[n]: Für den heutigen Tag war von den Wetterdiensten die von uns und wohl auch den Einheimischen erhoffte Wetterbesserung vorhergesagt worden. Geschneit hatte es inzwischen mehr als genug und auch die Grundlage, von vor den beiden Schneefalltagen, konnte sich sehen lassen. Im guten Glauben an die Wetterfrösche wagten wir diesmal eine etwas weitere Anfahrt, die uns bis an den Fuß der Westrampe des Stilfser Jochs führen sollte, nach Trafoi.
Während auf der Fahrt hinunter nach Prad noch das ein oder andere Fahrzeug unseren Weg kreuzte, hatten wir die winterliche Straße im Trafoital quasi für uns allein. Begenete uns dann doch mal ein Auto, bog es spätestens an der Abzweigung in Richtung Sulden ab. Ein erster Anhaltspunkt für den kommenden Skitag.
Nach kurzer Parkplatzsuche im Dorf, ein kleiner Fußweg ist zwangsläufig nötig, da es an der Talstation keine Parkplätze gibt, machten wir uns auf, auf den Berg.
DgJwij4LToT - Die große „Jo wos is jetzt“ 4 Länder Tour ohne Titel (ja mei i wos net)
Teil 7 – Trafoi - “Geheimlift” am Ortler
[n]: Trafoi liegt im oberen Vinschgau, im Trafoital und wie schon geschrieben am Fuße des Stilfser Jochs und gefühlt ein bisschen am Arsch der Welt. Vergleichsweise wenige Forumaner haben sich bislang hierher verirrt - ein echtes Geheimgebiet also
Das relativ kleine Skigebiet liegt zwischen 1500 und 2400m Seehöhe, nördlich des Ortlers und hat praktisch eine komplette Südausrichtung. Ist der Himmel also klar, scheint hier auf jeden Fall die Sonne. Es finden sich zwei Doppelsesselbahnen, davon die lange Zubringerbahn mit Mittelstation, sowie ein Tellerlift. Im Tal liegt noch ein Förderband samt Übungspiste. Insgesamt gibt es etwa 7km, präparierte Abfahrten. Alles in allem ein kleines, eher unbekanntes und wenig frequentiertes Wintersportgebiet mitten in den Zentralalpen.
[Z]: Das Gebiet hat - zusammen mit Sulden - ein eigenes, noch "junges" lsap-Topic. Vorgänger der langen DSB Kleinboden war demnach ein Korblift. Als Sequel des Running Gags von Watles beömmelten wir uns hier übrigens darüber, Trafoi mit französischer Mundart auszusprechen! Was eine Gaudi deluxe.
[n]: Trafua! Wir sind eben einfach zu albern
Daten & Fakten
Wetter: Zunächst bedeckt, oben Nebel, später auflockernd und zunehmend klar, kalt
Schneelage: reichlich
Pistenzustand: Neuschnee auf gewalzter Unterlage
Wartezeiten: keine
Anlagenstatus:
DSB Trafoi - Kleinboden
DSB Belvedere / Schönblick
1SL Schölmental
Homepage
Pistenplan
[n]: Noch eine kleine Anmerkung, die TSC gilt hier nicht
[n]: Über mangelden Schnee muss sich derzeit wirklich niemand beklagen. Im Dorf scheint man kaum mehr zu wissen wohin mit den Massen. Viele Meter türmt sich hier der Schnee. Auch der Zugang zur DSB ist nur mehr ein schmaler Durchlass zwischen den Schneewänden. Bei unserer Ankunft war der Liftler gerade damit beschäftigt, das Drehkreuz wieder auszubuddeln.
Nicht nur im Winter liegt die DSB gut versteckt. Obwohl ich im Sommer bereits mehrfach hierher gefahren bin, ist mir das Skigebiet nie aufgefallen - Geheim eben.
[Z]: Von allen Seiten gut getarnt, die ewig lange Trasse der DSB.
[n]: Immer schön unterschwellig einen reindrücken was!
[Z]: Einstieg unter der Umlenkung, die lange Anfahrt hatte sich für die Extrapunkte jetzt schon gelohnt!
[n]: Auf der Bergfahrt mit der langen (>2km), aber komfortablen DSB zum Kleinboden. Noch gesellen sich ein paar dicke Schneeflocken zu der bereits üppig vorhandenen weißen Pracht. Nur gelegentlich wird die winterliche Stille vom fernen Krachen abgehender Lawinen unterbrochen. Auch einige Bäume entlang der Trasse befreien sich von ihrer schweren Last.
[n]: Mittelstation - endlich mal ein bisschen Abwechslung auf der sich ansonsten etwas ziehenden Bergfahrt. Hier hieß es erstmal Bügel und Beine hoch, sonst hätten wir nicht durchgepasst.
[Z]: Eine von noisis Lawinen.
[n]:
[Z]: *hust - äh, nein.
