
Am 08.02. ging es nochmals auf zu einer Tagesfahrt mit dem Bus, dieses Mal nach Lech am Arlberg. Für mich höchste Zeit, denn damit wurde endlich wieder einer der schwarzen Flecken auf meiner persönlichen Skigebiets-Karte gelöscht. So viel kann ich schon mal vorweg nehmen: Nach allen Bildern und Berichten, die ich über das Skifahren am legendären "Weißen Ring" gesehen habe, waren meine Erwartungen deutlich zu hoch gesteckt. Letztlich blieb für mich als reinen Pistenfahrer ein ganz nettes Skigebiet, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Ergänzende Worte dazu folgen weiter unten, hier erstmal die Daten:
An- und Abreise:
Busabfahrt 01.15 Uhr Münchberg, Ankunft 08.20 Uhr Lech (Parkplatz 2 SB Schlosskopf), Rückfahrt 17.30 Uhr, Ankunft ca. 00.30 Uhr
Wetter & Temperaturen:
Morgens sonnig, ganz leicht bewölkt, ab mittags zunehmend stärker bewölkt, zunehmend kräftiger Wind / Föhn, nachmittags bedeckt. Temperaturen morgens leicht unter Null, tagsüber etwas darüber.
Schneehöhe & -zustand:
In der vorherigen Nacht hatte es ca. 5 (Tal) bis 15 cm (Berg) Neuschnee gegeben. Dieser war auf vielen Pisten zwar frisch angewalzt, aber nicht mehr durchgefroren, teilweise auch verweht. Zum Fahren war der Neuschnee ziemlich bremsig-stumpf und es bildeten sich frühzeitig Haufen. Unter dem Neuschnee hin und wieder Eisplatten. Allgemein war die Schneelage recht dürftig, vor allem in den unbeschneiten Bereichen fanden sich auf den Pisten öfters Steine und/oder Eis (z.B. Auenfeld, Madloch, Furkamähder...). Offensichtlich war der vorhandene Schnee auch an vielen Stellen verblasen. Der Neuschnee konnte an den Verhältnissen nicht viel ändern, zumindest nicht auf den Pisten - offpiste schien es ganz gut zu gehen, bis Mittag waren die Hänge ordentlich zerpflügt.
Geöffnete Anlagen & Pisten:
alle Anlagen und Pisten geöffnet - einzelne Skirouten geperrt.
Gefahren mit:
55 PB Rüfikopf I
2 SL Schüttboden
6 KSB Trittalp
50 PB Trittkopf
2 SB Übungshang
4 KSB Zürsersee
4 KSB Seekopf
2 SB Madloch
2 SB Zugerberg
SL Balmengrat
6 KSB Kriegerhorn
8 KSB Steinmähder
10 EUB Auenfeldjet (2x)
6 KSB Sonnen-Jet
6 KSB Jägeralp-Express
6 KSB Wartherhorn-Express
4 SB Hochalpbahn
8 KSB/10 EUB Weibermahd
Wartezeiten:
5 Min. 2 SB Übungshang, sonst keine nennenswerten.
Gefallen:
Wieder pünktlich zum Liftstart da
neues Skigebiet kennengelernt
Weiträumiges Gebiet mit herrlichem Panorama
Nicht gefallen:
Wenig Schnee
Teilweise Eis/Steine
Oft Flach-/Schiebestücke, Gegenanstiege
Fazit:
Nach allem was ich bisher von der "Wiege des Skilaufs" gehört und gesehen hatte, war ich eher enttäuscht. Also nicht falsch verstehen, das ist Jammern auf hohem Niveau, das Skigebiet ist wirklich schön und auch abwechslungsreich - aber ich als Pistenfahrer würde Lech-Zürs als "austauschbar" einstufen (Warth haben wir nur kurz am nachmittag besucht, kannte ich aber schon von früher). Die landschaftliche Schönheit und die Weitläufigkeit sind sicherlich toll, und für Freerider mag das Gebiet wirklich ein Paradies sein, jedoch sind mir als Erstbesucher dann doch ein paar Punkte eher negativ haften geblieben: Die vielen Flachstücke, manchmal auch Gegenanstiege sind etwas störend. Dies hat uns z.B. auch von der Abfahrt durchs Zürser Täli abgehalten - der elend lange flache Ziager zurück. Auch die Verbindung der Lifte um den Zürser See ist suboptimal. Dazu dann noch die relativ bescheidenen Verhältnisse - ok, dafür kann das Skigebiet nichts, zumindest nicht primär. Aber m.E. könnte auch im "Schneeloch Arlberg" die Beschneiung noch ausgebaut werden.
Unterm Strich finde ich persönlich im Nachbarschaftsvergleich den Bereich St. Anton / St. Christoph / Stuben wesentlich attraktiver. Und auch in meiner gesamten "Skigebiets-Rangliste" schafft es Lech-Zürs(-Warth) nicht in die Top 5. Wie gesagt, für die Powder-Freaks mag das ganz anders aussehen, aber dazu zähle ich nunmal nicht.
Kurz nach halb neun in Lech - nach einen Fußmarsch durch den Ort haben wir eine der ersten Gondeln der Rüfikopfbahn erwischt.

