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Re: Auto ...

Verfasst: 27.11.2019 - 17:29
von Martin_D
Petz hat geschrieben:
27.11.2019 - 00:49
Was meinen die fachlich fitteren AF - Kollegen zu diesen Aussagen würd mich mal interessieren; wenn diese Aussagen korrekt sein sollten haben wir mit der Elektromobilität mehrere Probleme da erstens unrealisierbar und zweitens praktisch vernachlässigbares Co2 - Einsparungspotential.

https://www.facebook.com/anke.singh.7/v ... 494204290/
Der Verkehsrsektor macht laut Umweltbundesamt 30% des Energieverbrauchs aus. Tendenz steigend.
Die Behauptung im Video, durch Verzicht auf Diesel und Benzin würde man maximal nur 1% des CO2-Verbrauchs einsparen können, ist somit Unsinn.

Re: Auto ...

Verfasst: 27.11.2019 - 18:56
von siri
icedtea hat geschrieben:
27.11.2019 - 10:58
Es gibt ja Berichte, dass bei dem Tesla am Walchsee die Batterie selbst nicht gebrannt habe. Aber wenn ich Spezialwidde richtig verstehe, besteht auch wenn dem so war, dennoch weiterhin das latente Risiko, dass die Batterie auch nach dem Unfall (aufgrund von Beschädigungen etc.) immer noch von selbst "losgeht". Verstehe ich das richtig?
Ein Unfallwagen mit Hochvoltbatterie mus je nachdem wo er beschädigt ist erst mal 3 Tage in "Quarantäne" ehe irgendetwas repariert werden darf. Die Versicherungen welche werden das u.a. auch anpassen (Mitwagenk/Ausfallkosten ect.)

Re: Auto ...

Verfasst: 27.11.2019 - 20:19
von David93
Martin_D hat geschrieben:
27.11.2019 - 17:29
Petz hat geschrieben:
27.11.2019 - 00:49
Was meinen die fachlich fitteren AF - Kollegen zu diesen Aussagen würd mich mal interessieren; wenn diese Aussagen korrekt sein sollten haben wir mit der Elektromobilität mehrere Probleme da erstens unrealisierbar und zweitens praktisch vernachlässigbares Co2 - Einsparungspotential.

https://www.facebook.com/anke.singh.7/v ... 494204290/
Der Verkehsrsektor macht laut Umweltbundesamt 30% des Energieverbrauchs aus. Tendenz steigend.
Die Behauptung im Video, durch Verzicht auf Diesel und Benzin würde man maximal nur 1% des CO2-Verbrauchs einsparen können, ist somit Unsinn.
Ich bin zwar was dieses Video angeht auch sehr sehr skeptisch, aber ich nehme an die 30 % beziehen sich auf Deutschland. Er spricht aber von der Welt, und da kann ich mir schon vorstellen dass es so ist. Das Auto ist nicht überall so etabliert wie in Deutschland, ganz zu schweigen von den vielen Entwicklungsländern wo nur eine absolute Minderheit, nämlich die Reichen Auto fahren.

Re: Auto ...

Verfasst: 27.11.2019 - 21:19
von j-d-s
Man könnte auch den Güterverkehr auf die Schiene verlagern, das machen andere Länder auch und ist im Gegensatz zu Elektromobilität auch technologisch ausgereift, aber in D politisch nicht gewollt.

Die kleinen Leute sind immer die Blöden, denn die Spediteure haben eben ne Lobby...

Re: Auto ...

Verfasst: 27.11.2019 - 21:54
von Petz
j-d-s hat geschrieben:
27.11.2019 - 21:19
Die kleinen Leute sind immer die Blöden, denn die Spediteure haben eben ne Lobby...
Nicht nur diese sondern ich geh davon aus das da auch Gewerbe und Industrie mit dahinterstehen die ja mittlerweile auf funktionierende just in time - Lieferungen absolut angewiesen sind da man ja alle internen Pufferlager aus Kostengründen vor vielen Jahren bereits aufgelöst hat.

Re: Auto ...

