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Baden-Württemberg führt Studiengebühren ein

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Schiffle
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Beitrag von Schiffle » 18.12.2005 - 18:47

GMD hat geschrieben:Das Schweizer Gegenstück zum Abi heisst Matura. Das Problem ist nur: Die Anforderungen an diesen Abschluss ist einiges höher als für das Abitur.
Woran kann man das feststellen?
Ich komme direkt von der Schweizer Grenze und hatte ein paar Schweizer Mitschüler.
Die empfanden das Niveau in CH und D als durchaus ähnlich. In einem Fach waren sie etwas weiter und tiefer im Stoff, in anderen mussten sie einiges nacharbeiten um erfolgreich abzuschneiden.


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Beitrag von Downhill » 19.12.2005 - 10:25

GMD hat geschrieben:Das Schweizer Gegenstück zum Abi heisst Matura. Das Problem ist nur: Die Anforderungen an diesen Abschluss ist einiges höher als für das Abitur. Logischerweise erreichen darum auch prozuental gesehen weniger Schweizer dies als Deutsche.
Äh... es sollte eigentlich bekannt sein, daß es kein "deutsches Abitur" gibt. Da gibt es riesige Unterschiede zwischen den Bundesländern. Manche haben noch nicht mal ein Zentralabitur, die Systeme und Lehrpläne sind z.T. total verschieden. In Bayern z.B. ist das Abitur eines der schwersten.

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Beitrag von Downhill » 19.12.2005 - 10:32

Jens hat geschrieben:Hab da wenig Ahnung, weil ich selber ja nicht studiert habe, aber ist dann nicht ein Fehler bei der Berechnung der Regelstudienzeit passiert ?
Die sog. "Regelstudienzeit" ist die Zeit, in der ein Student, der

- nicht nebenher arbeiten muß
- immer einen optimalen Stundenplan zusammenbekommt
- alle Prüfungen/Scheine auf Anhieb schafft
- keine externen Praktika etc. macht
- sonst keine Hobbys/Freizeit hat

ein Studium theoretisch schaffen kann. Zum Vergleich: bei uns in Informatik sind das 9 Semester, der Durchschnitt sind 12-13 Semester. Der Rekordwert an unserer Uni liegt bei gerade mal 8,5 Semestern, den Typ hab ich ein bißchen gekannt, eine normale Unterhaltung konnte man mit dem nicht führen...

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Beitrag von jojo2 » 19.12.2005 - 11:32

Gletscherfloh hat geschrieben: Tatsache ist jedoch, dass Studieren geradezu eine klassische Mittelschichtssache geworden ist. Auch wenn nicht alle Mittelschichtskinder eines Jahrgangs studieren (aus verschiedensten Gründen), so ist es geradezu zur "Normalbiographie" in diesen Kreisen geworden. Ich kenne niemanden in meinem Bekanntenkreis mit entsprechenden Kindern, dessen Kinder nicht studieren bzw. der nicht davon ausgeht, dass seine Kinder mal studieren werden.
Hi,

also ich bin zu 100% für Studiengebühren.

Wie Gletscherfloh schon sagte, jeder meint Studieren zu müssen.
Das hat meiner Meinung nach zu folge, dass die Firmen nur noch Leute nehmen mit abgeschlossenem Studium, wo es vor 20 Jahren auch noch Leute mit Realschulabschluss sein konnten. Und wenn es dann mal ein paar zuwenig Studierende für "Tellerwäscherarbeiten" gibt wird direkt geschrieen wir haben zuwenig davon.
Mal ganz davon abgesehen dass man mit abgeschlossenem Abi ja deswegen schon fast nix mehr in der Tasche hat. (Da kommt dann auch noch dazu dass es wirklich Schulen geben mag die so was verschenken.)


Zweitens wer wirklich ernsthaft Studieren will der schafft es auch das zu finanzieren.

