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[n]: Von Reutte ( siehe DGJwij4LToT-01) aus führte uns unser Weg weiter gen Süden, dorthin wo es noch so etwas wie Winter geben soll.
Dazu ist zunächst die Fernpassstraße, welche sich uns als erstes wirkliches Hindernis in den Weg stellte, zu bezwingen. Wie allgemein bekannt vor allem an Samstagen kein Zuckerschlecken. Wie befürchtet fanden wir uns in einem ausgewachsenen Stau wieder - doch halb so wild, irgendwie floss der Verkehr dann doch weiter. So strebten wir durch das grüne Inntal (ohne das es in der Zugspitzarena weißer gewesen wäre) immer weiter unserem Ziel entgegen.
Dem eher langsamen Vorrankommen war es auch geschuldet, dass wir uns dann doch, ungeplant, mit einer Kurzzeitvignette anfreunden mussten. Der Plan, per Umweg den Tunnel Landeck zu umfahren, wäre am Ende dann doch zu zeitaufwändig gewesen.
Die italienische Grenze passierten wir jedoch erst, nachdem wir uns mit einem (vorerst) ausreichendem Dosenbiervorrat und einigen Lebensmitteln eingedeckt hatten. Auch der inzwischen leergefahrene Tank musste im nahen Samnaun wieder aufgefüllt werden - man spart schließlich wo man kann (und was der Uli kann, kann hier jeder - und zwar ganz legal).
Erst kurz vor der Reschenpasshöhe, aber noch vor Nauders, fand sich dann auch im Talbereich tatsächlich eine geschlossene Schneedecke - wir konnten es kaum glauben. Diese legte dann, mit jedem Meter weiter in Richtung Süden, an Mächtigkeit zu. Schließlich erreichten wir, nur drei Ortschaften hinter der Grenze, das tiefverschneite St.Valentin im Vinschgau. Unser Tagesziel.
Während es draußen weiter munter vor sich hinschneite vergnügten wir uns drinnen voller Vorfreude bei einigen Büchsen Bier und der nächsten Niederlage des HSV in der Flimmerkiste. Der Tisch war gedeckt für den ersten richtigen Wintertag….
[Z]: Da hast du - in dieser schönen Einleitung - doch tatsächlich unsere Irrfahrt durch den St. Valentiner Winterwald unterschlagen. Es dauerte einige Zeit, bis wir trotz Navi und freundlicher aber stark dialekterschwerter Auskunft aus dem Stall zur gebuchten Unterkunft gefunden hatten. Etwas stolz bin ich, dass es diesmal ohne Festfahren klappte. Einzig die Sportschau verpassten wir durch die Verzögerungen am Fernpass und im Ort.
[n]: Ach der Waldausflug - eine der vielen Gelegenheiten zum Festfahren. Ich habs diesmal meisterhaft gelöst, auch wenn die Angst immer mitfuhr...
DgJwij4LToT - Die große „Jo wos is jetzt“ 4 Länder Tour ohne Titel (erklärt sich von selbst – Nachfrage zwecklos!)
Teil 2 – Schöneben/Belpiano - "Echte Sneeuw!"
[Z]: Wurd schon 1-2 Mal im AF gezeigt, für mich wars das erste Mal.
[n]: Zur frühen Morgenstund, am ersten Urlaubstag im Urlaub, klingelte der Wecker - viel zu Früh nach einem anstrengendem und kilometerreichen Vortag und einer kurzen Nacht. Ein Blick aus dem Fenster - alles Weiß, 20cm Neuschnee über Nacht, Sichtverhältnisse befriedigend. Dazu immer noch leichter Schneefall. Nachdem Morgenmuffel Z sich mürrisch, endlich auch von seiner Decke verabschiedet hatte, stand eine kurze Beratung an. Welches würde das erste Urlaubs- und Tagesziel sein? Wir einigten uns schnell auf Schöneben - andere in Frage kommende Skigebiete wollten wir uns für den angekündigten, kommenden, Schlechtwettertag vorbehalten.
