hohe Wacht" durchaus Ausbaufähig. Und der obere Teil der Abfahrt 13 und 14 zeigt eigentlich schon, wie es sein soll.
Umso angenehmer ist es also, dass man vergleichsweise komfortabel wieder von Mellau nach Damüls wechseln kann. Denn Mellau bietet bis auf die beiden Sesselbahnen und deren Pisten (bei guter Schneelage) eigentlich nicht viel. Zudem ist es dort im Januar ziemlich schattig. Die Mellauer Antiquität mit vier Sitzplätzen sind wir aufgrund der immer noch geschlossenen Talabfahrt nicht gefahren. In Anbetracht der Schlangen, die man so manchen Nachmittag auf der Webcam sehen kann, ist dies die einzige Bahn, die im Skigebiet dringend ersetzt werden muss.
WARTH/SCHRÖCKEN
An unseren letzten beiden Skitagen besuchten wir trotz über 30 Km Anfahrt das Skigebiet unter dem Karhorn. Dort wurde uns im Vergleich zu Damüls/Mellau in vieler Hinsicht ein positives Kontrastprogramm geboten: Pisten im perfektem Zustand (auf der Saloberseite wohlgemerkt alles Naturschnee), eine Beschilderung die ihren Namen auch verdient, fast schon liebevoll umgesetzte Details wie permanente Rennstrecken, Snowparks, etc. Der Ausstieg an der Kuchlbahn glich schon fast einem Kunstwerk. Fein säuberlich wurden dort Treppenstufen, Rampen und Flächen in den Schnee geklopft. Dazu an fast jeder Ausstiegsstelle die augenscheinlichen Lieblingssongs der Liftboys, die auch noch jeden Morgen die Skifahrer in den Sesseln begrüßten. Einfach eine gänzlich andere Atmosphäre die zum Wiederholen einlädt. Einziger Wehrmutstropfen hier: die teure Gastronomie. Trotzdem: Danke Warth/Schröcken.
DIE BILDER
Leider war die Kamera nur an einem Tag (14.01.) dabei. Dafür war das Wetter aber auch prädestiniert für blau/weiße Aufnahmen:
DAMÜLS
3 Mittagsspitze
2-CLF Hohes Licht
Hohes Licht und 6-CLD/B Hasenbühel
3 und 3a, die einzige wirklich breite Piste im gesamten Gebiet
Speicherteich am Hohen Licht
Uga und Uga-Alp
Platz
WARTH
6-CLD/B Sonnenjet vor Auenfelderhorn
Paralell-Riesentorlauf am 4-CLF Sonnencruiser Auenfeld
2-CLF Karhornbahn
6-CLD/B Jägeralp-Express
Nochmal die Karhornbahn
Warth
4-CLD/B Steffisalp-Express
ZWISCHEN WARTH UND DAMÜLS
Schröcken
Bei Au lag Bodennebel
Blick nach Au
Oberdamüls
Abendstimmung hinter Oberdamüls
Hoffe es gefällt.
Kleine Postkarte gibts noch: KLICK
Für die komplette Bildserie klicke man sich zu www.nrd303.de
FAZIT
Sehr schöner Urlaub (danke Jungs und Mädels) der dank des 3 Täler Passes richtig abwechlungsreiche Skitage bot. Die Gebiete im einzelnen:
SONNTAG/STEIN
Infrastruktur:
Pisten:
Natur:
FASCHINA
Infrastruktur:
Pisten:
Natur:
DAMÜLS
Infrastruktur:
Pisten:
Natur:
MELLAU
Infrastruktur:
Pisten:
Natur:
WARTH/SCHRÖCKEN
Infrastruktur:
Pisten:
Natur:
Schöne Grüße
Nico
Lesezeichen:
• Zusammenschluss Mellau-Damüls
• Schneelage in Damüls
• Silvretta Montafon Jan 2009
• Sulden Jan 2008