Unterengadin - Reschenpass 29.02. - 04.03.2012

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Callisto
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Unterengadin - Reschenpass 29.02. - 04.03.2012

Beitrag von Callisto »

Lange habe ich überlegt - lage habe ich abgewartet...und entschieden: am Montag Vormittag dann ein Zimmer in einer Pfundser Pension gebucht mit dem Ziel einige mir unbekannte Skigebiete im Unterengadin und am Reschenpass zu erkunden. Lange hatte ich zuvor überlegt, wo ich in dieser Saison eine verkürzte Skiwoche verbringe, um ein paar neue Skigebiete kennen zu lernen. Zur Auswahl standen neben meinem schlussendlich gewähltem Ziel noch das Val d'Anniviers, die Mont Blanc-Region und die Surselva. Bereits einige Wochen zuvor hatte ich nach einem Quartier in einem geeigneten Standort Ausschau gehalten, was sich zum Teil als relativ schwierig oder preislich inadequat erwies. Sierre fürs Vd'A war mir wegen des Frankenkurses zu teuer ebenso Illanz oder Tavanasa. In der Mont Blanc-Region war es schwierig überhaupt etwas zu finden und wenn dann verlangte man teils utopische Summen. Und in Pfunds, wo ich für das Unterengadin und den Reschenpass gesucht habe, hatte ich zum Teil den Eindruck, dass der ganze Ort quasi ausschließlich aus Pensionen zu bestehen schien, was sich schlussendlich auch bewahrheiten sollte. Lange Zeit habe ich diverse Wetterberichte studiert, welche teilweise nahezu konträre Vorhersagen lieferten. Erst als am Montag wirklich jeder Bericht Sonnenschein und Hitzefrühling (gut auf letzteres hätte ich auch verzichten können) vorhergesagt hatte, habe ich in einer netten Pension direkt an der Reschenstraße in Pfunds mein Quartier gebucht. Die Vorfreude stieg, da ich wieder neue Gebiete kennen lernen würde, andererseits allerdings auch den merkwürdig gekleideten Baslern entfliehen könnte, welche sich alljährlich in der Fasnachtswoche leicht auffällig verhalten (diese Aussage enthält aus Rücksicht auf unsere Freunde aus Basel keine negative Wertung). Als ich jedoch dann am Mittwoch morgen um 6 zu meinem ersten Ziel losfuhr und mir ein freundlich gesinnter Mensch entgegenkam und mit seiner Piccoloflöte die halbe Straße aufweckte, war ich froh dieser regional begrenzten Tradition zu entfliehen.

Nun, mein erstes Ziel sollte nicht im Unterengadin liegen, sondern im Prättigau, in einem Skigebiet, welches ich zum letzten Mal vor fünf Jahren besucht habe und welches heute noch zu meinen absoluten Lieblingsgebieten zählt:


Klosters - Madrisa 29.02.2012

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Ein Gebiet, in dem Gemütlichkeit herrscht. Ein Gebiet, in dem die Pisten dem Gelände folgen, genial trassiert und nicht überfüllt sind. Ein Gebiet, in dem das Wort KSB ein Fremdwort ist. Ein Gebiet, welches einfach nur genial ist.

Ein herrlicher Tag kündigt sich bereits bei meiner Ankunft an. Schnee gibt es im Prättigau mehr als genug, sollte bis Ostern in jedem Fall reichen. Ich werde dann auch wieder dort sein, allerdings auf Pischa, Madrisa und Rinerhorn verzichten müssen. Schnell das Ticket gelöst und mit der 4EUB auf die Saaser Alp hinaufgefahren...