[n]: Zunächst hieß es aber erstmal mit dem Auto aus der Einfahrt kommen, ungeräumte Nebenstraßen mit 20cm Neuschnee auf einer soliden Grundlage, hier könnte man locker auch auf der Straße Skifahren.
Bösen Gerüchten zufolge habe ich so meine Probleme mit winterlichen Straßenverhältnissen. Halten wir also diesen Mythos aufrecht
Nach unzähligen erfolglosen Versuchen, päckchenweise Zigaretten und dutzenden Schokoladentafeln konnte ich, schweißgebadet, die Schneehölle der Einfahrt überwinden. Ob ich es auch wieder zurückschaffe....
[Z]: Die Aus- und Auffahrt hatte es - zugegeben - in sich. Nach einigen Minuten hatte sich dann auch der Vermieter dazugesellt und ein Raufschleppen per Traktor angeboten. Zur Erinnerung, es wäre nicht das erste Mal gewesen
[Z]: Talstation der EUB im neueren Italo-Trash-Stil. Man bleibt sich also treu, auch bei neuen Anlagen.
[n]:Eine gute Wahl - wie sich schon bei unserer Ankunft herausstellte! Beim Testsieger fühlt man sich doch gleich wohler
[n]:Schöneben, das ist das größte und modernste Skigebiet am Reschenpass - zumindest auf italienischer Seite. Das Wintersportgebiet liegt zwischen 1490 und 2400m Seehöhe. Es finden sich vier Sesselbahnen, davon drei kuppelbare, ein Gondelbahnzubringer sowie diverse Übungsanlagen, sämtlich Förderbänder. Sofern man den nicht verbundenen, aber im Skipass inkludierten Pofellift im Tal nicht zum Skigebiet zählt, findet sich hier kein Schlepplift mehr. Vor rund fünf Jahren wurden die letzten Exemplare geschliffen - heute wird niemand mehr auf den Berg geschleppt sondern nur mehr gesessselt. Vielleicht gibt es aber noch ein paar Fundamente
Aller Moderne zum Trotz, Schöneben ist kein klassisches Massenskigebiet und auch nichts für Kilometerfresser. Es bietet etwa 20km präparierte Pisten, verteilt auf alle Schwierigkeitsgrade. Die Längste Abfahrt (Rojenbahn-Schöneben Tal) ist etwas länger als 5km.
Ist die "Wellblechhütte" an der Talstation passiert und man bequem auf den Berg geschwebt, finden sich nahe der Bergstation die beiden 6er Sessler Joch- und Fraitenbahn. Beide Bahnen sind nicht sonderlich lang, liegen dicht beieinander und erschließen topographisch beinahe identische, nordseitig exponierte, meist einfache Carving- und Anfängerautobahnen in weitläufigem Almgelände. Von hier aus führt auch die Talabfahrt über rund 3,5km durch den Wald zurück zur Basisstation. Die beiden Sesselbahnen vom Rojental erschließen mit einem deutlich größeren Höhenunterschied sportlichere Hänge.
Gehört auch dazu
Wetter: kalt - dazu zunächst Schneefall und trüb, später trocken bei besserer Sicht.
Schneelage: Tip Top im dreistelligem cm Bereich.
Pistenzustand: gewalzt mit ca. 20cm Pulverschneeauflage, später plattgefahren.
Wartezeiten: keine
Anlagenstatus:
6EUB Piz Schöneben
6KSB Jochbahn
6KSB Fraitenbahn
4KSB Rojen
3SB Zwölferkopf
Pistenplan
Homepage
[n]: Nach dem Ticketkauf ging es ohne Wartezeit direkt auf den Berg. Auf gut 2100m Höhe standen wir nun vor der Qual der Wahl. Mit welchem 6er sollten wir beginnen? Wir entschieden chronologisch vorzugehen, nahmen also entsprechend die Jochbahn, dem Sessel der erst vor vergleichsweise kurzer Zeit endgültig das Zeitalter der Schlepplifte (Jochlift und Schönebenlift) hier beendete.
