
So, nachdem ich zwischenzeitlich schon mal versehentlich meinen Entwurf gepostet hatte, gibt's jetzt den fertigen Bericht
Anfahrt
Meinerzhagen - A45 - Gießen mit dem eigenen Auto in 1:10h
Gießen - A5 - Karlsruhe - A8 - Ulm - A7 - Fernpass - Nauders mit dem Bus in 9:00h
Wetter
Allgemein unerwartet sonnig, auch wenn immer mal wieder die ein oder andere Wolke am Berg festhing. Lediglich im Bereich des Almlifts hielt sich auf ca. 2100m-2250m dauerhaft eine Wolkendecke, da der Föhn die Wolken aus südlicher Richtung über den Reschensee schob. Der Wind bließ eigentlich nur an der Bergstation der Zirmbahn stärker, sonst hielt sich alles im normalen Rahmen.
Temperatur
Laut Messstation im Tal zwischen -1 und +2 Grad.
Schneehöhe
Tal: 55cm
Berg: 120cm
Schneezustand
Zirmabfahrt den ganzen Tag über perfekt pulvrig-kompakt. Tscheyeck ziemlich abgeblasen, wurde im Laufe des Tages etwas weicher. Gaisloch und generell alles unter 2100m-2200m leider doch relativ glatt.
Geöffnete Anlagen
6EUB Bergkastelseilbahn
8KSB Zirmbahn
6KSB Tscheyeckbahn
6KSB Gaislochbahn
DSB Lärchenhang 1
DSB Lärchenhang 2
2SL Almlift
2SL Ganderbildlift
2SL Goldseelift
2SL Ideallift
2SL Panoramalift
1SL Tallift
Übungslift Skischule
Geschlossene Anlagen
-
Offene Pisten
alle außer...
Geschlossene Pisten
25 - Almtalabfahrt
Gefahren mit
11x Zirmbahn
5x Tscheyeckbahn
4x Gaislochbahn
3x Almlift
3x Bergkastelseilbahn
1x Lärchenhang 2
1x Panoramalift
1x Ganderbildlift
Wartezeiten
Bis auf die erste Bergfahrt nie mehr als 2min, wobei es an der Zirmbahn erstaunlicherweise noch bis Betriebsschluss immer kurze Wartezeiten gab (5 Sessel).
Daten
Strecke: 102,42km
Höhenmeter: 13.975m
Gefallen
Nicht gefallen
Fazit
Pistenplan
Bevor es mit dem eigentlichen Bildbericht losgeht, gibt es für alle, die sich fragen, wie man auf die Idee kommt für 8h Skifahren 19h Bus/Auto zu fahren, eine mehr oder weniger "kurze" Einleitung
Diejenigen, die sich nur für den Ablauf der Anfahrt mit Schneebeben an sich interessieren, brauchen nur den letzten Absatz zu lesen, und alle anderen können das natürlich auch ganz sein lassen
Me and my way to the Alps for only one day
Irgendwann im Frühjahr 2014 erfuhr ich hier im Forum mal, dass es einen Reiseveranstalter gibt, der sogar aus dem südlichen NRW/nördlichen Hessen Tagesfahrten in Alpengebiete anbietet: Schneebeben. Den Wunsch mal an einer solchen Fahrt teilzunehmen, übernahm ich dann mit in die Saisonplanung für den nächsten Winter. Etwas konkreter wurde das Ganze aber erst, als ich mich mit Forenuser christopher91 über ruf-reisen austauschte, da ich in den anstehenden Ferien für eine Woche mit diesem Unternehmen verreisen würde. Eine lange Zeit stand auch im Raum, dass Christopher selbst als Teamer vor Ort ist, doch daraus wurde letztlich nichts. Dennoch hielten wir fest, uns bei Gelegenheit mal zu treffen, weswegen ich eine Tagesfahrt mit Schneebeben direkt mal auf den Weihnachts-Wunschzettel setzte. Erfüllt werden konnte dieser jedoch nicht, da es bei Rückankunft in der Nacht keine Möglichkeit gegeben hätte nach Hause zu kommen.
So war das Thema für diesen Winter erst einmal hinfällig, aber der Nächste kommt ja bestimmt, und so tauchte dieser Punkt in der Planung für die Saison 2015/2016, in der ich dann auch selber Autofahren durfte, wieder auf. Einen ersten Austausch mit Christopher gab es dann wieder, als ich mal eine detaillierte Wettervorhersage brauchte. Daraufhin hatte er natürlich Einen gut bei mir, und um Den einzulösen musste natürlich ein Termin gefunden werden, bei dem wir beide Zeit hatten. So grenzten wir das Ganze schon mal auf drei Tage und später, als ich die Daten für meine Vorabiklausuren bekam, dann auf den 27.02. in Nauders ein. Für die finale Buchung sollte aber erst einmal der Wetterbericht abgewartet werden, denn bei so einer langen Anfahrt sollte das Wetter natürlich schon einigermaßen passen.
Zwei Wochen vorher meldete sich Christopher dann noch einmal:
chr91: Wenn du nun sagst das das am 27. fix ist melde ich mich da bei Schiri auch noch ab
schm: Wenn du mir sagst, dass das Wetter am 27. halbwegs in Ordnung ist, würde ich das machen
chr91: Haha warte ich schau mal in meine Glaskugel
