HSSSH (udan(f)a) - Eine Sommerskireise - Aber nicht nur! - Teil 1

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Chense
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HSSSH (udan(f)a) - Eine Sommerskireise - Aber nicht nur! - Teil 1

Beitragvon Chense » 14.07.2017 - 22:49

Hallein - Seiseralm - Stelvio - Stubai - Hallein - Eine Sommerskireise (und das auch noch (fast) analog) - Teil 1: Anreise, Sellajoch und erste Impressionen vom Stelvio

Es ist wieder Sommer und das heisst für mich natürlich ... Strand ... Meer ... Nein das brauche ich nicht - Es ist die ideale Zeit um zum Skifahren zu gehen und vor allem den Mythos Stilfserjoch zu erleben.

Diesmal hatte ich mir 2 Weggefährten gesucht, so, dass wir uns in Hallein trafen und von dort zu dritt mit meinem kleinen A3 (danke dir dass du uns wieder einmal über fast 1500km befördert hast mein Lieber!) in die Unterkunft auf der Seiseralm zu fahren, wo wir auf einen weiteren Mitstreiter, der lang im Alpinforum aktiv war trafen.

Die Anfahrt war leider v.a. für mich als Fahrer aber so garkein großer Spaß ... wir wollten um 16.00 Uhr los und dann zügig gen Süden reisen um gegen 19.30 bis 20.00 auf der Seiseralm einzutreffen, wo wir aber schlussendlich, dank Stau und falscher Routenwahl meinerseits (umfahre Stau auf der A10 niemals über Dürnberg-Bad Reichenhall sondern immer über Dürnberg-Inzell ... nur diesmal nicht) erst gegen 21.30 eintrafen.

Der erste Tag sollte nur für meine mitgebrachten Kollegen mit einer Wanderung von Saltria über das Rifugio Comici nach Plan de Gralba ereignisreich (und auch anstrengend was ich so mitgekriegt habe ... na gut bei den Temperaturen) werden, während ich und unser Führer uns nach Bozen begaben, um ein paar Dinge einzukaufen. So holten wir die beiden gegen 16.30 dort ab und drehten nur noch eine kurze Runde über Sellajoch, Karer-und Nigerpass zurück zur Seiseralm.

Hier noch ein paar Worte: Ich werde den Bericht wie bei den Analogien üblich nach Filmen einteilen. Denn bis auf diesen nun folgenden ersten Bericht in dem ich Farb und Schwarzweissbilder mische (warum es nur einen Farbfilm gibt dann am Ende ... Dummheit muss bestraft werden!) werde ich Film für Film vorgehen, da diese doch ganz unterschiedliche Ergebnisse liefern und somit zur Einteilung fast besser dienen als Tage.

Daher nun auch bevor ich mit den Bildern beginne wieder einmal ein paar Worte zur Ausrüstung die mir diente.

Wie üblich wurde die etwas stärkere Minolta X-700 mit einem Schwarz-Weiss Film hier dem Ilford HP4 Plus einem eigentlich sehr feinkörnigem ISO 125 Film bestückt, der aber durchaus wie man sehen wird sehr körnig sein kann, wenn man möchte. Für den Farbfilm diente die Minolta X-300 mit dem Wald-und-Wiesen Kodak Gold ISO 200 Film, der einfach wahnsinnig günstig ist und dennoch brauchbare Resultate liefert. Als Objektive dienten mir hauptsächlich das MD 35-70mm (das obwohl Zoom in allen Bereichen meinen Festbrennweiten deutlich überlegen ist) und die 135mm Festbrennweite die ich neu erworben habe (19€ bei Sauter! Was für ein Schnäppchen!) Entwickeln lassen habe ich diesmal alle Filme bei Foto Wacker einem kleinen Labor aus Stuttgart, das sehr günstig ist und dennoch mit viel Liebe arbeitet.

