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Schuldenkrise des Euro

... darf auch mal absolut nix mit dem Thema des Forums zu tun haben!

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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von OliK » 22.03.2013 - 09:53

Das interessiert mich jetzt aber auch.

Generell fällt mir -zumindest gefühlt - auf, dass sobald die Südländer steuern zahlen sollen es rund geht. Bei uns regt sich doch niemand über 25% Abgeltungssteuer auf.
In Zypern von Enteignung der Guthaben zu reden finde ich doch sehr weit hergeholt, war doch geplant bis 100T€ 6,7% einzuziehen.
Hoffentlich wird jetzt endlich mal einem Land konsequent der Geldhahn zugedreht, mal schauen was dann noch vom ersparten bleibt, und ob die 6,7% nicht das kleinere Übel
gewesen wären...
Immer liest man vom armen kleine Mann blablablubb?? Letztendlich hat auch dieser für die Kacke die sein Land verbockt hat gerade zu stehen also auf jeden fall eher als wir hier, oder sehe ich
das falsch?
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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von Mitleser » 22.03.2013 - 12:01

OliK hat geschrieben:Das interessiert mich jetzt aber auch.

Generell fällt mir -zumindest gefühlt - auf, dass sobald die Südländer steuern zahlen sollen es rund geht. Bei uns regt sich doch niemand über 25% Abgeltungssteuer auf.
Naja, bei uns ist es die ZINSabgeltungssteuer, die wird nur auf die erwirschafteten Zinsen erhoben (noch), und dort wollen sie 9% auf das gesamte Kapital :roll:

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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von chianti » 22.03.2013 - 12:50

OliK hat geschrieben:von Enteignung der Guthaben zu reden finde ich doch sehr weit hergeholt, war doch geplant bis 100T€ 6,7% einzuziehen.
Und wenn man 6.700 Euro von 100.000 Eigentum (Kapital, nicht Zinsertrag!) einkassiert, ist das keine Enteignung? Wenn ich von deinem Auto 6,7%, z.B. die Motorhaube abschraube und wegnehme, dann ist das in Ordnung für dich? :roll:

Die EU-Richtlinie ist da ziemlich klar formuliert: Ab 31. Dezember 2010 gewährleisten die Mitgliedstaaten, dass die Deckungssumme für die Gesamtheit der Einlagen desselben Einlegers auf 100000 EUR festgesetzt ist, wenn die Einlagen nicht verfügbar sind. -> http://eur-lex.europa.eu/smartapi/cgi/s ... &nu_doc=14

100.000 Euro sind 100.000 Euro und nicht 93.300 Euro.

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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von Pilatus » 22.03.2013 - 13:14

OliK hat geschrieben: Immer liest man vom armen kleine Mann blablablubb?? Letztendlich hat auch dieser für die Kacke die sein Land verbockt hat gerade zu stehen also auf jeden fall eher als wir hier, oder sehe ich das falsch?
Im Prinzip gebe ich dir recht. Aber... Wie ich es in Zypern ist weiss ich ja nicht. Aber den Griechen haben die Deutschen ganz sicher nicht uneigennützig geholfen... Vermutlich war das einfach billiger als die grosse Bankenrettung...

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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von OliK » 22.03.2013 - 18:39

Mitleser hat geschrieben:
OliK hat geschrieben:Das interessiert mich jetzt aber auch.

Generell fällt mir -zumindest gefühlt - auf, dass sobald die Südländer steuern zahlen sollen es rund geht. Bei uns regt sich doch niemand über 25% Abgeltungssteuer auf.
Naja, bei uns ist es die ZINSabgeltungssteuer, die wird nur auf die erwirschafteten Zinsen erhoben (noch), und dort wollen sie 9% auf das gesamte Kapital :roll:
Ja und? Geh ich mit 55 wie die Griechen in Rente, bekomm ich hier aufs Sparbuch 4 oder 5% wie in Zypern ? Sollen wir dafür jetzt wieder einstehen? Hopsgehen lassen und gut ist. Wie man solche Machenschaften noch verteidigen kann will mir einfach nicht in den Kopf...
Ganz netter Artikel:
http://www.focus.de/finanzen/steuern/th ... 45028.html
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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von Rüganer » 22.03.2013 - 19:01

Tja, so einfach Hops gehen lassen is nicht, allein die deutschen Banken hängen mit 6 MRD. € drin.
Also ist die Rettung alternativlos, und die Zyprioten wissen das :wink:
Bisschen rumrandalieren, und EU knickt ein.