Verfasst: 27.11.2019 - 22:18
von Meckelbörger
Petz hat geschrieben:
27.11.2019 - 00:49
Was meinen die fachlich fitteren AF - Kollegen zu diesen Aussagen würd mich mal interessieren; wenn diese Aussagen korrekt sein sollten haben wir mit der Elektromobilität mehrere Probleme da erstens unrealisierbar und zweitens praktisch vernachlässigbares Co2 - Einsparungspotential.

https://www.facebook.com/anke.singh.7/v ... 494204290/
Also grundlegend ist da schon was wahres dran, ohne jetzt konkret die Zahlen belegen zu wollen. Ich schlage mich gerade beruflich viel mit dem Thema Elektromobilität umher, vorzugsweise in Hamburg. Dabei gibt es mehrere Probleme:
1. Wir schalten unsere zuverlässigen Grundlastkraftwerke bzw. schnell hochfahrbare Kraftwerke (Kohle- und Atomstromkraftwerke) ab und wollen mit den unzuverlässigen Wind- und Sonnenenergie weiter arbeiten, wo die Speicherproblematik nicht geklärt ist. Das Ergebnis wird sein, dass wir Kohlestrom aus Polen und Atomstrom aus Frankreich dazu kaufen. Aber deutschlands Kraftwerke produzieren kein CO2.
2. Wissen die Energieversorger heute schon nicht wie sie den benötigten Strom bereit stellen sollen. Ich habe gerade ein Neubauvorhaben in Hamburg mit 156 Wohnungen mit 4 Bauherren und jeder möchte die Förderung für die E-Mobilität haben. Der erste Bauherr (38 Wohnungen+Kita) möchte 9 Ladestationen a 22 kW für schnelles Laden, ohne Lastmanagement betreiben. Im Normalfall ohne Ladestationen würde dieses Haus einen Hausanschluss mit 315 A (217 kVA) bekommen. Darin ist aber nur Luft für zwei Ladstationen. Also haben wir einen zweiten Hausanschluss für die restlichen 7 Ladestationen angemeldet (in Hamburg werden die zu einem Hausanschluss 630 A zusammengefasst, aus diesem Grund geht nur wieder der 315 A Hausanschluss). Irgendwann rief der Netzmeister dann an und fragte was wir vorhaben. Ich erklärte ihm dann das Thema. Das Ergebnis war dann, dass wir nur einen Hausanschluss bekommen und Bauherr sich um ein Lastmanagement bemühen soll. Es wird nicht sinnlos Leistung zur Verfügung gestellt. Lastmanagement heißt hier, dass geschaut wird wieviele Autos laden und der Strom wird aufgeteilt - statisch oder das Lastmanagement erkennt welches Auto bzw. Batterie am leersten ist und den meisten Strom benötigt und welche noch relativ geladen sind - dynamisch, hier gibt es noch welche die das Haus im ganzen betrachten und nachts bei wenig Verbrauch mehr Strom bzw. Leistung zur Verfügung stellen. Das war nur ein Baufeld von vieren.
3. Wenn alle 18:00 nach Hause kommen (ganz Hamburg) und das Auto zum Laden einstecken kann das durchaus im Netz zu einer Spitze kommen, die dann bis zum Blackout führen kann.

Der Energieversorger in Hamburg baut gerade massiv sein Netz aus, bei mittlerweile jedem größeren Neubau kann es passieren das man eine Netzstation (Trafo) in das Haus oder auf seinem Grundstück bekommt. Das kommt praktisch einer Enteignung gleich, es wird eine Grundlast zu gunsten des Energieversorger eingetragen, die ihm zu jederzeit den Zugang zu seiner Trafostation gewährt. Auf öffntlichen Grund (Gehwege werden solch Stationen nicht gestattet.

Ich hoffe das war jetzt nicht zu sehr elektrisch und auch für Laien verständlich.

Re: Auto ...

Verfasst: 28.11.2019 - 09:14
von gfm49
Meckelbörger hat geschrieben:
27.11.2019 - 22:18
Lastmanagement heißt hier, dass geschaut wird wieviele Autos laden und der Strom wird aufgeteilt - statisch oder das Lastmanagement erkennt welches Auto bzw. Batterie am leersten ist und den meisten Strom benötigt und welche noch relativ geladen sind - dynamisch.
... womit die theoretischen Ladezeiten makulatur sind.

