Sonne, genug Schnee und eher wenig Leute dank Wochentag, alles war bereit für einen schönen Tag im Bündnerland. Ist mittlerweile schon wieder 4 Jahre her, seit ich zum letzten Mal auf der Lenzerheide war. Eigentlich war Arosa mein Tagesziel, doch von Chur aus ist man viel schneller auf der Lenzerheide als in Arosa. Dank der neuen Verbindung der Skigebiete kein Problem: Man startet den Tag einfach gemütlich auf der Lenzerheide, wechselt später bei Gelegenheit nach Arosa hinüber und ist dort gleich mitten im Skigebiet.
Da die Ostseite der Lenzerheide morgens im Schatten liegt, beginnt der Betrieb später als auf der Westseite. Ich war ziemlich früh dran. Anstatt an der Talstation der Rothornbahn auf die erste Bergfahrt zu warten, entschied ich mich, den Tag mit ein paar Abfahrten auf der Westseite zu starten. In Valbella steig ich aus dem Postauto-Eilkurs aus, nach kurzem Fussweg kommt man dann auf der blauen 76 zur Talstation Valbella. Am Skilift Valbella war ich noch nie, er hat aber vor allem Zubringerfunktion, genauso wie die anschliessende Sesselbahn Cumascheals.
8 Uhr 40 im Skilift Valbella
mit Baujahr 1961 ein älteres Exemplar
4KSB Cumascheals
Blick von der Bergstation nach Süden in Richtung Piz Scalottas und Savognin
auf der 6KSB Lavoz
Aussicht ins Skigebiet Flims-Laax
Wie so oft im Frühling war der Schnee am Vortag aufgefirnt und über Nacht gefroren. So waren die glattgebügelten Pisten sehr hart. Die Piste am Cumascheals-Lift wurde gar nicht mehr präpariert, darum fuhr ich ein paar mal Lavoz und Pedra Grossa. Letztere ist eine meine Lieblingsecken hier, und es gab zu meiner Überraschung bereits Wartezeiten. Sehr schön und griffig war die rote 51 rechts des Skilifts Gertrud. Ich wollte mir genug Zeit für Arosa freihalten, darum ging es nicht weiter zum Piz Scalottas, sondern bald zurück nach Valbella, wobei auf der Talabfahrt der Schnee schon recht knapp war.
In Parpan ist ja eine Verbindungsbahn zwischen West- und Ostseite projektiert, doch auch ohne ist ein schneller Wechsel möglich. In Valbella hatte ich perfekten Anschluss auf den Skibus, der im Viertelstundentakt verkehrt. In 5 Minuten ist man von da aus an der Talstation der Rothorn-Bahnen. Ohne Anstehen in die Gondelbahn, und gleich weiter in die Luftseilbahn auf den Gipfel. Keine 20 Minuten dauerte es von der Skipiste in Valbella bis aufs Rothorn hinauf.
8EUB Canols-Scharmoin, Baujahr 2010
Aussicht vom Rothorn auf die Westseite
Gipfelpanorama
Rothorn-Abfahrt
Mittlerweile waren die Pisten an der Ostseite auch an der Sonne. Der erste Teil der Rothornabfahrt ist schön (schade, gibt es hier den Sessellift nicht mehr), die Galerie danach weniger. Unten wählte ich als erstes die Weisshorn-Mulde, die doch recht lang ist und vielen Höhenmeter macht. Danach weiter mit der schwarzen 22 nach Motta, und ganz hinunter nach Parpan. Leider waren hier die Pisten sehr hart, vor allem der Steilhang unter der Heimbergkante machte kein Spass.
