Historisches aus Arosa und dem Schanfigg

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Basalt
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Historisches aus Arosa und dem Schanfigg

Beitrag von Basalt » 08.02.2018 - 21:32

Ich bin auf einen alten Aroser Pistenplan von 1980/81 gestossen. Dazu folgende Bemerkungen:

• Die heute nicht mehr existierenden Sesselbahnen Obersäss (4) und Bänkli (5) waren erst 1978 gebaut worden. Die SB Obersäss als Occasion von der Lagalb.
• Die AVB (AG Aroser Verkehrsbetriebe) hatten den Skilift Maran (15) 1978 vom Hotel Hof Maran übernommen. Auch dieser Lift ist inzwischen verschwunden.
• Die nicht der AVB gehörenden Skihütten (Hörnlihütte und Carmennahütte) sind auf dem Plan nicht namentlich erwähnt.
• Die Sattelhütte hiess damals noch offiziell „Weisshornsattelhütte“. Diesen Namen hatte sie 1957 nach dem Bau des Weisshorn-Gipfelrestaurants erhalten. Zuvor hiess die Sattelhütte „Weisshornhütte“.
• Der Skilift Tomeli (14) hörte noch auf den Namen „Prätschli“.
• Die heutige Gondelbahn Kulm (9) war damals noch die Zweiersesselbahn Tschuggen (SIT). Die untere Hälfte der damaligen Stützen ist heute noch vor Ort im Einsatz.
• Bei der heutigen Piste Nr. 1 (sog. Hintere Piste) ist ein Skibob-Symbol eingezeichnet. Das war die einzige Piste in Arosa, auf der ab ca. 1967 das Skibob-Fahren erlaubt war. Man nannte sie daher „Skibob-Piste“. Heute trägt die erst viel später eingerichtete Piste Nr. 1a diesen Namen. Das ist offensichtlich ein Irrtum, denn diese Piste (aktuell eine unpräparierte Abfahrtsroute) war zu keinem Zeitpunkt für Skibobs freigegeben.
• Vom Guisanplatz beim Oberen Prätschsee führte damals noch eine Piste direkt zur Bergstation des Skilifts Maran.
• Die Langlaufloipen auf Maran führten noch nicht unter dem Rot Tritt bis zur Ochsenalp hinaus sondern nur bis in die Gegend der Langwieser Aussicht und via Unter Prätschee zurück nach Maran.
• Auf dem Obersee wurde regelmässig eine Langlaufloipe präpariert (sog. Hundeloipe).
• Die Schlittelbahn vom Tschuggen nach Innerarosa verlief noch auf dem heutigen Wanderweg. Die beiden Funktionen wurden später getauscht.
• Die bekannte Pferdeschlitten-Runde vom Prätschli via Arlenwald zum Alpenblick war auf dem Pistenplan eigens markiert.
• Die Eisbahn Innerarosa exisiterte noch.
• Der Ortsbus verkehrte nur zwischen Hotel Kulm und dem Prätschli. Die Hörnlibahn, der Untersee sowie der Bereich Bahnhof/Oberseeparkplatz wurden damals bustechnisch nicht bedient.
• Die farbigen Punkte bei den Zustiegen zu den Seilbahnen bzw. an den AVB-Kassen hatten folgende Bedeutung: Rot; Verkauf sämtlicher Liftabos (Saisonkarten, Tages- und Mehrtageskarten, Punkteabos und Einzelfahrten). Orange; Verkauf sämtlicher Liftabos ohne Saison- und Mehrtageskarten. Blau; Verkauf von Einzelfahrten. Gelb; Nur Fahrausweiskontrolle, keinerlei Ticketverkauf.