Jojo

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Beitrag von Schiffle » 19.12.2005 - 12:54

Ich bin persönlich gegen "allgemeine" Studiengebühren. Eine Ausbildung sollte jedem kostenlos ermöglicht werden und wenn dazu ein Studium notwendig ist, dann sollte auch dieses umsonst sein.
Eine Berufschulbesuch ist ja auch kostenlos und da sehe ich eigentlich keinen wesentlichen Unterschied.
Studiengebühren für Langzeitstudenten finde ich vollkommen i.O.
Man bezahlt ja nicht gleich nach der Regelstudienzeit auch Studiengebühren. In BaWü hat man beispielsweise 4 zusätzliche Semester gratis, bevor man Langzeitstudiengebühren bezahlen muss.
Bei dem Informatikstudium wären das also 13 Semester (9 Semester Regelstudienzeit) und das sollte eigentlich zu schaffen sein.

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Beitrag von Roberto » 19.12.2005 - 13:55

GMD hat geschrieben:Die Anforderungen an diesen Abschluss ist einiges höher als für das Abitur. Logischerweise erreichen darum auch prozuental gesehen weniger Schweizer dies als Deutsche.
Interessante These. Hast Du auch konkrete Zahlen dafür?
GMD hat geschrieben:Ich persönlich habe die Sekundarschule besucht, dies ist die zweithöchste Stufe der allgemeinen und obligatorischen Schule. Studieren darf ich damit nicht, obwohl diese Schule fast dem deutschen Abitur entspricht! Oder anders ausgedrückt: In Deutschland dürfte ich mit meiner Ausbildung wohl studieren!
In D ist die zweithöchste Stufe die 'Realschule'. Die beendet man im Durchschnitt im Alter von 16-17 Jahren nach insgesamt 10 Jahren Schulzeit (ohne Sitzenbleiben). Mit deren Abschluss darfst Du in D auch nicht studieren. Wieviele Jahre warst Du auf dieser 'Sekundarschule'? Wie alt warst Du, als Du mit der Schule fertig warst?
Downhill hat geschrieben:Äh... es sollte eigentlich bekannt sein, daß es kein "deutsches Abitur" gibt. Da gibt es riesige Unterschiede zwischen den Bundesländern. Manche haben noch nicht mal ein Zentralabitur, die Systeme und Lehrpläne sind z.T. total verschieden.
Äh... es sollte eigentlich bekannt sein, daß es in D seit langem eine 'Kultusministerkonferenz' gibt und daher das System (Abiprüfung: 2 Leistungskurse + 2 Grundkurse, 15-Punkte-System, Abischnitt-Berechnung, etc.) und die Lehrpläne in allen deutschen Bundesländern nahezu identisch sind? Meine Güte, 'noch nicht mal ein Zentralabitur', was soll daran eigentlich so toll oder wertvoll sein? Einziger formaler Unterschied ist eben nur das Zentralabitur, und da hat mir mein dezentrales Hamburger 'Witzabitur' bisher auch nicht geschadet. Eher im Gegenteil. Was meinst Du also mit 'total verschieden' ?
jojo2 hat geschrieben:also ich bin zu 100% für Studiengebühren. Wie Gletscherfloh schon sagte, jeder meint Studieren zu müssen. Das hat meiner Meinung nach zu folge, dass die Firmen nur noch Leute nehmen mit abgeschlossenem Studium, wo es vor 20 Jahren auch noch Leute mit Realschulabschluss sein konnten.
Problem erkannt, falsche Lösung gewählt.
Eine Volkswirtschaft ist gut beraten, die klügsten Köpfe zu fördern. Und NICHT die ärmsten auszusondieren, wie Du vorschlägst.
jojo2 hat geschrieben:Zweitens wer wirklich ernsthaft Studieren will der schafft es auch das zu finanzieren.
Etwas zu pauschal formuliert für meinen Geschmack.
Nochmal: Es wäre fatal, begabten Leuten das Studium zu verhindern, weil sie es sich nicht mehr leisten können! Deswegen gegen allgemeine Studiengebühren (die ohnehin nicht zu den Unis fließen), und für verschärfte Zugangsmöglichkeiten auf Basis der Qualifikation/Begabung. Der Numerus Clausus ist hier ein erster Ansatz, eine spezifischer NC (z.B. Schulnoten ausschließlich in Mathe, Physik, ggf. Informatik als Basis für eine Studienberechtigung z.B. der Informatik oder der Ingenieurswissenschaften) wäre besser. Obligatorische Zwangsprüfungen bereits nach einem Semester könnten auch nicht schaden, Unbegabte rechtzeitig rauszufiltern. Also: Selektion durch Schul-/Studienleistung, nicht durch reichen Papa.