Weisshorn-Mulde
Pisten am Weisshorn
Skilift Scharmoin und Rothorn-Bahn
Blick zur Mottabahn
auf der Weisshorn-Bahn, mit über 700 Höhenmetern eine Monsteranlage
nebenan die neue Urdenfürggli-Bahn
schwarze 22 und rote 22a
Anschliessend Bergfahrt mit den ganzen drei Sektionen bis hinauf auf das Urdenfürggli. Die beiden neuen, baugleichen 6er-Sesselbahnen sind für Snowboarder unbequem, da keine richtigen Fussstützen vorhanden sind. Hoffentlich besinnt man sich bald wieder auf normale Sesselausführungen. Im Nachhinein wäre es sowieso schlauer gewesen, statt den Sesselliften Heimberg und Motta eine durchgehende Bahn zu bauen. Die Piste am Urdenfürggli war recht gut, wenngleich nicht so schön wie früher die Schwarzhorn-Piste. Für mich ist das keine "Optimierung", wie es von den Bergbahnen bezeichnet wird.
Heimberg-KSB
weiter mit der 6KSB Motta
und schliesslich die Urdenfürggli-KSB
ein erster Blick auf die Verbindungsbahn
Station Urdenfürggli
Und dann waren auch schon zweieinhalb Stunden vorbei. Nach wie vor gefällt mir, wie sich auf der Lenzerheide die beiden Seiten ergänzen, solange es nicht zuviele Leute hat. Auf der Westseite hat seit vielen Jahren nichts mehr verändert. Wie üblich bei Grossraumgebieten sind viele Teile Durchschnittskost, manche davon hatte ich diesmal ausgelassen. Aber es gibt auch schöne, abwechslungsreiche Hänge, beispielsweise Gertrud, Piz Scalottas, Pedra Grossa oder die Weisshorn-Mulde.
Nach dem Transfer mit der Urdenbahn gings weiter in Arosa. Das Skigebiet von Arosa ist im Wesentlichen ein breiter Hang mit Südostausrichtung. Obwohl vom Namen her sehr bekannt, ist es nicht übermässig gross und bietet auch nicht die grossen Höhendifferenzen. Seit 2002 ist das Skigebiet quasi fertig ausgebaut: 6 Hauptanlagen erschliessen nebeneinander das ideale Skigelände. Kurz vor Mittag kam ich mit der Urdenbahn von der Lenzerheide nach Arosa auf den Hörnligrat, und dort ist man auf etwa 2500 m.ü.M. auch gleich mitten im Skigebiet. Wenn jeweils eine Kabine der Verbindungsbahn 150 Leute abliefert, ist einiges los auf dem Hörnli, doch danach verteilen sich die Leute gut.
Verbindungsbahn vom Hörnli aus gesehen
Schneeschüssel Arosa
Die beste Beschäftigungsanlage in Arosa ist die 4KSB Schönboden-Hörnli, auch wenn sie nicht speziell lang ist. Dank den insgesamt sieben verschiedenen Pistenvarianten verteilen sich die Leute gut, allerdings gabs hier doch Wartezeiten von 10 Minuten. Im Gegensatz zum Januar waren die Pisten schön an der Sonne. Die 4KSB doppelt die Gondelbahn "Hörnli-Express", den Zubringer von Innerarosa aus. Zweimal fuhr ich hier auch die Talabfahrt - die obere Hälfte ist mit ihren Kamelbuckeln schön, unten dann vor allem Ziehwege.
Sesselbahn und Gondelbahn aufs Hörnli
blaue Piste 1 ganz aussen
Blick über das Skigebiet: und die Hauptanlagen Plattenhorn, Carmenna, Weisshorn und Brüggerhorn
Hörnlibahn, bald 30jährig
schwarze Piste 4 an der 4KSB, mit die beste Piste hier
Neben dem Hörnli steht die 4KSB Plattenhorn, die neuste Sesselbahn in Arosa. Sie wurde als Ersatz für einen Skilift und eine 2SB gebaut, zusammen mit der 4KSB Carmenna wurde damit die Erschliessung des mittleren Bereichs neu aufgegleist. Charakteristisch ist hier, dass die Anlage und zwei Pisten schräg zum Hang verlaufen. Alle drei Pisten am Plattenhorn sind eher flach, gerade deswegen ist das die beliebteste Bahn in Arosa.
