...muss die Freiheit wohl grenzenlos sein...
125 Tage... so lange ist es her, als ich genau hier, in Kaprun, am 24.05.2010 das letzte Mal die Skier angeschnallt habe. Mehr als 100 Tage, in denen mir das Ski fahren nicht sonderlich abging. Zu schön war der Sommer, zu sehr hatte ich die Erholung vom Stress des Winters (nicht nur Ski fahr-bedingt
Unverhoffterweise tat sich in den letzten Tagen mit dem Kitzsteinhorn eine Alternative in vertretbarer Entfernung auf, einzig und allein das Wetter wollte nicht so recht mitspielen. Bekanntermaßen habe ich studiumsbedingt nur Sonntag und Montag Zeit, weshalb die ganze Hoffnung auf dem niederschlagsfreien Montag lastete.
Von trockenem, jedoch überwiegend bewölktem Wetter war auf ORF.at die Rede. Die Salzburger Nachrichten versprachen kurze Sonnenfenster, das ZAMG Skiwetter überhaupt Schneefall. Das bergfex.at-Wetter sprach hingegen von strahlendem Sonnenschein! Nach Checken des Flugwetters ("Über 8000 FT MSL wolkenarm") war es fix: Am Montag geht´s aufs Kitz!
Kurz erschrecke ich, als ich kurz vor 7 Uhr die Webcams über feratel|mobile checke. Das Kitz ist völlig eingenebelt - ein zweiter, genauerer Blick auf das Bild zeigt aber: Das ist noch die Aufnahme vom Sonntag, 19:05 Uhr!
Erstmals poste ich übrigens die Fotos in 1024x680 - ich bitte diesbezüglich um Rückmeldung, wie das bei euch ankommt.
Los geht´s aber erst einmal - fast schon traditionell für meine Kitzsteinhorn-Skitage - unterhalb der Wolkendecke.
Knapp 50 Personen, wohl so ca. 49 davon von der Skihotelfachschule Bad Hofgastein, warten gemeinsam mit mir auf die Öffnung der Zugangstür zur Panoramabahn. Um 8:15 Uhr geht´s los, ich steige als Letzter der Warteschlange in eine Kabine und genieße die Ruhe der Bergfahrt.
Völlig relaxt schwebe ich der Nebeldecke entgegen - ich weiß ja, wie es weiter oben aussieht.
Die neue CI der Gletscherbahnen Kaprun AG hat auch auf den Gondeln der mittlerweile schon fast 20 Jahre alten Panoramabahn Einzug gehalten.
Eindeutig: Es herbstelt.
Auch das ist Standard Ende September/Anfang Oktober: Bergfahrt mit der Langwiedbahn - die Skier noch in der Hand.
Ein erster Hauch von Winter, hier auf knapp 2000 Metern Seehöhe.
In etwa auf Höhe der Kristallbahn-Talstation durchbricht man die Nebeldecke, und schön langsam wird der Himmel blauer und blauer.
Was für ein Tag!
Fachwerkstütze des Gletscherjet 2
Knapp unterhalb des Alpincenters wird´s laut. Das Geräusch ist eindeutig und unverkennbar: SUFAG! Schnee liegt hier am Alpincenter jedoch noch recht wenig, mehr als Kosmetik ist das bisher nicht.
Na das lass ich mir doch nicht zwei Mal sagen!
Volles Rohr auf der unteren Alpincenter-Abfahrt - das Ziel ist klar: Ehestmöglich eine Verbindung zwischen Gletscher und der Hauptbasis herstellen, schließlich besteht ja aktuell nicht einmal die Möglichkeit eines Besuchs im Bella Vista; zum Mittagessen müsste man daher mit der Gratbahn rauf und runter!
So schön angezuckert auch alles ist, der Gletscherschwund am Schmiedingerschlepplift ist unverkennbar.
Standardfoto aus der Gratbahn.
Blick von der Gratbahn-Bergstation rüber ins Herbstskigebiet. Auch hier: Feuer frei!
