Skifahren am Allerheiligen-Wochenende ist ja so eine Sache, auf den Gletschern tendenziell eine überfüllte… Angesichts der tollen Verhältnisse ganz aufs Skifahren zu verzichten war allerdings auch keine prickelnde Alternative, also musste was Anderes her. Da hat es mir nur gut gepasst, dass in Sulden am Ortler dank der neuen Beschneiungsanlage das Madritschgebiet in Betrieb gehen konnte. Dass ich noch nie in Sulden war und immer gerne neue Gebiete kennen lernen, war ein weiteres Argument für eine Reise nach Südtirol.
Nach einem gemütlichen Frühstück ging’s gestern dann einigermaßen spät von Glurns aus in einer halben Stunde nach Sulden, am Parkplatz um 9:45 Uhr die erste positive Überraschung – schaut alles andere als überfüllt aus! Dann schnell Karten gekauft (überraschenderweise um 19,50 Euro und nicht um 30,50 – warum man das nicht auf der Homepage bewirbt?) und mit 10 anderen Leuten in der 110-Mann-Gondel auf 2610 Meter Höhe geschwebt.
Oben waren zwei Sesselbahnen geöffnet, nämlich die 4KSB Madrtisch und die 4SB Schöntauf I, dazu die Pisten 1, 2, 3 und 4. Die Piste 1 beim Madritsch liegt noch ziemlich im Schatten, daher geht’s gleich mal ganz hinauf auf 3150 Meter.
Blick aus dem Lift auf die Madritschhütte und die Talstationen der Schöntaufbahnen:
Was außer der äußerst dünnen Schneedecke neben den Pisten sofort ins Aug sticht, sind natürlich die 3000er in der unmittelbaren Umgebung – hier Königspitze, Zebru und Ortler:
Dieses Panorama ist schon etwas Besonderes, so viele 3000er zum Greifen nahe und das in dieser Höhe in einem Nicht-Gletscherskigebiet.
Dann gilt die Aufmerksamkeit aber den Pisten, ich bin ja schließlich nicht nur zum Aussicht genießen da
Schnell stell ich fest: Schaut nicht nur gut aus, sondern ist auch gut
Dementsprechend genieße ich die Abfahrten und packe die Kamera erst wieder bei der Mittagspause auf der Terrasse der Madritschhütte aus:
Lecker und preislich total ok – Apfelstrudel und Cappuccino um 4,80 Euro, da fällt mir im Salzburger Land auf die schnelle keine Hütte ein, die da mithalten kann…
Wie man sieht, war der anfänglich strahlende Sonnenschein nun etwas getrübt, das Skivergnügen dank ihr und ihren Kolleginnen aber nicht:
Sowas hab ich auch noch nie gesehen – Schneekanone im Barbie-Design
Auf den geöffneten Pisten wurde angenehmerweise nicht beschneit, dafür hieß auf der Piste 8 beim Schöntauf II den ganzen Tag über „Feuer frei“:
Dementsprechend leer schon der Speicherteich hinter der Madritschhütte:
Hab ich schon mal erwähnt, dass wenig los war?
Piste 3 – hier waren ein paar Stangerlfahrer unterwegs, allerdings nur mit einem Kurs und nicht sonderlich viele, haben daher überhaupt nicht gestört.
Am Nachmittag bin ich dann dazu übergegangen die beiden Sessellifte zu kombinieren um so eine Abfahrt von immerhin 500 Höhenmetern zu haben – auf dem folgenden Bild die Piste 1 in der Nähe der Talstation Madritsch. Schaut auf dem Bild flacher aus, als sie eigentlich ist – man kann’s hier richtig schön krachen lassen und fad wird einem dabei auch nicht, weil’s doch ein paar Kuppen und Kurven gibt, durchaus interessante Trassierung also.
Gleicher Pistenabschnitt aus dem Lift fotografiert, schaut schon ein bisschen steiler aus:
Hier wird gerade eine M18 an ihren neuen Einsatzort an der Piste 1 gebracht – das war wohl das einzige Manko gestern, dass ein kleines Stück dieser Piste noch nicht fertig war und man daher von oben kommend erst zur Madritschhütte musste und dann über die Piste 2 (= Ziehweg) zur Piste 1 zurück. Der Ziehweg ist zwar nicht sonderlich prickelnd, aber ohne Anschieben zu absolvieren und so hat man immerhin ein bisschen Zeit auch beim Fahren das Panorama zu genießen
Nicht fehlen darf natürlich ein Foto der Pendelbahn:
Und noch eines mit Blick ins herbstliche Tal:
Zwischendurch kommt auch am Nachmittag immer mal wieder die Sonne heraus, hier genützt für eine Aufnahme der Piste 2 auf dem Weg der Madritsch-Bergstation zur Schöntauf-Talstation:
Um drei wird das Licht ziemlich fahl, Zeit ans Aufhören zu denken, aber nicht ohne eine letzte und eine allerletzte Fahrt und ein paar weiteren Fotos:
Bei der allerletzten Fahrt ist’s schon halb vier, vom Boden sieht man nicht mehr sonderlich viel, dafür glänzt der Speicherteich in den dünnen Sonnenstrahlen:
Nach den Berichten, die ich hier im Voraus gelesen hatte, war ich guter Dinge, dass auch mir Sulden gefallen würde und meine Erwartungen wurden voll erfüllt, besser hätt’s auf keinem Gletscher sein können! Nachdem’s mein erster Besuch in Sulden war, nehm ich Hinweise natürlich gerne entgegen, falls ich irgendwas durcheinander gebracht habe und auch sonst freu ich mich wie immer über eure Kommentare