Nun, mein erstes Ziel sollte nicht im Unterengadin liegen, sondern im Prättigau, in einem Skigebiet, welches ich zum letzten Mal vor fünf Jahren besucht habe und welches heute noch zu meinen absoluten Lieblingsgebieten zählt:
Klosters - Madrisa 29.02.2012
Ein Gebiet, in dem Gemütlichkeit herrscht. Ein Gebiet, in dem die Pisten dem Gelände folgen, genial trassiert und nicht überfüllt sind. Ein Gebiet, in dem das Wort KSB ein Fremdwort ist. Ein Gebiet, welches einfach nur genial ist.
Ein herrlicher Tag kündigt sich bereits bei meiner Ankunft an. Schnee gibt es im Prättigau mehr als genug, sollte bis Ostern in jedem Fall reichen. Ich werde dann auch wieder dort sein, allerdings auf Pischa, Madrisa und Rinerhorn verzichten müssen. Schnell das Ticket gelöst und mit der 4EUB auf die Saaser Alp hinaufgefahren...
Im Sl Schaffürgli. Soll irgendwann durch eine 4KSB ersetzt werden. Rechts die geniale Schwarze FIS-Piste
Oberer Teil des sehr langen Doppel-SL. Die rote Standartpiste verläuft natürlich wellig und zählt zu meinen absoluten Lieblingspisten
Auf der schönen blauen außenrum Piste am Schaffügli SL. Rechts die Einfahrt in die FIS-Piste. Morgens war der Schnee noch herrlich pulvrig, gegen Mittag wurde er bei Temperaturen von 10°C auf der Saaser Alp recht schwer
Im unteren Teil der Piste ist die Baumgrenze bereits erreicht
Vor dem Steilhang der roten 1. Unten zu sehen der Anfängerlift Albeina
Oben am Schaffürgli-Lift. Gegen Mittag wurde es etwas diesiger und am Lift etwas voller. Die Pisten blieben jedoch leer und den ganzen Tag in einem super Zustand
Unterhalb der neuen Obersässpiste, welche einen netten Steilhang erschließt
Am Glattegenlift, welcher leider nur am Wochenende läuft. Die Piste, die auch von Schaffürgli-SL erreicht werden kann, war am Nchmittag so aufgeweicht, dass es schon etwas stoppte
Blick auf die Schafcalandapsite mitsamt des Silvretta-Massivs. Im Unterengadin hielten sich tagsüber noch einige Wolkenfelder auf
Piste am SL Madrisa, welche am Nachmittag von einigen Sulzbuckeln durchzogen war.
DSB Zügenhüttli von BMF. Seit sie einen steilen SL erstzt hat, ist die Piste viel frequentierter. Die Talabfahrt Schlappin war am Nachmittag wegen Lawinengefahr geschlossen, sodass ich wieder mit der Gondel ins Tal fahren musste.
Fazit: Immer einen Besuch wert. Einer der besten Skitage der Saison: 6 von 6 Punkten
Dann fuhr ich Richtung Autoverlad Selfranga, um ins Unterengadin zu gelangen. Um 16:20 erwischte ich den Zug gerade noch und war keine 20min später in Zernez angekommen. Dort bot sich mir ein etwas verändertes Landschaftsbild. das Engadin scheint einerseits diese Saison nicht so viel Schnee abbekommen zu haben. Es zeigten sich auf den Hängen schon durchaus einige apere Stellen. Das klima scheint durchaus wärmer und trockener zu sein, da die Baumgrenze etwas höher liegt. Die Ortschaften haben zudem schon einige mediterrane Züge, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Als ich auf dem Weg nach Pfunds an Scuol vorbeikam, war ich etwas geschockt. Entlang der Hautstraße erstreckten sich plötzlich eine Neubauten, welche überhaupt nicht in das mediterran angehauchte Ambiente des Unterengadin passt. Und der Betonklotz der Talstation der Bergbahnen Scuol wirkte auf mich irgendwie abstoßend. Naja, wenn mich morgen das Skigebiet überzeugen kann, dann werde ich über die ersten negativen Eindrücke hinwegsehen können...
