Plabutsch Sessellift bei Graz

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Alex
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Plabutsch Sessellift bei Graz

Beitrag von Alex » 27.07.2003 - 18:34

Gestern war ich wieder mal bei der Talstation der alten Plabutschbahn.
Schaut echt traurig aus:
Das Gebäude ist total verwachsen, die stiegen bröckeln langsam ab und die Scheiben im gläsernen Umgang bzw. in der Wartehalle sind nun endgültig restlos eingeschlagen.

Aber einen kleinen Lichtblick gibt es wieder. Nach heutiger Pressemeldung haben sich wieder interessenten gefunden den Berg zum "Erlebnisberg" umzuwandeln. Zwar spricht man nicht mehr von eienr 8KSB und einer Nachtpiste, aber immerhin die Wiedererrichtung der Seilbahn, sowie eine Kinderschiwiese sind im Gespräch.

Mal schaun - Yoschi, vielleicht weisst du ja mehr darüber -
Ich glaub jedenfalls erst daran wenn der erste Bagger auffährt.

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Dieseltom
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Plabutsch Sessellift bei Graz und die Kastastrophe von 1956

Beitrag von Dieseltom » 14.07.2012 - 18:02

Sessellift auf den Plabutsch
Von 1952 bis 1973 führte ein Sessellift von Gösting auf den Plabutsch. Am 2. April 1956 kam es zur Katastrophe am Lift.

Haben Sie gewusst, dass einst ein Sessellift auf den Plabutsch führte? Am 1. Mai 1954 wurde die privat betriebene Einser-Sessellift-Anlage eröffnet. Die Talstation befand sich am Ende des Marktannerwegs, der nahe der St.-Anna-Kirche von der Göstingerstraße rechts abzweigt. Die Station konnte damals noch bequem mit der Straßenbahnlinie 3 erreicht werden. Damit war man in weniger als 40 Minuten mit Tramway und Sessellift vom Jakominiplatz auf dem Gipfel des Plabutsch, dem Fürstenstand auf 763 Meter Seehöhe.

Die Katastrophe
Der Sessellift verfügte über 86 Einzelsitze und fuhr in sechs Minuten die 825 Meter bergauf. Die Grazer waren begeistert - bis zum Ostermontag, dem 2. April 1956. Bis dahin waren schon mehr als 200.000 Fahrgäste befördert worden. An diesem Ostermontag wollte gegen 17 Uhr eine gehbehinderte Dame in der Bergstation zusteigen. Dafür wurde die erste Bremse betätigt, doch der Lift blieb nur kurz stehen, setzte sich gleich wieder in Bewegung und beschleunigte innerhalb weniger Sekunden auf das Fünffache seiner Normalgeschwindigkeit.
"In den Sekunden des Unglücks kamen die Sessel in rasender Geschwindigkeit in das Talstation-Häuschen, drehten die Kurve und wurden - also schon wieder bei Beginn der Bergfahrt - durch die gewaltige Zentrifugalkraft nach außen geschleudert", berichtete die Kleine Zeitung vom 4. April 1956. Dabei wurden zwei Insassen des Sessellifts gegen die Säulen der heute noch bestehenden Talstation geschleudert und schwer verletzt. Zwei weitere Passagiere konnten kurz vor der Talstation aus geringer Höhe abspringen und wurden nur leicht verletzt. Mehrere Fahrgäste wurden nach dem unverletzt überstandenen Absprung von den rasend schnell nachkommenden Sesseln getroffen und verletzt.
Inzwischen war der neue Betriebsleiter, der erst drei Tage zuvor die Liftanlage übernommen hatte, in die Bergstation geeilt und zog händisch die zweite Bremse. Dabei bemerkte er, dass diese in keinem funktionstüchtigen Zustand war, da eine Kette nicht eingehängt war. Als er dies korrigierte, blieb die gesamte Anlage abrupt stehen - und es kam zur Katastrophe.
Da der Lift um 17 Uhr nur einseitig talwärts belastet war, klinkte sich das Trageseil talwärts aus der Stütze 9 nahe der Bergstation aus. Durch das plötzliche Auf- und Abschaukeln wurde ein 59-jähriger Mann aus seinem Sessel geschleudert, stürzte fünf bis zehn Meter in die Tiefe und landete kopfüber auf dem nackten Felsboden. Der Grazer starb unmittelbar nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus.
Bei den späteren Untersuchungen wurde klar, dass sich die Sicherheitseinrichtungen an den Sesseln bei ruckartigen Bewegungen von selbst öffnen können. Als Ursache des Unglücks wurden grobe Wartungsfehler bei der Liftanlage festgestellt - die erste Bremse hätte nachgestellt werden müssen, die zweite Bremse war falsch geschmiert worden und der Geschwindigkeitsmesser war fehlerhaft.
500.000 Fahrgäste
Nach dem Unfall wurde die Anlage technisch überholt und beförderte bis zu ihrer Stilllegung 1973 mehr als 500.000 Gäste. Zwischen 1973 und 1980 wurde der Lift eingemottet, jedoch kurzzeitig für Lastentransporte wieder in Betrieb genommen. Ende der 1980er-Jahre wurde die Anlage Schritt für Schritt abgebaut, 1992 folgte die Bergstation. Die Talstation existiert heute noch - seit fast 40 Jahren vom Wald überwuchert, verschmutzt und jeder Witterung ausgesetzt. Dafür ist ihr Zustand aber erstaunlich gut. "Die Aussicht auf die Stadt während der Liftfahrt vom Plabutsch herunter war einzigartig, vor allem nachts, wenn man glaubte, dass man die näher kommenden Lichter der Großstadt mit den Händen greifen kann", schwärmt heute noch ein Zeitzeuge.