[Z]: Ach wären doch nur mehr Liftbetreiber und -bedienstete so engagiert wie in Südtirol. Für den Freund alter Anlagen (oder um ihn zu verhöhnen?) hat man ein paar Bilder des Abbruchs zusammengetragen: klick
[Z]: Crazy Shit an der Bergstation der EUB: das Kinderland - hab ich so auch noch nicht gesehen, auch nicht anders...
[Z]: Der anfängliche Blindflug an der Fraitenbahn. Die 10-15cm Neuschnee auf der sonst noch frisch präparierten Piste machten die Abfahrt insgesamt zum Genuss. Für mich sind das die besten Bedingungen, von der Sicht mal abgesehen. Dass hier im Prinzip der komplette Hang eine einzige sehr (!) breite Pistenautobahn ist, gefällt mir sehr gut.
[n]: Fraitenbahn - rechts im Hintergrund die Rojenbahn. Runde 10 Jahre ist es jetzt her, seit die beiden Schlepper Fraiten & Zehnerlift für den Bau dieser Bahn das Zeitliche segnen mussten. Denen weine ich keine Träne nach, bei solchem Wetter ist es wirklich mehr als angenehm in einer Bahn mit Bubbles zu sitzen.
[Z]: Komfortschl*mpe!
[n]: gerne!
[n]: Relativ zügig vollzogen wir dann den Wechsel in den hinteren, sportlicheren Teil des Skigebietes. Mangels gewalzter Pisten bzw. aufgrund der Neuscheeauflage fährt es sich doch wesentlich angenehmer auf steileren Hängen.
[n]: Nachdem die ersten Abfahrten noch leichten Blindflugcharakter hatten, ließ der Schneefall nach und auch der Nebel verzog sich und gab den Blick auf den Reschenpass und das benachbarte Skigebiet Nauders/Bergkastell frei. Rechts die Rojenabfahrt welche auf gut 1500m rund 450 Höhenmeter überwindet. Dabei führt sie zunächst autobahnmäßig über Almwiesen bevor sie in einer Waldschneise rasch steiler wird. Ob das ganze dann aber als schwarz durchgehen muss ist Ansichtssache - bei diesen Schneeverhältnissen aber auch schwer zu beurteilen.
[Z]: Einfach herrlich zu fahren.
[n]: Aufgrund der Chronologie, die wir damit beendeten, führte uns der Weg dann zunächst zur Zwölferkopfbahn. Keine Menschenseele weit und breit - dazu unverspurte Pulverschneepisten - da ließ sich auch der fehlende Bubble bei mittlerweile angenehmerem Wetter verschmerzen. Immerhin befreite der freundliche Liftler noch den für uns auserkorenen Sessel von seiner Schneelast.
[n]: Eines meiner berühmten "ich Knips jetzt auf gut Glück nach hinten Bilder" ist etwas geworden. Zeigt die Zwölferkopfbahn und rechts die Rojenbahn - kann ich euch nicht vorenthalten.
[Z]: Sehr nervig, wenn man daneben sitzt und einer 3-6 Mal nach hinten knipst, kurz aufs Display schaut, um dann doch noch eins zur Sicherheit zu machen. Am Ende gings dir glaub ich garnicht mehr ums Foto was?
[n]: Irgendwann hab ich halt gemerkt, dass es dich nervt
[Z]: Endlich etwas Abtenteuerfeeling abseits der Bubbleanlagen! Mit uns fuhren zunächst bloß eine Hand voll Snowboardstyler mit rauf….
[n]: Trotzdem versperrten sie uns mit ihrem Bindungklappauf - klappzu mehrfach den Weg.
[Z]: Nix für Sauerländer hier oben. Im Zustand am frühen Morgen für mich die beste Piste im Gebiet!