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^ So begann für mich der eigentliche Urlaub also in Plan de Gralba, wo ich noch einen Blick auf die Seilbahn zur Piz Sella warf, bevor wir uns schon wieder auf den Weg machten ... Schließlich war Regen angekündigt und unser Skizeug stand inklusive Skischuhen mangels Platz draußen auf dem Balkon unserer Unterkunft - Mit nassen Skischuhen wollten wir eigentlich nicht aufs Stilfserjoch fahren ^

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^ Dennoch ließen wir uns nicht stressen und nahmen uns zumindestens etwas Zeit ... ^

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^ ... um neue Motive zu finden, welche ich vorher noch nicht kannte ... ^

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^ ... und jene trotz der IMES-Kübel wunderschöne Bahn zu dokumentieren ... ^

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^ ... die wir einige Tage später auch noch fahren wollten ... Leider sollte es dazu nicht kommen - Ich kenne sie ja schon, aber für meine beiden Kollegen wäre die Anlage sicher ein Erlebnis gewesen (Gottseidank gab es ja noch einige andere Highlights und die Bahn bleibt uns wohl auch noch eine Zeit erhalten!) ^

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^ Schließlich fuhren wir weiter und hielten aus einem ganz pragmatischen Grund am Sellajoch ... ich hatte meine Zigaretten vergessen und wollte welche nachkaufen - Allerdings gab es dort oben im Gegensatz zu früher keine mehr ^

So zeigte unser Führer derweil meinen Kollegen ein wenig die Ausmaße des gigantischen Gebietes DolomitiSuperski während ich mich durchschnorrte ... und bald ging es dann auch weiter - Ein kurzer Halt am Lupo Bianco ... Im Sommer findet sich dort ein See, während im Winter der See abgelassen wird um einer Straßenunterführung für die Piste zu weichen! Wieso ich keine Fotos gemacht habe weiss ich nicht ... Es sah immer mehr nach Regen aus und am Karerpass erwischte es uns dann auch kurz, aber nachdem es wieder etwas aufklarte, machten wir noch einen letzten Zwischenstopp auf dem Weg zum Nigerpass.

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^ Denn die Dolomiten verlangen es einfach stehenzubleiben ... innezuhalten ... den Stress zu vergessen ^

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^ Außerdem gibt es hier an jenem kleinen Parkplatz die Möglichkeit einen Blick auf das Skigebiet am Karerpass zu werfen ^

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^ Direkt am Lift befindet sich auch eine alte PB-Kabine ... weiß jemand woher? Coronella wäre ja im Karerseegebiet aber gab es dort je eine PB? ^

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^ Ganz in der Nähe endet auch der Skilift Golf I ... ja wir befinden uns mitten auf dem Golfplatz! - Nun müsste mir als ehemals recht ambitionierten Golfer nur noch jemand erklären ob Liftstützen wie Strommasten behandelt werden ;) ^

Nun zog es allerdings endgültig zu ... dies resultierte darin, dass wir uns beeilten, was nochmals zu einem kleinen Abenteuer werden sollte. Da ich eigentlich keine Lust hatte bei potentiellem Starkregen die "berühmte" 28% Straße zu nehmen und die Provinzstraße einen Riesenumweg bedeutet lotste mein Führer mich über Ums ... eigentlich ja eine nette Straße, aber ich mag einspurige Straßen die schlecht einsehbar sind schon per Se nicht, obwohl ich sehr viel und gerne Auto fahre ... erst recht mag ich sie aber dann nicht, wenn ich Sorgen habe, ob meine Skischuhe trocken bleiben ... schlussendlich begann es auch zu regnen, allerdings hatten wir Glück im Unglück, dass unsere Skischuhe durch diverse Dinge (Stuhl, Dachgaube etc.) geschützt waren und daher trocken blieben.

So hiess es auch nun in unserer Unterkunft zu Bett zu gehen. Hier möchte ich übrigens eine Lanze für die Seiseralm brechen. Unser Albergo mag so manchem bekannt sein - Es liegt etwas unterhalb der Talstation des Spitzbühlliftes und damit absolut ab vom Schuss wunderbar gelegen mit freiem Blick aus dem Frühstücksraum zum Schlern. Wer Luxus und Spa sucht ist hier absolut falsch - Wer dagegen totale Ruhe an einem Ort sucht an dem die Zeit still gestanden scheint (Handyempfang im Haus ist übrigens Fehlanzeige!) dem sei jene Unterkunft durchaus empfohlen! (Hier auch noch einen Dank an unsere Wirtsleute für den netten Empfang und v.a. auch für das Essenspaket am Stilfserjochtag!)