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Beitrag von Downhill » 19.12.2005 - 14:18

Roberto hat geschrieben:Äh... es sollte eigentlich bekannt sein, daß es in D seit langem eine 'Kultusministerkonferenz' gibt und daher das System (Abiprüfung: 2 Leistungskurse + 2 Grundkurse, 15-Punkte-System, Abischnitt-Berechnung, etc.) und die Lehrpläne in allen deutschen Bundesländern nahezu identisch sind?
:lol: Ja auf den KMK-Konferenzen sind die sich in etwas so einig wie die 25 Länder auf einem EU-Gipfel. Die größte Bildungshoheit haben in Deutschland immer noch die Länder. Außerdem bestehen gerade bei deinen Beispielen hier ja schon Unterschiede: in manchen Ländern ist das LK-System ja schon wieder abgeschafft, auch die Anzahl der Abiturfächer sowie deren Zusammensetzung ist bei weitem nicht überall identisch.
Es gibt ja nichtmal eine einheitliche Dauer des Gymnasiums in Deutschland.
Roberto hat geschrieben: Meine Güte, 'noch nicht mal ein Zentralabitur', was soll daran eigentlich so toll oder wertvoll sein?
Da bleibt mir die Spucke weg. Wenn Noten völlig vom Belieben jeder Schule bzw. deren Lehrer und Rektoren abhängen, dann geht jede Vergleichbarkeit von Noten und Abischnitten verloren. Dann kannst dir deine einheitliche 15-Punkte-Skala gleich schenken.

Irgendwelche persönlichen Stories wollte ich hier übrigens mit Absicht heraushalten. Aber unbestrittener Fakt ist nunmal, daß einfach Unterschiede da sind. Bei der PISA-Studie gab's z.T. krasse Leistungsunterschiede zwischen Bundesländern. Und wer studiert (hat) und sich gerade als Erstsemester mal ein bißchen mit Kollegen unterhält, wird feststellen daß die Grundvorraussetzungen - z.B. gerade auch die mathematischen Grundkenntnisse - eben nicht immer dieselben sind. Dafür können diese Leute überhaupt nix weil die manche Sachen einfach überhaupt nicht in der Schule hatten, was dann oft ein böses Erwachen an der Uni gibt.
Zuletzt geändert von Downhill am 19.12.2005 - 14:24, insgesamt 1-mal geändert.


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Beitrag von mic » 19.12.2005 - 14:20

Landtagswahl 2006
Am 26. März 2006 wird in Baden-Württemberg der 14. Landtag gewählt

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Beitrag von michamab » 19.12.2005 - 14:33

jojo2 hat geschrieben:also ich bin zu 100% für Studiengebühren.

Wie Gletscherfloh schon sagte, jeder meint Studieren zu müssen.
Das hat meiner Meinung nach zu folge, dass die Firmen nur noch Leute nehmen mit abgeschlossenem Studium, wo es vor 20 Jahren auch noch Leute mit Realschulabschluss sein konnten.
Das ist ja gerade der Irrglaube, der leider im Volk und unter vielen Politikern herrscht, aber das ist schlichtweg falsch. Die Arbeitsabläufe in einer Informations- und Dienstleistungsgesellschaft werden immer komplexer und dazu bedarf es mehr hochqualifizierten Arbeitnehmer als noch vor 20 Jahren. Deutschland entwickelt sich weg von der klassischen Industrienation hin zur Dienstleistungsgesellschaft, das ist auch gut so, denn nur so kann Deutschland der Globalisierung standhalten.

Schau mal in die Medien, Industriebetriebe werden zu Hauf dichtgemacht und in Billiglohnländer verlagert. Dieser Trend wird auch nicht abflachen, ganz im Gegenteil. Im Gegenzug dazu entstehen immer mehr Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor. Das sich dann auch das Anforderungsprofil an die Arbeitnehmer ändert ist wohl klar. Ich habe ja bereits auf der vorherigen Seite eine OECD-Studie zitiert, wonach Deutschland in Zukunft dringend mehr Hochschulabsolventen brauchen wird. Verstärkt wird dies noch durch die demographische Entwicklung und die Marktkräfte des EU-Binnenmarkts, andere Länder sind uns weit vorraus.