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Im Sl Schaffürgli. Soll irgendwann durch eine 4KSB ersetzt werden. Rechts die geniale Schwarze FIS-Piste

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Oberer Teil des sehr langen Doppel-SL. Die rote Standartpiste verläuft natürlich wellig und zählt zu meinen absoluten Lieblingspisten

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Auf der schönen blauen außenrum Piste am Schaffügli SL. Rechts die Einfahrt in die FIS-Piste. Morgens war der Schnee noch herrlich pulvrig, gegen Mittag wurde er bei Temperaturen von 10°C auf der Saaser Alp recht schwer

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Im unteren Teil der Piste ist die Baumgrenze bereits erreicht

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Vor dem Steilhang der roten 1. Unten zu sehen der Anfängerlift Albeina

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Oben am Schaffürgli-Lift. Gegen Mittag wurde es etwas diesiger und am Lift etwas voller. Die Pisten blieben jedoch leer und den ganzen Tag in einem super Zustand

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Unterhalb der neuen Obersässpiste, welche einen netten Steilhang erschließt

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Am Glattegenlift, welcher leider nur am Wochenende läuft. Die Piste, die auch von Schaffürgli-SL erreicht werden kann, war am Nchmittag so aufgeweicht, dass es schon etwas stoppte

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Blick auf die Schafcalandapsite mitsamt des Silvretta-Massivs. Im Unterengadin hielten sich tagsüber noch einige Wolkenfelder auf

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Piste am SL Madrisa, welche am Nachmittag von einigen Sulzbuckeln durchzogen war.

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DSB Zügenhüttli von BMF. Seit sie einen steilen SL erstzt hat, ist die Piste viel frequentierter. Die Talabfahrt Schlappin war am Nachmittag wegen Lawinengefahr geschlossen, sodass ich wieder mit der Gondel ins Tal fahren musste.

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Fazit: Immer einen Besuch wert. Einer der besten Skitage der Saison: 6 von 6 Punkten


Dann fuhr ich Richtung Autoverlad Selfranga, um ins Unterengadin zu gelangen. Um 16:20 erwischte ich den Zug gerade noch und war keine 20min später in Zernez angekommen. Dort bot sich mir ein etwas verändertes Landschaftsbild. das Engadin scheint einerseits diese Saison nicht so viel Schnee abbekommen zu haben. Es zeigten sich auf den Hängen schon durchaus einige apere Stellen. Das klima scheint durchaus wärmer und trockener zu sein, da die Baumgrenze etwas höher liegt. Die Ortschaften haben zudem schon einige mediterrane Züge, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Als ich auf dem Weg nach Pfunds an Scuol vorbeikam, war ich etwas geschockt. Entlang der Hautstraße erstreckten sich plötzlich eine Neubauten, welche überhaupt nicht in das mediterran angehauchte Ambiente des Unterengadin passt. Und der Betonklotz der Talstation der Bergbahnen Scuol wirkte auf mich irgendwie abstoßend. Naja, wenn mich morgen das Skigebiet überzeugen kann, dann werde ich über die ersten negativen Eindrücke hinwegsehen können...


Scuol - Tarasp 01.03.2012

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Das Frühstück in der Pension war mehr als ausreichend. Beim Frühstück lasse ich mir gerne Zeit und nehme recht viel zu mir, um die Mittagspause so lange wie möglich hinauszögern zu können. Am Nachmittag fahre ich eher weniger und gönne mir ab und zu ein Sonnenbad in einem gemütlichen Liegestuhl. Heute soll es also nach Scuol gehen. Das Gebiet interessiert mich schon länger, hier im Af bekommt es durchweg positive Kritiken. Ein handelt sich um ein Skigebiet, welches Mitte der 1990er zu einem recht modernen Skigebiet ausgebaut wurde. Lediglich die Pisten um Prui und am Campatsch werden noch durch ältere Schlepplifte bedient. Ich finde es wichtig einen Unterschied zwischen Modernisierung und Kaputtmodernisierung zu machen. Die Adelbodener Seite rund um den Silleren ist modernisiert, die Pisten jedoch nicht großartig planiert, selektiv und schön zu fahren. Die Lenker Seite ist meiner Meinung nach kaputtmodernisiert und auf Massentourismus ausgelegt. Leider habe ich auch überwiegend den selben Eindruck von Scuol bekommen. Es gibt wahrlich nette Ecken wie an der Salaniva, am Champatsch, an der Prui oder die Pisten nach Ftan und Sent. Das Zentrum hingegen ist leider vollkommen industrialisiert und auf Völerwanderungen ausgelegt. Darum habe ich diesen Teil nahezu komplett gemieden. Was mir ebenfalls aufgefallen ist - einige Pisten wurden leider nicht frisch präpariert, andere sehr schlecht, sodass meine Freude am Skifahren etwas getrübt wurde. Der Schnee war leider auch bislang der schlechteste der Woche bzw. der schlechteste der Saison.