Ich gehöre zu den Ersten hier heroben, und dementsprechend sieht das alles mal wieder recht einladend aus.
(Fast) nichts ist mehr zu sehen von den Spuren des Sommers.
Die Depothaltung hat heuer sehr viel gebracht - so früh wie heuer (22.09.2010) ging die Abfahrt bis zur Gratbahn-Bergstation bzw. Keeslift-Talstation in den letzten Jahren nur selten. Und das hat nur sehr wenig mit der Neuschneemenge zu tun - so viel ist das nämlich nicht. Viel mehr liegt das am heuer schlauen Schneemanagement, aus dem man hoffentlich für die nächsten Jahre gelernt hat.
Auch das gehört zu Schneemanagement. Was die Kanonen angeht, so sind alleine zwischen Gratbahn-Bergstation und Kitz-/Keeslift-Talstation an die 8 Kanonen im Einsatz, zudem gibt es 2 neue Turmkanonen rauf Richtung Trainingsgelände - und zwar bis dorthin, wo die Engstelle beginnt. Allerdings sind dort die Felsen heuer rund 1-2 Meter heraußen, hier braucht es ordentlich viel Schnee; der Gletscher ist dort mittlerweile völlig abgeschmolzen.
Oben angekommen, offenbart sich ein ebenso wunderschöner wie unglaublicher Ausblick. Ja - auch das ist September!
Meine Lieblingspiste am Kitzsteinhorn darf ich entjungfern.
Zuvor noch schnell ein Beweisfoto...
Sensationelle Bedingungen in jedem Fall - eine hart/griffige Schneeauflage, wie man sie vielerorts oft nicht einmal im Jänner oder Februar hat. Hier schon am 27.09.2010! Das Privileg teilen heute wohl nicht viel mehr als 100 Personen mit mir - vielen davon steht die Freude über diese ersten Schwünge der Saison 2010/11 ins Gesicht geschrieben. Die besten Verhältnisse gibt´s einmal mehr auf der rechten Keesliftabfahrt, sehr gut jedoch auch die Abfahrt in der Mitte (wenn auch nur bis auf Höhe Stütze 3 geöffnet, dann Querfahrt zur Keespiste). Das Trainingsgelände geht ebenfalls super, ist allerdings von der Schneebeschaffenheit her ein bisschen härter.
Das Wahrzeichen des Kitzsteinhorns.
...und die ersten Schwünge im Powder. Recht viel war heute aber (im Vergleich zu den Saisonstarts 2008 und 2009) nicht drin, zu gering ist die Schneeauflage noch. Ich begnügte mich daher mit ein paar Schwüngen unmittelbar neben dem Trainingsgelände.
Abschmelzungserscheinungen am Schmiedingerlift
Der untere Teil ist ohnehin schon seit Jahren gletscherfrei
Zum Abschluss noch ein Bild der Magnetköpfllifte, deren Liftwart heute nur selten richtig beschäftigt war. Nur zwischenzeitlich war der Lift in Betrieb, ich bin ihn insgesamt 4x gefahren. Die Kitzlifte, welche ab Sommereinstieg ebenfalls bereits betriebsbereit waren, waren naturgemäß ebenfalls nicht in Betrieb.
Angesichts der tollen Verhältnisse und der genialen Stimmung in jedem Fall ein perfekter Saisonauftakt, wenn auch das Pistenangebot noch sehr eingeschränkt ist. An der Öffnung der Kitzlifte in voller Länge wird gearbeitet, der Gletscher ist allerdings bis auf Höhe Stütze 3 komplett abgeschmolzen - eine Betriebsaufnahme daher nur mit Schneeverschiebungsarbeiten denkbar. Für den Andrang im Moment allerdings noch nicht sinnvoll.
Besten Dank an dieser Stelle nach Kaprun - es ist nicht selbstverständlich, für so eine geringe Menge an zahlenden Gästen wochentags bereits so ein Angebot zu bieten. Ich komme sicher wieder.