

Am Montag, den 03.01.2011 musste ich mich mal wieder ganz alleine auf die Socken machen und entschied mich, für den Vormittag nach Obsteig zu den Grünbergliften zu fahren. Hauptgrund hierfür war natürlich der alte, 1970 erbaute und 1.300 Meter lange ESL – die Hauptanlage des Gebiets, das ansonsten nur noch einen 400 Meter langen, modernen Schlepplift sowie 2, 3 Seillifte aufweist.
Zum Skifahren selbst gibt es also nur 2 Abfahrten – die vom ESL und die des Schlepplifts, der ein Stück weit rechts vom Sessellift startet. Den Pistenplan kann ich gerade nicht verlinken, da irgendwie die Seite der Grünberglifte nicht mehr geht. Die Hauptabfahrt verläuft im Übrigens völlig separat vom SL-Hang, so dass man wenigstens ein bisserl eine Abwechslung hineinbekommt.
In der Früh war ich um 9:15 dort und musste noch warten, denn die Lifte sperren erst um 9:30 auf und ich war besser als geplant über die A95, Ehrwald (am Rückweg besuchte ich die Wettersteinlifte – Bericht folgt nach diesem hier irgendwann am Wochenende...) und den Fernpass durchgekommen.
Für 12 EUR gab es eine Vormittagskarte (bis 13h, wenn ich mich recht erinnere), was voll OK ist – dazu noch als Keycard!
Ich erkundigte mich extra nochmal nach dem Betrieb des Sessellifts und die Frau an der Kasse meinte, er würde sicher in Betrieb gehen. Doch um 9:30 tat sich hier nichts – der Schlepplift startete ich fuhr hier ein paar Runden – außer mir waren nur eine Hand voll Leute, meist Jugendliche, unterwegs.
Gegen 10 Uhr wurde es etwas voller, aber die meisten (Skikurse und Familien) fuhren an den Seilliften, so dass sich nur eine kleine Schlange am Schlepper bildete. Der ESL jedoch rührte sich nicht und als ich schon nachfragen wollte, geschah dann doch noch das Wunder – er ging in Betrieb!
Ich hätte ganz schön abgekotzt, wenn er wg. „Schneeverwehungen“ oder so (wie der Mitterkaserlift am Jenner z.Bsp.) doch nicht gelaufen wäre. Wegen einem modernen 400m langen Schlepper fahre selbst ich nicht von München über den Fernpass rüber bis nach Obsteig.
Dafür konnte ich den ESL den restlichen Vormittag ohne großes Anstehen (max. drei, vier Sessel) fahren.

Der Skihang neben dem Schlepplift (rechts am Waldrand) gleich in der Früh. Nicht schlecht für einen Übungslift, wie ich fand. Die Talabfahrt kommt übrigens an ganz anderer Stelle raus – nicht oberhalb des Schleppers.

Leider kein alter Dieselantrieb mit Gitterportalmasten und Kurzbügeln...
(So „Schrott“ aus den 60ern halt.)

In der Früh war das MEIN Lift...



Er wollte einfach nicht in Betrieb gehen und ich bereute schon, keine Waffe mitgenommen zu haben

Banger Blick nach oben – aber ich sollte ja gleich da hoch schweben!

Noch tat sich nix...


Irgendwann lief der Lift dann endlich! Am Einstieg – die folgenden Fotos sind aber nicht von einer Fahrt sondern von 2, 3 Fahrten zusammengewürfelt. Drum sitzt manchmal die blonde Frau im Sessel vor mir bzw. niemand.

Los geht’s!

Manche würden hier die Schi aneinanderklopfen, um die Leute zu „beschneien“ – ich hoffe immer, dass solchen Typen dabei mal die Bretter runterfallen...

Bei der Auffahrt in der schattigen Schneise herrschte eine recht knackige Kälte...


Blick zurück.


Niemand folgt...




Die Fahrt durch den Wald zog sich recht lang hin – ich hätten den Lift eher auf 1,5-1,6 km als auf 1,3 wie lt. Liftworld geschätzt. Aber man täuscht sich bei so etwas immer recht leicht.


Bald ist es geschafft – ich stelle vielleicht manchmal doch zu viele Trassenbilder rein...

Sonne!



Blick ins Tal

Schöne, alte 60er/ 70er Jahre ESL-Station.




Wie lange es sie wohl noch gibt – die ESLs? In den letzten Jahren sind ja einige ihrer Zunft gefallen - Hohe Salve III, Alpenrose, Grubigstein, die Kultanlage in Berwang und der ESL daneben (Hochmooslift und Muldenlift oder so), in Nesselwang die 2.Sektion, in Hirschegg am Heuberg und nebenan der Zaferna im Kleinwalsertal, und und und...


Hier geht die Abfahrt runter...

Blick vom Ziehweg im oberen Teil, wo die Abfahrt die Seite wechselt.

Die Talabfahrt hier ist recht schön zum Fahren – keine glatte Pistenautobahn, sondern mit „Ecken und Kanten“.

und Schuss! (unten wird es total flach – um die Kurve geht es rechts durch den Wald, bis man am Schlepper rauskommt, mit dem man nach oben fahren kann oder man schiebt 100 m weiter zum ESL.)

Im Flachstück am Ende der Piste noch eingefangen...
Fazit: Für einen halben Tag ideal – vor allem für die unverbesserlichen Liftnostalgiker. ESL im Winterbetrieb – das gibt es selbst bei uns in Deutschland fast gar nicht mehr. (Hochries, Kampenwand, Sudelfeld, Kranzberg und das war es, oder?)