Bei Heidi und ihren Nachbarn | Sommer 2017

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Zottel
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Bei Heidi und ihren Nachbarn | Sommer 2017

Beitrag von Zottel » 05.04.2018 - 20:56

Bei Heidi und ihren Nachbarn | Sommer 2017

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Im vergangenen Sommer ging es für einen Abstecher in die Ost-Schweiz. Die Tagestour führte mich vom Walen- vorbei am Ober- bis hin zum Sihlsee und zurück, wo ich an mehreren Seilbahnen Halt machte.

Die Einzelberichte folgen nach und nach.

Einsiedeln - Skisprungschanzen
Willerzell - Grund-Grosshusweid
St. Gallenkappel - Atzmännig
Amden - Mattstock
Saxli-Flums - Schönhalden
Oberschan - Alvier

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Bei Heidi und ihren Nachbarn | Sommer 2017 | Einsiedeln

Beitrag von Zottel » 05.04.2018 - 21:00

Bei Heidi und ihren Nachbarn | Sommer 2017 | Einsiedeln

Wirklich viele Einersessellifte scheint es in der Schweiz nie gegeben zu haben. Glaubt man der Datenbank auf www.bergbahnen.org, waren es insgesamt gerade einmal 23 Anlagen. Bis auf zwei dieser Lifte hat man inzwischen alle ersetzt. Glücklicherweise liegen diese beiden mit dem Auto gerade einmal zehn Minuten voneinander entfernt - für mich der Auslöser für den Tagestrip (vom Bodensee) im vergangenen Jahr.

Zunächst fuhr ich nach Einsiedeln, wo seit 2005 ein Einersessellift der Marke BMF die dortigen Skisprungschanzen bedient.
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Mehrfach hatte ich in den vorangegangen Monaten eine Mitfahrt zu organisieren versucht. Jedes Mal war es an den Terminen gescheitert, denn der Lift läuft nur bei Veranstaltungen, Trainings oder zu Events im Panorama-Restaurant. Letztes Jahr passte es dann, am Vortag hielt ich nochmal telefonisch Rücksprache und auch das Wetter spielte mit.

Nach kurzer Anmeldung im Büro und dem Entrichten eines kleinen Obolus an den Liftler ging es - beäugt von den Springern mit ihren langen Skilatten - zum Einstieg.

Es ist ein recht kurzes und modernes Vergnügen. Eben das, was man von einem Schanzenlift zu erwarten hat.
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Links sausten die Jungs ins Tal, während ich die Beine baumeln ließ.
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Nach vier Stützen ist die spartanische Bergstation samt alter Gondel erreicht.
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Nettes Detail auf dem Umlenkungs-Fundament.
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Mangels Wind wurde es nichts aus dem Fahnen-Kitsch-Motiv :wink: Außer dem ESL gibt es in Einsiedeln und Umgebung noch eine Reihe alter und uriger Skilifte, an denen ich teilweise bei An- und Abreise vorbeikam. Wäre definitiv eine Winter-Tour wert.
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Nach ein paar Minuten war es wieder Zeit für die Talfahrt. Auf dem Tagesprogramm standen noch weitere Ziele. Links zu sehen ist ein Zipfel des Sihlsees, den es später zu überqueren galt.
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An der Talstation ergab sich noch ein netter Plausch mit einem Verantwortlichen der Schanzenanlage über die mangelnde Förderung der Sportart, das Trainingsangebot in Einsiedeln und den Lift. Vielen Dank an dieser Stelle, dass ich mitfahren durfte.
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Bei Heidi und ihren Nachbarn | Sommer 2017 | Willerzell

Beitrag von Zottel » 05.04.2018 - 21:12

Bei Heidi und ihren Nachbarn | Sommer 2017 | Willerzell

Der zweite noch erhaltene ESL der Schweiz steht in Willerzell, gerade einmal zehn Fahrminuten von Einsiedeln entfernt. Die Anlage ist ein waschechter Müller von 1959 und wird als Privatseilbahn genutzt. Über verschiedene Wege hatte ich im Vorhinein versucht, mit den Besitzern Kontakt aufzunehmen, um eine Fahrt zu organisieren. Anders als in Einsiedeln war mir das leider nicht gelungen. Und auch die letzte Hoffnung, vor Ort vielleicht zufällig jemanden anzutreffen, erfüllte sich nicht.