[Z]: Nicht bei der ersten Auffahrt aufgenommen. Links sieht man die zweite Sektion Belvedere. Ersetzte erst 2010 einen uralten DM SL, der direkt links des DSB-Ausstiegs startete.
[Z]: Ausstieg direkt unterm Antrieb. Das Punktekonto lief fast über
[n]: Ganz so neblig wie an den Vortagen war es nicht. In den Bergen östlich von Meran schien bereits die Sonne.
[n]: Nach der Ankunft am Berg gings sogleich mit der DSB Schönblick eine Etage nach oben auf den Bergkamm. Ziemlich verwechtetes Gelände, immer nah am Abgrund - dafür die letzte Abfahrt mit Blindflugcharakter in diesem Urlaub. Früher wurden hier die Leute hochgeschleppt (vermutlich getellert), das ist heute leider vorbei.
[Z]: Tatsache, auch der DM SL hatte Teller. Übrigens würde ich behaupten, dass es hierzu bereits einen Vorgänger gegeben hat, schaut auf alten Postkarten mitunter etwas klapprig aus.
[n]: Nachdem wir uns kurzzeitig aus den Augen verloren hatten - erstmal eine Abfahrt zur tiefverschneiten Mittelstation. Die Talabfahrt ist eigentlich nur bis hierher lohnend, danach verengt sie sich ziehwegartig.
[n]: Langsam lichten sich die Wolken und geben den Blick auf das obere Trafoital und die vereisten Nordwände des Ortlermassivs frei - genial.
[n]: Ortler Nordwand mit Gipfel und obere Ortlerferner.
[Z]: Die neue DSB Belvedere, im Vergleich zum Vorgängerlift deutlich nach unten verlängert. Sie erschließt jetzt auch den ersten Steilhang der Talabfahrt, die Mittelstation Kleinboden dürfte damit entlastet worden sein. Insgesamt die uninteressanteste Anlage im Gebiet, jedoch mit den besten Pisten.
[Z]: Blick auf den Schölmentallift. Für das Liftkreuzungstopic reichts nicht ganz
[n]: Vllt. sollte man ein Fastkreuzungstopic einführen
[n]: Der Himmel hatte mittlerweile einige blaue Tupferl erhalten. Eine tolle Abwechslung zur Schneewüste unterhalb der DSB Schönblick.
[n]: Die von uns meistgefahrene, schwarze Abfahrt an der DSB Schönblick. Top präpariert, darüber ca. 20cm pulvriger Neuschnee und ideales Gefälle. Konnte man toll durchpflügen und dank des mangelnden Andrangs ging das auch lange gut.
Später sollte mir hier noch ein folgenschweres "Malheur" passieren.
[Z]: War für mich eine der top Pisten des Urlaubs!
[n]: dito!
[n]: Inzwischen lacht die Sonne über Trafoi. Dank eines stark erhöhten Adrenalinspiegels lachte auch ich. Bei der vorherigen Abfahrt hatte ich, bei hoher Geschwindigkeit, einen heftigen Abflug gehabt. In aufgeschobenen, dichteren als vermuteten, Schnee stecken geblieben, Bindung ausgelöst und Kopfüber auf die Piste geflogen. Dann ca. 50m weiter die steile Abfahrt hinuntergerutscht und schließlich liegen geblieben. Nachdem ich ca. 15 Sekunden nach Luft ringen musste konnte ich schließlich erleichtert feststellen, das außer einen blutigen Nase nichts weiter passiert war. Trotzdem war ich fortan, auch für den Rest des Urlaubs, wesentlich vorsichtiger unterwegs.
[Z]: Den Abflug selbst hab ich, standesgemäß auf der Suche nach lsap-Resten, nicht mitbekommen. Ich sah noisi dann nur regungslos zwischen seiner weit versprengten Skiausrüstung auf der Piste liegen und rechnete mit dem Übelsten. Später auf der Hütte haben wir dann mehrfach auf Holz geklopft, dass hier nichts weiter passiert ist! Es hätte ganz anders ausgehen können
[n]: Für nen Schnaps war ich aber trotzdem noch nicht bereit. Ein paar Tage schmerzten mir dann noch Rippen und Schultern - das wars dann. Den Sieg beim AFWC konnte ich mir so aber abschminken
[n]: Skilift Schölmental in einer Totalansicht - natürlich ein Tellerer. Man sieht gut das nix los ist.
[Z]: Eine kleine Schleppersession gabs natürlich auch noch (zu verschiedenen Zeitpunkten, daher passt das Wetter nicht in die Logik des Berichts). Diese Schilder gibts wohl auch nur in Südtirol.
[n]: Die Logik durcheinander, unlogisch!
[Z]: Alles, was das Leitnerherz begehrt: kleines Waldstück, grüne Stützen und durchaus gute, wenn auch kurze Piste
[n]: Die DSBs waren übrigens unser Erstkontakt mit DM Liften in diesem Urlaub. Hätte ich nicht mehr für möglich gehalten.