Dieser klassische Aroser Pistenplan hatte punkto Seilbahnen von 1978/79 bis und mit 1982/83 Gültigkeit. 1983 kam mit der Sesselbahn Tschuggen-Ost die 16. und 1985 mit der Sesselbahn Krähentschuggen die 17. Liftanlage dazu. Damit war der absolute Höchststand an Anlagen erreicht. Heute sind es (ohne Urdenbahn) bekanntlich noch deren 13.
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Re: Historisches aus Arosa und dem Schanfigg

Beitrag von intermezzo » 08.02.2018 - 22:45

Interessant, Danke.

Diesen Pistenplan habe ich auch in meinem Archiv. Tja, wie immer in solchen Fällen: der Veränderungen sind viele. Aber ans Prätschli erinnere ich mich noch sehr gut.

Uebrigens, falls von Interesse, etwas Arosa Old style siehe hier:

http://www.sommerschi.com/forum/winters ... t2460.html

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Re: Historisches aus Arosa und dem Schanfigg

Beitrag von Basalt » 15.02.2018 - 21:25

Ja, diese alten GR-Bilder von Dir sind immer wieder schön anzuschauen. Kannst ruhig mal ein paar neue reinstellen, wenn Du noch welche im Archiv hast. :wink:

Hier noch ein Pistenplan von 1989 mit dem erwähnten Höchststand an Liftanlagen. Gegenüber 1980 sind hier neu die KSB SIT, Tschuggen-Ost und Krähentschuggen abgebildet. Mit der KSB SIT waren im Unterschied zur vorherigen Zweiersesselbahn Tschuggen keine Talfahrten mehr möglich. Die KSB Tschuggen-Ost transportierte keine Fussgänger, was auch heute noch so ist. Talfahrten ebenfalls keine, Krähentschuggen sowieso beides nicht.

http://up.picr.de/31839269su.jpg

Weiter hat mir ein Bekannter eine Werbebroschüre von 1978 zukommen lassen, mit Winter- und Sommerimpressionen. Ebenfalls sehr interessant zu sehen, was sich seither (neben der Mode) in Arosa alles verändert hat. :)

http://up.picr.de/31839271hg.jpg
http://up.picr.de/31839272mf.jpg
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Re: Historisches aus Arosa und dem Schanfigg

Beitrag von intermezzo » 15.02.2018 - 23:40

@Basalt:

Habe noch tonnenweise Material, das noch nicht gescannt ist. Wage aber zu bezweifeln, ob ich da in absehbarer Zeit neues, altes Material scannen werde. Habe im Moment etwas andere Prioritäten.

Den Arosa-Prospekt habe ich auch, ist ein Klassiker. Und: er ist ungelocht;-)

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Re: Historisches aus Arosa und dem Schanfigg

Beitrag von Basalt » 21.04.2018 - 17:34

Ich habe einen „Pistenplan“ gefunden, den wohl auch intermezzo noch nicht kennt. :) Es handelt sich um die Rückseite eines Aroser Ortsplans von 1960, auf der die Spazierwege, Skirouten, Abfahrten und Skilifte verzeichnet sind. Da damals die maschinelle Pistenpräparierung noch kein Thema war, sind die Grenzen zwischen Skipisten und Abfahrtsrouten fliessend, ebenso die Abgrenzung des Skifahrers zum Tourengeher. Zum Vergrössern in neuem Fenster öffnen:

Bild

Im ganzen Ski-/Tourengebiet Arosa wurden ab 1930 rund 20 fix deponierte Rettungsschlitten des SAC (Schweizer Alpen-Club) verteilt, die im Notfall (kostenpflichtig) benutzt werden konnten. Diese sog. Kanadier-Rettungsschlitten steckten in 2 Meter grossen Kisten, zusammen mit 2 Seilen und 2 Lenkstangen, 2 Sondierstangen und einer Schaufel. Für den Aroser Pisten- und Rettungsdienst war bis 1964 der SAC, nicht die Bergbahnen, zuständig. Die damaligen Standorte der Rettungsschlitten sind auf der Karte rot vermerkt.