Für mich begann dann auch langsam die genaue Planung der letzten Unklarheiten, was in erster Linie der Abfahrtsort war. Köln würde von mir aus zwar am nächsten liegen, doch da der Zug zu den gegebenen Zeiten nicht nutzbar ist, hätte ich mit dem Auto dorthin fahren müssen. Problem dabei ist, dass Köln nun wirklich nicht für viele Parkplätze bekannt ist, schon gar nicht wenn man dann auch noch Dinge wie die maximale Parkdauer beachten muss. In einem Telefonat erfuhr ich dann später, dass anstatt Köln nur Koblenz angefahren werden würde, wodurch die Option für mich endgültig gestorben war. Da Winterberg genau so wenig angefahren wurde, entschied ich mich letztlich für Gießen, zumal hier an einem Intersport ausreichend Parkplätze zur Verfügung standen und ich mir damit auch ohnehin ein paar Buskilometer ersparte.
Ich für meinen Teil hatte also soweit alles vorbereitet, fehlte nur noch das Okay von Wetterfrosch Christopher, doch optimal sah seine Vorhersage am Dienstag vorher (nur bis dahin sind noch alle Abfahrtsorte buchbar) nicht aus:
chr91: Es ist sehr schwer zu sagen, momentan sieht es so aus das der stärkste Föhn erst nachmittags aufkommt aber in Nauders stauen sich halt schnell die Wolken und Tscheyeck geht dann schnell zu bei Wind hm..
schm: Ich würde ich mal sagen, wer nicht wagt der nicht gewinnt
chr91: Hm musst du selber wissen, mir wär es zu riskant
Zwei Stunden später…
schm: So scheiß drauf, Buchung ist raus
Einen Tag vorher erreichte mich dann eine weitere Einschätzung:
chr91: Also war ja heut in Gurgl, ab 14 Uhr schon Föhn, von Tscheyeck können wir uns glaub verabschieden.
schm: Dem ganzen zum Trotz kann ich sowieso nur sagen: ABER SCHEIß DRAUF, NAUDERS IST NUR EIN MAL IM JAHR, oleeee oleeee
So wurden dann alle Sachen zusammengepackt und es ging Freitagabend um 22:00 Uhr los nach Gießen, um pünktlich eine halbe Stunde vor der Abfahrtszeit um 00:00 Uhr da zu sein. Klappte dann auch alles problemlos, nach und nach trudelten immer mehr Leute ein und der Bus kam pünktlich vom vorherigen Stopp aus Marburg an. Die ganze Ausrüstung wurde dann ganz entspannt verladen und nachdem sich drei Teilnehmer leicht verspätet hatten, ging es dann um 00:10 Uhr los. Der Bus war zu dem Zeitpunkt noch nicht komplett belegt, da es noch einen weiteren Zwischenstopp in Leonberg nahe Stuttgart gab. Nachdem dort dann auch die letzten Mitfahrer eingestiegen waren, ging es auf mehr oder weniger direktem Wege in Richtung Nauders. Kurz bevor wir den Fernpass überquerten, teilte ich Christopher um 07:00 Uhr kurz meinen aktuellen Standort mit. Seine Antwort war dann leider nicht sehr erfreulich, denn er hatte sich am Tag zuvor einen weggeholt und lag komplett flach. Aus dem Treffen wurde also nichts, aber was soll's - dran ändern kann man eh nichts und aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben, zumal es schon wieder konkretere Planungen für die Zeit nach den Abiklausuren Ende April gibt. Außerdem konnte es ja nichtsdestotrotz immer noch ein guter Skitag werden. Kritisch wurde es dann erst, als ich im Halbschlaf bemerkte, wie der Bus bei der Abfahrt vom Fernpass plötzlich wieder eine Straße bergauf fuhr. Ich wartete ein paar Minuten, doch es tat sich nichts, und ein Blick auf's Handy bestätigte mich in der Vermutung, dass wir uns allen Ernstes auf der falschen Route befanden und anstatt in Richtung Imst in Richtung Telfs unterwegs waren! Ich ging zum Busfahrer, der dies ebenfalls erkannt hatte und etwas planlos mit dem vorherfahrendem Busfahrer am telefonieren war. Umkehren war dann schon nicht mehr möglich, sodass wir den Weg über Mötz nehmen musste. Als hätten wir dadurch noch nicht genug Verspätung gehabt, musste auch unbedingt noch ein 25-minütiger Stopp an der Trofana-Raststätte gemacht werden um die "Goody Bags" einzuladen… Zugegeben ist es zwar ganz nett morgens Frühstück zu haben, aber in der Situation war es einfach nur nervig. Um 09:25 Uhr erreichten wir dann denn Parkplatz; bis alle Skipässe verteilt waren und ich mein Material hatte (das sogar noch relativ weit vorne lag), war es dann bereits 09:40 Uhr und mich erwarteten noch 5min Wartezeit an der Seilbahn.
Bilder