Scuol - Tarasp 01.03.2012
Das Frühstück in der Pension war mehr als ausreichend. Beim Frühstück lasse ich mir gerne Zeit und nehme recht viel zu mir, um die Mittagspause so lange wie möglich hinauszögern zu können. Am Nachmittag fahre ich eher weniger und gönne mir ab und zu ein Sonnenbad in einem gemütlichen Liegestuhl. Heute soll es also nach Scuol gehen. Das Gebiet interessiert mich schon länger, hier im Af bekommt es durchweg positive Kritiken. Ein handelt sich um ein Skigebiet, welches Mitte der 1990er zu einem recht modernen Skigebiet ausgebaut wurde. Lediglich die Pisten um Prui und am Campatsch werden noch durch ältere Schlepplifte bedient. Ich finde es wichtig einen Unterschied zwischen Modernisierung und Kaputtmodernisierung zu machen. Die Adelbodener Seite rund um den Silleren ist modernisiert, die Pisten jedoch nicht großartig planiert, selektiv und schön zu fahren. Die Lenker Seite ist meiner Meinung nach kaputtmodernisiert und auf Massentourismus ausgelegt. Leider habe ich auch überwiegend den selben Eindruck von Scuol bekommen. Es gibt wahrlich nette Ecken wie an der Salaniva, am Champatsch, an der Prui oder die Pisten nach Ftan und Sent. Das Zentrum hingegen ist leider vollkommen industrialisiert und auf Völerwanderungen ausgelegt. Darum habe ich diesen Teil nahezu komplett gemieden. Was mir ebenfalls aufgefallen ist - einige Pisten wurden leider nicht frisch präpariert, andere sehr schlecht, sodass meine Freude am Skifahren etwas getrübt wurde. Der Schnee war leider auch bislang der schlechteste der Woche bzw. der schlechteste der Saison.
Morgens an der Bergstation: schon der Schock im Tal: Haufenweise Skigruppen waren anwesend. Ich hoffte, sie würden hauptsächlich an der 6KSB bleiben, was sich zum Glück auch bestätigte. Dennoch war im Gebiet bedeutend mehr los als gestern auf der Madrisa
6KSB Chamanna: erschließt eine breite Anfängerpiste und einen Fun Park mit Rennpiste
Blick in den Kessel von Jonvrai. Die Piste an der KSB Clünas im Vordergrund war grauenhaft präpariert
Pisten an der KSB Salaniva. Diese wirklich nette Piste war ebenso grauenvoll präpariert und leider etwas eisig. Bloß weg hier...
Zurück im Kessel von Jonvrai. Die Pisten an der KSB Mot da Ri waren hingegen wieder sehr gut präpariert, hatten weichen Sulzschnee und erschließen herrlich selektives Gelände
Am höchsten Punkt des Gebietes: Die beiden Champatsch-SLs erschließen nett trassierte Pisten, ähnlich wie auf Madrisa: so gefällt mir das!!
An den beiden Prui-Liften war den ganzen Tag über sehr wenig los und die Pisten bis zum nachmittag hervorragend!
Blick auf Ftan von der sehr schönen Talabfahrt. Die Unterengadiner Ortschaften gefallen mir wirklich sehr gut
In der 4KSB Ftan - Prui: ersetzte vor gar nicht langer Zeit eine Habegger-DSB auf veränderter Trasse. Hat den Vorteil, dass man nun ohne schieeben zu müssen zu den Prui-Liften gelangt
Nachmittags beschloss ich anstatt der Talabfahrt nach Scuol die Traumpiste nach Sent zu fahren. Jene ist herrlich natürlich trassiert und führt fernab aller Lifte durch ein einsames Hochtal
Im unteren Teil ist sie etwas flacher und endet in einem Ziehweg
Auch Sent ist einer dieser wunderschönen Unterengadiner Dörfer
Mit dem Sportbus fuhr ich dann um 16:30 zurück nach Scuol
Fazit: Ein paar wirklich sehr nette Ecken, der Großteil jedoch kaputtmodernisiert. Leider lies auch die Pistenpräparation im Gebiet etwas zu wünschen übrig. 4 von 6 Punkten