Re: Auto ...

Verfasst: 28.11.2019 - 09:23
von GIFWilli59
Wobei die Annahme aus dem Video, dass alle Autos abends mit 350 kW geladen werden, mMn auch totaler Quatsch ist. Ich glaube, die meisten Leute fahren nach Feierabend nicht mehr als 50 km (ohne Rückweg von der Arbeit) oder lassen das Auto gleich stehen. Da spricht dann wenig dagegen, die ganze Nacht über mit 10-15 kW zu laden.

Re: Auto ...

Verfasst: 28.11.2019 - 10:23
von snowflat
j-d-s hat geschrieben:
27.11.2019 - 21:19
Man könnte auch den Güterverkehr auf die Schiene verlagern, das machen andere Länder auch und ist im Gegensatz zu Elektromobilität auch technologisch ausgereift, aber in D politisch nicht gewollt.

Die kleinen Leute sind immer die Blöden, denn die Spediteure haben eben ne Lobby...
Bitte beschäftige Dich mit dem Thema bevor Du so einen Nonsens schreibst. Die Spediteure haben eine sauschlechte Lobby und sind für alles Mögliche der Sündenbock/der Schuldige: Kaputte Straßen, Stau, Luftverschmutzung ... Es liegt niemandem ferner als dem Wunsch zu entsprechen, mehr Güter auf die Schiene zu bringen, aber leider gibt es eine Vielzahl an Gründen, die dagegen sprechen:
- Heruntergewirtschaftete Infrastruktur
- Personalmangel Lokführer
- Personenverkehr hat Vorrang vor Güterverkehr
- Schienennetz heute schon überlastet
- schlechte/zu lange Laufzeiten entsprechen nicht dem Bedürfnis
- Je nach Destination teurer
- Letzte Meile wird NIE mit der Bahn funktionieren
- Ausbauprojekte scheitern an Klagen (z.B. wegen Lärm)
- usw.

Fazit: In Deutschland ist das Thema "Güterverkehr auf die Bahn verlagern" alles andere als ausgereift und einem industriellen Land wie wir es sind - und uns gerne zur Weltspitze zählen - unwürdig!

Das heutige Resultat ist Folge einer jahrelangen Misswirtschaft im Verkehrssektor und rein politisch verschuldet. Dafür nun die Spediteure zum Sündenbock machen ist genau der falsche Weg. Diese können auch nur mit dem arbeiten, was ihnen zur Verfügung gestellt wird. Das ist eben ein nicht funktionierendes Schienennetz für eine geforderte massive Verlagerung der Güter auf die Schiene, ein marodes Straßennetz und gleichzeitig aber von ALLEN eine Forderung nach sofortiger Verfügbarkeit von Lebensmitteln aus der ganzen Welt, Ersatzteilen für den privat-PKW, welcher am liebsten sofort repariert sein muss, weil auf Mobilität nicht verzichtet werden kann, Onlinebestellungen am Abend mit Lieferung am nächsten Morgen und dies ganz speziell zu Weihnachten, weil gefühlt 75% der Leute es nicht mehr hinbekommen sich jetzt schon um Geschenke zu kümmern und am 23.12. bemerkt wird "ist ja schon Weihnachten" (Zitat Franz Beckenbauer). Hier muss sich jeder selbstkritisch vor den Spiegel stellen und erkennen, das wir selber auch einen Teil zu dieser Situation beitragen und es eben nicht passt, dass "die kleinen Leute immer die Blöden sind" sonden eben auch die Ursache. Hier denke ich auch an die mittlerweile gängige Praxis wie blöd im Internet zu bestellen und wenn es nicht passt/gefällt wird es zurückgeschickt ... theoretisch kostenfrei.