[Z]: Abgesehen vom Zwischenstop in Reutte natürlich.
[Z]: Quasi der Dreh- und Angelpunkt. Links endet die Zubringer DSB Kleinboden. Von hier aus hat man dann alle Optionen.
[Z]: Ausstieg DSB Kleinboden bei mittlerweile top Wetter
[Z]: Bei dem Wetterchen wirds meiner Kompakten dann doch zu bunt. Egal, so blieb mehr Zeit zum Skifahren.
[n]: Schließlich traten wir, gegen Mittag, die finale Talabfahrt an.
[Z]: Diese fand ich garnicht mal schlecht. Schön gemütlich geht es in mehreren Kehren durch den Wald, am Ende wird es dann arg eng. Mit Neuschnee und wenigen Besuchern kein Problem, bei Eis sicher an einigen Stellen unangenehm. Dafür, dass das Gebiet am AdW liegt, hat man doch den Anschluss nicht verpasst. Oben die neue DSB von 2010, unten hat es sogar einige Lanzen.
[n]: Da ich die Talabfahrt, in der Totalen, erst nach meinem Sturz gefahren bin, fand ichs nicht so gut. Tut aber nix zur Sache.
[Z]: Eigentlich das Abschlussmotiv des Berichts, ein paar Bilder gibt es aber noch.
[n]: Während einiger Wolkenlücken und nochmal später, bei aufgerissenem Himmel, habe ich ein paarmal zum derzeitigen Geisterskigebiet
[Z]: Exklusive Geheimzooms!
[n]: Geisterzooms!
[n]: Mittelstation Trincerone.
[n]: Bergstation Livrio- schaut von hier aus garnicht so oll aus wie aus der Nähe.
[n]: Bergstationsbereich Geisterlifte - ganz schön eingeschneit. Würd mich schwer interessieren wie es derzeit am Cristallo ausschaut bzw. ob überhaupt noch etwas sichtbar ist.
[n]: Zu späterer Stunde, bei deutlich klarerem Wetter aufgenommen - "Steilhang" an den Geisterliften mit interessanten Windstrukturen im Schnee. Ist sicher urig dort oben im Winter.
[Z]: Dann geb ich meine kleine Spezialbilderserie auch noch zum Besten! noisi-Action am Morgen in 4 Akten, hierbei handelt es sich nicht um den heftigen Sturz auf der schwarzen 8:
[Z]: 1. Akt, hier war wohl bereits die Orientierung verloren.
[Z]: 2. Akt, das flaue Gefühl 'das wird nicht gutgehen' macht sich breit
[Z]: 3. Akt, Do legst di nieder!
[Z]: 4. Akt, alles gutgegangen
[n]: Nur die Flossen waren ab und mussten geborgen werden! War gar nicht so einfach!
[n]: Wieder unten in Trafoi. Winterlich, hochalpin, ruhig - genau die Zutaten, die ein Ort braucht um mir zu gefallen.
[Z]: Der Vorteil des Beifahrers: das nervige Skischuhe-aus, Straßenschuhe-an bei den Gebietswechseln entfällt. Die gewonnene Zeit nutzte ich natürlich, um nach dem abgebauten Thönilift zu suchen. Der neue Trend: SL ersetzt durch Förderband. Der Übungslift müsste von links nach rechts verlaufen sein.
[n]: Wird Zeit, dass ich auch mal Beifahrer werde! Hätte dem Heiko in der Talhütte gerne Gesellschaft geleistet!
[Z]: Dislike!
[Z]: Dort stand evtl. die Talstation?
[n]: Bedrohlich hängt der obere Ortlerferner über dem Dorf. Angeblich soll Eisschlag von der senkrechten Abbruchkante, die übrigens 1700m höher liegt, sogar das Siedlungsgebiet erreichen können.
Schlussfazit:
[Z]: Das Skigebiet Trafoi hat mir sehr gut gefallen. Dabei spielte der Faktor des Unbekannten eine Rolle, die deutliche Wetterbesserung und die tolle schwarze 8. Neuschnee und geringe Frequentierung rundeten das Erlebnis ab. noisis Sturz (nicht der dokumentierte) gegen Ende des dortigen Besuchs war mehr als ein Schreckmoment. Auch wenn letztlich alles gut gegangen war, so war es doch ein deutlicher Weckruf die Gefahren des Sports nie zu unterschätzen (keine Stichelei gegen noisi, mich hat es den Urlaub über auch oft genug beinahe geschmissen und irgendwann stellt sich dann doch die Einstellung ein 'wird schon immer gut gehen').
[n]: Auch ich fand Trafoi super. Zwar nur wenige lohnenswerte Abfahrten (schwarze 8, Talabfahrt bis Mittelstation, Schlepper) - dafür aber wirklich gute. Dazu Traumpanorama, Top Wetter, Superschnee und absolut tote Hose. Mein Malheur konnte diesem Fazit auch nichts anhaben, das hätte auch sonstwo passieren können.
Fortsezung folgt...