flachere Pisten am Plattenhorn
mit 2200 p/h ein Kapazitätsmonster, gebaut 2002
rote Piste 7, in der Bildmitte der Tschuggen
wieder auf der 4KSB Schönboden-Hörnli
wieder auf der Talabfahrt nach Innerarosa
Mit der 4er-Gondelbahn Innerarosa-Tschuggen kommt man in die nördliche Hälfte des Skigebiets. Einerseits ist dies für Skifahrer eine wichtige Verbindungsanlage, andererseits ist hier die Schlittelpiste. So gab es bei der früheren 3KSB lange Wartezeiten. Mit dem Umbau zu einer Gondelbahn konnte man 2010 dieses Problem entschärfen. Anschliessend ging es weiter mit der Luftseilbahn aufs Weisshorn.
vor der 4EUB Innerarosa-Tschuggen, für Skifahrer hauptsächlich eine Verbindungsanlage
Totale der oberen Weisshorn-Bahn
Blick zum Hörnli, und weiter hinten der Rothorn-Gipfel der Lenzerheide
Weisshorn-Gipfel, etwas über 2600 m.ü.M., nicht speziell alpin
eine Fahrt aufs Brüggerhorn musste auch sein, trotz der langsamen 2SB
nebenan die rote Weisshorn-Abfahrt
Vom Brüggerhorn aus gibt es theoretisch drei Hintenrum-Pisten nach Maran. Die rote und schwarze Piste waren aber nicht zu sehen, und da ich mich in dieser Ecke nicht auskannte, fuhr ich halt einmal die blaue. Landschaftlich schön, idyllisch, aber eindeutig zu viele Schiebestücke. Keine Ahnung, wo da die 500 Höhenmeter geblieben sind. Anschliessend je eine Fahrt mit den Skililften Prätschli und Tomeli, um zurück ins Skigebiet zu gelangen.
auf der flachen Piste Maran
landschaftlich schön, aber wirklich flach
zurück im Skigebiet
Kultlift Prätschli
und weiter mit dem Skilift Tomeli
auf der schwarzen, eisigen Gipfelpiste
Nach einer zweiten Fahrt aufs Weisshorn fuhr ich noch die Pisten rund um die 4KSB Carmenna ab. 600 Höhenmeter, aber kein schönen Pisten. Insbesondere die Hauptpiste war aalglatt und machte keinen Spass. Schon vor neun Jahren hatte uns diese Ecke nicht gefallen. Schön sind die Pisten allerdings unterhalb der Sesselbahnen Carmenna und Plattenhorn, in Richtung Innerarosa. Gemütlich, sonnig, schön trassiert durch parkähnliches Gelände. Nur blöd, dass hier 2002 der Skilift abegerissen wurde und so diese schönen Hänge nicht mehr direkt erschlossen sind. Offenbar war dies Teil des Masterplans, den mittleren Bereich einzig mit den beiden KSBs zu erschliessen.
Mittelstation der Carmennabahn im Toblerone-Design
obere Hälfte der Carmennabahn, die Piste hier war nicht schön
sulziger Schnee am Carmennaberg, unten die Carmennahütte, am Gegenhang 4KSB Plattenhorn
rote Piste 6 "Emsla"
Talstation Carmenna, dahinter die Weisshornbahn
Blick zu den südlichen Anlagen (Plattenhorn, Hörnli)
gemütliche Pisten oberhalb Innerarosa
Nun war es drei Uhr, und irgendwie hatte ich alles gesehen. Ich entschied mich, den Tag in Arosa zu beenden und verweilte darum noch ein wenig am Tschuggen. Hier gibt es allerlei kürzere Lifte, die von allen Himmelsrichtungen auf den Tschuggen führen. Mangels Höhendifferenz ist die Talabfahrt nach Arosa ziemlich kurz, und man ist schnell am Bahnhof, oder an der Talstation der Weisshorn-Bahnen. Positive Randbemerkung: in Arosa ist bei allen Anlagen relativ spät Betriebsschluss. Am späten Nachmittag gings dann per RhB zurück nach Chur.