Den größten Anteil an der heutigen Situation trägt natürlich das herstellende Gewerbe bei, wo es heute keine Lagerhaltung mehr gibt und Rohstoffe/Erstatzteile von mehreren Millionen Euro liegen. Das Lager ist heute die Straße, der LKW, der auf dieser fährt. Just-In-Time nennt sich das, bezahlt wird erst bei Lieferung, geringere Kapitalbindung. Oder anders ausgedrückt, hat man die Lagerhaltung outgesourct. Warum? Kosten sparen zu Lasten anderer, in diesem Fall der Infrastruktur. Just-In-Time wirst Du aber NIE mit der Schiene erreichen können, wenn es kein Umdenken aller am Prozess Beteiligten gibt. Damit meine ich alle Parteien in der Supply Chain ... also beginnend vom Rohstofflieferanten über den Produzenten des Endproduktes und den Handel bis zum Endkunden!

Und eines möchte ich am Ende noch sagen: Solche Ausagen wie Du sie triffst rücken den Logistiksektor in ein ganz falsches Licht! Wir alle sollten froh sein, dass trotz der ganzen schlechten Vorzeichen noch die Prozesse am Laufen gehalten werden können. Deine Denkweise haben leider unzählige Mitmenschen, dabei die LKW-Fahrer ausbremsen und als unnötiges Übel ansehen, Angestellte an Warenannahmen, die LKW-Fahrer wie den letzten Dreck behandeln, weil sie nicht pünktlich eingeroffen sind oder sowieso der letzte Abschaum der Gesellschaft sind. Das sind u.a. die Gründe, warum es einen massiven Fahrermangel gibt. Wenn dies so weiter geht, werden wir und bezüglich Warenverfügbarkeit in Zukunft umgucken, Just-In-Time wird dann mal gewesen sein. Und dann wird sich auch ein j-d-s umgucken, wenn der PKW halt mal eine Woche in der Werkstatt steht, weil die Ersatzteile aus irgendeinem europäischen Land mit der Bahn geliefert werden müssen.

Ich für meinen Teil habe meine Hochachtung vor den LKW-Fahrern, welchem Stress sie heutzutage ausgesetzt sind und welche Verantwortung sie tragen. Das wird leider vom Großteil der Bevölkerung missachtet und wohl erst wertgeschätzt, wenn mal für eine Woche alle LKW-Fahrer in Europa streiken würden und kein LKW auf den Straßen rollen würde. Du würdest Dich freuen, freie Autobahn mit 300 kmh bis zur nächsten Tankstelle ... oh, geschlossen ... keine Treibstoffe mehr da, können leider auch nicht geliefert werden. Auto stehen lassen und zu Fuß zum nächsten Bahnhof. Ach herrje, ausgedünnter Fahrplan, weil für die notwendigen Wartungen der Züge die Ersatzteile fehlen. Diese befinden sich noch in einem Zug, der durch Europa fährt. Aber was solls, wenn man die Verlagerung der Güter auf die Schiene fordert, muss man halt einen Tod sterben. Holt j-d-s sich am Kiosk die Bild-Zeitung und setzt sich in den Bahnhof und wartet auf den nächsten Zug ... wie jetzt? Keine Bild-Zeitung? Ach ja, wird ja ab Druckwerk mit LKW verteilt ... aber wie soll j-d-s sich denn jetzt bilden? Shit happens ...

Re: Auto ...

Verfasst: 28.11.2019 - 10:29
von kaldini
wenn ich so was lese, frge ich mich, warum da die Politik sich nicht einschaltet. Ich bin prinzipiell dafür, dass jedes Haus/Parkplatz eine Lademöglichkeit bekommen soll, aber nicht 22kw. Das Laden zu Hause sollte ausreichen, um den normalen täglichen Bedarf (also 50 bis 100km) abzudecken (dafür würde dann wohl sogar eine normale 2,3kw Steckdose für die Nachtladung reichen). Und man könnte sich viel Lastmanagement etc. sparen, da 20 Parkplätze dann nur so viel "ziehen" wie 2 22KW Wallboxes. Und wenn jemand mal abends leer ankommt und schnell danach wieder weiter muss, kann man ja am Schnelllader laden - ideal für solche Spitzen.
Aber irgendwie geht aktuell jeder davon aus, Strom kommt aus der Steckdose - egal wie viel Leistung mach braucht.