[n]: Die nette, breite Abfahrt am Zwölferkopf ist mit reichlich Gefälle gesegnet. Nicht nur bei Kaiserwetter sondern auch bei diesen Schneeverhältnissen ein Traum.
[Z]: Hier ist sie ja schon gescheit zerpflügt. Am Anfang war einfach nicht an einen Fotostop zu denken.
[Z]: Endlich meldete sich die Sonne - manchmal hab sogar ich einen lichten Moment
[n]: Nach der ein oder anderen Abfahrt - Abwechslung ist trumpf, ging’s dann via Rojenbahn wieder zurück ins Hauptgebiet.....
[n]: Das erst auf der Bergfahrt entdeckte Kanonenrohr, die Hütteltalabfahrt, musste natürlich sogleich mitgenommen werden.
[n]: Steile, breite Einfahrt - dann langsam flacher und enger werdend bei teilweise etwas hängendem Gefälle und einigen Bodenwellen. Dafür fahre ich in die Alpen - toll.
[Z]: Das Kanonenrohr ist wirklich toll! Ich fuhr bloß zu schnell und versaute mir dabei den Fahrspaß, weil ich dann mehr mit Bremsen als mit Skifahren beschäftigt war...
[n]: Am frühen Mittag wechselten wir dann noch einmal zu den Autobahnpisten im vorderen Teil des Skigebietes. Inzwischen war es doch etwas voller geworden - jedoch weit entfernt von Wartezeiten. Der Neuschnee war mittlerweile platt, so dass man die flacheren Hänge auch mit etwas höherem Tempo in Angriff nehmen konnte. Wirklich spannend fand ichs nicht - irgendwie gar eintönig. Daran konnte auch das inzwischen sichtbar gewordene Panorama auf den Reschenpass nichts ändern.
[Z]: Stimmt, vom morgendlichen Freifluggefühl war hier leider nichts mehr zu merken. Es wurde also Zeit das Gebiet zu wechseln.
[n]:Auf der Talabfahrt. Hat mich letztendlich nicht vom Hocker gerissen - könnte jetzt nicht sagen warum. Irgendwie fehlte das Besondere, macht aber mit ihren Kuppen und Kurven durchaus Spaß.
[n]: Gegen Mittag wars dann auch genug mit Schöneben. Recht zügig konnten wir alle Hänge, die meisten sogar mehrfach abfahren. Da wir von vornherein geplant hatten, hier nur einen halben Tag zu fahren, packten wir also unsere Sachen und fuhren weiter zum nächsten Ziel.
Schlussfazit zum Skigebiet:
[n]: Schöneben ist ein ganz nettes Skigebiet, im vorderen Bereich mit Carvingautobahnen und Anfängerpisten, im hinteren Bereich etwas schwierigere Hänge und ein tolles Kanonenrohr. Dazu gibt’s noch eine schöne Talabfahrt. Das ganze erschlossen von halbwegs modernen, schnellen Liftanlagen.
In der Summe gibt’s also nix zu meckern - jedoch, irgendwie fehlt die Würze, das Besondere. Irgendwie ist mir das alles zu gleichförmig, zu komprimiert. Gebiete wie Schöneben, auch in dieser Größenordnung (um 20 Pistenkilometer) gibt es in den Alpen wie Sand am Meer. Weder bei den Abfahrten noch bei den Liftanlagen ist etwas spektakuläres, einzigartiges, dabei.
Man kann hier auf seine Kosten kommen - könnte dies aber auch woanders.
[Z]: Für die paar Stunden, die wir dort waren, hats mir gut gefallen. Ein Traum waren halt die frisch und natürlich beschneiten Pisten am Morgen. Den schwarzen Bereich hinten an Zwölferkopf und Rojenbahn muss man einfach vor der Masse erreichen, dann machts ordentlich Spass. Ansonsten hat das Gebiet halt für jeden Fahranspruch was dabei, bloß die blutigen Anfänger fahren besser am Pofellift.
Fortsetzung folgt….