
Wer bisher in der Forumssuche das Wort „Annerlbauer“ eingab, erhielt genau einen Treffer. Das ist in einem Beitrag über einen Schlepplift in Schäffern, wo User Dieseltom weitere Steirische Schilifte auflistet. Aber einen Bildbericht über diese Liftanlage bei Krieglach gibt es bisher in diesem Forum nicht.
Eines meiner heurigen Saisonziele lautete, irgendwo Schi zu fahren, wo ich bisher noch nie war. Dieses Saisonziel sollte nun mit dem Besuch des Schilifts Annerlbauer erreicht sein. Die meiste Zeit dieses Schitages verbrachte ich zunächst am Semmeringer Hirschenkogel. (Siehe http://www.alpinforum.com/forum/viewtop ... 46&t=59207 ) Dann fuhr ich weiter zum Annerlbauer. Das Ziel hätte man bei besserer Ortskenntnis wohl in knapp 20 Minuten vom Semmering aus erreichen können. Da ich aber in Krieglach dem nächstbesten Wegweiser „Zum Schilift“ folgte, landete ich auf der Straße zum Oswaldbauer. Den Fehler bemerkte ich sofort, als ein Wegweiser mit „Oswaldbauer“ auftauchte. Ein Besuch des dortigen Schilifts hätte mir aus schifahrerischer Sicht nichts gebracht, da er schon seit einiger Zeit LSAP ist. Also Umdrehen und Wegweiser zum Annerlbauer suchen. Bald tauchte sie auf und 30 Minuten nach der Abfahrt am Semmering stand ich am Parkplatz des Schiliftes Annerlbauer.
Blick von der Talstation die Schiwiese hinauf.

Eigentlich wollte ich vor der ersten Bergfahrt um 14:00 Uhr eine Zwei-Stunden-Karte erwerben. Doch bei der Talstation des Lifts war dieses Schild.

Also gut. Erste Bergfahrt ohne Ticket.

An der Bergstation steht dann dieses Multifunktionsgebäude. Der Mann darin ist zuständig für die Überwachung des Ausstiegsbereichs, den Liftkartenverkauf sowie den Getränkeverkauf.

Der Mann an der Talstation ist hingegen nur fürs „Bügel übergeben“ zuständig.

Ich habe an der Bergstation 10 Euro lt. Preisliste für die Zwei-Stunden-Karte bezahlt. Bekommen habe ich dafür … Nichts. Nein, ich durfte schon den Lift bis Betriebsschluss benutzen. Ich bekam aber kein Ticket, keine Rechnung, … einfach nichts. Der Mann an der Bergstation meinte nur, er merke sich genau, wer wofür bezahlt hat.
Und das glaube ich ihm auch aufs Wort. Die Atmosphäre war sehr familiär. Der Liftler an der Talstation unterhielt sich regelmäßig mit seinen Gästen und sprach alle mit Vornamen an. Ich muss wohl eine äußerst suspekte Erscheinung gewesen sein. Ein Fremder, der noch dazu ständig irgendwelche Fotos macht, zum Beispiel von einer Stütze,…

…oder einem Bügel.

Ja, alles klassisch Stemag.
Die Bergstation des Annerlbauerliftes.

Blick über die Schipiste hinab Richtung Parkplatz.

Wie man an den bisherigen Bildern erkennen kann, war das Wetter nicht schön. Wolken, -3°C, leichter Wind und gegen Betriebsschluss auch leichter Schneefall.
Wer einen Unterstand sucht, kann in den Gasthof einkehren, der sich nach halber Abfahrt am Pistenrand befindet.

Dass ich an diesem Werktag überhaupt beim Annerlbauer Schifahren konnte, lag daran, dass in der Steiermark gerade Semesterferien sind. Normalerweise gibt es dort nur Wochenend-Betrieb. Auch Flutlicht-Schilauf wird angeboten. Auf allen Stützen gibt es entsprechende Beleuchtungskörper.

Da wir gerade bei Stützen sind: Auf allen Stützen hat man eine Internet-Adresse unkenntlich gemacht.

Ich konnte dennoch herausfinden, was hier einmal gestanden ist. www.ski-alpl.at, offensichtlich gab es einmal eine Tarifgemeinschaft mit dem Alpl, oder zumindest einen gemeinsamen Internet-Auftritt. Das Alpl ist übrigens genauso LSAP wie die anderen Nachbarn Lammeralm oder Oswaldbauer.
Ausgerechnet der knapp 400m lange Lift mit weniger als 100 Meter Höhenunterschied hat in dieser Region überlebt, natürlich ohne Beschneiungsanlage, ohne Funpark ohne sonstigen Schnickschnack. Das einzige, das es gibt sind Disney-Figuren, um die die Kinder Slalom fahren können.

Dennoch war der Lift gut besucht. Manchmal musste ich sogar vier FBM warten, also doppelt so viel wie am Vormittag am Semmering.

Kommen wir nun zum Lift- und Pistenstatus.
Es waren beide Lifte geöffnet. Ja, es gibt nicht nur den bisher gezeigten Stemag-Schlepper, sondern neben dessen Talstation auch noch einen kleinen Seillift.

Und es gibt nicht nur die talseitig gesehene präparierte Piste rechts vom Lift, sondern auch eine nicht präparierte Variante links davon. Diese Bild entstand in dieser „Freeride-Area“

Die Spuren im Schnee sind bei der schlechten Sicht leider nicht gut zu sehen.

Wieder zurück auf der präparierten Piste.

In der Nähe der Bergstation habe ich dieses Wildgehege entdeckt.

Damit komme ich auch schon zum Schluss dieses Berichtes. Nach dem Ende des Schitages habe ich noch vom mittlerweile leeren Parkplatz einige Übersichtsfotos gemacht.
Blick vom Parkplatz zur Schiwiese. Rechts vom Lift die präparierte Piste, links vom Lift kommt der Schiweg, über den man das unpräparierte Gelände verlässt.

Bergstation des Seillifts, dahinter die Talstation des Schlepplifts.

Seillift in ganzer Länge.

Fazit: Netter Schinachmittag in familiärer Atmosphäre auf guter Piste. Damit komme ich auch noch zum Pistenzustand, auf den ich in diesem Bericht bisher vergessen habe:
Perfekte griffige pulvrige Piste, nur unmittelbar vor dem Liftzustieg eine große Eisplatte, wo alle Schifahrer bremsen.