Eigentlich (1) plante ich Montag/Dienstag Skizufahren, aber nachdem der Sonntag nun plötzlich sehr gut aussah und der Montag mit föhnigem Glück noch einige Aufhellungen bringt, während der Dienstag trüb aussieht, hatte ich umdisponiert und einen Tag vorverschoben.
Eigentlich (2) bin ich kein Fan vom Arlberg.
Eigentlich (3) wollte ich im Gültigkeitsbereich meiner Saisonkarten fahren.
Und eigentlich (4) fuhr ich in der Zentralschweiz mit dem Ziel "Ischgl" los. Doch es kam anders:
Da der Arlbergtunnel ja bis November geschlossen ist, musste ich als oben drüber. Kurz vor der Abzweigung nach Zürs kam mir der spontane Gedanke, mal wieder am Arlberg zu fahren.
Weil (1) es schon 8 Uhr war und ich es somit nicht auf meine sonst immer planmässig erste Bergfahrt in Ischgl schaffen würde...
weil (2) die Berichte der letzten Tage hier im Forum sehr vielversprechend waren...
und weil (3) ich schon länger nicht mehr hier war...
...folgte ich diesem spontanen Gedanken und zweigte links ab. Das gebuchte Hotel in Ischgl würde ich ja auch so bis am Abend erreichen. So war ich dann sogar etwas zu früh an der Seekopfbahn und als die Bahn geöffnet wurde, war ich der einzige Gast an diesem letzten Betriebstag.
Schon nach den ersten Fahrten auf den bereits herrlich firnigen Pisten am Seekopf und mutterseelenallein wusste ich, dass sich die zusätzlichen EUR 34.50 gelohnt haben.
Zwar runzelte sich ein paar Mal meine Stirn über die Präparierungsqualität mit vielen Löchern und Gräben, aber bei dem weichen Schnee schon früh morgens und dem uneingeschränkten Sonnenschein war das kein Problem. Klar, ich weiss, dass es im Frühjahr nicht so einfach ist mit der Präparierung, doch man sieht halt oft auch besseres bei gleichen Verhältnissen...
Mit Freude stellte ich fest, dass die Anzeigetafel falsch war: Muggengrat lief entgegen der dortigen Darstellung doch. Und die Nordpiste war zuoberst sogar noch etwas pulvrig.
Die 10 Richtung Flexenpass war ein Traum, vor allem der erste Hang. Herrlichster Sulz.
Unten dann wieder richtige Schneehaufen wegen mangelnder Präparation. Das könnte man besser machen, wenn man wollte. Aber was soll's, mit so viel Platz auf der Piste gut zu umfahren.
Auch die Trittkopfbahn war am Morgen auf der Anzeigetafel als geschlossen markiert. Sie fuhr aber ebenfalls trotzdem, was mich freute, weil es für mich vielleicht die letzte Fahrt mit dieser "ehrwürdigen" Kiste war. Und toll auch, dass die nach wenigen Minuten Stillstand grad wieder losfuhr, trotz nur 7 Leuten (j-d-s, etwas für Dich!). Um 10.15 Uhr war die Piste zwar noch etwas hart, aber trotzdem griffig. Unten raus leider wieder erbärmlich präpariert.
Somit war in Zürs alles offen ausser der Zürsersee-Sessel, auf den man ja gut verzichten kann.
Am Hexenboden und Trittalp mochten die Pisten bereits gegen 11 Uhr ganz leicht auffirnen. Ich war erstaunt, wie meine 159er-SL gut griffen.
Nach einigen Abfahrten ging es dann um 11.30 zum Madloch. Ein Traum! Frisch und bestens präpariert, keine Leute, und um diese Zeit genau richtig angefirnt. Schade gibt es hier keinen Lift für Wiederholungsfahrten.
Das Panorama nach der gemütlichen Zugerbergfahrt:
Beim Steinmähder hatte ich erstmals das Gefühl, dass man hier merkt, dass es weniger Beschneiungsanlagen gibt. Ich habe keine Ahnung, wo genau hier beschneit wird und wo nicht, aber der Unterschied zu Ischgl-Samnaun, wo überall beschneit wird, ist deutlich vorhanden. Apere Stellen wie einige hier habe ich letzten Dienstag in Ischgl jedenfalls nirgends gefunden. Ok, die Höhe und Exposition hilft dort natürlich auch noch.
Und was mich total erstaunt: auch im Lecher Bereich komplett leer. Fast schon ausgestorben. In Ischgl war da ja wochentags, wo auch wenig los ist, noch mehr. Gut für mich, bei dem weichen Schnee auf der sonnigen Lecher Seite sowieso! Die paar Wolken übrigens, die sich mittlerweile gebildet haben, sind nur von Vorteil.