Nach der Verspätung wurde die erste Stunde erstmal durchgefahren, deswegen ist es bei diesem Bild aus der Gaislochbahn schon 10:45 Uhr.

Die grenzwertig glatte aber immerhin leere Gaislochabfahrt.

Weiter zum Tscheyeck.

Der relativ naturbelassene untere Abschnitt.

Nach der Kuppe öffnet sich das Gelände.

Seitenblick.

Dann überquert die Bahn die Tscheyeckabfahrt.

Auf der Wiegenabfahrt.

An sich eine tolle Piste aber leider zu glatt.

Blick gen Süden, auf dem Kamm befindet sich schon die Grenze zu Italien.

Nach der nächsten Bergfahrt wieder zwischen den Wolken angekommen.

Dieses Mal ging es über die normale Tscheyeckabfahrt talwärts.

Rückblick. Etwas abgeweht und dadurch recht glatt.

Abfahrtsvarianten an der Gaislochbahn.
Dann ging es weiter zur Zirmbahn mit ihrer ewig breiten Carvingautobahn. Ich denke mal mit Kommentaren kann ich mich ruhig etwas zurückhalten

Die letzten Meter verlaufen unterhalb der Baumgrenze.

Der kleine Funpark.

...

Nettes Hochtal.

...

...

...

...

...

Oben an der Bergstation gab es den stärksten Wind an diesem Tage.

Blick auf die Abfahrt, die ich immer in einem durchgezogen habe - ging einfach nicht anders

In einem sonnigen Moment ging es dann mal auf die Talabfahrt.

Sieht besser aus als es war - leider auch zu glatt um großen Fahrspaß aufkommen zu lassen.

Nachdem ich wieder oben war, sollte auch der Almlift mal gefahren werden, weshalb ich von der Zirmbahn aus die wirklich maßlos überfüllte Almabfahrt nahm

Blick auf die Trasse im oberen Teil. Im unteren Teil, wo sie durch den Wald verläuft, ist sie noch deutlich steiler.

Unterhalb der Baumgrenze hing leider die ganze Zeit eine Wolke drin.

Von rechts kommt die schmale Westabfahrt...

...die hier weiter geradeaus verläuft. Ich entschied mich zu Gunsten einer Wiederholungsfahrt jedoch für den Almlift.

Blick aus dem Schlepplift. Die italienische Grenze führt mitten durch diesen Kessel.

Der Föhn hielt sich glücklicherweise in der Schneise des Reschensees und beeinflusste so nur die westseitigen Abfahrten unterhalb der Baumgrenze.

Deshalb war die Sicht auf der Westabfahrt auch etwas schlechter, dazu die Piste leider unfahrbar glatt.

Es ging dann wieder auf's Tscheyeck, wo immer mal wieder Wolkenfelder durchzogen.

Für die Sicht war das zwar nicht optimal, doch es ergaben sich immerhin interessante Fotomotive.

Die Piste wurde nur nun etwas weicher, was sich beim Fahren auch direkt positiv bemerktbar machte.

Blick talwärts.

Bergstation Tscheyeckbahn.

Gueser Kopf mit Panoramalift.

Südwestblick.

Föhnstimmung.

Panorama vom Tscheyeck.

