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Baden-Württemberg führt Studiengebühren ein

... darf auch mal absolut nix mit dem Thema des Forums zu tun haben!

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Baden-Württemberg führt Studiengebühren ein

Beitrag von Wiede » 16.12.2005 - 00:05

Da es sicher auch beim den Alpinforums-Usern Studenten/Studentinnen gibt...
Quelle: www.handelsblatt.com

HANDELSBLATT, Donnerstag, 15. Dezember 2005, 17:38 Uhr
Pläne auch in anderen Ländern

Baden-Württemberg führt Studiengebühren ein

Als zweites Bundesland nach Niedersachsen sind nun auch im Land Baden-Württemberg Studiengebühren für alle Studenten eingeführt worden.

HB STUTTGART. Mit den Stimmen der regierenden CDU/FDP-Koalition verabschiedete der Landtag am Donnerstag in Stuttgart das entsprechende Gesetz. Demnach müssen die Studierenden an den Hochschulen und Berufsakademien des Landes ab dem Sommersemester 2007 eine Gebühr von 500 Euro pro Semester zahlen.

Auf der Zuschauertribüne protestierten mehrere Studenten gegen die Gebühren. Rund 1 000 junge Leute demonstrierten in der Stuttgarter Innenstadt gegen das Gesetz, wie die Polizei berichtete. Christian Berg, Vorstandsmitglied des freien Zusammenschlusses von Studentinnenschaften (fzs), sagte: "Wir gehen davon aus, dass vor allem Menschen aus einkommensschwachen Familien künftig vom Studium abgeschreckt werden." Die Gebühren seien für viele junge Menschen eine Schuldenfalle. Das habe mit Chancengleichheit nichts mehr zu tun.

Wissenschaftsminister Peter Frankenberg betonte, die Einnahmen würden den Hochschulen zur Verbesserung von Studium und Lehre zugute kommen. Sie seien eine "zweite Säule" der Hochschulfinanzierung, erklärte der CDU-Politiker. Die Gebühren sollen 180 Millionen Euro im Jahr einbringen. Über die Verwendung entscheide jede Hochschule selber. Die bisherige staatliche Unterstützung der Universitäten von rund zwei Milliarden Euro im Jahr werde nicht abgesenkt, sagte Frankenberg.

Die Gebührenregelung sieht auch Studienkredite für Studenten vor, die das Geld nicht selbst bezahlen können. Außerdem gibt es Befreiungsmöglichkeiten für Studenten mit kleinen Kindern oder für solche, die aus kinderreichen Familien kommen. Die Altersgrenze für den Anspruch auf den Kredit wurde auf 40 Jahre heraufgesetzt. Ähnliche Pläne für Gebühren gibt es auch in Bayern, Nordrhein-Westfalen und im Saarland.
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Beitrag von F. Feser » 16.12.2005 - 09:05

jop, und ich hab nichts dagegen.

dann gibts vielleicht weniger gammelstudenten, von denen gibts einfach noch viel zu viele.... 14. semester (zeit), 4. semester (fachsemester)...

jaja, endlich ist schluss damit!
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Beitrag von k2k » 16.12.2005 - 10:57

^^ Also das Argument zieht nicht so ganz, die Langzeitstudiengebühren gibts ja schon seit Jahren.

Ansonsten: Sollens ruhig einführen. Aber ich will kein Gejammer hören wenn der Schuss dann nach hinten los geht. Ich weiß nicht, ob ich den Spaß angefangen hätte, wenn ich von Anfang an gezahlt hätte.
Ich freu mich aber schon drauf, wenn dann wieder nach gut ausgebildeten Informatikern geschrien wird (steigende Gehälter :D).

k2k,
der wenn's gut läuft zwei und wenn's schlecht läuft vier Semester zahlen wird
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Beitrag von tipe » 16.12.2005 - 11:12

Glaubt ernsthaft irgentwer hier das die Universitäten mittel- bis langfristig von den Gebühren profitieren werden? Die Länder werden das Geld das die Universitäten durch Gebühren einnehmen sehr schnell aus ihren Bildungshaushalten streichen und wenn dann noch die Studierendenzahlen sinken haben die Universitäten am Ende weniger Geld als vorher... herzlichen Glückwunsch!