Um 5.30 klingelte dann auch schon der Wecker, denn es sollte gegen 6.15 losgehen gen Stilfserjoch. So krochen 3 müde Gestalten früh aus ihren Betten und machten sich auf den Weg um mit einem kurzen Zwischenstopp für einen Kaffee in Naturns (und für meinereiner auch einen kurzen Abstecher über die eigentlich gesperrte alte SS38 ... ein LKW schlich vor mir in einen Tunnel, was 2 Ortskundige dazu trieb in waghalsigem Tempo auf jene gesperrte alte Straße auszuweichen, die teils nur einspurig ist und in einer Geschwindigkeit dahin zu fahren, dass ich als Ortsunkundiger trotz 170PS Mühe hatte ihnen zu folgen)

So begaben wir uns also auf die mythischen Kehren am Stelvio ... jene "Worlds greatest Road" ... was ich villeicht abändern möchte in "Worlds fucking greatest Trash"!

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^ Es ging gut voran und so hielten wir gegen 8.30 noch einmal kurz an einem kleinen Parkplatz von dem aus man erste Blicke zum mythischen Livrio erhaschen konnte ^

Die Fahrt ging also erstaunlich gut voran und so hielten wir gegen 9.15 unsere Skipässe in den Händen (lieben Dank an die Kollegen für den Rabatt übrigens!)

Nun muss man zu diesem Tag sagen, dass meine Skischuhe ab dem Einsteigen brutal drückten, so, dass ich anfangs selbst mit offenen Schuhen kaum einen Schritt gehen konnte (während sie 2 Tage später am Stubaier wie es sich für einen Semi-Rennschuh gehört wieder wie angegossen saßen) und der Schnee erwartbar dabei war seinen Aggregatszustand von morgens weg eher im flüssigen Bereich zu haben ... aber ...

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^ ... ich fahre nicht zum Skifahren an den Stelvio, sondern um jenes besondere Flair ... ^

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^ ... jenes Gefühl von Zeitlosigkeit ... ^

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^ ... jenes Morbide das einen dort oben umgibt zu spüren ... ^

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^ ... mit jener alten klassischen Funivia ... ^

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^ ... diesem Meisterwerk aus Stahl und Beton zum Trincerone zu schweben ... ^

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^ ... jenem Ort, der für mich wie kein anderer Aufstieg und Niedergang des Stelvio darstellt ... ^

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^ ... mit Baita Ortler und Thöni 3000 (das diesmal sogar durch Rennteams gut belegt war), aber auch ... ^

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^ ... dem einstigen Skigipfel Nagler und der Universita dello Sci ... ^

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^ ... des Pirovano, welche einst die größte Sommerskischule der Welt war. ^

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^ Ich verweile hier aber auch gerne um die Bergwelt zu sehen ... bevor es hinauf geht ... ^

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^ ... mit jenem Funifor, welches für mich in seiner Modernität villeicht gerade deswegen dort so gut am Platze ist, weil es inmitten jenes sterbenden Skigebietes (was wohl leider außer Frage steht) eben gerade so total fehl am Platze ist ... ^

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^ ... und uns dann zum Livrio bringt, jenem zweiten mythischem Ort ... dem Einstieg in eines der letzten verbliebenen reinen Sommerschigebiete der Alpen ^

So gehen wir dann also ein wenig Schifahren ... der Schnee ist weich ...

