Meinen Hosteljob fuhr ich gestern auf minimal zurück, also hab ich bloß morgens noch schnell 2 Betten frisch gemacht, von den Gästen, die schon gegen 8h das Hostel verließen. Wären sie länger geblieben, hätte ich den Job meinem Kollegen überlassen.
Der Blick aus dem Fenster war wettertechnisch noch nicht allzu vielversprechend an diesem Tag, aber schon OK. Etwas Reif auf den Wiesen und Bäumen, und die Sonne spitzte kurz nach dem Foto auch so langsam hervor.

Um 8:30 fuhr ich dann schließlich los. Auf den Straßen, wie hier auf dem State Highway 8, der das meiste meiner Strecke ausmachte, war so gut wie nix los. Und wenn mal einer vor einem langsam war, konnte man den auch ganz schnell überholen.

Ein paar Kurven gabs dann doch.

Über den Lindis Pass musste ich rüber, immerhin 971m hoch, aber dennoch kein Schnee.

Und runter gehts.

Später immerhin ein paar Berge mit Schnee in der Ferne.

Ich hatte vorher recherchiert, dass es sinnvoller wäre, den Skipass gleich in Wanaka zu kaufen, also gabs da einen kurzen Stop im Shop.

Die Dame war sehr nett, nahm meine Daten auf, und verkaufte mir dann den Tagespass auf einer Access-Karte mit meinem Namen drauf. Auch nen Pistenplan konnte ich abgreifen. Der Grund war übrigens der, dass man am unteren Lift auf 1250m, dem Valley View Quad, zwar einsteigen, aber keinen Skipass kaufen kann. Möchte man den Skipass am Berg kaufen muss man bis auf 1650m hochfahren.
In Wanaka hab ich dann noch einen Snowboard-Tramper mitgenommen. Der meinte, er führe zur Zeit jeden Tag per Anhalter ins Skigebiet, funktioniert wohl sehr gut.
Die Zufahrt ins Skigebiet ging von der Cardrona Valley Road ab und war eine Schotterstraße. Man wird eindringlich darauf hingewiesen, dass man zur Sicherheit Schneeketten an Bord haben muss, um hochfahren zu dürfen. Die Alternative ist Schneeketten für 30$ leihen, oder ein Shuttle für 50$ - die nehmens auch von den Lebendigen. Ich hatte aber glücklicherweise die Schneeketten von meinem Kollegen eingepackt, die sind zwar eigentlich etwas zu klein, aber zur Not bekommt man sie schon drauf und die Wahrscheinlichkeit, dass ich sie brauchen sollte war eh sehr gering.
Vom unteren Parkplatz aus gehts noch weiter hoch auf der Straße.

Schon sehr schöne Blicke ins Tal, die Berge sind einfach anders als bei uns, der Wald fehlt irgendwie.

Wie das immer so am ersten Skitag ist: man braucht ein wenig. Also ich hab zumindest gebraucht, bis ich in den neuen-alten Schuhen drin war, die Ski aus dem Auto hatte, meinen Helm zusammengesucht, usw. Somit war ich gegen 10:50 am Valley View Quad (4-SB) und konnte die Sonne genießen.

Die Latten waren nur mäßig bequem und elendig langsam fuhr der Lift auch. Ich bin dennoch gleich einmal runter, weil die Pisten von unten so gut aussahen. Und das waren sie auch, teilweise sogar noch unverspurt.
Mein eines Paar Ski: Salomon aus den Anfängen der Carvingzeit.

Sie gingen aber überraschend gut, laufen nur etwas langsam, die 40$, die ich beim Snowsale an der Uni Christchurch gezahlt hab, sind wohl trotzdem nicht schlecht investiert.
Sessel von der Seite – und wenig los.

Nebendran darfs schon noch etwas schneien.


Jedes gute Skigebiet braucht wohl einen Skitunnel.

Kurz vor dem Ausstieg.

Bergstation Valley View Quad.

Zurückkommen oder doch lieber Goldrausch?