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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von Pilatus » 22.03.2013 - 20:40

Rüganer hat geschrieben:Tja, so einfach Hops gehen lassen is nicht, allein die deutschen Banken hängen mit 6 MRD. € drin.
Das ist ja vermutlich das Hauptproblem. Das die Griechen weit über ihren Verhältnissen gelebt haben bestätigt mir jeder, der das Land ein bisschen kennt. Wenn die deutschen Banken nicht mit Milliarden im Schlamassel stecken würden, glaub ich kaum, dass man das dem deutschen Steuerzahler zumuten würde. Ist also m.E. primär ein innerdeutsches Problem :wink:


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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von Rüganer » 22.03.2013 - 21:28

Pilatus hat geschrieben:. Ist also m.E. primär ein innerdeutsches Problem :wink:
Nö, die Schweizerische Nationalbank hält 175 Mrd. € an Reserven, und darum sollte die Schweiz sehr stark an einem stabilen € interessiert sein :wink:

Denn wenn die SNB wankt, dann wirds seeeeeehr eng

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten ... fgeblaeht/

Alles nicht so einfach.

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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von 3303 » 22.03.2013 - 21:37

Ich glaube auch nicht, dass D da überall grundsätzlich mehr drin hängt, als andere "solide" Euroländer wie AT, NL etc.
D wird wegen der Größe der Volkswirtschaft und der somit höchsten absoluten Zahlen eben mehr kommuniziert. Auf die Wirtschaftsleistung bezogen sieht es dann schon anders aus.

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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von Pilatus » 23.03.2013 - 13:59

3303 hat geschrieben:Ich glaube auch nicht, dass D da überall grundsätzlich mehr drin hängt, als andere "solide" Euroländer wie AT, NL etc.
D wird wegen der Größe der Volkswirtschaft und der somit höchsten absoluten Zahlen eben mehr kommuniziert. Auf die Wirtschaftsleistung bezogen sieht es dann schon anders aus.
Ja, klar... aber hier haben ja v.A. deutsche diskutiert und ich würde auch mal sagen, dass die Deutschen die treibende Kraft auf Seiten der Geberländern sind. Aber dass schlussendlich alle drin hangen - selbstverständlich auch die Schweiz - ist schon klar...

Das mit der Nationalbank ist wieder eine andere Sache... Mit der Euro-Kopplung sind wir der Währung ja auch auf gedeihen und verderben ausgeliefert...

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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von OliK » 23.03.2013 - 16:25

So. Jetzt muss wohl die Rentenkasse dran glauben, um russisches Geld zu schützen. Super! Ist natürlich wesentlich besser als ein paar Prozent von Sparguthaben einzubehalten.
Im übrigen bin ich davon überzeugt, dass deutsche Banken den "Verlust" von Zypern locker verkraften können.
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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von 3303 » 23.03.2013 - 17:34

Wenn Vermögensenteignung, dann müssten auch alle Vermögen angezapft werden und dann wäre es für die Betroffenen auch nicht mehr so viel.
Demnach müsste man natürlich auch Fondsanteile enteignen, Zwangshypotheken auf Grundbesitz erheben usw usw.
Unabhängig davon bin ich dennoch gegen Enteignung.
Ich glaube auch nicht, dass eine Insolvenz ernsthaften Schaden im restlichen Europa anrichten würde.
Die Rentenkassen zu instrumentalisieren, wäre mE eine absolute Sauerei gegenüber den eigenen Mitmenschen.
Wenn die Zyprioten das alles dennoch nicht schaffen und die EU einknickt, dann knickt sie meiner Meinung nach nicht in erster Linie aus volkswirtschaftlichen Gründen ein.
Vielmehr (das behaupte ich jetzt einfach mal so) wäre eine Insolvenz für die (Europäische) Politik eine Art Eingeständnis, dass über viele Jahre massive Fehlentscheidungen getroffen wurden und deshalb will man es um jeden Preis verhindern.

