Ein paar Infos zum Hindelanger Klettersteig:
Die "übliche" Tour führt vom Nebelhorn (die Gipfelbahn fährt morgens übrigens keine Sekunde früher los, selbst wenn 50 Leute eine Viertelstunde vor der Tür stehen) zum großen Daumen und von dort über das Koblat zurück zum Edmund-Probst-Haus. Alternativ kann man vom großen Daumen weiter über kleinen und im weiteren Verlauf nach Hindelang absteigen, das ist dann aber schon eine ordentliche Tour. Nach heutigen Maßstäben ist der Hindelanger vermutlich als "altmodischer" Klettersteig zu bezeichnen, allerdings stellt er schon gewisse Anforderungen. Der Steig an sich stellt technisch keine riesigen Herausforderungen, nur am Ein- und Ausstieg sind ein paar weniger gesicherte exponierte Stellen - damit soll wohl die Spreu vom Weizen getrennt werden. Ansosonsten ist der Steig gut mit Stahlseilen gesichert, teilweise mit Leitern oder Metallstiften. Klettersteigausrüstung ist natürlich obligatorisch, absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist selbstverständlich Grundvoraussetzung, da es die meiste Zeit direkt auf dem Grat entlang geht. Klettersteig-Neulinge sollten vielleicht erstmal einfache Varianten wie den Heilbronner Weg versuchen.
Konditionell ist der Hindelanger etwas anspruchsvoller, da der Steig dem Verlauf des Grates folgt und es daher ständig auf und ab geht. Als Entschädigung gibt es immer wieder wunderschöne Ausblicke in die Täler, über das Allgäu und die umliegenden Berge. Als "echte" Gipfelbesteigung kann man am Schluss den Großen Daumen noch mitnehmen oder schon in der vorherigen Scharte zurück Richtung Nebelhorn-Bahn (ansonsten halt vom Daumen wieder das Stück zurück). Für den Rückweg über das Koblat - ein landschaftlich sehr reizvolles Karst-Gebiet - braucht man ca. 1.45 Std, wobei es immer unter dem Grat entlang geht, so dass man den Verlauf des Klettersteigs nochmals "von unten" betrachten kann.

^Morgens am Nebelhorn, vorne am ersten Felsen ist der Einstieg. Hinten links im Bild der Große Daumen, bis dorthin führt der Hindelanger Klettersteig über den Grat. Die Entfernung täuscht etwas, da gezoomt.

^Blick zurück vom Einstieg zum Nebelhorn-Gipfel, damit auch das obligatorische Seilbahn-Foto nicht fehlt.

^Kurz nach dem Einstieg: Etwas Kraxelei und die erste Leiter.

^In ständigem Auf und Ab geht es über den gesamten Grat bis zum Großen Daumen (hinten links).

^Unterwegs immer wieder herrliche Ausblicke auf den Allgäuer Hauptkamm und die dahinter liegenden Gebirgsketten.

^Weiter geht es über den Grat. Durch den langgezogenen Riss ziemlich rechts im Bild geht die längste Leiter hoch.

^Blick zurück - immer was los auf dem Grat.

^Die lange Leiter von oben - fast senkrecht geht es hoch.

^Dazwischen ist auch immer wieder abklettern angesagt, wobei alle Bereiche gut mit Stahlseil gesichert sind. Durch das ständige Auf und Ab des Grates legt man in der Summe einiges an Höhenmetern zurück.

^Blick zurück, inzwischen wurde auch einiges an Entfernung zurückgelegt. Hinten ganz rechts das Nebelhorn.

^Ganz nette Stelle, dank Stahlklammern problemlos zu begehen.

^Und nochmal ein Blick zurück - inzwischen geht es schon auf's Ende zu. Man kann dem Verlauf des Steiges sehr gut folgen: Oben rechts das Nebelhorn und von da an geht es über den westlichen und östlichen Wengenkopf immer auf dem gezackten Grat entlang. Die Wände fallen nach Norden (im Bild rechts des Grates) steil ab, nach Süden (im Bild link des Grates) deutlich flacher. Aus einigen Scharten sind auch Notabstiege nach Süden möglich, die in den Rückweg über das Koblat münden.

^Kurz vor dem Gipfel des Großen Daumen der Blick zurück: Rechts der Nebelhorn-Gipfel, von dem sich der Kamm durch das ganze Bild zieht. Bei den kleinen Felszacken im Vordergrund (Bildmitte ganz links) befindet sich der Ausstieg mit einer etwas kniffligeren Stelle. An der danebenliegenden Scharte geht der Weg zurück über das Koblat zum Edmund-Probst-Haus ab. Der Große Daumen ist nur ein kleines "Zuckerl", für den Rückweg muss man wieder bis in die Scharte zurück absteigen.

^Rückweg übers Koblat - unterhalb des Grates auf der "flachen" Seite.

^Immer wieder geht der Blick nach oben - wer findet die als "kleine Punkte" getarnten Klettersteig-Begeher?

Auch hier ging's heute drüber. Trotz langsam fortschreitender Stunde sind immer noch ordentlich Leute unterwegs.

^Es geht über das Koblat langsam wieder zurück in Richtung Nebelhorn.

^Links der Westliche Wengenkopf.

^Kurz vor dem Edmund-Probst-Haus der Überblick über den ersten Teilbereich: Ganz links das Nebelhorn, nach der Senke der Einstieg in den Klettersteig und ganz rechts der Westliche Wengenkopf.

^Der verdiente "Lohn" nach einer anstrengenden Tour: Ein Zwei-Schluck-Radler für'n Durscht und ein Weizen für'n Gschmack! Prost!
