Vals, Irgendwo im Nirgendwo.
"S'isch guat, ds Valserwasser" - Das werden wohl schon einige gehört haben. Genauso bekannt wie das Valserwasser sind die Therme und der Valser Granit. Aber dass in Vals auch ein Skigebiet existiert, das wissen lang nicht alle, die Valser trinken...
Dabei ist das Skigebiet gar nicht so alt und hat einiges zu bieten. Auch ind diesem Forum ist bis jetzt relativ selten über Vals berichtet worden, mehr als 5 oder 6 Berichte sind es kaum.
Der Zubringer (eine fixe 2er-Sesselbahn) wurde 2004 durch eine 8er-Gondelbahn ersetzt. Oben stehen drei Skilifte, zwei von Habegger, einer von Schätti. Sie gehen bis auf fast 3000 m.ü.M. hinauf und erschliessen meist anspruchsvolle, abwechslungsreiche Pisten.
Genug Gründe für mich also, Vals zu besuchen.
Heute, am 28.12.08, ist es endlich so weit.
Das Wetter ist herrlich, so blau wie der Enzian.
Nach knapp 1 Stunde Anfahrt ist Vals endlich erreicht. Das Valsertal ist ein enges, sonnenloses Tal ohne Aussicht (man sieht nur Felsen und Wälder). Der Weg ist wildromantisch - und plötzlich erreichen wir Vals. Es ist ganz anders als das restliche Valsertal: etwas offener, eine Art Kessel und im Dorfkern geht gerade die Sonne auf. Zuerst muss man noch durch das ganze Dorf fahren. Zuhinterst steht die Talstation in einem schlichten, unauffälligen, grünen Betonklotz. Es sind schon einige Leute da, dank der genügend grossen Kapazität der Gondelbahn sind Wartezeiten wohl Mangelware (Der Vorgänger war ja eine langsame 2er-Sesselbahn).
Nach der Fahrt mit dem Skilift Glarr erblicke ich den Skilift Faltschona und bin ersteinmal baff: Eine unendliche Weite, schon hier eine faszinierende Aussicht, alles bereits in der Sonne - das hätte man sich in Vals oder gar im Valsertal gar nicht vorstellen können, dass es hier so etwas wie Grenzenlosigkeit gibt...
Und nun lasse ich die Bilder sprechen.
Ein erster Blick auf die Gondelbahn.
Sie wurde 2004 von Garaventa gebaut und ersetzte eine Habegger 2er-Sesselbahn aus dem Jahre 1975.
Der Skilift Glarr ist ein kurzer Skilift von Habegger.
Der Skilift Faltschona bildet den Hauptteil des Skigebiets, er erschliesst die einzige blaue Piste, sowie mehrere rote und schwarze Pisten.
Hö? Verkehrte Welt? Küpferstützen an einem Habeggerlift? Wurde der Lift von Küpfer verlängert?
Die Ausstiegsstütze vom Dachberglift mit einem Panorama, das nach Seinesgleichen sucht.
Ein herrliches Panorama...
Gleich entschliessen wir uns für die Fast-2000-Höhenmeter-Abfahrt nach Vals. Die Pisten sind herrlich zu fahren. Es geht von der roten "Gletscherpiste" über die schwarze Piste "Sangga" - Eine herrliche Piste. Allerdings ist sie nur bei den steilen Passagen präpariert, der weniger steile untere Teil ist unpräpariert. Hm. Es folgt die blaue Piste "Valser" (herrlich zu fahren, weil sie ultrabreit, aber noch leer ist), um dann in die Talabfahrt zu gelangen. Auch diese ist über Nacht nict präpariert worden, und dank Kunstschnee pickelhart. Macht mir weniger Vergnügen.
Die schwarze Piste "Sangga". Im Bild der flache, untere Teil.
Talstation Faltschona und Bergstation Glarr.
Die meiner Meinung nach schöne Talstation.
Die Kabinen sind übrigens orginell verziert - mit den Valser Bergen!
Skilift Faltschona mit zugehörigen Pisten. Traumhaft!
Sehr schöne Stützen.
Unendlich lang, teils flache, teils steile Passagen, fährt durch eine einzigartige Landschaft: Der Skilift Faltschona.
Zwar ist er gute 2km lang. Aber bei der Geschwindigkeit würde man das nicht denken. Ich persönlich war erstaunt, dass der 2km lang ist - ich hätte eher auf 1500m getippt.