Verbindungspiste zur roten Tail Race und zur schwarzen Prospector.

Fast schon wieder im Tal.
Und nochmal hoch mit dem langsamen Sessel.

Lift-Selfie muss schon auch mal sein.

Weiter gings mit der 4-KSB Whitestar Express, auch ohne Fußrasten...

Kurzes steileres Stück – die meisten Pisten waren aber dann doch eher flach.

Natürlich wollte ich auch mal mit der McDougall's Chondola fahren, zunächst im Sessel.

Der Schlepplift links davon war der einzige geschlossene Lift.
In der Chondola.

Es wurde noch kräftig beschneit.

Etwas weiter oben – flache Pisten.

Eigentlich wollte ich zum Captain's Express Quad (4-KSB) wechseln, aber irgendwie bin ich in die falsche Richtung abgebogen, dann halt nochmal zur Chondola.

Beim 2. Mal fand ich dann den Weg über Shaun's Way. Der Captain's Express erschließt eine weitere Geländekammer.

Um dieses schöne Stück Piste zu erreichen, musste man zunächst am Hang ohne Piste queren.

Das lass ich mir eingehn.

Über den Comeback-Trail gings dann erstmal zum Auto zurück. Ich hatte nämlich Hunger und wollte dementsprechen die Brotzeit und meinen Rucksack holen. Außerdem wollte ich das 2. Paar Ski und Stöcke ausprobieren, das ich für meinen Freund, Flo, besorgt hatte. Also Ski (Slalom-Carver von Elan) zum Lift getragen, und festgestellt: ich komm in den einen Ski rein, aber beim 2. ist die Bindung zu weit eingestellt. Also zum Auto zurück, Schraubendreher geholt, Schiebemechanismus gelöst und dann auf die richtige Länge eingestellt. Aber wie kommts überhaupt, dass ein paar Ski unterschiedlich eingestellt ist, merkwürdig ist das schon etwas.
Das erste bisschen Brotzeit machte ich im Valley View Quad, der ist ja auch langsam genug. Dann gabs noch Tee während 2 Gondelfahrten.
Das eigentlich Ziel mit dem 2. Paar Ski war aber wieder der Captain's Express.



Ach, irgendwie mag ich diese halb-schneebedeckten Berge.

Exhibition war ne nette Buckelpiste, aber nicht zu schwierig, gerade richtig für die Saisoneröffnung.

Hier erkennt man diese ausm Lift raus.

Seitenblicke ausm Lift.


Dann machte ich mich mal auf die Hintenrumpiste, den Queenstown-Return. Am Rand gabs interessante Schneeformationen.

Blick ins Backcountry (wohl Soho Basin), wo meines Wissens Pistenraupen-Skifahren möglich ist.


Eigentlich nur ein einfacher Ziehweg...

...aber der Name rührt daher, dass man bis nach Queenstown gucken kann.

Wenn man schon mal außen rum fährt, warum dann nicht ganz außen rum? Also weiter auf der Skyline-Piste.


Nochmal Blick in Richtung Queenstown, aus einer etwas anderen Perspektive.

Weiter gehts um die Kurve.

Nachdems mal wieder mit der Chondola hochging, probierte ich mal die Arcadia Basin aus, bog dann aber ab auf die Arcadia Valley.

Kaum präpariert, aber trotzdem nett irgendwie.

Wozu die Glocke da war, ist mir nicht klar, ich hab sie dennoch mal geläutet.

Blick in Richtung Wanaka, was kommt hinter der Kuppe?

Letzten Endes eine enge Piste, die sich den Berg bis zum Schneiteich runterschlängelt.



In den Teich floss Wasser rein.

Am Whitestar Express: Marginal Conditions.

Blick nach oben schaut ja noch ganz gut aus...
Nach unten, nicht bei den Marginal Conditions auch.

Das hier sind allerdings dann die angekündigten grenzwertigen Bedingungen.