Morgens an der Bergstation: schon der Schock im Tal: Haufenweise Skigruppen waren anwesend. Ich hoffte, sie würden hauptsächlich an der 6KSB bleiben, was sich zum Glück auch bestätigte. Dennoch war im Gebiet bedeutend mehr los als gestern auf der Madrisa

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6KSB Chamanna: erschließt eine breite Anfängerpiste und einen Fun Park mit Rennpiste

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Blick in den Kessel von Jonvrai. Die Piste an der KSB Clünas im Vordergrund war grauenhaft präpariert :evil:

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Pisten an der KSB Salaniva. Diese wirklich nette Piste war ebenso grauenvoll präpariert und leider etwas eisig. Bloß weg hier...

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Zurück im Kessel von Jonvrai. Die Pisten an der KSB Mot da Ri waren hingegen wieder sehr gut präpariert, hatten weichen Sulzschnee und erschließen herrlich selektives Gelände

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Am höchsten Punkt des Gebietes: Die beiden Champatsch-SLs erschließen nett trassierte Pisten, ähnlich wie auf Madrisa: so gefällt mir das!!

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An den beiden Prui-Liften war den ganzen Tag über sehr wenig los und die Pisten bis zum nachmittag hervorragend!

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Blick auf Ftan von der sehr schönen Talabfahrt. Die Unterengadiner Ortschaften gefallen mir wirklich sehr gut

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In der 4KSB Ftan - Prui: ersetzte vor gar nicht langer Zeit eine Habegger-DSB auf veränderter Trasse. Hat den Vorteil, dass man nun ohne schieeben zu müssen zu den Prui-Liften gelangt

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Nachmittags beschloss ich anstatt der Talabfahrt nach Scuol die Traumpiste nach Sent zu fahren. Jene ist herrlich natürlich trassiert und führt fernab aller Lifte durch ein einsames Hochtal

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Im unteren Teil ist sie etwas flacher und endet in einem Ziehweg

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Auch Sent ist einer dieser wunderschönen Unterengadiner Dörfer

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Mit dem Sportbus fuhr ich dann um 16:30 zurück nach Scuol

Fazit: Ein paar wirklich sehr nette Ecken, der Großteil jedoch kaputtmodernisiert. Leider lies auch die Pistenpräparation im Gebiet etwas zu wünschen übrig. 4 von 6 Punkten

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Schöditaz
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Re: Unterengadin - Reschenpass 29.02. - 04.03.2012

Beitrag von Schöditaz »

Schöne Bilder, gut geschrieben. Dankeschön :D !
Callisto hat geschrieben: In der 4KSB Ftan - Prui: ersetzte vor gar nicht langer Zeit eine Habegger-DSB auf veränderter Trasse. Hat den Vorteil, dass man nun ohne schieeben zu müssen zu den Prui-Liften gelangt

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Die Vorgängerbahn war von Bühler, nicht von Habegger.
Martin_D
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Re: Unterengadin - Reschenpass 29.02. - 04.03.2012

Beitrag von Martin_D »

Ich bin schon sehr gespannt, wie dir Nauders und Schöneben gefallen haben.
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Callisto
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Re: Unterengadin - Reschenpass 29.02. - 04.03.2012

Beitrag von Callisto »

