Arcalis (AND), März 2015, Top

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Schneeloewe
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Arcalis (AND), März 2015, Top

Beitragvon Schneeloewe » 19.02.2016 - 13:48

Andorra hat drei große Skigebieten vorzuweisen. Arcalis ist das am wenigsten bekannten und besucht Skigebieten.
Zu unrecht wie ich finde. Es ist zwar das entlegenste andorranische Skigebiet, ist dafür aber auch das leerste, hochalpinste und schneesicherste von allen.
Mir hat es sehr gut gefallen.

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Kurzbeschreibung:
Anreise: Nach Arcalis muss man mit dem Auto fahren. Das ansonsten gute (Ski-)Busnetz in Andorra endet im letzten Ort vor Arcalis. Verstehe wer will.
Über gut ausgebaute Straßen erklimmt man in 45 Minuten (22km) nach und nach die Starthöhe von 1940 m.
Tageskarte kostet knapp 30 Euro.
14 Lifte erschließen etwa 30 km Pisten und endlose Freeridemöglichkeiten.
Pistenpläne: Pistenplan Andorra gesamt (sehr guter, wenn auch nicht ganz stimmig) und ofizielle Pistenplan Vallnord
Geöffnet war alles außer der 4SB Creussans im hintersten Freeridegebiet.
Die roten und blauen Pisten waren bestens präpariert, mit tollem Schnee und einer kleinen Neuschneeauflage.
Die schwarzen Pisten waren offen, aber nicht präpariert und an dem Tag alles andere als angenehm zu fahren. Gleiches galt für den Tiefschnee.
Das Wetter war so la la. Anfangs dunkel und wolkenverhangen gabs Mittags immer wieder sonnige Löcher in der Wolkendecke.

Das Skigebiet unterteilt sich in drei Bereich:
- Unten L'Hotell mit seinen leichten bis knackig roten Waldpiste sowie Treeskiing-Möglichkeien.
- Der Bereich rund um die 4KSB La Basera bzw. unterhalb von Les Portelles mit einer langen roten Pisten, den anspruchsollen schwarzen Pisten und schwierigen Tiefschneerevieren
- Im hinteren Teil dann die hochalpine Schneeschüssel La Coma mit seinen eher leichten bis mittelschweren Abfahrten und Freeridegeländen.
L'Hortell:
Da die Sicht anfangs schlecht war begann der Skitag unten im Waldgebiet. Der Bereich zeichnet sich durch hochalpinen Wald aus, durch den sich wunderschöne Pisten schlängeln. Die abwechslungsreiche Trassierung und die vielen Varianten ließen bei mir keine Langeweile aufkommen. Der Tiefschnee zwischen Pisten und Bäumen lockten noch zusätzlich, auch wenns an diesem Tag aufgrund des schweren und gepressten Schnees sehr mühsam war.

L'Hortell 1940m mit den Talstationen der 4KSB La Basera, 4SB L'Abarsetar und KSSL L'Hortell (v.l.n.r.):
Bild
Die 4SB L'Abarsetar ist eigentlich überflüssig, da die beiden langen KSSL L'Hortell und L'Abarsetar das ganze Gebiet erschließen. Zum gelegentlichen Ausruhen eignet er sich allerdings sehr gut.

Gleiche Blickrichtung, etwas höher vom Ausstieg des KSSL L'Hortell aus:
Hinter dem Bergrücken in Bildmitte beginnen die beiden "Hinterum"-Talabfahrten La Canaleta (kommt rechts außerhalb des Bildes an) und La Basera, die in Bildmitte der dort nicht geräumten Straße folgt.
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Entgegengesetzter Blick von der Piste La Canaleta auf das untere Gebiet in der Schüssel:
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KSSL L'Abarsetar samt Übungsliften:
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La Basera
Rechts vom Waldgebiet schließt sich nahtlos das Pisten- und Tiefschneerevier der 4KSB La Baserea an, der auch die Verbindung in den hinteren Skigebietsteil herstellt.
Die Bergstation liegt hinter dem felsigen Grat.
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4KSB La Basera samt Gelände :
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La Coma
Die Bergstation des 4 KSB La Basera liegt gefühlt in einer anderen Welt, der hochalpinen nicht allzu steilen Schneeschüssel von La Coma, die durch die
4KSB La Coma erschlossen wird. Hier hat man schöne, kaum modellierte, sehr lange und überwiegend leichte Pisten, die zum Carven und Rasen einladen. Tiefschnee zum durchpflügen gibt's auch genug.

