Schneemangel liegt im Trend. Daher stellte sich für uns um den Jahreswechsel die Frage, wo wir diesen Trend in bester Vollendung erleben würden können. Da nichts gebucht war, hatten wir die volle Auswahl. Die Wahl fiel auf die Zentralschweiz, wo erst seit wenigen Tagen nach einer Packung Neuschnee die Lifte geöffnet werden konnten. Die fehlende gefrorene Unterlage sowie die milde Wetterprognose brachten uns die beruhigende Gewissheit, dass wir voll im Trend liegen würden und nicht Gefahr liefen, uns in einer gesicherten Schneelage zu langweilen.
Freitag, 2.1.:
Ankunft auf der Ibergeregg um ca. 13.00 Uhr. Alle Lifte und Pisten geöffnet, aber bereits zieren nett anzuschauende braune Flecken einige Pisten. Los geht’s zur grossen Mythenrunde über Brünnelistock, Zwäcken, Brunni, Hagenegg zur Holzegg-Pendelbahn, wobei die letztgenannte Querverbindung schon das Umfahren einiger aperer Stücke erfordert. Interessant auch, dass am Hagenegg 1 trotz Beschneiungsanlage keine üppige Schneelage herrscht. Der Holzegg-West-Hang ist noch optimal weiss, die Holz-und-Hasli-Piste hinunter nach Rickenbach erfordert dagegen schon Ausflüge ins Gemüse, um den braunen Abschnitten auszuweichen. Die Piste ist bis Rickenbach geöffnet – dort wollen wir auch hin, aber einsetzender Regen scheucht uns auf Höhe der Mittelstation Rätings in die nagelneuen 8er-Gondeln, welche wir einer Gesichtsmassage durch Regentropfen vorziehen. Oben am Alp-Rotenfluh-Lift schneit es. Danach geht’s über Zwäcken und Brünnelistock wieder zur Ibergeregg, wo mehr Regen als Schnee fällt. Für heute reicht es.
Samstag, 3.1.:
Zunächst schönes Wetter. Der Grossteil der Familie steuert Hoch-Ybrig via Einstieg Oberiberg an. Ich selbst vergnüge mich mit der jüngsten Tochter an der Laucheren-4KSB, wo wir mehrmals mit dem Schlitten und einige Male mit den Ski in dem schönen flachen Gelände abfahren. Die Pisten oben seien recht gut, wird mir berichtet, nur direkt oberhalb des Laucheren-Restaurants hatte es ein paar brauen Stellen – diese hatte ich selbst von der Laucheren-4KSB aus gesehen. Um 13.30 Uhr setzt Schneefall ein, der schnell in Regen übergeht – wir suchen das Weite …
Sonntag, 4.1.:
Der angekündigte Schneefall in der zweiten Nachthälfte war ausgebleiben; lediglich 1 cm Neuschnee „ziert“ die abgeregneten Hänge. Jetzt ist es trocken und einige tiefe Wolken lösen sich mehr und mehr auf. Wir entscheiden uns für Renntraining auf der Ibergeregg und setzen einen Slalomkurs. Das klappt auf einem 300 m langen blütenweissen Pistenstück recht gut. Am Nachmittag gibt’s nochmal eine kleinere „Mythensafari“
^^ Holzegg-West nach der Mittagspause; im Gegensatz zum Samstag kommt hier jetzt schon stellenweise das Gras raus.
^^ Holzegg-West: Von oben sieht’s noch besser aus
Die Pisten sind immer noch weich, aber durch den Regen jetzt besser verdichtet. Kämen Kälte und Schnee – es wäre eine richtig gute Unterlage.
Wir fahren weiter zum Grossenboden und hinunter am Handgruobi, wo richtig gute Pistenverhältnisse herrschen.
^^ Handgruobi-Lift; oben der Grossenbodenlift zum Brünnelistock, den einige Flecken zieren.
^^ Kulm-Hang hinunter zur Ibergeregg – auch der sieht von oben besser aus als von unten.
Montag, 5.1.:
Wieder Mythen! Frost und 1 cm Neuschnee haben die verdichteten Pisten fest werden lassen, so dass man jetzt gut fahren kann ohne die Gefahr einer „Grundberührung“
^^ Kulmhang am Morgen
^^ Alpstubli: schön weiss
^^ Blick auf den Stoss, wo wir 2 Tage später fahren sollten.
^^ Zwäcken-Piste: weiss und toll zu fahren.
^^ Holzegg-Ost, links hinauf der supersteile Stägleren-Lift mit schwarzer Piste; hinten der eindrucksvolle Grosse Mythen
^^ Blick vom Zwäcken zum Hagenegg links hinten; dort hat es viele braune Flecken. Da die Holzegg-Talabfahrt nicht mehr geht und die Verbindung von Hagenegg zurück bereits am Freitag schlecht war, steuern wir diesen hinteren Skigebietsbereich nicht mehr an.
So schwach die Schneelage auch ist – das ist wenig tragisch. Denn: Ausser uns sind kaum Leute im Skigebiet. Und so gibt es keine Störfaktoren beim Ausweichen der braunen Flecken. Man kann toll fahren. Und ausserdem: In diesem Gebiet gibt es keine Steine. Selbst wenn man mal Erdkontakt hat – den Skibelägen macht es nichts aus.