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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von OliK » 25.03.2013 - 09:44

Also ich hab jetzt heute morgen schon 3x Nachrichten auf verschiedenen Sender angesehen, immer wird von neuen Massnahmen geredet. Aber was konkret muss ich wohl überhört haben.
Übrigens, ich finds ziemlich cool alles unter 100.000€ als "Kleinsparer" einzustufen...
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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von 3303 » 25.03.2013 - 09:54

Scheinbar will man in erster Linie den maroden Bankensektor dort zwangsreformieren.

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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von Fab » 25.03.2013 - 10:04

albe hat geschrieben:
Fab hat geschrieben:Zwischen einer Substanzsteuer wie in Zypern, die auch noch mit der Einlagensicherungsgarantie in der EU kollidiert,
wie begruendest du dies? Alle Analysen, die ich gelesen habe (SZ, Zeit, FAZ) gehen vom Gegenteil aus.
Konnte am Freitag nicht antworten, da der Zug partout nicht warten wollte :D

"Mitleser" hat es ja quasi für mich auf den Punkt gebracht.
Aktuell werden Bankkunden ab 100.000,-- € mit einer Zwangsabgabe (Substanzsteuer) belegt.
Damit wird dann auch nicht mehr die Einlagensicherungsgarantie verletzt.

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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von Rüganer » 25.03.2013 - 10:07

Und außerdem wird Zypern nicht auch nur ansatzweise den 10-MRD-Kredit zurückzahlen können.
Wovon auch ? Nix Industrie, etwas Tourismus, 80 % vom BIP Bankensektor.

Bankensektor wird dramatisch einbrechen, die ganzen offshore-Companies werden umziehen, dann wird es seeehr ruhig dort.
Die neuentdeckten durchaus riesigen Öl- und Gasvorräte liegen leider in großer Wassertiefe, was eine Ausbeutung schwierig und teuer macht.

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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von Fab » 25.03.2013 - 10:11

Dazu noch bei der Exploration die unangenehme Polit-Melange (Süd- Nordzypern u. Türkei)

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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von chianti » 25.03.2013 - 10:25

Endlich treffen die Bankverluste die Richtigen (Die Welt)
Der Kompromiss aus Brüssel könnte wegweisend sein. Erstmals werden die Lasten schwankender Banken nicht auf die Allgemeinheit abgewälzt. Damit beginnt zugleich ein riskantes Experiment.
OliK hat geschrieben:immer wird von neuen Massnahmen geredet. Aber was konkret
http://www.welt.de/wirtschaft/article11 ... nt-ab.html
Laut der Einigung wird die zweitgrößte Bank des Landes, die Popular Bank – auch Laiki-Bank genannt –, zerschlagen. Die Konten mit Beträgen bis zu 100.000 Euro, die gesetzlich von der Einlagensicherung geschützt sind, werden auf die größte Bank, die Bank of Cyprus, übergehen.