Zu den Liften:

• Es existierten der Tschuggenlift, Carmennalift, die beiden langen Kurvenlifte Weisshorn und Hörnli (mit integriertem kuppelbarem Sessellift), die Weisshornbahn und der damals brandneue Skilift Prätschli (Tomeli). Seit dem Bau der Weisshornbahn 1957 war im Prinzip bereits das ganze Aroser Skigebiet mit nur 6 Anlagen erschlossen. Einzig das Brüggerhorn war erst ab 1970 direkt per Seilbahn erreichbar.

Zu den Skipisten:

• Von der Endstation des Carmennalifts (heute Zwischenausstieg Toblerone) führte direkt eine Piste rüber zur Carmennahütte;
• Vom Brüggerhorn durch das Traxloch zur Mittleren Hütte war noch keine Piste, der Weisshornlift hatte das Gelände noch weitgehend für sich. Statt dessen zog die Piste von der Weisshornhütte (Sattelhütte) rüber Richtung Carmenna-Endstation;
• Nördlich des Brüggerhorn waren diverse Pisten vorhanden, die es heute nicht mehr gibt. Die interessanteste davon war wohl die Variante via Kühberg-Scheidegg-Prätsch-Schafwald-Rütland zum Bahnhof Litzirüti, wobei der letzte Abschnitt über die Schanfiggerstrasse führte (damals im Winter noch wenig Autoverkehr);
• Von Maran führten zwei Pisten via Seehalde zum Obersee. Die westliche der beiden existiert als Heimfahrtspiste heute noch;
• Zur Talstation des Hörnlilifts am Unterberg führte damals nur eine „wenig befahrene Abfahrt“. Die Skifahrer benutzten offenbar weit häufiger den Zwischeneinstieg beim Schönboden, was auch auf der Punktekarte deutlich günstiger war. Vom Dorf her war die Talstation nur zu Fuss vom Kulm oder Gspan-Stafel her erreichbar.

Talstationen des alten Hörnli Ski- und Sessellifts:
Bild

Wenn man genau hinschaut sieht man unter dem Vordach noch Reste des Schriftzugs "Sesselbahn":
Bild

Zu den Skitouren und wenig befahrenen Abfahrten:

• Die meisten dieser Routen werden auch heute noch genutzt, vor allem die Abfahrten vom Hörnli durch das Urdental nach Tschiertschen und weiter nach Molinis. Ebenso die Direktroute von der Brüggerhornhütte nach Molinis. Nicht mehr befahren wird die Abfahrt von der Scheidegg via Wolfsboden-Mättelte nach Langwies. Die Zunahme des Baumbestands erlaubt hier praktisch kein Durchkommen mehr.

Zu den Winterwanderwegen:

• Das heutige Wegnetz war schon damals weitgehend vorhanden, inklusive hinauf zum Weisshorn. Die Hörnlihütte war damals wegtechnisch noch nicht erschlossen, dafür galt die Schanfiggerstrasse Richtung Litzirüti noch ganz offiziell als Winterwanderweg.

• Bemerkenswert ist schliesslich, dass die Skisprungschanze beim Mühleboden (Plessurschanze) damals noch in Betrieb war. Der Zuschauerbereich konnte auch mit Pferdeschlitten besucht werden.
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Re: Historisches aus Arosa und dem Schanfigg

Beitrag von Basalt » 30.04.2018 - 23:18

2014/15 feierte das Skigebiet St. Peter-Hochwang im Schanfigg den 30. Geburtstag. Zu diesem Anlass wurde eine Reihe von interessanten Berichten publiziert:

http://up.picr.de/32554343ic.jpg

http://up.picr.de/32554344aa.jpg

http://up.picr.de/32554346nl.jpg

http://up.picr.de/32554347gw.jpg

http://up.picr.de/32554348pt.jpg

http://up.picr.de/32554350ge.jpg

Das Skigebiet ist bis heute weitgehend ursprünglich geblieben. Der frühere untere Skilift (seit 1991 Sesselbahn) war eine Brändle-Occasion aus Churwalden. Das Restaurant auf Triemel bestand zunächst aus einer umfunktionierten Baubaracke, die 2009 durch eine gelungene zeitgemässe Baute ersetzt wurde.
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Re: Historisches aus Arosa und dem Schanfigg