Quelle -- Kleine Zeitung Ausgabe Graz online
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Re: Plabutsch Sessellift bei Graz

Beitrag von Dieseltom » 14.07.2012 - 19:56

...
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Bild Sammlung Hr.Mausser Graz
plab5.jpg (11.91 KiB) 1347 mal betrachtet
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Re: Plabutsch Sessellift bei Graz

Beitrag von münchner » 14.07.2012 - 20:44

Die Liftschneise ist auch den Luftbildern auch noch gut zu erkennen.

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Re: Plabutsch Sessellift bei Graz

Beitrag von Dieseltom » 14.07.2012 - 22:30

Es gibt unzählige Projekte zur Reaktivierung des Hausberges aber es geht nichts weiter. Bilder von der Anlage versuche ich mal im Stadtarchiv Graz zu bekommen. Dürfte Kienast oder Girakanlage sein. GlG Tom :wink:
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Re: Plabutsch Sessellift bei Graz

Beitrag von Dieseltom » 15.07.2012 - 00:32

Hier hab ich noch AZ Artikel ausgegraben und stelle sie hier rein ---- :wink:
Dateianhänge
AZ 04.04.1956 a.jpg
AZ 04.04.1956ac.jpg
AZ 04.04.1956aac.jpg
AZ 04.04.1956bb.jpg
AZ 04.04.1956bb.jpg (50.63 KiB) 1283 mal betrachtet
AZ 04.04.1956c.jpg
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Re: Plabutsch Sessellift bei Graz

Beitrag von mbre » 12.02.2013 - 10:54

Weiß jemand, wer der Hersteller des Lifts war? Ich dachte, nachdem er kurz nach dem Schöckl-Nordlift enstand, dass es auch Wolf und Switzeny war, aber im Wolf und Switzeny-Forum steht der Plabutsch nicht in deren Referenzliste. Hier steht auch "privat betrieben". Gehörte er nicht den Stadtwerken? Wenn nicht, dann erklärt das, warum es ein anderer Hersteller war.
Es geht auch noch tiefer als Massada: Jericho-Seilbahn -230 auf -50 Meter, die längste Seilbahn unter Meeresniveau http://www.jericho-cablecar.com

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Re: Plabutsch Sessellift bei Graz

Beitrag von darkstar » 12.02.2013 - 10:55

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Re: Plabutsch Sessellift bei Graz

Beitrag von miki » 11.07.2018 - 14:28

Zufällig habe ich auf der HP von Salzmann folgendes gefunden (datiert: 22. 12. 2017, also recht aktuell):
Machbarkeitsstudie Plabutsch
(...) Die Seilbahn führt von Graz über den Plabutsch bis zum Thalersee.
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Saison 2017/18 beendet: 51 Skitage = 12x Petzen, 5.5x Mölltaler Gletscher, 4x Pohorje, Serre Che, 3x Kals - Matrei, 2.5x BKK, Turrach, 2x Nassfeld, Gerlitzen, Weinebene, 1.5x Hochstein, Ankogel, 1x Sillian, Obertilliach, Heiligenblut, Innerkrems, Hochrindl, Montgenevre, AdH, St. Jakob, 0.5 x Zettersfeld.

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Re: Plabutsch Sessellift bei Graz

Beitrag von rabe » 12.07.2018 - 11:15

Das Projekt dürfte sogar sehr realistisch sein, hab mal was im News-Thread dazu geschrieben
viewtopic.php?f=35&t=59930
- Martin
Skitage 2016/17 - [15]: (11) Klippitz, (1) Turrach, (1) Gerlitzen, (1) Bad Gastein, (1) Katschberg
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