Der schnellste Weg von Einsiedeln nach Willerzell führt über den Sihlsee :wink: Der ESL verläuft von rechts auf den kleinen Hügel hinter der ersten Straßenlaterne.
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Der Lift in der Totalen.
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Eine tolle Anlage. Leider bewegte sich nichts und von den Besitzern war niemand zu erreichen. Eine nette Anwohnerin wollte mir eine Reihe von Informationen geben - verstanden habe ich bloß, dass wohl vor zwei Wochen schon einmal Liftinteressierte zum Fotografieren da gewesen waren und dass der Lift nur zu privaten Zwecken läuft.
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Zoom zum Ausstieg. Vielleicht klappt es mit der Fahrt ein andern Mal.
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Re: Bei Heidi und ihren Nachbarn | Sommer 2017

Beitrag von intermezzo » 05.04.2018 - 21:25

Ganz coole Müller-Anlage. Hatte die irgendwo auch schon mal abgespeichert, aber längst vergessen.

Insofern herzlichen Dank für die Präsentation, Zottel!

Mini-Detail am Rande: die Region Einsiedeln/Sihlsee zählt meines Wissens nicht zur Ostschweiz, sondern zur Innerschweiz/Zentralschweiz.

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Re: Bei Heidi und ihren Nachbarn | Sommer 2017

Beitrag von starli » 06.04.2018 - 12:29

Bedauerlich, dass das nur ein privater Museumslift ist und man nicht fahren darf. Sähe jedenfalls wesentlich interessanter aus als der neue, kurze Schanzenlift.
- Überblick Berichte Ski-Saison 1.10.2016-30.9.2017 (116 Tage, 71 Gebiete)
- Neues, übersichtlicheres und kompakteres Alpinforum-Design gewünscht? Hier lesen und gratis installieren: http://www.alpinforum.com/forum/viewtop ... 13&t=57692
- Mein "neuer" Retro-Style für Windows: https://www.wincustomize.com/explore/windowblinds/8805/

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Re: Bei Heidi und ihren Nachbarn | Sommer 2017 | Willerzell

Beitrag von Zottel » 06.04.2018 - 12:40

starli hat geschrieben:
06.04.2018 - 12:29
Bedauerlich, dass das nur ein privater Museumslift ist und man nicht fahren darf.
Nicht mißverstehen: Dürfen darf man schon, aber eben nur nach Absprache/Terminvereinbarung. Und betriebsbereit ist die Anlage auch - zumindest ist das mein Kenntnisstand von 2016. Zu einer geglückten Fahrt gab es mal einen Bericht im Forum, der inzwischen gelöscht ist.

@intermezzo: Ich hatte befürchtet, dass ich mit Ost-Schweiz und Heidi-Land nicht an allen Stationen der Tour richtig liege. Daher bitte die "Nachbarn" im Titel etwas großzügiger auslegen :)

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Re: Bei Heidi und ihren Nachbarn | Sommer 2017

Beitrag von intermezzo » 07.04.2018 - 09:37

@Zottel:

Alles klar. Ist übrigens auch nicht ganz einfach in dieser Gegend. Der Kanton Glarus zum Beispiel zählt für mich zumindest weder zur Ost- noch zur Innerschweiz. Ist qusai ein Solitär;-)

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Bei Heidi und ihren Nachbarn | Sommer 2017 | Atzmännig

Beitrag von Zottel » 15.04.2018 - 20:23

Bei Heidi und ihren Nachbarn | Sommer 2017 | Atzmännig

Als nächstes Ziel war der Atzmännig - bei wikipedia liebevoll als "kleine Sommer- und Wintersportstation" bezeichnet - aus der langen Liste interessanter Seilbahn-Optionen ausgewählt. Tja, welchem Ort ordnet man das kleine Gebiet zu: St. Gallenkappel (liftworld), Goldingen (auf gmaps am nächsten dran) oder doch Eschenbach (wikipedia)? Zumindest beim Kanton (St. Gallen) bin ich mir sicher :wink:

Wie auch immer - ausgerüstet mit Navi und Zieladresse von der Homepage (wo es Goldingen heißt) war das Gebiet einfach zu finden. Stellenweise gestaltete sich die Anreise jedoch nicht ganz leicht:
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Der regionale Dialekt scheint nicht alle Buchstaben des Alphabets zu benützen :P

Das Gebiet am Atzmännig verfügt über eine Doppelsesselbahn sowie vier Skilifte. Im Sommer bedient die halbe DSB eine SoRoBa, im Winter scheint man es dort aber auch aushalten zu können, wie ein Bericht von jamesdeluxe aus der vergangenen Saison zeigt:
http://www.alpinforum.com/forum/viewtop ... A4nnig#top

https://www.atzmaennig.ch/de/

Bei Ankunft am leeren Parkplatz stellte die DSB gerade zwecks Mittagspause den Betrieb ein. Was tun: Eineinhalb Stunden warten und eine ungeplante, nicht im Budget vorgesehene Mittagsjause einschieben? Nää - so eine Sesselifahrt will verdient sein. Die Entscheidung fiel daher auf den klassischen Aufstieg per Pedes. Für Route 1 sind 45 Minuten veranschlagt, das sollte mit Fotostops passen.