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Beitrag von Downhill » 16.12.2005 - 12:33

tipe hat geschrieben:Glaubt ernsthaft irgentwer hier das die Universitäten mittel- bis langfristig von den Gebühren profitieren werden? Die Länder werden das Geld das die Universitäten durch Gebühren einnehmen sehr schnell aus ihren Bildungshaushalten streichen und wenn dann noch die Studierendenzahlen sinken haben die Universitäten am Ende weniger Geld als vorher... herzlichen Glückwunsch!
Natürlich ist das so. Das Argument "die bisherigen Zahlungen des Landes werden nicht verringert" ist ja sowieso ein Witz. Das bisherige Budget reicht ja bei weitem nicht aus. Schaut euch doch mal in den Unis um wie die Zustände da so sind. Da fehlt's an allen Ecken und Enden. Ein Prof betreut z.T. über 100 Studenten, uralte und ungenügende PC-Pools, total überlastete Sekretariate und Verwaltungen... Naja, Bildung war in Deutschland ja noch nie wichtig. :evil:

Das positive an den Gebühren: der Status der Studenten verschiebt sich ein bißchen in Richtung "zahlender Kunde". Alle Frechheiten wird man sich an den Unis wohl in Zukunft nicht mehr erlauben können...

Mir persönlich ist das alles so ziemlich egal, da ich eh bald fertig bin und endlich raus komm aus diesem Chaosbetrieb. Glück gehabt :roll:

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Beitrag von tipe » 16.12.2005 - 12:39

Downhill hat geschrieben: Das positive an den Gebühren: der Status der Studenten verschiebt sich ein bißchen in Richtung "zahlender Kunde". Alle Frechheiten wird man sich an den Unis wohl in Zukunft nicht mehr erlauben können...
Naja dazu müsstest du erstmal einen Rechtsanspruch auf wie immer geartete Qualität der Ausbildung haben und selbst wenn so ein Anspruch kommen sollte würden die Standarts vom Land gesetzt das bei Verfehlungen auch zahlen müsste, folglich hat das ein extrem hohes interesse an besonders hohen Anforderungen... :roll:


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Beitrag von Jens » 16.12.2005 - 18:17

Ich wär für n Modell, das jedem ein Studium ermöglichen sollte, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Dazu würde ich für jedes Studium eine Normalstudienzeit einführen, z.B. 8 Semester, diese wären dann umsonst, bzw. mit nur geringen Gebühren belegt. Alles was darüber hinausgeht an Semestern oder weiteren Studien wird dann mit sehr hohen Studiengebühren belegt.

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Beitrag von Wiede » 16.12.2005 - 18:37

Jens hat geschrieben:Ich wär für n Modell, das jedem ein Studium ermöglichen sollte, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Dazu würde ich für jedes Studium eine Normalstudienzeit einführen, z.B. 8 Semester, diese wären dann umsonst, bzw. mit nur geringen Gebühren belegt. Alles was darüber hinausgeht an Semestern oder weiteren Studien wird dann mit sehr hohen Studiengebühren belegt.
Sehe ich ganz genauso!
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Beitrag von Gletscherfloh » 16.12.2005 - 18:59

War ja wohl nur noch eine Frage der Zeit ...
Bei uns in Österreich wars ja bereits vor einigen Jahren so weit, wobei hier damals tatsächlich so perfide vorgegangen wurde, dass die Unis die Gelder nicht (direkt) erhalten haben, sondern ins allgemeine Budget geflossen sind.

Ich war damals strikt dagegen (und hab das auch bei relevanten Unterschriftsaktionen zum Ausdruck gebracht), hauptsächlich aufgrund der üblichen Argumente i.S., dass Bildungsausgaben eine Investition darstellen, die (über die rein privaten Erträge --> i.A. höheres Einkommen als Akademiker) hinausgehend positive externe Effekte für die Gesamtgesellschaft abwerfen. Daneben sprachen auch noch soziale Gründe aus meiner Sicht dagegen, auch wenn das Argument gesamt gesehen recht schwach ist, da Gratisstudien u.U. letztlich sogar einen Einkommenstransfer von ärmeren Schichten zu wohlhabenderen Schichten darstellen (da Jugendliche aus besserverdienenden Familien tendenziell eher studieren).

Mittlerweile tendiere ich unter bestimmten Bedingungen (v.a. dass die Einnahmen direkt an die Unis fliessen und der Staat nicht gleichzeitig die Bildungsausgaben reduziert) zu (massvollen) Studiengebühren (worunter ich 500 Euro/Semester noch verstehe).