am Skilift Ried
Skilift Tschuggen West
nebenan der Skilift Ried, dahinter Brüggerhorn
3SB Tschuggen Ost: ungewöhnliche Stützen, keine Fussraster
Blick vom Tschuggen auf Weisshorn und Brüggerhorn
letzte Talabfahrt
Mit der neuen Verbindungsbahn wurde Lenzerheide-Arosa zu einem wahren Grossraum-Skigebiet. Ich hätte es nicht gedacht, aber man kommt an einem Tag vernünftig durch alle drei Teile, ohne sich beeilen zu müssen. Leider war der Schnee abseits der Pisten sehr hart, aber bei Neuschnee gibts in der Schneeschüssel viele Möglichkeiten. Wie schon beschrieben gefallen mir in Arosa hauptsächlich die Pisten am Hörnli und jene oberhalb Innerarosa. Da aber das ganze Skigebiet am gleichen Hang ist, gibt es nicht speziell viel Abwechslung und man hat es bald einmal gesehen. Somit hat sich meine Meinung zu Arosa nicht gross verändert.
Schöne Bilder. Schade, dass das schon über einen Monat zurückliegt.
Am Skilift Valbella war ich noch nie, er hat aber vor allem Zubringerfunktion, genauso wie die anschliessende Sesselbahn Cumascheals.
Cumascheals ist doch nicht nur ein Zubringer?!? Die schwarze Piste dem Lift entlang hat seinen Reiz und wenn man am Lavoz ansteht, hat man am Cumascheals meist Platz.
Die Rothorn-DSB lief ja eh fast nie und wenn, dann leer. Ich fand sie auch immer überflüssig.
Was findest Du an den Schliessungszeiten in Arosa spät? Die Hauptanlagen schliessen um 16.15 resp 16.30, ganz normal wie in anderen Skigebieten (zB. Laax) auch. Oder es gibt auch Gebiete mit späteren, Ischgl zB heute, wo ich grad bin, gestaffelt bis 17.00 Uhr.
ski-chrigel hat geschrieben:Cumascheals ist doch nicht nur ein Zubringer?!? Die schwarze Piste dem Lift entlang hat seinen Reiz und wenn man am Lavoz ansteht, hat man am Cumascheals meist Platz.
Hab ich mich nicht ganz richtig ausgedrückt. Mir scheint, dass Cumascheals nur dann offen ist wenn auch der SL Valbella läuft. Und bei meinem Besuch wurden die direkten Pisten am Cumascheals nicht mehr präpariert. Dann bleibt nicht viel mehr übrig als die Zubringerfunktion.
Was findest Du an den Schliessungszeiten in Arosa spät? Die Hauptanlagen schliessen um 16.15 resp 16.30, ganz normal wie in anderen Skigebieten (zB. Laax) auch. Oder es gibt auch Gebiete mit späteren, Ischgl zB heute, wo ich grad bin, gestaffelt bis 17.00 Uhr.
Ja gut, alles ist relativ. War auch schon in vielen Skigebieten wo viele Lifte schon um 15.30 schliessen.
judyclt hat geschrieben:Erstaunlich viel Betrieb für einen Wochentag Mitte März. Wo kamen die Besucher so her? Steht man am WE dort lange an?
Viele Deutsche, und einige, die wie ich einfach mal einen Tag frei machten.
Am WE oder in der Hochsaison gibts teilweise schon lange Wartezeiten, z.B. Pedra Grossa, Lavoz, Hörnli-KSB, Plattenhorn, Carmenna.