Eigentlich stand auch die Silvretta Arena auf meiner to do-Liste. Dabei wollte ich mich vor allen Dingen auf die langen einsamen Abfahrten wie an der Gampenbahn, im Velilltal oder nach Samnaun sowie auf den Sektor an der Alp Trida konzentrieren. Doch bekam ich bereits auf der Heimfahrt von Scuol erste Bedenken, da ich fürchtete, dass auch die von mir anvisierten Bereiche der fortschreitenden Kaputtmodernisierung des Unterengadins unterlegen waren. Dennoch hatte ich die vielen sehr positiven und enthusiastischen Berichte über die Silvretta Arena im Forum im Hinterkopf. Und wenn ich da hinfahre, dann besser nicht am Wochenende, ansonsten würde man da wahrscheinlich kein Bein mehr an die Erde bekommen. Was tun? Ich frühstückte, immer noch keine Entscheidung. Alternativen? Nauders am Samstag, Schöneben am Sonntag, das war fix, aber einen ganzen Tag Haideralm, oder Südtirol, oder SFL? Oder Kappl? Ich zog meine Skiklamotten an, immer noch keine Entscheidung, Ich setzte mich ins Auto, lies den Motor an...Benzinanzeige blinkt... hm, da war doch was von Zollfrei tanken in Samnaun...Blinker gesetzt und losgefahren

Samnaun - Silvretta Arena 02.03.2012

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Nun denn, die Anfahrt gestaltete sich als relativ abenteuerlich, kam mir irgendwie so vor wie bei der Dakar. In Samnaun angekommen erstmal vollgetankt. Dann auf den Parkplatz gefahren und überrascht gewesen, dass keine Parkplatzgebühren verlangt wurden. Gerade schwebt die mächtige doppelstöckige PB ein. In dem riesigen Betonturm im Vordergrund befindet sich ein Fahrstuhl

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Für unsere Seilbahnfans :-)

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Zunächst entschied ich in den Alp Trider Kessel zu fahren, bevor die ganzen Horden aus Ischgl hier drüben einfallen. Die Piste war in einem super Zustand, herrlicher Pulverschnee. Die schönen trassierten Hänge an der Visnitzbahn gegenüber waren zunächst noch härter, firnten aber infolge der extrem hohen Temperaturen schnell auf

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Foto von Gegenüber: im Vordergrund die Visnitzbahn, rechts Viderjoch 1 und Flimsattelbahn, im Hintergrund die Alp Trider Bahn.

url=http://www.imagehotel.net/?from=n5j2knj2kp.jpg]Bild[/url]


Etwas weiter nach rechts geschwenkt: Jetzt ist auch die Greitspitze erkennbar

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Wunderschönes Panorama auf dem Weg zur Grivaleabahn. Die Piste ist herrlich trassiert und vor allem wenig bevölkert. Ich machte ich einige Wiederholungsfahrten

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Once more

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Mit Hilfe der Mullerbahn (ich hasse diese orangen Bubbles) ging es zurück in den Alp Trider Kessel. Vorne die Viderjochbahn 1

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Dann ging es hoch zur Greitspitze. Das Panorama ist einfach genial. Mittlerweile wurde es etwas voller. Auch hier war die Piste schön trassiert, aber ziemlich hart bis eisig

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Blick zur Schweiz-Österreichischen Grenze. Hier hatte der Wind zum Teil kräftige Arbeit geleistet

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Mein nächstes Ziel hieß Talabfahrt Samnaun, da ich mittverfolgt habe, wie sie in den vergangenen Tagen jeweils wegen Lawinengefahr am Nachmittag geschlossen wurde. Da ich die steile 14a an der langen Wandbahn verpasst habe, bin ich mit der Bahn noch einmal hoch. Hätte es nachmittags machen sollen. Die Piste war krass hart!!

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Oben angekommen riskierte ich einen Blick auf die Idalp. Diesen Bereich wollte ich großräumig umfahren

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Höllkarbahn mitsamt Piste. Ziemlich auf Massentourismus ausgelegt. Zum Glück war (noch) nicht viel los

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Rauf auf den Palinkopf mit der gleichnamigen- oder der Zeblasbahn. Der Schnee war hier grandios, sodass ich ich mich hier etwas aufhielt. Oben gibt es mehrere steile Einfahrtshänge zur Auswahl

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Daraufhin fuhr ich die herrliche lange Talabfahrt nach Samnaun und vergaß dabei das wichtigste: Fotographieren! Diese Talabfahrt ist defintiv ein Highlight des Gebietes. Sie führt herrlich trassiert durch ein einsames Tal fernab jeglicher Liftanlagen. Dann fuhr ich wieder nach oben, um ins Velilltal zu gelangen. Diese Piste wurde jedoch kurz vor meiner Ankunft geschlossen, sodass ich einen Umweg über die Idalp in Kauf nehmen musste...