Das sind Studiengebühren in der jetzigen Form einfach der falsche Weg, weil sie die Anzahl der Studenten drosseln werden. Außerdem ist es entgegen deiner Behauptung nicht so einfach ein Studium zu finanzieren, wenn man nicht durch die Eltern unterstützt wird. Da kommen zu den allgemeinen Lebenskosten, die jetzt schon viele Studenten zum Arbeiten zwingen, auch noch die Studiengebühren dazu, die garantiert nicht bei dem jetzigen Betrag bleiben werden.

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Beitrag von Roberto » 19.12.2005 - 14:45

Downhill hat geschrieben:Irgendwelche persönlichen Stories wollte ich hier übrigens mit Absicht heraushalten. Aber unbestrittener Fakt ist nunmal, daß einfach Unterschiede da sind. Bei der PISA-Studie gab's z.T. krasse Leistungsunterschiede zwischen Bundesländern. Und wer studiert (hat) und sich gerade als Erstsemester mal ein bißchen mit Kollegen unterhält, wird feststellen daß die Grundvorraussetzungen - z.B. gerade auch die mathematischen Grundkenntnisse - eben nicht immer dieselben sind. Dafür können diese Leute überhaupt nix weil die manche Sachen einfach überhaupt nicht in der Schule hatten, was dann oft ein böses Erwachen an der Uni gibt.
Gutes Stichwort. Da ich das Glück hatte, in den letzten Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU München gearbeitet zu haben, dementsprechend partiell in die Lehre eingebunden war, Fachlabore im Bereich der Technischen Mechanik betreut habe und somit die mathematischen Kenntnisse und sonstige Fertigkeiten der Studis aus erster Hand beurteilen konnte, ist mir kein Vorteil der bayrisch-dialektischen Fraktion aufgefallen. Die waren genauso schlau/doof wie die Restdeutschen (und übrigens wie die Heerscharen von Österreichern, die sich erdreisten, an der TU München Maschinenbau zu studieren und die Hörsääle zu verstopfen, was jedoch auch ohne Sicherheitsdienst ganz gut geht und ganz im europäischen Sinne toleriert wird). Und nun?

Bzgl. Zentralabitur: 13 Jahre lang kann Deine Schule bei Prüfungen machen, was sie will. Und nur an den paar Tagen der Abiturprüfung (die dann nur einen Teil Deiner Abinote ausmacht), unterwirft sie sich den Vorgaben des Ministeriums. Man sollte diese 2-3 Tage nicht überbewerten. Und selbst wenn die Aufgaben der Abiprüfung landesweit gleich sind - die Korrektoren sind es nicht. Das mag in den Naturwissenschaften nicht so schlimm sein - in den Geisteswissenschaftlichen kann das jedoch immernoch für Willkür sorgen.

Generell: So wie Du es oben geschrieben hattest, klingt es für die Außenstehenden in Ö und CH, als wäre das deutsche Schulwesen völlig heterogen und unabgestimmt zwischen den Bundesländern. Und das ist einfach nicht richtig.
Downhill hat geschrieben:Da bleibt mir die Spucke weg.
Mehr trinken! :bia:

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Beitrag von tipe » 19.12.2005 - 15:10

Downhill hat geschrieben:
Roberto hat geschrieben: Meine Güte, 'noch nicht mal ein Zentralabitur', was soll daran eigentlich so toll oder wertvoll sein?
Da bleibt mir die Spucke weg. Wenn Noten völlig vom Belieben jeder Schule bzw. deren Lehrer und Rektoren abhängen, dann geht jede Vergleichbarkeit von Noten und Abischnitten verloren. Dann kannst dir deine einheitliche 15-Punkte-Skala gleich schenken.
Naja die Prüfungsaufgaben für die Abiprüfungen müssen afaik zumindest in NRW zentral von den Bezirksregierungen geprüft und zugelassen werden. Die Klausuren werden von mindestens 2 Lehrern kontrolliert also ist schon eine gewisse Objektivität gewährleistet.
Die Tatsache das die Prüfungsaufgaben von den Lehrern gestellt werden die auch die entsprechenden Kurse unterrichtet haben finde ich persöhnlich richtig, nur die können wissen welche Schwerpunkte genau gesetzt wurden (Schwerpunkte natürlich im Rahmen des Lehrplans).