Dann ging es für das sich oben bietende Panorama mal mit dem gleichnamigen Lift hinauf. Ins Gelände fahre ich sowieso nicht und die schmale Piste ist zwar selektiv aber natürlich keine für Wiederholungsfahrten, sodass es mich wirklich nur des Ausblicks wegen dort hinzog.

Kenne mich dort nicht wirklich aus, aber gemäß Internet sollten das mittig links der Wildnörderer (3015m) und rechts dahinter der Glockturm (3355m) sein. Zudem am linken Bildrand der Plattigkopf (3174m) und an derem rechten die Seekarköpfe (3063m).

Und etwas nach Norden geschwenkt, wo auch das bessere Wetter erkennbar ist.

Stimmungsbild.

Dito.

Abschließend das Ganze nochmal als Panorama.

Dann ging es die abgerutschte Piste hinunter, hinten SFL.

Bergstation Tscheyeckbahn und der Starthang der dazugehörigen Abfahrt.

Nette Stimmung mit SL-Bügel und Föhnwolken beim Blick ins Unterengadin.

Da sie mir noch fehlte, habe ich am Ende noch kurz die abgelegene Gampenabfahrt an der Gaislochbahn mitgenommen. Oben geringe Schneeauflage (gab auch ein Hinweisschild), unten ganz gut aber halt auch etwas glatt.

Abschlussbild von der garagierten Zirmbahn.
Fazit Nauders:
Trotz der langen Fahrt von 2x 700km hat sich der Ausflug definitiv gelohnt! Das Skigebiet hat meine Erwartungen absolut erfüllt und mit einigen Abfahrten sogar noch übertroffen, denn die Zirmabfahrt ist definitiv meine neue Lieblingspiste
Fazit Schneebeben:
Dem Veranstalter kann ich hingegen keine gute Bewertung aussprechen. Der allgemeine Ablauf ist zwar völlig okay und auch für Leute, die keine Lust auf Feiern haben, geeignet, aber die skizzierten Vorkommnisse bei der Anfahrt gehen absolut gar nicht. Ich habe Schneebeben diesbezüglich auch eine E-Mail geschrieben, hier einige Auszüge aus der Antwort die ich bekommen habe:
Besonders letzteres ist für mich eigentlich eine Erkenntnis, die das Alles in einem noch schlechteren Licht dastehen lässt. Die Argumentation ist ziemlicher Schwachsinn, denn die Restaurants werden ihre Lebensmittel ja sicherlich nicht morgens zur Hauptbetriebszeit auf den Berg liefern und für 20min die Bahn belegen. Dass dies zu anderen Zeiten nicht genehmigt wäre, würde mich auch schon sehr verwundern. Aus meiner Sicht ist das Ganze lediglich der Versuch, sich von Seiten des Veranstalters aus der Sache herauszureden und eine verspätete Ankuft zu rechtfertigen. Sollte es sich ergeben, würde ich Schneebeben aber wahrscheinlich dennoch eine zweite Chance geben, denn zumindest für den Umweg konnten sie ja wirklich nichts und die wenigen Alternativen (Fernbus) haben hier nun mal auch nicht den besten Ruf.Für uns ist das natürlich auch unverständlich weshalb der Busfahrer in die falsche Richtung gefahren ist und können uns das nicht erklären, aber wie bereits vorher gesagt, der Busunternehmer wurde bereits darüber informiert, somit liegt das weitere Vorgehen in seinen Händen. Wir können da erstmal nichts weiter machen.
(...)
Die Busrouten werden in der Regel so geplant, dass ihr zwischen 08:30 und 09:00 Uhr morgens im Skigebiet ankommt. Diese Ankunftszeit ergibt sich daraus, da die Lifte in der Regel, in den Skigebieten die mit uns kooperieren darum bitten. Das liegt insbesondere daran, dass die Skigebiete vorab eine Menge an Equipment selbst erst einmal auf den Berg bringen müssen. 1500 Personen möchten natürlich auch verpflegt werden (nur vom Schneebeben). Somit ist die Gondel die ersten 20 Minuten komplett belegt nur durch Nahrungsmittel etc. Das wiederum würde Dich als Teilnehmer auch ärgern, wenn du vor der Gondel stehst und erstmal warten musst, dass das gesamte Equipment verstaut ist. Die Gondeln dürfen rechtlich auch vorher nicht den Transport auf den Berg beginnen, da diese dafür eine Sondergenehmigung brauchen (Dasselbe gilt für den Nachmittag und den Abend).