Betreiber der Toboroule stellen den Betrieb ein

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Betreiber der Toboroule stellen den Betrieb ein

Beitrag von flyer » 25.01.2015 - 18:35

Nachdem der Skibetrieb schon vor wenigen Jahren eingestellt wurde, ist nun die Rodelbahn dran:
https://www.facebook.com/soroda.de/post ... 6049991809

Sehr, sehr schade! Hoffentlich findet sich ein neuer Betreiber, der die Bahn in der aktuellen Form weiter betreibt. Das war die wohl wildeste aller Schienen-Rodelbahnen. Noch ohne Fliehkraftbremsen und solchen Schnick-schnack und mit flexiblen Schienen für den zusätzlichen Nervenkitzel ;)
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Re: Betreiber der Toboroule stellen den Betrieb ein

Beitrag von flyer » 25.01.2015 - 19:50

Ein Presseartikel dazu:
http://www.rfj.ch/rfj/Actualites/Region ... roule.html

Es gab im Jahr 2014 nur 5500 Fahrten auf der Bahn! Das ist ja wirklich eine erschreckende Zahl. Bei (laut deren Öffnungszeiten) 82 Betriebstagen wären das im Durchschnitt 67 Fahrten pro Betriebstag. Allerdings haben die auch immer nur 4 Stunden am Nachmittag offen gehabt, was knapp 17 Fahrten pro Stunde entspreicht.
Wenn man nun gegenrechnet, dass bei einer Umlaufzeit von rund 4:30 ein einziger Bob schon 13 Fahrten pro Stunde schafft, dann würden also (zumindest rein rechnerisch un im Mittel) 2 Bobs locker für den Betrieb dort ausreichen :D

So toll die Bahn auch für Fans war, aber sie hat zwei große Nachteile:
1) Egal, wie wenig los ist, man braucht systembedingt immer mindestens zwei Mitarbeiter: Einen am EInstieg und einen zweiten im Tal, der dort die Bremse des Bobs außer Betrieb setzt und ihn in den Lift hakt (bzw. ihn im richtigen Moment hineinschiebt). Das ist natürlich relativ teuer (erst recht in der Schweiz).
2) Die Bahn liegt wirklich am AdW! Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist mehr als dürftig (von Prrentruy geht das theoretisch mit einem Rufbus, da passen aber keine Gruppen rein (10 Plätze oder so), es ist umständlich, wird von Touristen wohl eher nicht genutzt, von Ausländern schon gar nicht (ich habe da so meine Erfahrung...)). An der Straße gibt es außer der Bahn rein gar nichts, es gibt also keinerlei "Laufkundschaft" da muss man schon sehr gezielt in die absolute Pampa ins Niemandsland zwischen Schweiz und Frankreich hochfahren.
Außerdem ist die Bahn bekanntlich ein Unikat, zumindest in Teilen selbst gebastelt. Dass macht die Instandhaltung und Ersatzteilbeschaffung bestimmt nicht gerade einfach (und ich glaube, der Verschleiß mancher Teile ist dort konstruktionsbedingt bestimmt nicht gering).

Am aktuellen Standort gibt es, fürchte ich, wohl keine Zukunft für die Bahn.
Blibe die Option, die Bahn an einen anderen Standort zu versetzen. Laut den bisherigen Betriebern braucht man wohl rund 9000 Fahrten, um rentabel zu sein. Das ist an günstigeren Standorten sicherlich problemlos zu schaffen.
Aber: Auch da bin ich skeptisch. Als Geschäftsmann würde ich es mir auch dreimal überlegen, ob ich mir ein mindestens 15 Jahre (wenn tatsächlich Teile aus Torgon im Einsatz sind sogar ca. 25 Jahre) altes Unikat kaufen würde. Die Zulassung der ANlage dürfte wohl auch nicht allzu einfach sein. Wenn ich die EU-Norm für Sommerrodelbahnen richtig im Kopf habe, hat die Anlage in der EU keinerlei Chance. Bliebe also noch die Schweiz, wo meines Wissens in jedem Kanton die rechtlichen Bedingungen zum Betrieb einer Rodelbahn unterschiedlich sind. Im Jura lief die Bahn, ob sie das aber auch in einem anderen Kanton dürfte, ist also auch fraglich. Und ob sie wenigstens im Jura an einem neuen Standort noch einmal zugelassen würde, oder ob sie nur aus Bestandsschutz noch in Betrieb war, weiß ich auch nicht.
Die komplizierte Lifttechnik (mit manuellem Umbau des Bobs im Tal durch das Personal) bleibe und damit auch der hohe Personalbedarf. Ich fürchte also, dass die Bahn leider nie wieder irgendwo fahren wird.

Allerdings muss ich zugeben, dass wahlweise 2000 Franken pro Jahr Miete am aktuellen Standort oder Selbstabbau und Kauf für 25 000 Franken wirklich spottgünstig sind verglichen mit den Preisen für Neuanlagen.


Wenn sich bis Mai kein Interessent findet, will man die Anlage abbauen (und wohl verschrotten). Sehr schade!
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Re: Betreiber der Toboroule stellen den Betrieb ein

Beitrag von flyer » 04.05.2015 - 23:55

Die Bahn hat tatsächlich einen Käufer gefunden! Sie ist bereits abgebaut und soll in die Nähe von Bern gegangen sein.
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Re: Betreiber der Toboroule stellen den Betrieb ein

Beitrag von flyer » 05.05.2015 - 00:05

Weitere Infos:
Die Bahn steht in Ersingen und ist vor wenigen Tagen in BEtrieb gegangen. Allerdings für nur eine Saison! Am 1. November wird sie auch dort für immer geschlossen! Das ganze hat ein Verein organisiert, als Gimmick zum 750 jährigen Bestehen des Ortes.

Aktuelle Infos zu Öffnungszeiten usw. sind auf der Homepage der Bahn zu finden:
http://www.rodelbahn-ersigen.ch

Auf dieser Homepager gibt es auch eine Bildergallerie von Ab- und Wiederaufbau.



Wer also die Toboroule verpasst hat, hat jetzt ein halbes Jahr Zeit, diese Bahn noch kennen zu lernen...
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Re: Betreiber der Toboroule stellen den Betrieb ein

Beitrag von VH 400 » 28.09.2016 - 21:24

Das Rodeljahr in Ersigen ist nun auch schon länger vorbei und einige fragen sich vielleicht, was nun mit der Bahn passiert ist.
Die Bahn wurde verkauft! Noch besser ist, dass diese Rodelbahn sogar in der Schweiz bleibt. Sie ging nach Kirchberg zu einem Christbaumverkäufer. Dort ist nun eine Eventbahn durch die Tannenbaumkultur des Luderhofs geplant. Auch der Borerlift wurde verkauft, allerdings nicht zusammen mit der Rodelbahn. Der Lift wurde von jungen Emmentalern gekauft, die ihn nun auf einem privaten Snowpark wieder aufbauen wollen.
Quelle:http://www.rodelbahn-ersigen.ch/home/ro ... verkaufen/
PS: Auf Facebook findet man auch noch ein kleines Video von der alten Ersiger Rodelbahn: https://www.facebook.com/Luderhof/ (Ob die Bahn nur temporär auf diesem Platz aufgebaut ist, weis ich auch nicht. Auf der Webseite des Luderhof finden sich (noch) keine Infos.

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