Zu den Bedingungen:
Insgesamt hatte ich bei Ankunft noch nie so wenig Schnee im Val d'Anniviers. Da war ich dann doch etwas geschockt. Die ersten drei Tage beschränkten sich vollends aufs Pistenfahren. Aber es sollte Abhilfe geschaffen werden. Am 16., 17. und 19. kam insgesamt über 1m (am Gipfel) runter, da war dann feinstes powdern angesagt.
St. Luc/Chandolin:
Hier findet man rund um den Pas-de-Boeuf-Schlepper, natürlich bei Bella Tola, unter dem Rotzé-Sessel und auf der Verbindungsroute von St.Luc nach Chandolin massenhaft Tiefschneemöglichkeiten. Da kann man sich schon ordentlich austoben.

^^ 16.3.: Regen auf 1650m, Schneefallgrenze etwa 150m höher. Nicht gerade gut für die Talabfahrten. Aber oben...

^^ 19.3.:

^^ Yiehaah

^^ Neben der Verbindungsroute St.Luc --> Chandolin. Der Hammer!

^^ ...

^^ links die Verbindungspiste, rechts daneben der große, ideale Hang. In diesem fand an diesem Wochenende ein Freeride-Contest statt. Im oberen Teil war die Route schnell zerfahren...

^^ ...was aber nicht störte, es gab genug Alternativen.

^^ der gleiche Hang, nur etwas weiter westlich am Le Rotzé.
Und dann das absolute Highlight, mit dem mich seit diesem Aufenthalt wahrscheinlich für immer eine Hassliebe verbinden wird:

^^ die Bella-Tola-Route!

^^ hier links geht's dann richtig los


^^ geil.

^^ in der Totalen
Und dann der ultimative Schock. Ich könnte so kotzen, ihr könnt es euch nicht vorstellen.

^^

^^ hier im unteren Teil ist es passiert. Ich sehe weit und breit keinen Felsen. Es hat auch nur Klack gemacht, mich hat's auch nicht hingehauen, was bei der einwirkenden Kraft schon verwunderlich war. Das muss ein heftigst spitzer Felsen unter der Neuschneeauflage gewesen sein. Ich bin weitergefahren, weil ich niemals gedacht hätte, dass es so heftig ist. Natürlich war ich danach restlos bedient und bin nicht nochmal in den Hang. Ich bin dann auf einem Ski die 8km ins Tal gefahren. War anstrengend.
Zum Glück hatte ein Kumpel Zweitski dabei. Ich hab mich die folgenden Skitage dann ausschließlich auf der Piste aufgehalten und die skifahrerische Stimmung doch sehr ernüchtert...
Exkurs: Bella-Tola-Besteigung
Jeder, der mal in St.Luc vorbeikommt, sollte das mal gemacht haben.



^^ die paar Höhenmeter lohnen sich, hoch gehts beim Einstieg in die Route mit Hilfe eines Seils.

^^ 4000er-Parade

^^ Weisshorn

^^ Sternwarte, vorne Le Col des Ombrintzes, dahinter Tignousa

^^ Grimentz mit seinen Talabfahrten

^^ Becs de Besson mit seinen unzähligen Pisten

^^ La Piste du Chamois mit göttlicher Geländekammer

^^ Rothorn

^^ Dito inkl. Tourenmöglichkeiten. Bin ich der einzige, der findet, dass sich dieser Hang hervorragend für eine Neuerschließung eignen würde? Man weiß ja nie...
Zinal:
Noch vor dem bösen Zwischenfall mit den Ski waren wir in Zinal. Zinal genießt nicht umsonst den Ruf einer Freeride-Hochburg. Dort eignet sich nahezu jeder Hang zum Off-Piste-runterheizen, ein nicht ganz unerwartetes Highlight war dabei die Geländekammer der Piste du Chamois. "Leider" habe ich davon nur Videos, aber das war wirklich sensationell. Ansonsten lohnt es sich sehr, beim Freeride-Areal die paar Meter über den Buckel zu laufen, da findet man tatsächlich kaum verspurte Hänge, und das in Zinal. Aber sehr selbst:

^^ neben der schwarzen "Le Col". Zu viele Buckel unter der Neuschneeschickt, war nicht so toll. Deswegen ab ins Freeride-Areal:

^^ Im Combe-Durande-Schlepper mit zugehöriger roter Traumpiste, links daneben kann man rein, wenn man zu faul ist...

^^ ...ein paar zusätzliche Meter hochzustapfen. Schon ordentlich was los, allerdings war an diesem Tag der Zinal Freeride-Contest.

^^ war ein großes Vergnügen denen zuzuschauen!

^^ Freeride-Areal


^^ Vollgas!


^^ gegen Mittag schon stark verspurt. Tja, warum nur?
Meine Ode an die Piste du Chamois:


^^ hier ist dann Schluss

^^ und es heißt Maschieren bis hinter die sichtbaren Häuser, dort ist die Talstation der Bendolla-EUB. Hier wird früher oder später auch die Talstation der Verbindungsbahn nach Zinal stehen.
Noch zu Grimentz:


Genau. An den Nicht-Südhängen war die Schneelage aber richtig gut. Dort war ich dann aber nicht mehr abseits der Pisten unterwegs, auch wenn sich unzählige Möglichkeiten mit dem Becs de Besson, der Abondance-Route oder rund um die Piste Lona geboten hätten. Erstens waren die Hänge da schon ordentlich zerfahren und zweitens war da ja noch was mit den Ski.
In Vercorin waren wir wieder nicht, hat sich einfach nicht gelohnt.
Und noch ein Schlusswort zur Pistenpräparierung:

Prinzipiell haben sie's ja drauf, aber warum am Col des Ombrintzes auf 2800m nach 1m Neuschnee immernoch massenhaft Steine auf den Pisten rumfliegen können ist mir Rätsel. Ansonsten war das aber tip top, bis auf die Verbindungspiste wurde durchgehend täglich präpariert. Die Piste Illhorn war dann gegen Ende des Aufenthalts einfach nicht mehr zu retten.
Fazit:
Bis zum nächsten Jahr dann, dann aber mit gebrauchten, vergammelten, breiten Latten, die auch gerne mal kaputt gehen können!