Skilift Faltschona und rote Piste "Bänder" vor einem wunderbaren Panorama. Und man beachte die Piste: Abwechslungsreich, Senken, Hügel, Kuppen. Nichts ist planiert. Das ist Skivergnügen pur!
Eine meiner Lieblingspisten, die Piste "Bänder". Einfach herrlich. Liks der Skilift Faltschona und die Schwarze Piste "Zana".
Der Skilift Glarr besitzt eine Kurve, die mittels Hoch- und Niederhalterollen bewältigt wird.
Dieser Kurvenmast ist übrigens massiver und grösser, als es das Bild darstellt.
Auch der Skilift Glarr besitzt die formschönen Habeggerstützen. Am Skilift hängen übrigens grösstenteils Gehänge von Habegger, aber auch Doppelmayrgehänge sind in Verwendung (wie hier im Bild). Ferner gibt es noch wenige Borer-Gehänge.
Der Dachberglift. Er wurde erst 1996 gebaut und ist eine Neuerschliessung und führt durch ein eindrückliches Hochtal. Aufgestellt wurde der Lift von Schätti. Die ersten drei Stützen sind von Schätti, der Rest von Garaventa.
Dachberglift. Links der Dachberg. Der Lift fährt etwas langsamer als die anderen zwei. Stand laut Liftwart vorher in St. Moritz.
Woaaaahhh... Und nun gehts diese Hammerpiste hinunter!
Talstation Skilift Faltschona. Ebenfalls von 1975.
Gadastatt
So sieht eine UNI-G richtig hübsch aus!
Vom Ausstiegsort des Skilift Faltschona ein Blick auf die rote Dachbergpiste.
Etwas kurios die Talstation des Dachbergliftes: Trotz Baujahr 1996 wurde die Talstation in einem Haus untergebracht. Egal, mich freuts!
Panorama vom Grat nach Westen.
Weite Welten...
Wir befinden uns wieder im Faltschonagebiet.
Diese Weite am Dachberg ist völlig überraschend, wenn man wenig vorher im engen Valsertal war...
Bergstation, Piste "Bänder" und Skilift Faltschona, bei dem nun richtig Betrieb herrscht. Bin ich froh, hat die blaue Piste so viel Kapazität...
Ausstiegsstütze Faltschona.
Talstation Faltschona. So eine massive Station.
Kurve vom Skilift Glarr.
Ausstiegsstütze Skilift Glarr im späten Nachmittagslicht.
Die Sonne geht langsam unter. Im Süden ist es bereits bewölkt.
Der Skilift Faltschona hat auch keine Sonne mehr.
Ein fantastischer Skitag verklingt.
Wer noch mehr Bilder sehen möchte: http://www.mircotscharner.ch/galerie/th ... p?album=76
Vals hat mich sehr überrascht. Dass das Skigebiet so vielfältig ist, hätte ich nie gedacht. Die Pisten sind schön zu fahren, haben interessante und vor allem abwechslungsreiche Verläufe. Ich war richtig baff, wie es ein Skigebiet mit "nur" 25 Pistenkilometer fertigbringt, diese so abwechslungsreich zu gestalten, dass es mir kein bisschen langweilig wurde. Dazu wird man von einer fantastischen Aussicht auf die Bündner Berge belohnt. Vielleicht kann man sich noch betreffend Pistenpräparation an ein paar Stellen verbessern, ansonsten habe ich kaum etwas zu bemängeln. Die Talabfahrt war etwas hart und schlecht zu fahren, das könnte ich noch erwähnen. Es gab kaum Wartezeiten, ausser am Skilift Faltschona, wo sich die Wartezeiten aber dank der Geschwindigkeit des Liftes auf 5 Minuten limitierte. Was ich auch noch erwähnen möchte, ist die Anfahrt. Hier lohnt sich die lange Anfahrt, das Tal ist zwar eng, die Strasse hat aber etwas wildromantisches an sich und man kommt an einigen schönen, kleinen Ortschaften vorbei.
Vals ist empfehlenswert für Skifahrer (und natürlich auch Boarder), die anspruchsvolle und abwechslungsreiche Pisten suchen. Wer keine Vorurteile gegen die Liftanlagen hat, sondern auf die Pistenqualität achtet, wird in Vals einen herrlichen Skitag verbringen.