Am Nachmittag wieder Renntraining: Wir setzen einen Kurs – dieses Mal Riesenslalom.
^^ Unser RSL-Kurs an der Ibergeregg
Dienstag, 6.1., Dreikönig:
Kein Mensch im Skigebiet – wir starten wieder mit Renntraining – jetzt wieder Slalom. Die Piste ist jetzt bretthart und optimal zum Trainieren.
^^ Slalom-Renntraining
^^ Blich von der Verbindungspiste Ibergeregg-Grossenboden zum Vierwaldstättersee, welcher sich ein letztes Mal unter Talnebel versteckt.
^^ Die Sonne heizt gegen Mittag an den Südhängen wieder ein: Die Flecken am Grossenboden-Lift zum Brünnelistock werden wieder intensiver.
Mittwoch, 7.1.:
Hinauf auf den Stoos. Noch verrichtet die alte Zubringer-Standseilbahn ihren Dienst – ohne vernünftige Parkplätze unten und mit einer suboptimalen Bergstation oben. Die neue Bahn ist teilweise errichtet und wird ab dem Winter 2016/17 ihren Dienst verrichten. Diese verläuft auf völlig neuer Trasse mit guten Parkplätzen unten und einer Bergstation in zentraler Lage oben.
^^ Stoos, netter, autofreier Ort, hier Blick zu den Fronalpstock-Bahnen
Die Fronalpstockseite hat schöne, variable und sonnige Pisten mit toller Aussicht. Der Schnee ist jedoch sehr weich und es gibt mit 1 (unten) bis 2 (oben) Pisten keine grosse Abwechslung. Der Klingenstock ist ein langer, schattiger, eisiger Nordhang, was im Januar unangenehm ist. In machen Abschnitten liegen auch eingeschleppte, lose Steine. Die Schlepplifte mitten im Dorf sind ausgesprochen nett, können die genannten Nachteile der Hauptsektoren aber freilich nicht kompensieren. Fazit: Sollte man mal gesehen haben, muss man aber nicht zwingend wiederholen.
^^ oberer Bereich Fronalpstock
^^ Fronalpstock-Bergstation: Fantastischer Ausblick auf den Vierwaldstätter See
^^ Fronalpstock-Bahnen: sehr sonnig
^^ Blick auf den Sternenegg-Lift in zentraler Lage, rechts hinten der Klingenstock
^^ Klingenstock-Bahn: schattig und eisig
^^ oben am Klingenstock
Donnerstag: 8.1.:
Heute wieder Hoch-Ybrig. Da die Laucheren-Talabfahrt inzwischen geschlossen ist, erfolgt der Einstieg über die Weglosen-Pendelbahn. Fantastisch: Heute sind super Schneeverhältnisse. Nach Angaben der grösseren Kinder besser als am vorangegangenen Samstag. Selbst in Abschnitten am Laucherenstöckli, die am Samstag teilweise braun waren, war die Piste jetzt schön weiss. Toll, wie die das hingezaubert haben.
^^ Blick vom Spirstock zum Vierwaldstätter See
^^ dito
^^ spektakuläre Gratpiste ohne störende Fangzäune zur Laucherenkapelle – toll!
^^ Bereich Laucherenstöckli mit nagelneuer 4KSB
^^ Blick vom Laucherenstöckli zum Hauptbereich mit 6KSB Hesisbol und 4KSB Sternen. Dieser Bereich hat toll kuppierte Pisten, die aber leider wenig Kurven aufweisen, sondern kerzengerade den Hang hinunter laufen.
Nach vielen Jahren der Abwesenheit begeistert mich vor allem der Bereich zwischen Spirstock und Laucherenstöckli, der toll trassierte und abwechslungsreiche Pisten aufweist.
^^ nochmal Blick zum Hauptbereich
^^ Die Kleinste vergnügt sich im Kinderland. Dieses hat Förderband und Seillift; es wird mit einigen Pylonen ausgestattet, aber ohne befremdliche Spieltiere und sonstiges Plastik-Spielzeug, wie z.B auf dem Stoos. Hier können sich die Kleinen auf das Wesentliche konzentrieren.
Freitag, 9.1.:
Nach 2 cm Neuschnee am Abend gibt es nochmals eine Einheit auf Shorties auf der Ibergeregg. Dann sind die Skiferien vorbei.
^^ Fahrtraining auf Shorties
Fazit:
- Wenn sonst niemand auf der Piste ist, klappt es auch bei wenig Schnee gut
- Alle drei Gebiete begeistern durch kaum vorhandenen Pistenbau. Die Pisten führen sehr interessant natürlich durch das Gelände. Die Mythenregion verzichtet völlig auf Pistenbaumassnahmen, abgesehen von Verbindungs-Ziehwegen, welche aber nur eine Walzenspur breit sind.
- Stoos hat recht nette und natürliche Pisten, hat aber nicht voll überzeugt
- Hoch-Ybrig überzeugt durch eine tolle Schneesituation
- Das Mythengebiet ist mein Favorit mit vollumfänglich natürlichen Pisten und einer unglaublichen Vielfalt an Pisten und Hängen. Extrem verwinkelt ist dieses Gebiet und wird niemals langweilig.
- Unglaublich, dass kaum Leute unterwegs sind
- Effektives Renntraining