hier bereits in der 6SB Sassgalun. Im Hintergrund die 8KSB Höllboden und das Gewusel auf der Idalp

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Ich beschloss nun, den restlichen Tag im Bereich der Gampenbahn zu fahren

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Hier eine der herrlichen Außenrum-Pisten bei der Gampen-KSB. Lang, schöner Frühlingsschnee und wenig los

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Abstecher zur Höllspitzbahn. An der Paznauner Thaya lief bereits Après-Ski Musik. Bemerkenswert fand ich, dass extra daraufhingewiesen wird, dass in der Bahn keine Besoffenen transportiert werden

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Großartiges Panorama ins Paznauntal von der Bergstation der Höllspitzbahn. Leider war die Piste weniger großartig und ich beschloss mich langsam via Idalp auf den Rückweg zu machen. Die Talabfahrt nach Samnaun war mittlerweile geschlossen.

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Der Rest des Skitags verlief recht unspektakulär und angesichts der Kulisse an der Idalp wollte ich auch nicht mehr fotographieren. So fuhr ich noch 2x an der Alp Trider Bahn, dessen Piste sich immer noch in einem hervorragenden Zustand befand, bevor ich dann mit der PB wieder nach Samnaun fuhr:

Fazit: Positiv: Hätte ich so nicht ganz erwartet, allerdings auch ein bisschen ein zweischneidiges Schwert! Das Panorama ist grandios, ebenso der Schweizer Bereich sowie die Pisten an der Gampenbahn sowie am Palinkopf und an der Greitspitze. Diese Bereiche sind dezent modernisiert, die Pistenverläufe spannend und folgen zumindest teilweise den natürlichen Gegebenheiten. Zudem ist es deutlich weitläufiger als ich vermutet hatte. Leider machte man mir das Velilltal vor der Nase zu. Der restliche österreichische Bereich ist (sry Leute da drüben) ziemlich furchtbar. Nicht nur das Gewirr an der Idalp, vor allem auch die Partybereiche an der Thaya. Die Pisten sind großteils langweilig und auf Massentourismus ausgelegt. Häufig musste ich zusehen, dass ich nicht von jemandem über den Haufen gefahren wurde oder es selber tue. Denn solche breite, modellierte, teils recht steile Pisten laden zum unkontrolliertem Rasen ein, was mir vor allem Richtung Paznauner Thaya aufgefallen ist. Wenn man diesen Bereich großräumig meidet und sich auf die übrigen Ecken des Gebietes konzentriert, kann man einen genialen, sportlichen und entspannen Skitag verbringen und dem Partyvolk ebenfalls seine Freiheiten gönnen. Jedem das Seine...

5 von 6 Punkten
Callisto
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Re: Unterengadin - Reschenpass 29.02. - 04.03.2012

Beitrag von Callisto »

Der nächste Traumtag kündigte sich an. Und heute war das Ziel von vorne herein klar:

Nauders 03.03.2012

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Es war Samstag und ich hoffte, dass es nicht ganz so voll werden würde. An das Skigebiet hatte ich nicht zuletzt aufgrund von euphorischen Berichten hier im Forum sehr hohe Erwartungen. In 15 min schaffte ich die Strecke hoch zum Reschenpass und fuhr voller Vorfreude mit der EUB nach oben.

Kaum die Bergstation verlassen, taucht die 8KSB Zirmberg mit ihrer ultrabreiten Piste auf

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Entgegen meinen Erwartungen war der Schnee in diesem Bereich herrlich pulvrig und die Piste interessanter zu fahren als gedacht, da sie von einigen natürlichen Wellen durchzogen ist

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Morgentlicher Blick zur Tscheyeckbahn, welche den gesamten Grat des Berges erschließt. Hätte nicht gedacht, dass das Skigebiet so weitläufig ist

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Auffahrt mit der Tscheyeckbahn. Die Piste firnte aufgrund erneuter sommerlicher Temperaturen einigermaßen schnell auf

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Geniales Panorama ins Reschental. Landschaftlich hat mir das Gebiet in der Woche am besten gefallen