Re: Auto ...

Verfasst: 28.11.2019 - 11:29
von extremecarver
Die Meinung dazu ist daher aber eher - Schnelllader auf Reisen, allgemein laden zu Hause. Und da brauchts dann halt Loadmanagement und Boxen - und 2.3kw werden im Schnitt nicht ausreichen - weil zu Ferienzeiten oder Sonntag/Montag bei Schönwetter halt mehr geladen wird. Dazu wird man intelligenterweise von 17:00 bis 22:00 Uhr gar nicht laden - weil da die Grundlast eh hoch ist. Sprich von 22:00 bis 6:00 Uhr müssen die Autos wieder auf 80% sein (100% lädt man nur vor Langstrecke). Von 6:00 bis 9:00 werden die Autos dann wegen der hohen Grundlast wieder nicht geladen.
Wie man das regelt - ist aber eigentlich egal - es muss halt nur konsistent sein und nicht jedes (Bundes-)Land seine eigene Suppe kochen. Und um Smart Meters wird man eben genau auch wegen E-PKW nicht rumkommen. Das gute ist - wenn dass sich mal einspielt und die Autos auch schnell genug laden können - wird die Auslastung beim Strom dann viel gleichmäßiger sein - weil auch Nachts ein hoher Bedarf besteht - und nicht nur tagsüber (in Gegenden mit viel Solar muss man evtl anders agieren)

Re: Auto ...

Verfasst: 28.11.2019 - 13:56
von Mt. Cervino
Wie auch immer es kommen wird unter den gegebenen Umständen und technischen Restriktionen:
Wir entfernen uns aktuell mit der E-Mobilität zumindest auf Jahre hinaus von unserem Grundsatz der autonomen und individuell selbstbestimmten Fortbewegung und damit auch der Freiheit, die uns herkömmliche Automobile bisher geboten haben.
Das ist für mich und viele Autonutzer ein massiver Einschnitt in die persönliche Freiheit.
Je mehr ich nachdenke, desto wahrscheinlicher wird für mich doch der Einsatz von Wasserstoff und Brennstoffzelle als mittel- und langfristiger Energieträger in Autos.

Re: Auto ...

Verfasst: 28.11.2019 - 14:14
von Jan Tenner
Ehrlicherweise entfernen wirs uns nicht durch den Wechsel von Antriebsenergieträger xy zu yz von dem Grundsatz der autonomen individuell selbstbestimmten Fortbewegung, sondern durch die exzessive Überinanspruchnahme von den angesprochenen "persönlichen Freiheiten". Der Traum von unbeschränkter Mobilität ist beim Autofahren schon längst eine Chimäre, insbesondere in städtischen Räumen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit in deutschen Städten mit dem PKW liegt schon seit Jahrzehnten unterhalb des langsamstem Schnitts der damaligen Postkutschen. Die exzessive PKW-Nutzung verhindert eher Mobilität als dass sie sie garantiert. Da hilft auch keine Brennstoffzelle...

Re: Auto ...

Verfasst: 28.11.2019 - 14:43
von j-d-s
Es soll auch noch Menschen geben, die nicht überwiegend in Innenstädten unterwegs sind. Manchmal gibts sogar Leute, die häufiger hunderte Kilometer fahren und keine Zeit haben für ständige Ladepausen von ner halben Stunde aufwärts. Man muss ja bedenken, besonders wenn viel Verkehr ist und jemand an der Ladesäule vor dir ist, dann musst du doppelt so lange warten.

Es gibt auch keine "exzessive Überinanspruchnahme", es geht den Leuten heute viel besser als früher, der Lebensstandard ist höher, der Komfort besser.

Fakt ist auch, dass Öffentliche Verkehrsmittel außer der U-Bahn gar nicht besser sein können als das Auto. Ein Bus und ne Straßenbahn steht genauso im Stau. Wer nicht gerade in der Stadt wohnt, für den dauert es trotz Parkplatzsuche erheblich länger, weil er umsteigen muss, auf den Bus warten muss usw., aber in der Diskussion denken viele an diese Leute überhaupt nicht, weil die Grünen ja eben gerade eine Stadtbewohner-Klientelpartei sind.