Irgendwie versuchte ich fast jede Verbindung mal zu nehmen, hier gings vom "Hauptort" des Skigebietes runter zum Whitestar Express.

Es zieht langsam zu und geht stramm auf den Nachmittag zu, dabei wars gerade erst 14:12.

Talstation der Chondola.

Inmitten des Liftpersonals erspähte ich dann einen Bekannten, den ich beim Äpfel ernten in Timaru kennen gelernt hatte. Allerdings war er grad am Sessel während ich in die Gondel einstieg. Beim nächsten Mal wollte ich nen Sessel nehmen, da war er dann aber im Häuschen drin. Schlussendlich konnte ich aber bei einer der weiteren Gondelfahrten zumindest mal an die Scheibe klopfen. Wobei ich die Gondel hauptsächlich zum Teetrinken nahm, eigentlich lohnt sich für meine Begriffe eine Gondelfahrt eher nicht für nur 800m, wenn man genauso gut einen Sessel nehmen kann.
Das Skidorf – gefällt mir irgendwie so überhaupt gar nicht...

Und es wird immer dunkler am Whitestar Express.


Den Sprung hab ich leider verpasst.

Nochmal der Express ohne Fußraster – ich versteh echt nicht, warum man daran sparen muss...

Bergstation der Chondola.

Ich dachte ja erst, das sei ein böser Denkfehler der Seilbahngesellchaft, bis ich draufkam, dass das ja so ein Wort wie "brunch" ist, chair + gondola = chondola, warum aber nicht einfach gair?
Chondola

Schneekanone.

Vom Sessel raus fährt man durch die Garagierung durch.

In der Bergstation.

Irgendwie wechselte ich die Lifte häufig, lag aber auch daran, dass die Verbindungen nicht so weit waren, außerdem kannte ich ja die mittlere Verbindung vom Captains Express zurück, den Over Run, noch nicht.


Captains Express Totale.

Als eine der letzten Pisten fuhr ich die Powder Keg.

Endlich mal eine Piste, die mir zusagt: steil und einigermaßen präpariert, sodass man auch mal bisschen Fahrt aufnehmen kann. Echt schade, dass ich die erst ziemlich am Schluss entdeckt hab.
Weiter gings über den Tail Race, auch sehr schön.


Hatte auch ne angenehme Steile.

Im Tal düstert es.

Um 15:50 nahm ich nochmal den Whitestar Express und wollte eigentlich gerne nochmal die Powder Keg fahren. Aber da hieß es dann "Danger" und es gab ein Absperrband. Das könnte aber auch hauptsächlich für Shaun's Way dagewesen sein, denn auf dieser Piste fuhren Schneemobile hin und her. Auf jeden Fall kam ich dann doch noch ganz legal noch dorthin, wo ich hinwollte, da ca. 50m weiter der Zugang nicht abgesperrt war.
Seitenblick zum Captains Express.

Der Hang geradeaus war mir doch zu steil und gemüsig, sodass ich ein Stück zurück schob, um auf die reguläre Piste zu kommen.

Ein paar letzte Blicke nach oben entlang des Valley View Quads.


Talstation.



Danach gings die 50m zum Auto und so langsam gen Heimat. Ich war auch echt froh, aus den Skischuhen rauszukommen, irgendwie ham die dann doch ziemlich gedrückt... :-/ Auf der Schotterstraße ins Tal hielt ich nochmal in einer Haltebucht.

Und machte dann noch beim Fahren ein paar Bilder.


Ein bisschen Abendrot gabs sogar auch auf dem Heimweg.
Gegen 18:15 war ich wieder zu Hause. War schon ein schöner Tag, doch mein Fazit ist: nochmal muss ich nicht unbedingt nach Cardrona. Da so wenig los war und die meisten Pisten mir dann doch zu flach waren, wars zumindest nicht soooo schlimm, dass ich erst um 10:45 am Lift stand.
Auf jeden Fall hab ich dann noch einen schönen, deutschen Linseneintopf zu Abend gekocht, der uns allen sehr geschmeckt hat.