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Beitrag von Roberto » 19.12.2005 - 15:21

tipe hat geschrieben:Naja die Prüfungsaufgaben für die Abiprüfungen müssen afaik zumindest in NRW zentral von den Bezirksregierungen geprüft und zugelassen werden. Die Klausuren werden von mindestens 2 Lehrern kontrolliert also ist schon eine gewisse Objektivität gewährleistet.
Dito in Hamburg. Da werden die Aufgaben vom Landesministerium freigegeben und müssen somit dem zentralen (!) Lehrplan entsprechen. Und dann auch von mehreren Lehrern (>= 2, meines Wissens nach von verschiedenen Schulen) korrigiert.
Und warum? Weil die bundesweite Kultusministerkonferenz es so will und zumindest Hamburg und NRW als föderale Länder mitziehen.

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Beitrag von k2k » 19.12.2005 - 16:18

Roberto hat geschrieben:Und selbst wenn die Aufgaben der Abiprüfung landesweit gleich sind - die Korrektoren sind es nicht.
Also bei mir war's noch so, daß nur die Erstkorrektur von meinen Lehrern vorgenommen wurde. Dann gab es eine völlig unabhängige Zweitkorrektur, für die die Arbeiten an eine andere Schule gingen. Der Zweitkorrektor kannte die Bewertung des Erstkorrektors nicht. Erst der Drittkorrektor (ebenfalls schulfremd), dem beide Bewertungen vorgelegt wurden, hat dann die Note festgelegt.
Ich kenne manche, die im Abi deswegen gewaltig abgestürzt sind, weil ihr Kursniveau niedriger war. Ich kenne andere (darunter mich selbst ;-)), für die die Abiprüfung gigantisch gelaufen ist, weil das LK-Niveau bewusst höher gehalten wurde und wir die Abiaufgaben im Schlaf lösen konnten.

Seit der Oberstufenreform gibts hier in BW quasi keine LKs mehr, man kann zwar noch zwei Neigungsfächer (heißt das so? Experten vor!) festlegen, aber eigentlich sind es fünf "große" Pflichtfächer statt der zwei LKs von früher. Der nächste Schritt, der kommen wird ist das G8, also Abitur nach der 12. Klasse. Der Probebetrieb läuft schon.
"Seilbahnen sind komplexe technische Systeme. Sie sind Werke innovativen vielschichtigen Schaffens und bilden ein spannungsvolles Zusammenspiel technischer und wirtschaftlicher, politischer, sozio-kultureller und landschaftlicher Faktoren." (Schweizerisches Bundesamt für Kultur)


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Beitrag von Downhill » 19.12.2005 - 17:00

Roberto hat geschrieben:Mehr trinken! :bia:
10 Tage noch... :P

Im übrigen, hohe Bildung muß nicht immer auch (soziale, menschliche) Intelligenz bedeuten, ich war da heuer in nem Land... :twisted: (gibt aber auch Ausnahmen) :wink:

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Beitrag von Gletscherfloh » 19.12.2005 - 18:12

k2k hat geschrieben:Der nächste Schritt, der kommen wird ist das G8, also Abitur nach der 12. Klasse. Der Probebetrieb läuft schon.
Das mit euren 9 Jahren bis zum Abitur versteh ich sowieso nicht. Man kann sich das "Leben" auch besonders schwer machen (und dann auch noch mit deutscher Gründlichkeit ...)

Nochmal zum Thema Studiengebühren:

*) Die Verringerung der Studentenzahl durch Studiengebühren wird ganz sicher von niemandem angestrebt. Auch ist die Zahl der Studienanfänger dadurch z.B. in Österreich nicht sichtbar beeinflusst worden (die Zahl des Studentenbestands hat sich kurz nach der Einführung etwas verringert, da viele "Karteileichen" nicht mehr weiter inskribiert haben ... letztlich hat das auch zu einer Verbesserung der Statistik geführt, was die Univerwaltung sicher auch etwas leichter macht).