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Auf der breiten roten Piste 11 an der Tscheyeckbahn

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Blick Richtung Jochbahn. Dort bin ich eher wenig gefahren

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Weiter auf der Tscheyeckpiste mit Nauders im Talgrund

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Erneute Bergfahrt. Mittlerweile wurde es sogar etwas voller. Auf den Pisten hatte man jedoch den ganzen Tag über genügend Platz

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Blick zum Panorama-Lift. Auch hier gab es noch herrlich griffigen Pulverschnee

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Von der Bergstation hat man ein wunderbares Panorama

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...auch in den übrigen Bereich des Skigebiets. Vorne die Jochbahn, dahinter die Zirmbahn

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Nach ein paar weiteren fotolosen Fahrten an der Zirmbahn und der Jochbahn ging es zu diesem genialen Sl Almlift, der herrlich durch eine Waldschneise hindurch verläuft und ordentlich steil ist. Auch hier waren die Pisten perfekt aufgefirnt, wenn auch etwas stärker modelliert

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Blick zurück auf die steile Lifttrasse

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Kurz vor der Bergstation hat man einen schönen Blick auf Schöneben, welches mein morgiges Ziel, sofern es das Wetter einigermaßen zulässt, sein soll. Eine Einheimische zumindest schwor darauf, dass es sich entgegen aller Vorhersagen einigermaßen halten soll. Na mal sehen

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Gegen Mittag fuhr ich einige der Varianten ins Tal runter und nutzte mal die DSB oder der lange EUB zur Auffahrt. Hier im flachen Talboden, wo sich eine Anfängerwiese erstreckt

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Blick auf die recht lange EUB. Fahrzeit etwas 15min

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Nachmittags ergatterte ich in der Nähe des Almlifts einen schönen Liegestuhl, in dem ich noch einige Zeit verbrachte, bevor ich entgültig ins Tal abfuhr.


Fazit: Nauders ist ein wunderschönes, mittelgroßes und modernes Gebiet, welches auch am Wochenende wenig überlaufen ist. Die Atmosphäre ist eher ruhig ausgenommen an der Hütte bei der DSB Lärchenalm 2. Die Landschaft ist fantastisch, einige Pisten erschließen herrlich einige Talrinnen, andere sind kurz und knackig. Alles in allem hat es mir wirklich super gefallen und ich werde definitiv zurückkommen, sollte ich mich noch einmal in diese Gegend verirren

6 von 6 Punkten


Die Einheimische von gestern schien Recht zu behalten. Statt eines trüben Himmels oder eines Schneesturms zeigte sich der Himmel am nächsten morgen eher dunstig. Jedoch konnte man die ursprünglich blaue Farbe durch die hohe Schleierbewölkung durchaus erahnen. Ich packte meine Sachen und beschloss in Schöneben noch einen halben - dreiviertel Tad Skilaufen zu gehen.


Schöneben 04.03.2012

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Meine Erwartungen waren vor allem an die Pistenporäparierung sehr hoch, denn ich hoffte einige Speedruns durchführen zu können. Damit wurde ich nicht enttäuscht. Die Pistenpräparierung ist erstklassig gewesen. Das Gelände an der Joch und Fraitenbahn scheint auch großteils natürlich zu sein. Schön eben halt :-). Hier bei der Auffahrt mit der Jochbahn. Ein Sl wäre hier irgendwie fehl am Platz. Passt schon daher

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Farbige Angelegenheit, finde ich aber durchaus ästhetisch

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Auch der Schneezustand war ähnlich wie in Nauders gestern - sehr gut. Schön griffig. Nur an der Zwölferkopfbahn etwas härter

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Die Rojenbahn mit ihren knackigen Zielhängen

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Blick ins Rojental am Mittag bei zunehmender Bewölkung

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Da ich in Italien war, hoffte ich auf eine leckere Pizza am Mittag. Nun ja, Südtirol scheint nicht ganz Italien zu sein. Daher genehmigte ich mir ein Wiener Schnitzel, welches durchaus der Schuhgröße meines Basketball Spielenden Kommulitonen glich. Nach dem Essen fuhr ich zurück ins Tal und tätigte die etwa 3,5 Stündige Rückreise nach Basel über den Arlbergpass, welcher mir sehr gut gefiel. In Feldkirch meldete mein navi alle 200m einen Blitzkasten. Wie ein Minenfeld. Den Typen vor mir (ohne Navi) hat es gleich 2x erwischt. Der Rest der Rückreise verlief unspektakulär.