Hauptgrund sind die eh oft erwähnten verbesserten Anreize und die dadurch induzierten positiven Effekte (Verkürzung der Studienzeit, überlegtere Studienwahl etc.). Im übrigen verändert sich auch bei den Lehrenden durchaus die Einstellung zum Unterricht durch das Vorhandensein von Studiengebühren. Ich habe selber mal ein paar Jahre unterrichtet, und zwar parallel sowohl im Rahmen von (damals kostenlosen) "normalen" Studiengängen, als auch bei kostenpflichtigen Lehrgängen. Der Unterschied macht schon was aus ...

Ausserdem ist mir über die Jahre das Verständnis abhanden gekommen, warum alle Steuerzahler (auch jene, deren Kinder nie studieren werden) den Selbsterfahrungstrip (Vorsicht Klischee) von hauptsächlich Mittelschichts"kindern" finanzieren sollen (z.B. allein an der Uni Wien ca. 2000 Psychologiestudenten und 3000 Publizistikstudenten).

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Beitrag von br403 » 16.12.2005 - 19:53

Jens hat geschrieben:Ich wär für n Modell, das jedem ein Studium ermöglichen sollte, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Dazu würde ich für jedes Studium eine Normalstudienzeit einführen, z.B. 8 Semester, diese wären dann umsonst, bzw. mit nur geringen Gebühren belegt. Alles was darüber hinausgeht an Semestern oder weiteren Studien wird dann mit sehr hohen Studiengebühren belegt.
Genau meine Meinung, studieren darf nicht ein Privileg von Reichen Kindern werden!
Silvester ist der Jahreswechsel, Sylvester die Abfahrt am Kronplatz;)

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Beitrag von Emilius3557 » 17.12.2005 - 00:42

darf nicht ein Privileg von Reichen Kindern werden!
Ist es de facto aber bereits!

Bin durchaus für Studiengebühren: wenn die Unis mehr Geld sehen, die Mitarbeiter besser bezahlen können, mehr Mitarbeiter einstellen und die Betreuungsrelation sich verbessert. Bei uns betreuen an der Fakultät etwa 100 Professoren und Mitarbeiter (Assistenten, Sekretäre, Bibilothekare, Verwaltungsmenschen) gut 4500 Studenten, da bleibt viel Zeit für den Einzelnen. Und die Hiwi-Gehälter sind derart niedrig, für diesen Stundensatz bleibt jeder Hartz-IV-Empfänger im Fernsehsessel (sorry...) sitzen. Folge: brain drain. Allein aus unserem kleinen Institut sind in den letzten zwei Jahren zwei Spitzenleute nach England gegangen und bleiben auch da - haben dort nämlich sofort Lebenszeitstellen angeboten bekommen, während man sich bei uns im akademischen Mittelbau von 1/4 zu 1/2 Stellen und von einem Jahresvertrag zum anderen hangelt. Kündigungsschutz? Naja, wir fordern ja auch die Abschaffung, also können wir mit gutem Beispiel vorangehen... :D

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Beitrag von Gletscherfloh » 17.12.2005 - 09:59

Marius hat geschrieben:
darf nicht ein Privileg von Reichen Kindern werden!
Ist es de facto aber bereits!
Naja, auch wenn man diese Aussagen immer öfter hört, wird sie doch nicht richtiger (bzw. hängt wohl auch davon ab, was man unter "reich" versteht). Man sollte nicht immer alles Schwarzmalen (ich weiss, gerade in Deutschland ist es mittlerweile üblich geworden, das Glas immer halbleer statt halbvoll zu sehen).

Tatsache ist jedoch, dass Studieren geradezu eine klassische Mittelschichtssache geworden ist. Auch wenn nicht alle Mittelschichtskinder eines Jahrgangs studieren (aus verschiedensten Gründen), so ist es geradezu zur "Normalbiographie" in diesen Kreisen geworden. Ich kenne niemanden in meinem Bekanntenkreis mit entsprechenden Kindern, dessen Kinder nicht studieren bzw. der nicht davon ausgeht, dass seine Kinder mal studieren werden.

Warum das für die Mittelschicht nicht mehr leistbar - Studiengegühren hin oder her - sein sollte, versteh ich nicht. Ausserdem kommt ein Studium (mit den damit verbundenen Kosten, die ja weit über die Gebühren hinaus gehen) nicht von heute auf morgen. Die Eltern haben knapp 20 Jahre Zeit die Kosten (oder einen Teil davon) anzusparen.