Einlagen der Laiki Bank oberhalb dieser Summe werden eingefroren und in eine Bad Bank übertragen. Insgesamt handelt es sich um 4,2 Milliarden Euro. Ob diese vollständig verloren sein werden, sei noch nicht absehbar, da bei der Abwicklung der Bad Bank noch Erträge anfallen könnten. Die Bad Bank übernimmt von der Popular Bank auch neun Milliarden Euro Schulden bei der Europäischen Zentralbank (EZB).
...
Auch die Bank of Cyprus muss drastisch verkleinert werden. Aktionäre, Anleihegläubiger und als letztes Kontoinhaber müssen mit Abschreibungen rechnen, bis die Bank eine gesunde Größe und eine Eigenkapitalquote von neun Prozent erreicht hat. Zypern wird mit zehn Milliarden Euro Kredit aus dem Euro-Rettungsmechanismus ESM und vom Internationalen Währungsfonds (IWF) gestützt. Das erste Geld soll im Mai fließen. Als Gegenleistung dafür sind auch harte Einsparungen bei den öffentlichen Ausgaben fällig.
Ob man nun die Kontostände bis 1.000, 10.000 oder 100.000 als "Kleinsparer" bezeichnet ist ziemlich willkürlich - Fakt ist, dass die Einlagen bis 100.000 Euro gesichert sind und dass dieser Betrag eine politische Entscheidung war, an die man sich nun halten muss. Wenn jetzt Politiker Vermögen von 100.000 als "Kleinsparer" bezeichnen zeigt mir das, dass sie ziemlich realitätsfremd zu rechtfertigen versuchen, dass sie auch weit überdurchschnittliche Vermögen ihrer Wählergruppen schützen wollen (der Median des Nettovermögens in Deutschland liegt bei ca. 15.300 Euro, das durchschnittliche Bruttovermögen bei ca. 60.000, davon auf Bankkonten - um die es bei der Einlagensicherung geht - ca. 22.500 Euro)

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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von 3303 » 25.03.2013 - 11:34

Sofern die versprochen Einlagensicherung gehalten wird und die Belastung der restlichen Konten tatsächlich über die Abwicklung in einer Bad Bank laufen sollte, könnte man von der Sache her fast von einer kontrollierten Pleite reden. Jedenfalls wenn es denn wirklich so kommen sollte.


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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von Kris » 25.03.2013 - 11:56

Ich suche in Sachen Zypernkrise unbedingt nach Informationen, die ich nirgends auch nur ansatzweise finde:

1.) Weshalb benötigen die zypriotischen Banken derart viel Geld? Oder anders: Wohin ist es zuvor geflossen? Wohin haben sie es versenkt? Bzw. wo sind die Gewinner der anderen Seite zu suchen? Geld löst sich ja nicht auf...

2-) Angenommen, die ca. 16Mrd Euro (6 aus Zypern, 10 aus "Brüssel") fliessen bald: Wohin fliesst das Geld effektiv? Die Banken werden es ja nicht behalten, sondern haben konkrete Forderungen (wohl etwa 16 Mrd...) zu bedienen.

Zusatzfrage: Was ist mit 16Mrd tatsächlich saniert? Bleibt es dabei?

Zusatz-zusatzfrage: Weshalb interessiert die genauere Mechanik hinter der Geschichte anscheinend niemanden? Das find eich abstrus ...

Man liest von vielen Experten, alle Zeitungen sind voll, jeder gibt pausenlos das beste von sich.
Was mich hingegen interessieren würde wäre ein sehr konkreter Bericht über die historie der Finanzflüsse um diese 16Mrd...
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<

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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von Fab » 25.03.2013 - 12:12

Kurzform: Die Zypern-Banken sind eng mit Griechenland verflochten und haben dort viel Geld verloren. So entstand eine Kapitalunterdeckung.

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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von Kris » 25.03.2013 - 13:47

Fab hat geschrieben:Kurzform: Die Zypern-Banken sind eng mit Griechenland verflochten und haben dort viel Geld verloren. So entstand eine Kapitalunterdeckung.
Das ist mir jetzt eine sehr kurze Kurzform. Hast Du Verweise zu umfassendem und konkretem Zahlenmaterial? Muss es doch wo geben ... Wieso interessiert das nicht? Meinung haben JA, Wissen NEIN?
16Mrd haben die eher nicht via GR Staatsanleihen verloren ... (von 1,5Mrd las ich irgendwo...). Im Gegenteil, generell ist GR (wie auch PT, ES...) ein lukratives Geschäft für die Finanzwelt... der Schuldenschnitt bisher macht einen kleinen Teil aus gemessen an den Summen die der Staat, seine Körperschaften und seine privaten Firmen aufgenommen haben. Zinsen und Derivate sind eine Goldgrube für die anderen ...