Schöne PB, hat zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel, aber das Alter sieht man ihr nicht an.

Bei der Bergfahrt der erste Blick ins Skigebiet: Die Schlosskopfbahn, rechts daneben das Karhorn, hinter dem sich das Warther Skigebiet versteckt...

... und links daneben Lech mit Schlegelkopfbahnen und Kriegerhorn, links im Tal liegt Zug.

An der Rüfikopf-Bergstation der Blick nach "draußen", hinten der Albonagrat.

Wir haben uns zunächst für die blaue 38 via Schüttbodenlift zur Trittalpbahn entschieden - und hier gleich den stumpfen Neuschnee in Verbindung mit Flachstücken zu spüren bekommen.

Auf dem Weg öffnet sich der erste Blick nach Zürs - noch liegt alles im Schatten...

... aber kurz darauf leuchten die Hänge unter dem Seekopf in der Morgensonne!

Vorher wollte aber noch die Trittkopfbahn gefahren werden - eine sehr schöne nostalgische Pendelbahn.

Vom Trittkopf aus eine schöne Aussicht ins Zürser Täli... sieht schon verlockend aus... aber der lange Ziager zurück nach Zürs hat uns dann doch davon abgehalten.

Abfahrt vom Trittkopf - weich und verweht, teilweise leider ziemlich bremsig.

Nun ging es aber hinüber auf die Sonnenseite.

Vom Seekopf aus bietet sich ein schöner Zoom-Blick über Lech und Oberlech, darüber das Warther Gebiet mit dem Saloberkopf. Dahinter ragt der mächtige Widderstein empor, links daneben unverkennbar der Hohe Ifen. Wie schon gesagt, landschaftlich gibt das Gebiet schon viel her.

Vor der Fortsetzung des "Weißen Rings" haben wir zunächst eine Wiederholungsfahrt an der Seekopfbahn eingelegt. Hinten die Trittalp- und Hexenbodenbahn, die auch langsam in die Sonne kommen.

Dann ging es weiter auf's Madloch. Wir hätten gerne noch eine Zwischenfahrt an der Muggengratbahn gemacht, aber leider existiert von der zugehörigen Abfahrt kein Rückbringer - Zürser Täli wollten wir wie geschildert nicht und das ganze Stück am Zürser See entlangschieben musste auch nicht sein. Hier wäre m.E. ein kurzer Rückbringer-Lift zum Seekopf höchst wünschenswert.

Die Madloch-Skiroute nach Zug. Nun gut, jetzt bin ich sie eben einmal gefahren. Was bleibt davon hängen? Ein Gegenanstieg oben und etliche Steinchen unten... Aber immerhin: Für meine Tochter die erste Fahrt auf einer (offiziell nicht präparierten Piste) äh Skiroute.

Nach der relativ frühzeitigen Mittagspause auf der Balmalp, wo mir angesichts der Preise beinahe die Tränen kamen, ging es weiter. Blick über die Furkamähder zur Steinmähderbahn - die eher dürftige bzw. stark verblasene Schneelage ist gut zu sehen.

Leider zog es immer mehr zu, der Wind wurde stärker und damit wurde es gefühlt auch deutlich kühler. Trotzdem machen wir uns auf den Weg nach Warth, ich wollte den Auenfeldjet einmal fahren und mein letzter Besuch in Warth datiert auch schon aus dem Jahr 1995.

Blick zum Saloberkopf.

Nach einer weiteren kurzen Einkehr ging es zurück Richtung Lech - mit dem neuen Auenfeldjet und der Weibermahdbahn im Blick.

Vorher galt es allerdings noch die Hürde "Auenfeldabfahrt" unter dem Sonnen-Jet zu meistern - bräunlich, hügelig, eisig, steinig...

Rückblick zum Saloberkopf - der bräunliche Zustand der Abfahrt ist deutlich zu sehen.

Und dann ging es auch schon zurück nach Lech - ein letzter Blick über Oberlech zum Rüfikopf...

... bevor sich die finale Talabfahrt im inzwischen fast komplett leeren Skigebiet anschließt. Ein schöner, wenn auch nicht überragender Skitag geht zu Ende, halt, nur fast zu Ende, es folgt ja noch die feucht-fröhliche Heimfahrt im Bus! Und auch nächstes Jahr wird es wieder ab und zu heißen: "Da simmer dabei..."