Probleme sehe ich eher für Kinder aus einkommensmäßig schwachen Familien. Da glaube ich auch, dass sich deren Zugangsmöglichkeiten sogar etwas verschlechtert. Dieses Problem sollte man aber eher durch gezielte Stipendien angehen, anstatt gleich allen das Studium "kostenlos" zur Verfügung zu stellen.

Ich möchte nochmal betonen, dass mir bewusst ist, dass gute Ausbildung enorme positive Erträge für die gesamte Gesellschaft abwirft, daher bin ich ja auch weiterhin für eine entsprechende Finanzierung aus dem allgemeinen Steueraufkommen. Gleichzeitig sind allerdings die privaten Erträge von Bildungsinvestitionen hoch genug, um auch einen direkten Kostenbeitrag von den Studenten erwarten zu können.


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Beitrag von k2k » 17.12.2005 - 10:49

Jens hat geschrieben:Ich wär für n Modell, das jedem ein Studium ermöglichen sollte, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Dazu würde ich für jedes Studium eine Normalstudienzeit einführen, z.B. 8 Semester, diese wären dann umsonst, bzw. mit nur geringen Gebühren belegt. Alles was darüber hinausgeht an Semestern oder weiteren Studien wird dann mit sehr hohen Studiengebühren belegt.
Im Prinzip ist das (zumindest hier in BW) ja bereits der Fall: Regelstudienzeit plus vier Semester ist kostenfrei, wer länger braucht zahlt Langzeitstudiengebühren von derzeit 500 Euro pro Semester (wenn man die üblichen Rückmeldegebühren noch dazu rechnet, sind's ca. 600 Euro). By the way, die vier Semester brauchts auch - zumindest nach meiner Erfahrung. Dazu muß man kein "Bummelant" sein.

Ich will mal an einem Beispiel aus meiner Sicht schildern, warum ich von allgemeinen Studiengebühren nicht viel halte. Ich lese ständig überall von IT-Fachkräftemangel und vom Mangel an Ingenieuren usw.
Gleichzeitig sehe ich, was in den entsprechenden Studiengängen (zumindest an meiner Uni hier) an Leistung verlangt wird, und ich sehe wieviele Leute sich in den ersten Semestern sagen "Das ist mir viel zu krank, da mach ich lieber was anderes". Zudem wird noch ein nicht unerheblicher Teil der Leute ausgesiebt, Durchfallquoten von über 50% in manchen Prüfungen sind im Vordiplom keine Seltenheit. Unterm Strich liegt die Abbrecherquote bei uns im Bereich von 50%.
Jetzt frage ich mich, wenn wir doch angeblich mehr von diesen Leuten brauchen, wieso schafft man dann durch Studiengebühren noch eine zusätzliche Hürde? Die einzige logische Begründung ist für mich, daß man davon ausgeht dass die Zahl der Studenten in den nächsten Jahren eh massiv zunimmt und man dann auch so genügend Absolventen kriegt. Trotzdem bleibe ich skeptisch.

Was übrigens die Studienbedingungen angeht, da kann ich mich gar nicht mal beklagen. Klar, wenn nach mehr als 10 Jahren ohne Erhöhung der Hiwi-Stundensatz gekürzt wird (liegt derzeit bei ca. 7,50 pro Stunde, ich schätze um das Geld kann man auch putzen gehen) dann nervt das schon. Aber die Ausstattung z.B. der Rechnerpools ist hier ziemlich geil, ich sitz gerade wieder an so ner schicken Dell-Workstation mit 19" TFT, das rockt schon :D
Liegt vielleicht auch daran, daß, wie ich letztens gelesen habe, unsere Fakultät deutschlandweit die meisten Drittmittel einwirbt (unter den Informatik-Fakultäten).
Letztlich bin ich aber sehr skeptisch, ob die Studiengebühren zu einer Verbesserung führen. Wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe, liegt die Summe eben dieser Drittmittel ungefähr bei der Hälfte dessen, was das Land BW insgesamt in Zukunft an Studiengebühren einzunehmen glaubt. Wenn man dann noch die Kosten für den Verwaltungsaufwand berücksichtigt, dann will ich gar nicht wissen was mir davon am Ende wirklich zugute kommt. Es wird jedenfalls weit weniger sein, als daß es mir finanziell schadet, dazu muß man kein Prophet sein.