Beitrag von intermezzo » 02.05.2018 - 21:31

Basalt hat geschrieben:
21.04.2018 - 17:34
Ich habe einen „Pistenplan“ gefunden, den wohl auch intermezzo noch nicht kennt. :) Es handelt sich um die Rückseite eines Aroser Ortsplans von 1960, auf der die Spazierwege, Skirouten, Abfahrten und Skilifte verzeichnet sind.
Korrekt! Ich kenne noch viele Pistenpläne nicht, so auch diesen nicht;-) Merci für das sehr interessante Material jedenfalls...

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Re: Historisches aus Arosa und dem Schanfigg

Beitrag von Basalt » 21.05.2018 - 11:56

Nachdem Benutzer wso im Sedrun-Topic unlängst Bilder aus der Fotostiftung Graubünden präsentiert hatte, habe ich dort auch mal kurz reingeschaut und ein paar Trouvaillen ausgegraben. Ein wirklich sehr interessanter Fundus.

Zwei Bauten, die heute nicht mehr existieren: Der Tschuggenlift vor dem ersten Umbau, noch mit Holzstützen und Constam-Lifttechnik. Das Ende 2016 abgebrannte Posthotel im Vordergrund verfügte über drei Obergeschosse. 1958 kam noch ein viertes dazu:
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... c9d4d52709

Tschuggenlift im Urzustand bei der Bergstation:
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... 59b8e2b1e0

Blick vom Tschuggen zur Mittleren Hütte und den Weisshornlift. Die Weisshornbahn steht noch nicht:
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... 8b1b220632

Talstation des Weisshornlifts. Im Gegensatz zum Hörnlilift war hier ein Sesselbetrieb nicht möglich:
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... fc34623395

Weisshornlift und LAW (um 1960):
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... f53796f989

Die 1933 gebaute Stoffelhütte, erster Restaurationsbetrieb auf dem Arosa Weisshorn. Nach umfangreichen Planierungen des Gipfelbereichs beim Bau der LAW war das Kellergeschoss nur noch von innen zugänglich. Heute steht an dieser Stelle das silberne Gipfelrestaurant. Der Zaun rechts hinter der Hütte steht immer noch:
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... a185eff064

Der Carmennalift oberhalb der Talstation im Urzustand, noch mit separaten Zug- und Wickelgehängen (um 1940). Oben links das Bergkirchli:
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... 9e1abe518d

Carmennalift im Urzustand bei der Bergstation. Hinten links der Tschuggen. Die Tschuggenhütte war damals noch eine reine Alphütte und daher im Winter verwaist:
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... 9823fd07bc

Hörnlihütte und Hörnligrat vor der Erschliessung durch Seilbahnen:
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... 52f9bfb659

Praktisch identische Ansicht nach dem Bau des ersten Hörnlilifts (1945) mitten im Grat (rechts). An dieser Stelle steht heute die Urdenbahn, der Gratabschnitt links davon ist heute völlig abgetragen und planiert:
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... 96d26dc168

Diverse Bilder vom alten Hörnlilift (1945-63):
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... e9fde9aa04

http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... f2b61002d1

http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... af65131328

Winkelstation:
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... aacc5598e6

2S-Hörnlibahn und zweiter Schlepplift (späte 60er-Jahre):
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... 4a65d88fef

Blick über die Tschuggenhütte zur 2S-Hörnlibahn (70er-Jahre):
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... 85e3d84f7c

Variantenfahren im Urdental/Einfahrt zum Geisterhang, Richtung Tschiertschen (80er-Jahre):
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... 0b1ac92517