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^ ... also begeben wir uns wohl wissend, dass wir heute nicht viel fahren werden sogleich ans Ende des Gebietes (und mein Führer steht wie immer mit seiner Silhouette im Weg ;) ) ^

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^ Ich mag es dort hinten ja sehr gerne ... es ist ruhiger als an den Geisterliften ... ^

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^ ... auch wenn sich selbst hierher einige Rennteams verirren ... ^

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^ ... dafür hat man dort diesen von mir so geliebten Kontrast von Winter und Sommer ... das was Sommerschi ausmacht ^

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^ Der Schnee ist einfach erwartbar mies ... also geht es sogleich nach einer Fahrt mit dem hinten befindlichen Cristallolift ... ^

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^ ... wieder mit dem Payer nach vorne, wo wie immer der rechts zu sehende Ausstieg beim ersten mal extrem ungewohnt ist ... gibt es irgendwo noch einen Lift, wo man noch weniger Zeit zum Aussteigen hat und noch gnadenloser abgeworfen wird, wenn man es verpasst? ^

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^ So entschließen wir uns also den Schneeverhältnissen geschuldet wieder zu den Geisterliften zurückzukehren ... ^

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^ ... und uns nachdem wir noch einen Blick auf den von oben so gewaltigen und entrückten Komplex am Livrio werfen ... ^

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^ ... an die Abfahrt zum Trincerone zu machen. ^

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^ Immer wieder pausieren wir kurz nicht nur wegen des Schweren Schnees ... ^

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^ ... sondern auch aufgrund der ständig wechselnden Perspektiven stehen zu bleiben ^

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^ Da ich die Mittelstationsabfahrt noch nicht kenne ist auch diese Perspektive vom Livrio für mich neu ... wir entschließen uns von der Mittelstation noch einmal hinauf zu fahren, um im Livrio wo hochinteressante Bilder hängen einen Kaffee zu trinken ... ^

Für mich ist das genau der richtige Zeitpunkt. Die Filme sind voll und ich muss sie wechseln. Leider ist mir schon beim vorigen Film ein Problem an der X-300 aufgefallen. Ich konnte die letzten Bilder nichtmehr sauber weiterspulen. Dennoch versuche ich einen weiteren Film dort einzulegen ... scheitere im Livrio aber schon am Weiterspulen über den Filmanfang kläglich ... ich spule zurück und drehe zu weit ... Ich habe den Film ruiniert ... im Nachhinein fällt es mir wie Schuppen von den Augen ... Ich habe beide male nicht aufgepasst und der Lift griff nicht gescheit in die Verzahnung ein ... Nun ich kann damit Leben ... so befülle ich meine X-700 mit einem weiteren Schwarzweiss-Film (Ilford FP5) in Erwartung einer weiteren Auffahrt mit den Geisterliften und der dann folgenden Abfahrt zur Passhöhe (und der genialen Vinschgauerbratwurst mit Sauerkraut dort ;) ) und den folgenden Erlebnissen ... denn Schifahren ist ja nicht das wichtigste (sondern genauso wichtig wie Korblifte ...)

To be continued ...
Erst wenn der letzte SL stillgelegt,
die letzte PB abgebrochen,
und die letzte Piste modelliert ist,
werdet Ihr herausfinden, daß der Skisport tot ist.

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Re: HSSSH (udan(f)a) - Eine Sommerskireise - Aber nicht nur! - Teil 1

Beitragvon Mostviatla » 17.07.2017 - 09:37

Danke für den ersten Teilbericht der Tour.
Einige Fotos sind wirklich sehr gelungen, und passen vom Stil auch gut zu dem, was das jeweilige Bild zeigt. Bei Anderen bin ich selbst fast ein wenig schockiert, habe ich teilweise so wirklich nicht erwartet. Wobei es sicher nicht einfach ist, ein gutes Bild hinzubekommen (ich selbst komm ja nicht mal wirklich mit der Digicam klar :D ). Vielleicht mache ich irgendwann auch noch einen Bericht zur Tour, dann aber mit ganz "normalen" Fotos.
Freue mich jedenfalls auf die Fortsetzung, folgt nun doch ein Highlight dem Anderen.
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Re: HSSSH (udan(f)a) - Eine Sommerskireise - Aber nicht nur! - Teil 1

Beitragvon GIFWilli59 » 22.07.2017 - 00:12

Wann ward ihr am Stilfser Joch zum Skifahren?

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Re: HSSSH (udan(f)a) - Eine Sommerskireise - Aber nicht nur! - Teil 1

Beitragvon Chense » 22.07.2017 - 01:46

Das Datum habe ich natürlich wieder vergessen - Es war der 16.6.2017
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