*) Zur sozialen Frage: Meines Erachtens ist dies leider nur zo oft ein Vorwand. Durch geeignete Stipendien ist dies meines Erachtens besser lösbar. Tatsächlich ist der grösste Gewinner des kostenlosen Hochschulzugangs (in Österreich ab ca. 1970 bis Sommersemester 2001, wobei bei uns die Gebühren "Studienbeiträge" heissen, schliesslich hat ja die zuständige Frau Minister kurz vor Einführung derselben ausgeschlossen, dass unter ihrer Ministerschaft Studiengebühren kommen werden ...sie betragen übrigens 363.36 Euro/Semester) der Mittelstand gewesen. Der Anteil der Studenten aus einkommensschwächeren Schichten ist trotz kostenlosem Studienzugang unterproportional.

*) Die Lohndisparität zwischen Akademikern und Nichtakademikern ("college-premium") steigt tendenziell, dh. die privaten Erträge von Bildungsinvestitionen steigen. Von daher sind genug Anreize da, um eine gesamtgesellschaftlich suboptimal niedrige Studierendenquote zu verhindern (rational denkende Menschen würden trotz Studiengebühren studieren, da sie richtigerweise davon ausgehen, sehr hohe Erträge ihrer Bildungsinvestition (in Form deutlich höherer Löhne später) erzielen zu können).

*) Kostenloser Studienzugang bedeutet ja nicht, dass niemand dafür bezahlen muss. Letztlich finanzieren in diesem System die niedrig bis mittel qualifizierten den künftigen Akademikern ihre "Priviligien" (in Form von "Status" und höheren Löhnen, besseren und sicheren Jobs etc.) zumindest mit. Das finde ich bis zu einem gewissen Grad doch etwas unfair.

*) Die öffentlichen Haushalte sind knapp bei Kasse. In Deutschland noch mehr als in Österreich. Gleichzeitig sind steigende Investitionen in das Bildungssystem aber notwendig. Studiengebühren sollen die Finanzierung der Universitäten aus den allgemeinen Steuern ja nicht ersetzen, ermöglichen aber eine zusätzliche Einnahme, was die (meisten) Unis wohl sicher mehr als nötig haben (mittlere gehen auch in Österreich die Studiengebühren direkt an die jeweiligen Unis).

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Beitrag von michamab » 19.12.2005 - 18:57