Re: Auto ...

Verfasst: 28.11.2019 - 15:14
von Mt. Cervino
Was ich übrigens in diesen Tagen gerade erstaunlich finde:
Es werden schon seit längerem viele Busbetriebe in Hessen bestreikt, so dass viele Busse gar nicht oder nur unregelmäßig streiken.
Es gibt aber kaum Chaos und Beeinträchtigungen oder deutlich mehr Verkehr durch den Ausfall der Busse....
Was bedeutet das? Das der ÖPNV Verkehr (oder Teile davon) viel leichter ohne gravierende Folgen substituierbar sind als die Individualmobilität. Auch wird meiner Meinung nach der ÖPNV Anteil am gesamten Verkehr meist deutlich überschätzt.

Re: Auto ...

Verfasst: 28.11.2019 - 15:27
von br403
Andere Leuten fahren schon 1 Million Km mit einem Tesla: https://www.welt.de/wirtschaft/article2 ... Tesla.html

Thema Wasserstoff hatten wir ja schon, und meine Meinung ist dass es sich in den nächsten 10 Jahren nicht für PKWs durchsetzen wird. Für LKW, Schiffe, Züge usw. keine Frage. Aber auch in 10 Jahren werden sich die BEVs so verbessert haben, dass dann kein Bedarf mehr an H2 PKWs ist. Wenn es das Forum in 10 Jahren noch gibt werden wir sehen wer Recht hatte... :wink:

Re: Auto ...

Verfasst: 28.11.2019 - 19:04
von Wooly
j-d-s hat geschrieben:
28.11.2019 - 14:43
Fakt ist auch, dass Öffentliche Verkehrsmittel außer der U-Bahn gar nicht besser sein können als das Auto. Ein Bus und ne Straßenbahn steht genauso im Stau. Wer nicht gerade in der Stadt wohnt, für den dauert es trotz Parkplatzsuche erheblich länger, weil er umsteigen muss, auf den Bus warten muss usw., aber in der Diskussion denken viele an diese Leute überhaupt nicht, weil die Grünen ja eben gerade eine Stadtbewohner-Klientelpartei sind.
Fakt ist, das du wahrscheinlich auf dem Land lebst und nie in einer Großstadt gelebt hast, sonst würdest du nicht so einen Blödsinn schreiben. In vielen Städten gibt es inzwischen Busspuren, auf denen der Bus am Stau vorbeifährt, und die Strassenbahn fährt meistens auf ihrer eigenen Trasse und hat überall Vorrang ... man ist inzwischen in vielen Großstädten um Welten schneller mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, und selbst mit dem Rad im Sommer, als man es mit dem Auto hinbekommt ... ich kenne auch wirklich viele Menschen, die deswegen schon lange ihr Auto verkauft haben oder erst gar keines besessen haben.

Ich wohne halb auf dem Land und halb in der Großstadt, ca. 60% kann ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, den Rest mit dem Auto. Längere Strecken zum Arbeiten gerne mit dem Zug, auch wenn das nicht viel Zeit spart, weil man so viel Puffer mit einkalkulieren muss ... dafür kommt man meistens entspannter an.

Re: Auto ...