Skifahren am damals neuen Skigebiet Hochwang (Ende 80er-Jahre):
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... 0d95c4f2ad

http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... 211b5a668f

Hier noch ein paar weitere Leckerbissen zum Thema Wintersport:

„Après-Ski“ (Carmennachilbi) in den 20er-Jahren bei der Carmennahütte:
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... e5b38ef04c

David Zogg, Abfahrtsweltmeister 1934 (rechts), mit dem Gründer der Skischule Arosa, Josef Dahinden (1933):
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... 6527316eee

Zwei sonnenbedürftige Spargeltarzans am Tschuggen (Werbeaufnahmen für das Sporthotel Valsana 1930): 8)
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... d8883b1222

Die erste permanente Skisprungschanze in Arosa (Tomelischanze) stand am Tschuggenhang, oberhalb des Obersees (1911/12):
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... ect_id=892

Auch dem Bobsport wurde bis zum 2. Weltkrieg gefrönt. Drei heikle Situationen an derselben Stelle (SOS-Rank der Schanfiggerstrasse):
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... 7b63204ce0

http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... 051914aaed

http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... t_id=35501
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Re: Historisches aus Arosa und dem Schanfigg

Beitrag von RogerWilco » 22.05.2018 - 19:39

Danke fürs zusammensuchen. Gerade der Grat rund um die Hörnlihütte ist ja überhaupt nicht mehr wiederzuerkennen...

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Re: Historisches aus Arosa und dem Schanfigg

Beitrag von Basalt » 09.06.2018 - 23:37

Gern geschehen, RogerWilco.

Ja, der Grat hat sich seither wirklich enorm gewandelt. Von der gegenüberliegenden Seite präsentierte sich das übrigens so:
http://up.picr.de/32929988ur.jpg

Die Bergstation des alten Hörnlilifts war aus dieser Perspektive komplett unsichtbar. Man wählte deren Standort 1945 ganz bewusst aus, um den natürlich gewachsenen Grat so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Dieser für die damalige Zeit bemerkenswerte landschaftsschützerische Anspruch ging mit den Jahren fast komplett verloren.

Nach dem Bau der 2S-Hörnlibahn und des neuen Skilifts 1963 sah es am Hörnligrat ein gutes Jahrzehnt lang so aus:
http://up.picr.de/32929989ox.jpg

Die neue Endstation der Gondelbahn wurde in die zweite Senke auf die andere Seite des zentralen Gratzackens gesetzt. Der neue Schlepper übernahm den Standort des alten Hörnlilifts. Es wurde in der Bergstation ein Seilscheibenausstieg eingerichtet, und die Skifahrer verliessen das Liftgebäude wie zuvor auf einem Weg hinter dem Grat.

Der mittige Gratzacken wurde schliesslich ab 1974 abgetragen. Die Planierungen dienten vor allem der maschinellen Pistenpräparierung. Die entsprechenden Arbeiten erledigten unter anderem ein Trax und weiteres schweres Gerät:
http://up.picr.de/32929992ez.jpg
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Re: Historisches aus Arosa und dem Schanfigg

Beitrag von Basalt » 24.06.2018 - 11:23

Auch zu Tschiertschen hält die Fotostiftung Graubünden ein paar sehenswerte Exponate parat.

Eine seltene Aufnahme des Skilifts Zalaus (1970-2002) aus den 70er Jahren, etwas oberhalb der Streckenmitte. Dieser relativ kurze Übungslift – ein Oehler-Produkt in leichter Bauweise – startete oberhalb des Hotels Alpina. In der Waldlichtung im Hintergrund erkennt man den über 1,8 km langen Skilift Hüenerchöpf (1963-2001), ebenfalls von Oehler/Aarau. Dieser Schlepper ersetzte einen Brändle-Skilift von 1952, der nur bis zum Waldstafel hinaufführte (wie die heutige 4KSB Waldstafel). Im Hintergrund Aroser Weisshorn und Plattenhorn:
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... 070f46531f