Das wie gesagt aus meiner persönlichen Sicht. Von anderen Unis aus mag man andere Blickwinkel haben ;-)
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Beitrag von Jens » 17.12.2005 - 11:58

k2k hat geschrieben:
Jens hat geschrieben:Ich wär für n Modell, das jedem ein Studium ermöglichen sollte, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Dazu würde ich für jedes Studium eine Normalstudienzeit einführen, z.B. 8 Semester, diese wären dann umsonst, bzw. mit nur geringen Gebühren belegt. Alles was darüber hinausgeht an Semestern oder weiteren Studien wird dann mit sehr hohen Studiengebühren belegt.
Im Prinzip ist das (zumindest hier in BW) ja bereits der Fall: Regelstudienzeit plus vier Semester ist kostenfrei, wer länger braucht zahlt Langzeitstudiengebühren von derzeit 500 Euro pro Semester (wenn man die üblichen Rückmeldegebühren noch dazu rechnet, sind's ca. 600 Euro). By the way, die vier Semester brauchts auch - zumindest nach meiner Erfahrung. Dazu muß man kein "Bummelant" sein.
Hab da wenig Ahnung, weil ich selber ja nicht studiert habe, aber ist dann nicht ein Fehler bei der Berechnung der Regelstudienzeit passiert ?

Wenn jemand versucht die Anzahl Studenten über Gebühren zu reglementieren, dann gute Nacht.
Mein Vorschlag geht erstmal darum jedem ein Studium zu ermöglichen, welches er dann in kürzestmöglicher Zeit abschliessen sollte, da er dann nämlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und Steuern und Sozialversicherung bezahlen kann/muss.
Wer dann weiter studieren will oder länger braucht sollte eben auch seinen Beitrag leisten und den Staat mitfinanzieren.
Dadurch sollte dem Staat einiges an Mehreinnahmen zufliessen, ob die dann bei den aktuellen Haushaltslöchern bei den Uni's ankommen?

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Beitrag von Laurenz Neumann » 17.12.2005 - 14:20

Sers
Ich geh ja auf eine Fachhochschule in Wien, wir zahlen die normalen Studiengebühren und noch 70€ pro Semster an die FH.
Dafür bekommen wir aber ziemlich viel geboten:
-gratis Papier
-gratis Druckerpatronen für Zuhause
-billige Menüs in der Mensa
-alle Skripten ausgedruckt
....
Außerdem haben wir einen Vertrag mit der FH, in dem genaue Vorschriften drinstehen. So kann die Sekertärin Probleme bekommen, wenn nicht innerhalb von 3 Tagen die Zeugnisse fertig sind.
Vergleicht mal mit einer normalen Uni. :lol:

Vor kurzem wurde im Standart (glaube ich) eine Studie veröffentlicht, wonach Studiengebühren mehr den niederen Einkommensschicht nutzen.
Wenn keine Gebühren bestehen gibt es kaum Stipendien und die Leute können sich das Studium nicht leisten.
Werden Gebühren eingeführt, werden auch mehr Stipendien erlaubt, was wieder den "Ärmeren" nutzt.
Grüße

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Beitrag von michamab » 17.12.2005 - 15:28

Wenn keine Gebühren bestehen gibt es kaum Stipendien und die Leute können sich das Studium nicht leisten.
Werden Gebühren eingeführt, werden auch mehr Stipendien erlaubt, was wieder den "Ärmeren" nutzt.
Diese Logik verstehe ich nicht ganz. Wenn es keine Studiengebühren gibt, braucht auch niemand Stipendien. Wo soll also der Nutzen für die "armen" Studenten sein, wenn sie um die wenigen Stipendien kämpfen müssen, was sie vorher nicht brauchten. Die Anzahl der Studenten aus niedrigen sozialen Schichten wird also sinken. Das ist auch in Österreich belegt.

Außerdem wird sich die Anzahl der Studenten verringern, dabei sagen viele Studien, dass Deutschland in Zukunft wesentlich mehr hochqualifizierte Arbeitnehmer braucht, also mehr Studenten.

Zusätzlich sieht es für mich sehr danach aus, als wollte man das Hochsculwesen mit der Politk der kleinen Schritte nach und nach privatisieren. Erst dienen die Studiengebühren nur als kleine Spritze für den Haushalt der Hochschulen, später werden sie ihn wohl zum Großteil finanzieren müssen. Das die Studiengebühren hierzu enorm steigen werden ist klar. Vielleicht haben wir ja hier bald amerikanische Verhältnisse, wo studieren nur noch für Kinder von reicheren Eltern möglich ist.