Gletscherfloh hat geschrieben: *) Die Verringerung der Studentenzahl durch Studiengebühren wird ganz sicher von niemandem angestrebt. Auch ist die Zahl der Studienanfänger dadurch z.B. in Österreich nicht sichtbar beeinflusst worden (die Zahl des Studentenbestands hat sich kurz nach der Einführung etwas verringert, da viele "Karteileichen" nicht mehr weiter inskribiert haben ... letztlich hat das auch zu einer Verbesserung der Statistik geführt, was die Univerwaltung sicher auch etwas leichter macht).
Das sich die Zahl nicht dramatisch verringert hat, ist durchaus nachvollziehbar. Rund 360 Euro pro Semester sind für die meisten Studenten sicherlich aufbringbar. Jedoch wird sich durch die Studiengebühren das Wachstum der Zahl der Studienanfänger stark verringern. Aber genau dieses starke Wachstum was wir momentan haben, brauchen wir um den europäischen Schnitt in Bezug auf Hochschulabsolventen zu erreichen (Vergleich OECD-Studie). Wie bereits erörtert, wir brauchen MEHR Studenten, nicht gleich viele. Außerdem habe ich die Befürchtung, dass die Studiengebühren immer weiter steigen werden, was eine gleichbleibende oder wachsende Zahl von Studenten dann nachzu ausschließt.
*) Kostenloser Studienzugang bedeutet ja nicht, dass niemand dafür bezahlen muss. Letztlich finanzieren in diesem System die niedrig bis mittel qualifizierten den künftigen Akademikern ihre "Priviligien" (in Form von "Status" und höheren Löhnen, besseren und sicheren Jobs etc.) zumindest mit. Das finde ich bis zu einem gewissen Grad doch etwas unfair.
Dem würde ich eher wiedersprechen. Hochschulabsolventen sind für den Staat ein absolutes Gewinngeschäft, nach ihrem Studium zahlen sie durch ihre höheren Löhne dem Staat wesentlich mehr Steuern, als sie ihn gekostet haben. Die Hochschulabsolventen von damals finanzieren quasi die Studenten von heute. Das die niedrig bis mittel qualifizierten diese Last zu tragen haben würde ich daher bestreiten. Ihr Anteil an der Staatseinnahmen ist übrigens wesentlich geringer, als der der Hochqualifizierten. Außerdem finanziert der Staat auch einen Teil der Ausbildung von den meisten niedrig- bis mittelqualifizierten, Stichwort Berufsschulen. Sollen für diese etwa nun auch Gebühren erhoben werden ?
*) Die öffentlichen Haushalte sind knapp bei Kasse. In Deutschland noch mehr als in Österreich. Gleichzeitig sind steigende Investitionen in das Bildungssystem aber notwendig. Studiengebühren sollen die Finanzierung der Universitäten aus den allgemeinen Steuern ja nicht ersetzen, ermöglichen aber eine zusätzliche Einnahme, was die (meisten) Unis wohl sicher mehr als nötig haben (mittlere gehen auch in Österreich die Studiengebühren direkt an die jeweiligen Unis).
Zusätzlich Einnahmen stellen Studiengebühren in der jetzigen Form für die Universitäten mit Sicherheit nicht dar, zumindestens in Deutschland. Rein formell bekommen die Unis zwar das Geld, aber dafür streicht der Staat wiederrum Ausgaben in diesem Bereich, bzw. um dies zu kaschieren hat er dies schon vor einiger Zeit gemacht. Fazit: Die Studenten müssen also zum Stopfen der Haushaltlöcher herhalten. Soziale Gesichtpunkte werden dabei vergessen und Stipendien werden diese Ungerechtigkeit sicherlich nicht bereinigen.

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Beitrag von Emilius3557 » 20.12.2005 - 22:19

Erfreulich hohes Diskussionslevel. Ein paar Einwürfe:

- wie sollen die Unis das geforderte Mehr an Studenten bewältigen? Viele Fächer sind bei weitem über dem Kapazitätslimit!

- was nützt kostenloses, aber wenig gute Studienausbildung?

- Freunde von mir haben ein Semester in England verbracht: waren begeistert, Uni serviceorientiert, kaum Verwaltungsschikanen, wie wir sie hier zu Hauf haben, bessere Betreuungsrelation etc.

- Unterschiede Bundesländer: in unserem nicht sehr mathematischen Statistik-Kurs hatten einige NRW oder Niedersachense-Abiturienten Probleme, weil sie in Mathe in der Kollegstufe exakt die Hälfte von unserem bayerischen Stoff durchgenommen haben: nur Analysis, keine Stochastik, keine Geometrie. Dass es natürlich genauso Spitzenleute aus diesen Bundesländern gibt ist völlig klar: die Intelligenz der Bevölkerung ist meines Erachtens tendenziell gleichverteilt, allen Gerüchten und Vorurteilen zum Trotz... :D

- Regelstudienzeit: kaum einzuhalten, so lange Diplomarbeit und Prüfungen zur Studienzeit gezählt werden, insgesamt aber zwei ganze Semester einnehmen. Wegen Überfüllung bzw. zur wenig Lehrpersonal (die Verwaltungen sind dicht besetzt!) können viele Kommilitonen einfach ihr Pflichtpensum nicht ableisten. Viele gehens einfach ruhiger an: oh ich bin schon im 10. Semester? Aber eigentlich bräuchte ich noch ein Pflichtpraktikum!

- Zulassungsbeschränkungen und NCs halte ich nach wie vor für sinnvoll: wer soll denn bitte mit 800 BWL-Erstsemestern jedes Jahr die Auswahlgespräche führen? Nicht sehr effizient...


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