Schade ist Warth schon geschlossen. Ich wäre gerne mal mit dem Auenfeldjet gefahren. Mein letzter Besuch hier war grad im Winter vor der neuen Verbindung. Nächste Saison dann vielleicht halt.
Die Pisten um Steinmähder, Kriegerhorn, Hasensprung, Weibermahd, Petersboden und Schlegelkopf waren dann doch etwas arg weich und trotz der extrem wenigen Leute nicht mehr so gut zu fahren. Nachdem ich alle diese je ein bis drei Mal gefahren bin, habe ich dann doch relativ bald, um 13.15 Uhr zum Rüfikopf gewechselt.
Auf dem Petersbodensessel röstete die eingeschaltete Sitzung fast meinen Hintern weg
Kann man die tatsächlich nicht abschalten???
Die rechte Talabfahrtsvariante wurde schneemässig dann doch schon arg knapp. Und auch sonst hatte es schon einige apere Stellen. Aber kein Problem. Morgen muss ja hier nichts mehr sein
An der Rüfikopfbahn hatten sie es dann aber nicht so eilig wie an der Trittkopfbahn. Dauerte gefühlt "ewig", bis die Bahn losfuhr.
Somit hatte ich den weissen Ring also geschlossen, noch zwei Abfahrten an der Trittalp (ebenfalls mit unangenehmer Hintern-Vrebrennungsgefahr) und am Hexenboden, wo die Pisten schon noch deutlich schöner sind, und dann um 14.00 Uhr zurück zum Auto, den rechten Schuh ab (Automatikgetriebe) und rüber zur Alpe Rauz.
Schon sehr wünschenswert, dass hier bald mal eine Verbindungs-EUB gebaut wird. Und eigentlich erstaunlich, dass dies nicht schon längst gemacht wurde.
Zuerst ging es mit der Valfagehrbahn hoch, von wo man den deutlich dichteren Verkehr über den Pass beobachten kann...
...und dann runter nach Stuben.
Das einzige Mal, wo ich auf Albona war, wa es neblig, das wollte ich endlich ändern, auch wenn die Fahrt mit den zwei resp. drei DSBs ewig dauerte. Die Pistenpfosten und Tafeln waren im Stubener Bereich schon alle weg, sodass ich, weil ich es nicht kannte, durchaus etwas Mühe hatte, mich zu orientieren. Dafür waren die Nordhangpisten wie erwartet noch viel besser zu fahren.
Zum Schluss ging es noch für ein paar Fahrten in den St.Christoph-Sektor. Leider habe ich im Lecher Sektor etwas zu viel Zeit "verplämpert", die mir dann hier fehlte und ich nicht mehr bis St.Anton runterfahren konnte. Aber die Aussicht am Schindlergrat wollte ich mir nicht entgehen lassen.
Dass heute Betriebsende war, merkte man auch sonst gut. An einigen Liften waren die Drehkreuze nicht mehr in Betrieb, man musste nebendran vorbei. Nicht so am Arlenmähder: Da stand zwar auch eine Absperrung vor den Drehkreuzen, sodass ich dachte, man müsse auch hier nebendran durch, wo keine Netze/Seile mehr waren. Dem war aber nicht so, eines der vier Drehkreuze sei noch offen. Der nicht grad sehr freundliche Mitarbeiter schickte mich schulkindmässig zurück zum Drehkreuz. So ein A... Überhaupt hatte ich heute nicht so das Gefühl, sehr willkommen zu sein... schon an der morgendlichen Kasse nicht... Und der Rauzlift war um 16 Uhr schon abgebügelt, obwohl er bis 16.20 Uhr hätte laufen sollen...
Danach hiess es nochmals Autofahren nach Ischgl, wo mein reserviertes Hotel auf mich wartete. Den Autokolonnen, die aus dem Paznauntal kamen zu entnehmen, war in Ischgl heute viiiiiel mehr los. Und auch der Parkplatz der Silvrettabahn war um kurz vor 17 Uhr noch gut gefüllt.
Fazit: Ein toller Tag an unerwarteter Destination. Arlberg-Fan werde ich aber trotzdem nicht. Irgendwie litt auch die Freundlichkeit. Und das mit den alten Bahnen hat halt schon was... Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten Jahren irgendwo so viele DSBs an einem Tag gefahren zu sein...
Fortsetzung folgt morgen live aus Ischgl, da ich dort im Schweizer Netz surfen kann