Der gemütliche Wanderweg schlängelt sich zunächst über einen Forst- und Waldweg, um dann die Doppelskiliftanlage Brustenegg kreuzend über Almwiesen zu verlaufen.

Wie alle Anlagen im Gebiet stammt auch dieser Doppelskilift von Städeli. Für mich ein ungewohnter Anblick und daher gleich mal sehr interessant.
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Etwas versetzt gibt es diesen Übungslift. Schaut nach einer leichten Konstruktion aus (Bj. 1973).
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An der Bergstation der Brustenegglifte angelangt war es Zeit für eine kleine Rast sowie einige Fotoaufnahmen. Die Lifte sind Baujahr 1964 und 67 und enden etwas versetzt.
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Die zweite Aufnahme der Bergstationen gibt Gelegenheit für einen kleinen Exkurs: Auf dem gegenüberliegenden Hügel (auf der nicht sichtbaren Hangseite) gab es einst ein weiteres Skigebiet, Rossfallen - Oberchamm/Schattenhalb, bestehend aus zwei Schleppern.
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Erfahren habe ich davon erst wieder am heimischen Rechner und bin deshalb nicht selbst hingefahren. Aber auf den Meier ist ja Verlass - er hat die wohl inzwischen abgetragenen Reste 2012 abgelichtet und die Hintergründe kurz recherchiert:
http://www.stahlseil.ch/gallery/main.ph ... &g2_page=1

Weitere Details gibt es in der Schweizer Datenbank:
https://www.bergbahnen.org/seilbahn/2904/de/daten.php
https://www.bergbahnen.org/seilbahn/3449/de/daten.php

[/Exkurs]

Zurück zum Atzmännig. Wanderroute 1 ist für Kinder als Themenweg angelegt und so finden sich am Wegesrand allerlei Skulpturen und Spielereien. Auch eine kleine Seilbahn ist dabei :P
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Das letzte Drittel des Weges führt schön über einen Grat und bietet unter anderem diesen diesigen Ausblick auf den Obersee.
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Links der Ausblick zum Obersee, rechts den Hang hinunter liegt das Skigebiet Atzmännig.
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Wenige Gehminuten weiter sind die Bergstationen des Ski- und Sesselllifts Atzmännig erreicht. Diese verlaufen versetzt parallel.
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Schweizer-Sommer-Bergbahn-Idyll :wink:
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Inzwischen war die Sesselbahn für den Nachmittag wieder in Betrieb. Das Billet für die einfache Talfahrt war mit 7,50 Fränklins sogar erschwinglich. Dieser Fachwerkbauart kann ich irgendwie mehr abgewinnen, als den hiesigen Rundrohr- und Kantstützen. Das Ungewohnte ist halt interessanter.
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Knapp 1,3 Kilometer lang ist das Städeli-Vergnügen.
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Ab der einseitigen Mittelstation führt eine Sommerrodelbahn zum Talstationsbereich, wo sich ein kleiner Park für Kinder befindet.
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Die DSB ist Baujahr 1970 und verfügt über diesen Antriebsspannschlitten. Der Liftler machte mir das Seilbahn-Land Schweiz nochmal ein Stück sympathischer: Natürlich durfte ich auf Nachfrage ein Foto vom Stationsinneren machen - und das ganz ohne Murren und Argwohn, dafür mit einem freundlichen, verständnisvollen Lächeln :)
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Ein letzter Blick auf die Trasse. Die Piste scheint noch schön verkuppt zu sein. Im leicht versetzten Winkel verläuft rechts der Skilift Atzmännig.
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Dieser sollte 1961 die erste Anlage im Gebiet gewesen sein.
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Wenige Wochen nach der Atzmännig-Tour kam per Post ein schwarz-weiß-Foto aus einem der Orte um Goldingen. Abzüglich Toleranz 10 Fränklins pro zu schnell gefahrenem Kmh. Autsch! :tot:

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