Blick rechts von der Bergstation der 4 KSB La Coma hinab mit der Piste La Balma; rechts hinunter geht's direkt zurück Richtung Tal:
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Fast gleiche Position nur links von der Bahn:
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La Coma del Forat mit der 4KSB La Coma (links) und 4SB Creussans (rechts). Den Spuren nach zu urteilen ist die 4SB nur selten in Betrieb. Sie erschließt ausschließlich Tiefschneehänge:
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Die Tiefschneehänge oberhalb der "Hintenrum"-Talabfahrten werden durch den kurzen KSSL Els Feixans erschlossen. Hier sieht man den Einstieg ins Revier mit stark windgepresstem Schnee.
Man fährt wo man will. Ab und zu warnen gelbschwarze Absperrseile vor Felsabrüchen.:
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Unterhalb des Tiefschneereviers verlaufen im großem Bogen die beiden "Hinterum"-Talabfahrten La Basera (rechts, blau) und La Canaleta (links, rot).
Erste ist ein schöner, gut laufender blauer Ziehweg. Man sollte Ihn nur nicht von den Talstationen in La Coma aus antreten, da der erste Abschnitt absolut flach ist. Da helfen auch die drei Seillifte nicht viel.
Die zweit ist eine schöne abwechslungsreiche rote Piste...
Bild

...an deren Ende man nach Unterquerung der Straße wieder an den Anfang zurückkehrt.
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Fazit: Arcalis ist wunderschönes sehr abwechslungreiches Gebiet, dass für jeden etwas bietet, insbesondere für Tiefschneefans.
Obwohl es nicht wirklich groß ist hab ichs hier locker einen Tag ausgehalten. Gerne wieder, falls ich nochmals hier in die Gegend kommen sollte und das Gebiet dann noch existiert.
Nachtrag: Nachdem man im letzten Winter das Thema Freeride noch sehr groß geschrieben hat u.a. mit sehr dertaillierten Tipps, Bildern und Karten wird es in diesem Winter nur noch erwähnt.


Neben Arcalis gibt es im Skipassverbund Vallnord noch ein weiteres Skigebiet,
Pal-Arinsal.
Es liegt recht zentral in Andorra, nur 5 km von der Hauptstadt entfernt. Auf dem Weg nach Arcalis kommt man in La Massana am Haupteinstieg des Skigebietes vorbei.
Ich gebe hier ein nur kurzer Eindruck von dem Gebiet, zumal es schon sehr guten Berichte von anderen gibt. Es hat sich in den letzten Jahren nichts geändert:
http://alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=56&t=46358&p=4897210&hilit=arinsal#p4897210
http://alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=56&t=46779&p=4899703&hilit=arinsal#p4899703

Pal, vordere Hälfte:
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Pal, hinterer Teil mit Verbindungsbahn Pal-Arinsal:
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Arinsal, mit der oberen Hälfte seines Talkessels.
Hinter den sonnigen Bergspitzen in Bildmitte befindet sich Arcalis.
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Von den großen drei Skigebieten ist es nach meinem Geschmack das uninteressanteste.

Über Andorra selber wurde hier schon einiges Berichtet. Der Staat ist durch eines gekennzeichnet: Mangel an bebaubarer Fläche.
Womit man auch schon beim größten Manko des Landes ist. Die Bebauung ist doch arg Geschmackssache mit den engen Straßen und meist recht hohen Gebäuden.
Das Nachleben ist, so weit ich es mitbekommen habe, nur punktuell pulsierend. Hier ein paar Eindrücke von der
Hauptstadt La Vella :
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Re: Arcalis (AND), März 2015, Top

Beitragvon Winterhugo » 19.02.2016 - 23:01

Schöner Bericht, Danke. Die Waldpisten erinnern fast an Amerika :D
There's nothing like the first one

Schneeloewe
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Re: Arcalis (AND), März 2015, Top

Beitragvon Schneeloewe » 21.02.2016 - 14:01

Ja es hat was von Nord-Amerika. Was dort wie auch in den Pyrenäen liebe ist die Gelassenheit und Ruhe, die die Menschen dort haben. Nicht so wie in den Alpen, wo man häufig Drängeleien und Hektik hat.


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