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Beitrag von Jens » 18.12.2005 - 10:42

michamab hat geschrieben: Außerdem wird sich die Anzahl der Studenten verringern, dabei sagen viele Studien, dass Deutschland in Zukunft wesentlich mehr hochqualifizierte Arbeitnehmer braucht, also mehr Studenten.
Aber bitte nicht nach dem Motto "Masse statt Klasse". Ausserdem kann man auch ohne Studium unter die so oft genannte Kategorie "hochqualifizierte Arbeitnehmer" gehören.

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Beitrag von michamab » 18.12.2005 - 11:50

Jens hat geschrieben:
michamab hat geschrieben: Außerdem wird sich die Anzahl der Studenten verringern, dabei sagen viele Studien, dass Deutschland in Zukunft wesentlich mehr hochqualifizierte Arbeitnehmer braucht, also mehr Studenten.
Aber bitte nicht nach dem Motto "Masse statt Klasse". Ausserdem kann man auch ohne Studium unter die so oft genannte Kategorie "hochqualifizierte Arbeitnehmer" gehören.
Deine Einwände stimmen sicherlich, trotzdem ändert dies nichts an dem Fakt, dass wir viel zu wenig Studenten haben im europäischen Schnitt und dies uns bald zum Verhängniss werden wird. Studiengebühren werden diesen Prozess nur noch beschleunigen.


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Beitrag von GMD » 18.12.2005 - 11:51

Zuwenig Studenten? Die ETH Zürich und die Uni Zürich überlegen sich ernsthaft einen numerus clausus einzuführen!
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Beitrag von taunussi » 18.12.2005 - 12:24

Studiengebühren? Wenn sie in eine Verbesserung der Lehre und Lehrmittel umgesetzt werden, ja. Ansonsten meiner Meinung nach sollte es wie bisher bleiben, sonst gäbe es wirklich mehr Studenten, die sich ein Studium nicht mehr leisten könnten. Ich bin jetzt auch schon aus der Uni draußen, und damals mußte ich gerade in den letzten Semestern an jedem Wochenende zusätzlich arbeiten, um mir meine wichtigsten Dinge leisten zu können, obwohl meine Eltern eher der Mittelschicht angehörig sind/waren. Ach ja, und ein Bummler war ich wirklich nicht, da ich in der Regelstudienzeit mein Studium beendet hatte...
Noch ein Problem, was ich in Hessen kommen sehe: sollten hier allgemeine Gebühren eingeführt werden, so sehe ich Probleme in der Verteilung der Finanzen bei privatisierter Uniklinik Marburg-Giessen, nur so nebenher...
Grüße aus dem Taunus!

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Beitrag von michamab » 18.12.2005 - 14:49

GMD hat geschrieben:Zuwenig Studenten? Die ETH Zürich und die Uni Zürich überlegen sich ernsthaft einen numerus clausus einzuführen!
Zitat: OECD - Bildung auf einen Blick (http://www.oecd.org/dataoecd/21/12/35344382.pdf)
Auf Grund der demographischen Entwicklung in Deutschland steht dem steigenden Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften ein deutlicher Rückgang der jungen Bevölkerung gegenüber. Während der Anteil der entsprechenden Altersgruppen, die in Hochschul- oder Fachhochschulstudiengängen eingeschrieben sind, zwischen 1995 und 2003 um 19% stieg, ist die Bevölkerung in diesen Altersgruppen um 15% geschrumpft. Im Ergebnis stieg die Zahl der Studierenden im Tertiärbereich zwischen 1995 und 2003 deswegen lediglich um 4%
(im OECD-Mittel betrug der Anstieg dagegen im gleichen Zeitraum 45%) (Tabelle C2.3). Um hier international den Anschluss zu finden, müsste die tertiäre Bildungsbeteiligung in den nächsten Jahren in weit stärkerem Maße wachsen, als dies in den letzten Jahren der Fall gewesen ist. Insgesamt ist daher darauf zu achten, dass für eine weiter steigende
Bildungsbeteiligung der Bevölkerung keine neuen Hürden errichtet werden.

Die Entwicklung der Studienanfängerzahlen, aus der zukünftige Abschlussquoten abgeleitet werden können, legt nahe, dass sich der internationale Trend zu höheren Qualifikationen
weiter verstärken wird. Im OECD-Mittel beginnt jetzt mehr als die Hälfte eines Jahrgangs eine Ausbildung im Tertiärbereich A (Tabelle C2.2) und in Island, Neuseeland, Schweden, Finnland und Polen sind es sogar mehr als 70%. In vielen Staaten kann man von einem Paradigmenwechsel sprechen, von der traditionellen Ausbildung, die darauf abzielt
den gegenwärtigen Qualifikationsbedarf des Arbeitsmarktes abzudecken, hin zur Investition in die weiterführende Bildung junger Menschen, um diese zu befähigen, den wirtschaftlichen
und sozialen Wandel der Gesellschaft aktiv zu gestalten.
-> Um international wettbewerbsfähig zu bleiben brauchen wir in Zukunft mehr Studenten. Ein Hochlohnland wie Deutschland kann sich nur in Zukunfts- und Hochtechnologien international behaupten, folglich brauchen wir hier auch hochqualifizierte Arbeitnehmer, und das sind in diesen Bereichen in der Regel Hochschulabsolventen.
Dänemark, Island, Norwegen, Schweden und Belgien investieren die meisten öffentlichen Mittel in ihre Bildungssysteme – über 6% ihres Bruttoinlandsprodukts (Tabelle B2.1a). In Deutschland liegt der Wert mit 4,4% erst an 20. Stelle unter den 28 OECD-Staaten mit
vergleichbaren Daten. Dies wird jedoch teilweise durch einen überdurchschnittlichen Anteil von Privatausgaben im Rahmen des dualen Systems kompensiert. Dennoch bleibt auch der
Gesamtanteil öffentlicher und privater Investitionen am BIP in Deutschland mit 5,3% unter dem OECD-Mittel von 5,8% (das bei einer Gewichtung nach der Größe der Staaten sogar auf 6,1% ansteigt). Spitzenreiter sind hier Island und die Vereinigten Staaten (7,4% und
7,2%), gefolgt von Dänemark und Korea (jeweils 7,1%).

Im OECD-Raum sind die öffentlichen und privaten Ausgaben für
Bildungseinrichtungen im Zeitraum 1995-2002 netto um 21% unterhalb des Tertiärsektors und um 30% im Tertiärsektor gewachsen. In Deutschland lagen die Steigerungsraten bei jeweils 8% und 10% (Tabelle B2.2).

Die öffentliche Finanzierung der Bildung ist eine vorrangige gesellschaftspolitische Aufgabe – selbst in den OECD-Ländern, in denen die Staatsquote insgesamt gering ist. Im Durchschnitt wenden die OECD-Länder 12,9% ihrer gesamten öffentlichen Ausgaben für
Bildungseinrichtungen auf, eine Steigerung von einem Prozentpunkt seit 1995. In Deutschland beträgt der Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben an den öffentlichen Ausgaben 9,8%, ein Plus von 0,1% seit 1995 Tabelle B4.1).
-> Die Politiker sollen mal nicht so tun, als ob der Staat zuviel in Bildung investiert. Ein Land was sich Zuschüsse zu ICE-Trassen für mehrere Milliarden Euro leisten kann, muß dann natürlich in der Bildung sparen.

Ich selber werde wohl auch bald mein Studium anfangen. Glücklicherweise wäre ich in der Lage die Studiengebühren aufzubringen. Allerdings wird es nicht bei solch geringen Beträgen bleiben, darauf könnt ihr euch verlassen. Außerdem wird das Geld auch garantiert nicht den Studenten zu Gute kommen, letztendlich werden damit nur die Haushaltlöcher gestopft.

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Beitrag von GMD » 18.12.2005 - 15:08

Die Studenten die euch in Deutschland fehlen, sorgen für die übervollen Institute in Zürich. Kein Witz, gewisse Kurse haben mehr ausländische Studenten als Schweizer!

Woran das liegt? Einerseits sicherlich am hervorragenden Ruf dieser Unis. Aber auch daher, dass es für Deutsche einfacher ist zu studieren als für Schweizer! Der Grund dafür wiederum liegt in den Zulassungsbestimmungen. Ein deutsches Abitur gestattet das Studium in der Schweiz. Das Schweizer Gegenstück zum Abi heisst Matura. Das Problem ist nur: Die Anforderungen an diesen Abschluss ist einiges höher als für das Abitur. Logischerweise erreichen darum auch prozuental gesehen weniger Schweizer dies als Deutsche.

Ich persönlich habe die Sekundarschule besucht, dies ist die zweithöchste Stufe der allgemeinen und obligatorischen Schule. Studieren darf ich damit nicht, obwohl diese Schule fast dem deutschen Abitur entspricht! Oder anders ausgedrückt: In Deutschland dürfte ich mit meiner Ausbildung wohl studieren!
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Beitrag von Dachstein » 18.12.2005 - 16:04

Die Studenten die euch in Deutschland fehlen, sorgen für die übervollen Institute in Zürich. Kein Witz, gewisse Kurse haben mehr ausländische Studenten als Schweizer!
Nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Österreich sind manche Studienrichtungen total überfüllt. So wurden zum Beispiel das erste Semester des Medizinstudiums in Graz aufgrund von Überfüllung zum Fernsemester erklärt. Das heist, wenn man Medizin in Graz studiert und im ersten Semester ist, hast du ein paar tausend Mitstudenten, für die alle Mitte Jänner eine Prüfung stattfindet. Dort wird dann auf 400 Studenten reduziert. Nicht gerade super, die Chancen kann sich jetzt jederausrechen, dass man das schafft. Auch hat unster Studiengebühr nichts daran geändert, dass vor allem Deutsche unsere Unis stürmen. Auf der Medizinischen Uni in Innsbruck ist sogar mittlerweile ein Securitydienst vorhanden, der Zusammenstöße zwischen Österreichern und den "Ausländern" verhindern soll. Hintergrund war, dass es anscheinend eine Schlägerei zwischen Italienern, welche den halben Hörsaal beschlagnamt haben (ohne alle Plätzt zu brauchen) und Österreichern gegeben hat. Ich bin froh, dass ich nicht Medizin studiere!

MFG Dachstein

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Beitrag von taunussi » 18.12.2005 - 18:02

Dachstein hat geschrieben:
Die Studenten die euch in Deutschland fehlen, sorgen für die übervollen Institute in Zürich. Kein Witz, gewisse Kurse haben mehr ausländische Studenten als Schweizer!
Nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Österreich sind manche Studienrichtungen total überfüllt. So wurden zum Beispiel das erste Semester des Medizinstudiums in Graz aufgrund von Überfüllung zum Fernsemester erklärt. Das heist, wenn man Medizin in Graz studiert und im ersten Semester ist, hast du ein paar tausend Mitstudenten, für die alle Mitte Jänner eine Prüfung stattfindet. Dort wird dann auf 400 Studenten reduziert. Nicht gerade super, die Chancen kann sich jetzt jederausrechen, dass man das schafft.
Auch hat unster Studiengebühr nichts daran geändert, dass vor allem Deutsche unsere Unis stürmen. Auf der Medizinischen Uni in Innsbruck ist sogar mittlerweile ein Securitydienst vorhanden, der Zusammenstöße zwischen Österreichern und den "Ausländern" verhindern soll. Hintergrund war, dass es anscheinend eine Schlägerei zwischen Italienern, welche den halben Hörsaal beschlagnamt haben (ohne alle Plätzt zu brauchen) und Österreichern gegeben hat. Ich bin froh, dass ich nicht Medizin studiere!
MFG Dachstein
Sicher ein extremes Beispiel. Sorry, aber in anderen Ländern ist das auch so, selbst in Deutschland wird in diesem Studiengang am Anfang ausgesiebt, nur vielleicht etwas anders...
Übrigens stürmen dafür nach dem Studium nicht wenige österreichische Ärztinnen und Ärzte an unsere Krankenhäuser, wobei diese Kolleginnen und Kollegen bezüglich behördlicher Auflagen trotz EU nicht zu beneiden sind. Man muß dazu auch sagen, daß der Abschluß in Österreich und in Deutschland nicht gleichwertig ist. Ich selbst kenne Medizinstudenten, die in Innsbruck studiert haben, aber eben nicht das gesamte Studium, sondern nur ein bis zwei Semester. Dafür wurden auch denen zu viele Steine von behördlicher Seite aus in den Weg gelegt. Für mich war es scheinbar einfacher, an unserer Partneruniversität in Lyon für 1 Jahr zu studieren.
Ich denke, daß gerade in der EU eine relativ freie Uni- und Studiengangswahl kein Problem sein sollte, dafür gibt es ja auch in einigen Ländern eben Studiengebühren (um aufs Thema wieder zurückzukommen :wink: ), die eine gewisse Gleichheit bestimmt auch bringen sollen. Schweiz ist sicherlich ein Sonderfall. Solange für Leistung (d.h. gute Lehre) bezahlt wird und diese auch geboten wird-> why not?!
Grüße aus dem Taunus!


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