Die einzigen beiden Berichte über die Fageralm hier im Forum stammen aus dem Jahre 2005. Viel hat sich seitdem nicht verändert - die Talstation wurde neu gestrichen, das war’s dann auch im Wesentlichen – trotzdem schreibe ich noch einen Bericht über meinen Besuch vom drittletzten Tag des Jahres 2010 bei leider eher schlechtem Wetter.
So recht wissen wir an jenem Tag Ende Dezember in der Hauptsaison nicht, wohin es gehen soll. Die Gebiete werden allesamt von Tag zu Tag voller, das Wetter ist ziemlich schlecht, weshalb die höheren, attraktiveren Ziele wie Zauchensee oder Gastein rausfallen und im Gültigkeitsbereich von Ski Amadé muss es auch noch liegen. Da bleibt nicht mehr viel übrig… Moment mal, da gibt’s doch noch so einen kleinen Skiberg zwischen Radstadt und der Reiteralm, wo wir noch nie waren. So sind wir dann gegen mittag zur Fageralm gefahren.
Das Skigebiet besteht aus zwei Doppelsesselbahnen unten (Fageralm und Jägerlift) und 4 Schleppern oben, ist durchwegs als einfaches Gebiet einzuordnen und ideal für Familien geeignet. Bis auf die Abfahrt der unteren DSB-Sektion (kann aber sogar umfahren werden) ist alles blau, leicht geneigt, unten Waldschneisen oben offenere Almflächen. Das Klientel ist angenehm ruhig, Hektik kommt keine auf, perfekt also für einen lockeren, lässigen Tag zwischendurch oder eben für Familien. Hier kannst du deine Kinder auch mal ein paar Runden drehen lassen, ohne dass du dir Gedanken machen musst.
Die beiden Sesselbahnen erschließen jeweils eine Waldschneise, bei der sich nette Hänge mit kupierten Flachstücken abwechseln. Der Doppelschlepper Vorderfager erschließt zwei doch ziemlich flache Pisten, besitzt aber doch eine gute Länge, die Piste am Mitterfager ist etwas steiler aber doch arg kurz, am Hinterfager gibt’s die attraktivsten Abfahrten im oberen Bereich, hier ist auch eine Atomic-Teststrecke, wohl noch ein Relikt aus dem Rohrmoser-Zeitalter, der auch einmal an der Fageralm beteiligt war. Im oberen Almgelände finden sich noch viele gemütliche, urige und wirklich authentische Hütten.
Das Wetter ist bei unserem Besuch nicht gerade ideal, zum Grau in Grau der vorangegangenen Tage ist nun noch leichter Schneefall und Nebel oberhalb der Baumgrenze hinzugekommen, weshalb die Bilder auch nicht sonderlich gelungen sind. Aber in Anbetracht der seltenen Berichte von der Fageralm poste ich sie trotzdem.
Der Schnee war sehr gut, eigentlich der beste der ganzen Woche, durchwegs perfekt griffige, natürliche Pisten; durch die wenigen Leute (Wartezeiten nahezu Fehlanzeige) war es auch nicht ausgefahren, ganz oben gab es vereinzelt noch ein paar Steinchen, die man aber alle gut umfahren konnte.
So, nun zu den paar Bildern. Vom Parkplatz (die Talstation liegt von Radstadt kommend sogar etwas versteckt und man sieht sie erst, wenn man davor steht) führt eine DSB zunächst über ein paar Wiesen, dann durch den Wald hinauf zur Mittelstation.
Nach links blickt man in ein Tal, links außerhalb des Bildes sind die Bergstationen auf der Gasselhöhe, dort oben ist heute sicherlich wesentlich mehr Betrieb, wurde es diese Woche doch von Tag zu Tag voller.
An der Mittelstation heißt es dann umsteigen in die nächste DSB.
Sie heißt Jägerlift, hat einen Schlepper auf gleicher Trasse ersetzt und führt immer durch den Wald. Oben hat das letzte fast ebene Flachstück was von einem Mittelgebirgsgebiet… Aber hier geht’s oben ja noch weiter.
Im Anschluss folgt etwas versetzt der Doppelschlepper Vorderfager, hier öffnet sich auch die Landschaft und man fährt durch nette Almwiesen. Die Pisten sind übrigens hier oben noch recht natürlich mit Bodenwellen etc.
Auf der anderen Seite des Buckels führt der Mitterfager-Lift wieder ein Stück hinab, bietet genauso wie die anderen Lifte hier oben auch einige Varianten abseits der Pisten, allerdings alles etwas arg flach.
Zu guter Letzt gibt es noch den Hinterfagerlift, wieder etwas länger und steiler mit durchaus ansprechender Abfahrt.
Nun ja, ganz so wenig war dann doch nicht los, aber der Betrieb hielt sich schon schwer in Grenzen, das Publikum war ziemlich relaxed; ein Gefühl, dass man nebenan auf Reiteralm und Co. eher selten bekommt und hier eine angenehme Abwechslung darstellt.
Diese Goliath-Schaukel (irgendeine überdimensionierte „normale“ Schaukel) ist nur ein Teil dessen, was man hier in die Landschaft gestellt hat. Es gibt einige weitere „Themenparks“ entlang der Vorderfager-Lifte, bei denen sich meist ein Zieher durch die Almlandschaft schlängelt und durch Indianer- oder Waldtierfiguren eingerahmt wird. Hält sich aber in Grenzen, für Kinder ganz nett gemacht und nicht so spacig abgehoben wir nebenan
Groß ist das Gebiet freilich nicht, bietet aber insbesondere für Familien oder einen gemütlichen Tag zwischendurch genug für einige nette Stunden. Der größte Kritikpunkt in meinen Augen – der nicht unerwähnt bleiben darf – ist aber der Kartenpreis. Ohne Mehrtages- oder Saisonpass macht es nur bedingt Sinn hierher zu fahren, der Tageskartenpreis von 39,50 Euro steht in keinem Verhältnis zum Angebot und ist auch nicht so ganz familientauglich, insbes. im Vergleich zu den Nachbarn, wo es 1,50 Euro mehr (Zauchensee etc.) oder gar 1,50 Euro weniger (Obertauern) kostet.
Ein paar Google-Earth Bilder hab ich zum Abschluss natürlich auch noch für euch: