Das Skigebiet von Splügen am Tanatzhöhi gehört weder zu den großen Skiarenen noch zu den Skigebieten mit dem gewissen Etwas, sprich fantastischen Freeridemöglichkeiten, besonderer Atmosphäre und Lage oder kultigen Liften. Mittelmaß also, könnte man meinen. Auch ich habe mir von den 30 Pistenkilometern in Splügen nicht allzu viel erwartet. Im Nachhinein war es trotzdem ein richtig schöner Skitag in einem Skigebiet, dass zwar wirklich kaum echte Besonderheiten aufweist, dafür aber eine in meinen Augen gelungene Mischung aus alt und neu, leicht und anspruchsvoll, Piste und Gelände bieten kann.
Über den Tag selbst gibt es nicht viel zu sagen. Gutes Wetter, guter Schnee, kaum Wartezeiten (max 5 Minuten) und dank einiger durchziehender Wolken auf halber Höhe sehr schöne Stimmungen.
Statt einer Beschreibung unseres Skitags daher an dieser Stelle ein paar Worte zum Skigebiet. Bilder gibt es leider nur wenige, da auf der Speicherkarte für die letzten 2 Tage nur noch 20 Bilder Platz hattten ( typischer Digital-Anfängerfehler
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Geschlossene Pisten orange markiert, Lifte waren alle offen.
Infos zu Wetter und Schnee ausnahmsweise nur im Text und auf den Bildern.
Von Splügen führt die 8 EUB über die Mittelstation Blachtaboda (Blaktenboden) auf 1759 Metern hinauf auf die Tanatzhöhi auf 2140 Metern.
Der Tambo-Jumbo (8 EUB) vor der Bergstation.
Die vollständig beschneite Abfahrt zurück ins Tal ist bis zur Mittelstation recht steil und schwarz markiert, unterhalb dann eine blaue Waldabfahrt, die mehrmals die im Winter gesperrte Splügenpassstraße kreuzt und daher einige interessante Kanten aufweist. Weiterhin erreicht man von der Gondelbahn die schwarz markierte Abfahrt E, sicher eine der Interessantesten in Splügen. Offiziell war diese Piste gesperrt und nicht markiert oder präpariert, ließ sich aber trotzdem gut fahren. Eine Mischung aus abgeweht, gepresst, locker und ausgefahren; anstrengend zwar aber abwechslungsreich. Lediglich das letzte Stück ins Tal auf der sehr sehr flachen Splügenpassstraße macht weniger Spaß (die Abfahrt L war geschlossen und sah nicht sehr einladend aus). Die gesamte Abfahrt F (Passtrasse) kann getrost als Langlaufloipe in hübscher Landschaft bezeichnet werden, nicht mehr und nicht weniger.
Landschaftseindrücke an der geschlossenen Tröglipiste (netter Name)
Der größte Teil des Skigebiets zieht sich von der Gondelbahn auf Osthängen ein kleines Stück Richtung Splügenpass. Zwei Kurzbügelschlepplifte (Nummer 3 und 4) erschließen hier mehrere kurze leichte Abfahrten. Zumindest die Piste an Lift 4 ist aber recht interessant trassiert und die Schneeverhältnisse waren bis zum späten Nachmittag perfekt. Die Verbindungspiste F ist ebenfalls schön zu fahren, die weitere Verbindung zum hinteren Skilift Bodmenstaffel führt aber von der Talstation Lattenstaffel (Lift 4) über einen flachen Ziehweg.
Im Schlepplift Lattenstaffel.
Blick von Lift 4 zum Skilift Bodmenstaffel und Richtung Splügenpass.
Empfehlenswert ist hier die Auffahrt mit dem Lift und die obere Verbindungspiste. Der lange, im untersten Teil sehr steile Schlepplift Bodmenstaffel bildet für bessere Skifahrer einen Angelpunkt des Gebiets. Er erschließt eine sehr interessante mittelschwere Abfahrt mit einigen kleineren Variationen und interessantes Gelände außerhalb der Piste. Klares Manko war bei unseren Verhältnissen, dass der Lift keinen Zwischeneinstieg besitzt. Am Vormittag war die Piste bis zur Talstation zwar noch super zu fahren, ab Mittag allerdings sehr steinig. Die im oberen Teil breite Abfahrt überwindet kurz vor der Talstation eine Steilstufe mit einer schrägen Traverse, einer Serpentine und einem engen Ziehweg. Klar, dass hier der lockere Naturschnee schnell abgefahren ist. Zumal alle Skifahrer, die zu den Pisten M und K wollen, hier ebenfalls abfahren müssen.
Talstation Bodmenstaffel
Abseits der Piste am Bodmenstaffellift, immer noch gute Bedingungen.
Piste M ist bis auf den obersten Teil nur ein langweiliger Ziehweg, eröffnet aber den Einstieg in weitläufige, unten sehr flache Tiefschneehänge in den Kessel der Tamboalp. Zwischen diesen Hängen führt die Abfahrt K in schöner Linienführung ebenfalls hinunter zur Dreisersesselbahn Tambo (Anlage Nummer 6) und bietet ebenfalls viel Platz fürs Abstecher ins Gelände. Dass es hier 2 Tage nach dem letzten Neuschnee noch unverspurten Tiefschnee gab, liegt neben der Kürze der Hänge und dem flachen Auslauf auch daran, dass für eine Abfahrt zwei bis drei Liftfahrten notwendig sind (Dreiersesselbahn, evtl. Lattenstaffel, Bodmenstaffel).
Auch wenn ich mich mit Ausbauplänen sonst sehr zurückhalte, würde ich hier einen zusätzlichen Lift begrüßen, der diese kaum frequentierten, schneesicheren Hänge direkt erschließt und die Bodmenstaffelpiste entlastet.
Ansonsten ist die Landschaft in diesem weiten Talkessel an der Tamboalp zwar wunderschön, die Abfahrten an der Dreiersesselbahn aber sind ziemlich langweilig. Entweder nur flach, oder oben kurzzeitig steiler und dafür unten noch flacher. Trotzdem war die Sesselbahn bei uns mit am stärksten frequentiert.
Sehr flaches Gelände zwischen Lattenstaffellift (4) und 3 SB
Schöne Stimmung an der Tamboalp, Blick Richtung Rheintal
Ein kleines Fazit: Sicher kein Topskigebiet, aber Spaß auf der Piste und im Gelände hatten wir trotzdem. Aufwerten würde das Skigebiet meiner Meinung nach ein Zwischeneinstieg am Schlepplift Bodmenstaffel (eine KSB löst dass Problem hier auch nicht, da wären schon umfangreiche Geländekorrekturen notwendig) und eine neue Anlage im Bereich der Piste K. Potential wäre sicherlich auch noch Richtung Splügenpass
Vor der letzten Abfahrt