Das ist mir alles zu schwammig ...
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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von Fab » 25.03.2013 - 14:24

Kris hat geschrieben:
Fab hat geschrieben:Kurzform: Die Zypern-Banken sind eng mit Griechenland verflochten und haben dort viel Geld verloren. So entstand eine Kapitalunterdeckung.
Das ist mir jetzt eine sehr kurze Kurzform. Hast Du Verweise zu umfassendem und konkretem Zahlenmaterial? Muss es doch wo geben ... Wieso interessiert das nicht? Meinung haben JA, Wissen NEIN?
16Mrd haben die eher nicht via GR Staatsanleihen verloren ... (von 1,5Mrd las ich irgendwo...). Im Gegenteil, generell ist GR (wie auch PT, ES...) ein lukratives Geschäft für die Finanzwelt... der Schuldenschnitt bisher macht einen kleinen Teil aus gemessen an den Summen die der Staat, seine Körperschaften und seine privaten Firmen aufgenommen haben. Zinsen und Derivate sind eine Goldgrube für die anderen ...


Das ist mir alles zu schwammig ...
Hallo - bin ich hauptberuflich für die Zypernkrise zuständig? :D

Über 1,5 Mrd war allein die Wertberichtigung wg. des Forderungsverzichtes der Bank of Cyprus auf Griechenlandstaatsanleihen - bei Laiki wars noch höher. Dazu noch die Wertberichtigungen auf Forderungen gegenüber griechischen Firmen.

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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von Rüganer » 25.03.2013 - 15:10

Kris hat geschrieben:Ich suche in Sachen Zypernkrise unbedingt nach Informationen, die ich nirgends auch nur ansatzweise finde:

1.) Weshalb benötigen die zypriotischen Banken derart viel Geld? Oder anders: Wohin ist es zuvor geflossen? Wohin haben sie es versenkt? Bzw. wo sind die Gewinner der anderen Seite zu suchen? Geld löst sich ja nicht auf...

2-) Angenommen, die ca. 16Mrd Euro (6 aus Zypern, 10 aus "Brüssel") fliessen bald: Wohin fliesst das Geld effektiv? Die Banken werden es ja nicht behalten, sondern haben konkrete Forderungen (wohl etwa 16 Mrd...) zu bedienen.

Zusatzfrage: Was ist mit 16Mrd tatsächlich saniert? Bleibt es dabei?

Zusatz-zusatzfrage: Weshalb interessiert die genauere Mechanik hinter der Geschichte anscheinend niemanden? Das find eich abstrus ...

Man liest von vielen Experten, alle Zeitungen sind voll, jeder gibt pausenlos das beste von sich.
Was mich hingegen interessieren würde wäre ein sehr konkreter Bericht über die historie der Finanzflüsse um diese 16Mrd...
Für solche Fragen wendest du dich am besten an deinen zuständigen Europaabgeordneten :D die blicken da voll durch....
In erster Linie fließt das Geld natürlich zu den Banken (und damit zu den Anlegern oder Sparern) , die zyprische Staatsanleihen halten.
Alein deutsche Banken sind mit 6 MRD. drin.

Was ich mich immer frage : Kontrolliert da niemand die exorbitant ansteigende Verschuldung, bevor er solche Anleihen kauft ?
Solche Schuldenberge wie in den Südländern entstehen doch nicht aus dem Nichts.

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Re: Schuldenkrise des Euro

Beitrag von OliK » 25.03.2013 - 15:27

Ist doch ganz einfach:

Gier frisst Hirn ...
Es grüsst der Oli


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