Fazit: Schöneben ist schön eben. Was fehlt ist mit Sicherheit eine abgelegene Außenrumpiste, ich frage mich, warum man im Rojental z.B. an der Zwölferkopfbahn keine angelegt hat. Die Pisten sonst sind zumindest an der Joch und Fraitenbahn natürlich, und bestens präpariert. Für einen halben Tag hat es sich wirklich gelohnt

5 von 6 Punkten


Das wars. ich hoffe ich konnte euch die Gebiete etwas näher bringen. Nauders und Madrisa waren absolute Volltreffer, auch Schöneben und die entlegenen Bereiche der Silvretta Arena wussten zu überzeugen. Lediglich Scuol fiel in jederlei hinsicht etwas ab. Summa Summarum hat mir die Reise sehr gut gefallen, aml schaun wo es im nächsten jahr hingehen soll...
RabbaRabba
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Re: Unterengadin - Reschenpass 29.02. - 04.03.2012

Beitrag von RabbaRabba »

Danke für die schönen Berichte. :) Kann deine Urteile über Nauders und Schöneben nur bestätigen! Sind gerade vor Ort und die Bedingungen sind immer noch hervorragend, vor allem in Schöneben.
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gerrit
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Re: Unterengadin - Reschenpass 29.02. - 04.03.2012

Beitrag von gerrit »

Schöne Berichte und viele Deiner Eindrücke stimmen mit meinen überein. Nauders ist sicherlich eines der Highlights in dieser Gegend und mit Scuol bin ich auch nicht wirklich warm geworden.
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Re: Unterengadin - Reschenpass 29.02. - 04.03.2012

Beitrag von Richie »

Interessante Reise. Ein Traum von mir wäre eine Zubringerbahn von Sent. Und Nauders und Schöneben sind dahinten echte Geheimtipps.
Widdi
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Re: Unterengadin - Reschenpass 29.02. - 04.03.2012

Beitrag von Widdi »

Hmm dann habens das in Samnaun heuer den ganzen März so gemacht mit der Halbtägigen Sperre, wenns schon bei deinem Besuch gute 3 Wochen vor mir war, bloss war die da auch gerechtfertigt, da die Hänge noch ned Entladen waren.
Bei meinem Besuch war die Übertrieben, schaute eher nach Schonung aus, da die Abfahrt in manchen Teilen schon sehr fertig aussah, da hiess es auf Steine aufpassen! (LWS 2 und auch tagsüber kaum höher werdend, aber mit dem Hang vom Piz Ot und co. ist ohnehin nicht zu spassen, so dass bei nem 3er oder mehr die Sperre durchaus gerechtfertigt ist. Das sind extrem Steile weitgehend grasige und oben geröllige Hänge dort trotz der Höhenlage. (Da lagen einige dicke Lawinenreste auf der anderen Seite vom Bach herum) Allerdings kann man alternativ auch über die 63 ausweichen, wenn mans bis Betriebsschluss zur Alp Trida schafft, Bloss muss man da den Bus nehmen. Und falls man erst kurz vor Betriebsschluss an der Gampenbahn ist (leg ich mir immer so, dass die zum Schluss kommt), kann man nur über die 80 oder die 81 runter, allerdings ist die Abfahrt mit die genialste dort die andere nach Samnaun-Laret kenn ich ned, da noch nie gefahren, da braucht man aber zum Schluss den Bus.

Sowas wie eine Talfahrt mit der Seilbahn existiert für mich zwischen Advent und Ostern nicht. Ausser die Talabfahrt ist nicht direkt erreichbar (Rifflriss an der Zugspitze oder die Edelgrieß am Dachstein) oder nicht vorhanden.

mFg Widdi
Stop war, Save Ukraine!

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