
Der Semmering war zuletzt immer wieder durch negative Schlagzeilen in den Medien vertreten. Zunächst wackelte der Saisonbeginn, weil das Seil der Kabinenbahn erneuert werden musste und grobe Mängel bei der Beschneiungsanlage behoben werden mussten. Dann hatte man keine Betriebsleiter. In weiterer Folge fielen einige Betriebstage wegen technischer Mängel aus und schließlich gab es auch noch Zahlungsprobleme und Gerüchte um einen Insolvenzantrag machten die Runde. Außerdem war der Internet-Auftritt zuletzt alles andere als zeitgemäß und es war nur schwer herauszufinden, welche Lifte und Pisten überhaupt geöffnet sind.
Ich wiederum muss noch Resturlaubstage vom Vorjahr abbauen und nutzte heute einen davon, um mir am Semmering vor Ort ein Bild von der aktuellen Lage zu machen.
Wetter:
Bei Temperaturen zwischen -5° und -3°C war es bewölkt und windstill. Meist schneite es unergiebig. Kurzzeitig war der Gipfel im Nebel.
Lift- und Pistenstatus:
Lifte: Es waren sowohl 8EUB als auch 4SB geöffnet
Pisten: Geöffnet waren:
Familenabfahrt
Kogelabfahrt
Weltcup-Panoramaabfahrt
Westhang
Demnach waren geschlossen:
Südhang
Osthang
Pistenverbindung Family light
Verbindung Kogel-Panorama (Funpark)
Das Pistenangebot war in den vergangenen schneearmen Jahren oft genauso groß wie heute. Dass man es aber an einem guten Winter wie diesen nicht schafft, zumindest noch die Piste Südhang zu beschneien muss wohl am Geldmangel liegen. Beschneiungstemperaturen hätte es heute zum Beispiel gehabt. Andererseits muss man sich auch die Frage stellen, für wen man eine zusätzliche Piste öffnen sollte. Im Schigebiet war heute extrem wenig los. In den ersten beiden Betriebsstunden waren vielleicht 20 bis 30 Autos am Parkplatz. Ich habe zu dieser Zeit immer das nächste FBM genommen und es alleine verwendet. Erst dann kamen mehr Leute, so dass ich bei der Gondel das eine oder andere Mal ein FBM warten musste. (Man will sich doch bei einer 8EUB nicht noch als sechster Fahrgast dazu quetschen)
Jetzt könnte man argumentieren, dass an einem Werktag kein großer Besucherandrang zu erwarten sei. Dem möchte ich entgegenhalten, dass in der Steiermark derzeit Ferien sind, und sich der Hirschenkogel teilweise in der Steiermark befindet.
Pistenzustand:
Die Pisten, die ich am Morgen vorfand waren pulvrig weich. Anscheinend hatte man wegen der Schneefälle erst kurz vor Betriebsbeginn präpariert. Die beste Präparierung gab es auf der Weltcup-Panoramapiste sowie auf der Familienabfahrt. Da hatte ich nichts zu bemängeln. Der Westhang war noch eine Spur weicher als die anderen Pisten, bloß punktuell an zwei Stellen gab es harte Knollen als ob dort ein Schneedepot verteilt wurde. Bei der Kogelabfahrt gab es nach der Brücke über die Rodelbahn großflächig Eisknollen und Dreck auf der Piste. Sonst war die Kogelabfahrt genauso gut zu fahren wie die anderen Pisten.
Kommen wir nun zu den Bildern.
Erster Blick von der Talstation der 8EUB zur Piste.

Die Drehkreuze sorgten bei einigen Besuchern für Verwirrung.

Links drei neue Axess-Drehkreuze rechts ein älteres Skidata-Drehkreuz. Mit Ostalpen-Card und Online-Tickets muss man das alte Drehkreuz verwenden mit den anderen Semmering-Karten muss man die neuen Drehkreuze passieren. Dass es für mich mit meiner Ostalpen-Card nur ein Drehkreuz gibt, hätte mich nicht gestört, wenn nicht immer wieder Gäste mit Semmering-Schikarte vergeblich versucht hätten, genau dieses eine Drehkreuz zu passieren und es damit eine gefühlte Ewigkeit blockierten.
Gut, das ist an diesem Schitag nur zwei oder drei Mal vorgefallen und hat die Freude am Schifahren nicht getrübt. Erste Abfahrt auf der frischen Weltcup-Piste.

Abfahrt über den Westhang…

…zum blauen Blitz.

Die Kogelabfahrt war zwar grundsätzlich schön,…


…bloß nach der Rodelbahnbrücke gab es Eisknollen und Dreck.


Auf der Familienabfahrt.


Die gesperrten Pisten bin ich nicht gefahren. Allerdings war ein kleines Stück der Family light präpariert und nicht abgesperrt, diesen Abschnitt bin ich schon gefahren. Es handelte sich dabei um die erste Schleife vom West- zum Südhang und zurück, ehe die Piste nach neuerlicher Kreuzung des Westhangs zur Enzianhütte geht. Viele Gäste waren hier jedenfalls nicht unterwegs.

Bei dieser Gelegenheit konnte ich die Piste Südhang einsehen. Gesperrt. Nicht präpariert. Dennoch von zahlreichen Wintersportlern zerfahren.

Es folgen noch Bilder von der Gondelbahn: Talstation.

Kurz vor der Bergstation.

Bergstation.

Um 13:30 Uhr habe ich dann den Semmering verlassen. Ich hatte für den Nachmittag noch andere Pläne, worüber ich demnächst hier im Forum berichten werde.
Gundsätzlich verlief der Schitag problemlos. Ich wurde also nicht Opfer irgendwelcher technischer Probleme. Die Pistenqualität ist zwar sicher nicht besser, aber auch nicht schlechter als in vergangenen Jahren. Eisknollen und Steine gehörten leider immer wieder zu einem Schitag am Semmering.
Nur eine Kleinigkeit ist mir aufgefallen. In den Gondeln lag sehr viel Schnee.

Klar, während der Bergfahrt fällt einiges an Schnee von den Schiern und Schischuhen auf den Boden. Aber Schnee auf den Gelenkarmen der Türen und unmittelbar unter dem Fenster?
Für mich sah es so aus, als würde man die Gondeln abends nicht mehr garagieren, und es nicht einmal mehr der Mühe wert finden, nach der letzten Fahrt vor dem Abstellen der Bahn die Fenster zu schließen. Vor allem bei meiner ersten Bergfahrt am Morgen (frischer Neuschnee am Gondelboden; leider nicht fotografiert) kam mir dieser Verdacht.
Fazit des Schitages: Erschreckend wenig Betrieb trotz steirischer Ferien. Dabei könnte man derzeit am Semmering schöne Stunden verbringen. Das Gebiet bräuchte dringend positive Schlagzeilen.