Von der Endstation des Skilifts Hüenerchöpf waren die Schlepper Gürgaletsch und Jochalp direkt erreichbar:
https://map.geo.admin.ch/?zoom=8&lang=d ... 1185773.72

Blick von der Alp Farur ins Farurtal Richtung Parpaner Schwarzhorn (hinten links). Über diese Achse hätte die Anbindung von Tschiertschen an Arosa Lenzerheide erfolgen sollen:
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... af4d420097

Skifahren auf der Jochalp-Piste (70er-Jahre). Im Hintergrund der (Chlin) Gürgaletsch:
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... 89219c8d51

Die 70er-Jahre waren die Hochblüte des alpinen Skilaufs in Tschiertschen. Hier eine Aufnahme (wohl aus dem schneereichen Winter 1974/75) in der Gegend von Fups. Hinten das Hochwanggebiet mit Ratoser Stein und Cunggel:
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... 77ea2ca3ee

Auf dem Tennisplatz hinter dem Hotel Alpina erstellte man im Winter eine kleine Natureisbahn. Links davon etwas oberhalb befand sich die Talstation des Skilifts Zalaus. Im Hintergrund der Maladerser Berg (rechts) und der Haldensteiner Calanda:
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... f9711ce11b

Auch die Tschiertscher Jugend entdeckte den Skilauf schon früh (Bilder von 1941).

Z.B. für den Schulweg:
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... c0afcce7b3

Für winterliche Schwerarbeiten:
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... 2dd16c05c4

„Früh übt sich“ galt auch für die Mädchen:
http://mediathek-graubuenden.mtgr.ch/de ... 7d9856bd01
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Re: Historisches aus Arosa und dem Schanfigg

Beitrag von Basalt » 16.07.2018 - 21:50

Die Skisaison 2017/18 war bekanntlich sehr schneereich. Grössere Unglücke hielten sich dennoch in Grenzen. Es gab aber schon weit dramatischere Zustände. Der Katastrophen-Winter 1950/51 beispielsweise forderte allein in der Schweiz rund 200 Todesopfer durch Lawinenniedergänge, darunter in Airolo, Andermatt, Frasco, Vals, Zernez und Zuoz. Hunderte Gebäude wurden dem Erdboden gleichgemacht.

Auch in Arosa und dem Schanfigg waren die Schäden 1951 beträchtlich: In Langwies, auf Campadiel, Sapün und Fondei wurde ein grosser Teil der Ställe und Bargen durch Lawinen zerstört. Wie durch ein Wunder waren hier keine Menschenleben zu beklagen. Zwischen dem 16. und 22. Januar 1951 fielen in Arosa rekordhohe 2,38 Meter Neuschnee. Der Arzt Dr. Martin Röthlisberger erinnerte sich unlängst an die Geschehnisse vom 20. Januar 1951, dem Haupttag der Niederschläge:

http://up.picr.de/33254694ny.jpg

Der gefallene Schnee war so trocken und leicht, dass er von den Bäumen auf den Waldboden fiel und – sobald in Bewegung – wie Wasser die Hänge hinunterglitt, die Wälder durchfuhr, ohne in diesen grossen Schaden anzurichten, dafür dann unterhalb ganze Häuser und Ställe verschob. Solche Rutsche blockierten in der Litzirüti und im Prätschwald die Trasse der Rhätischen Bahn. Da die Schneepflüge der RhB in den Schneemassen stecken blieben, musste die Strecke von rund 200 Freiwilligen, händisch ausgeschaufelt werden. Eine Flasche Veltliner Rotwein gehörte dabei natürlich zur Standardausrüstung:

http://up.picr.de/33254693xm.jpg

Da der viele Schnee noch lange liegen blieb und den Autoverkehr auf der Kantonsstrasse blockierte, konnte am 3. März 1951 seit längerem wieder einmal ein Schlittelrennen auf der früheren Bobstrecke Arosa-Litzirüti durchgeführt werden. Das war seither nicht mehr möglich.
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