Verfasst: 28.11.2019 - 20:14
von Meckelbörger
In meinen Augen kann die E-Mobilität nur eine Übergangslösung sein, im Moment erfolgt zwar zum Teil eine CO2-Rreduktion durch den Anteil an erneuerbaren Energieen aber zu zwei Drittel ist es eine Verlagerung des Auspuffs ans Kraftwerk.
kaldini hat geschrieben:
28.11.2019 - 10:29
wenn ich so was lese, frge ich mich, warum da die Politik sich nicht einschaltet. Ich bin prinzipiell dafür, dass jedes Haus/Parkplatz eine Lademöglichkeit bekommen soll, aber nicht 22kw. Das Laden zu Hause sollte ausreichen, um den normalen täglichen Bedarf (also 50 bis 100km) abzudecken (dafür würde dann wohl sogar eine normale 2,3kw Steckdose für die Nachtladung reichen). Und man könnte sich viel Lastmanagement etc. sparen, da 20 Parkplätze dann nur so viel "ziehen" wie 2 22KW Wallboxes. Und wenn jemand mal abends leer ankommt und schnell danach wieder weiter muss, kann man ja am Schnelllader laden - ideal für solche Spitzen.
Aber irgendwie geht aktuell jeder davon aus, Strom kommt aus der Steckdose - egal wie viel Leistung mach braucht.
Ich bin ja positiv überrascht, dass du die realistischen 2,3 kW (10A) nimmst und nicht die rechnerisch möglichen 3,2 kW denn für den dauerhaft fließenden Strom von 16 A sind die Steckdosen nicht gebaut sondern nur für eine kurzeitige Spitze. Da aber hier Ladezeiten von bis zu 11 Stunden und mehr angeben werden, ist das in meinen Augen auch eher praxisfremd. Wer ein E-Auto zu Hause laden möchte sollte generell erstmal mit dem Elektriker seines Vertrauens sprechen und die E-Anlage begutachten lassen. Ich rede von reinen Elektroauto, nicht vom Hybrid. Bei uns in der Niederlassung wurde eine Ladesäule installiert und der Chef denkt über eine Anschaffung nach, mal sehen wer damit bedacht wird. Immerhin kann dann die hauseigene Photovoltaikanlage einen Teil des Stromes dan CO2 neutral produzieren

Re: Auto ...

Verfasst: 28.11.2019 - 20:43
von icedtea
Was das Fortkommen in der Stadt angeht muss ich Wooly im Grundsatz zustimmen. Innerhalb Frankfurts am besten U-Bahn oder zu Fuß (bloß nicht mit den dabbischen E-Rollern :wink: ) .

Aber sobald du nur 20km außerhalb bist, wird es außerhalb der Hauptachsen des ÖPNV halt schon schwierig ohne individuellen fahrbaren Untersatz :naja:

Re: Auto ...

Verfasst: 28.11.2019 - 22:18
von Petz
Meckelbörger hat geschrieben:
28.11.2019 - 20:14
Ich bin ja positiv überrascht, dass du die realistischen 2,3 kW (10A) nimmst und nicht die rechnerisch möglichen 3,2 kW denn für den dauerhaft fließenden Strom von 16 A sind die Steckdosen nicht gebaut sondern nur für eine kurzeitige Spitze.
Das betrifft aber bei konventionellen Steckern + Steckdosen nur die heutigen "modernen" aber meiner Meinung nach rückschrittlichen Exemplare; meine an wichtigen Positionen gegen jahrzehntealte getauschte Modelle noch mit Kabelverschraubung, Porzellankörper und Zusatzklemmfedern für die Stiftkontakte machen das nämlich nach wie vor problemlos mit... ;D
Abgesehen davon wäre diese 230 V Steckervariante sehr wohl für 16 A zugelassen und nicht von ungefähr verfügen die auch noch über Kabelverschraubungen anstelle der lausigen Klemmfedern:
Stecker230V16A.jpg
Stecker230V16A.jpg (35.91 KiB) 500 mal betrachtet

Re: Auto ...

Verfasst: 28.11.2019 - 22:40
von GIFWilli59
Petz hat geschrieben:
28.11.2019 - 22:18
Meckelbörger hat geschrieben:
28.11.2019 - 20:14
Ich bin ja positiv überrascht, dass du die realistischen 2,3 kW (10A) nimmst und nicht die rechnerisch möglichen 3,2 kW denn für den dauerhaft fließenden Strom von 16 A sind die Steckdosen nicht gebaut sondern nur für eine kurzeitige Spitze.
Das betrifft aber bei konventionellen Steckern + Steckdosen nur die heutigen "modernen" aber meiner Meinung nach rückschrittlichen Exemplare; meine an wichtigen Positionen gegen jahrzehntealte getauschte Modelle noch mit Kabelverschraubung, Porzellankörper und Zusatzklemmfedern für die Stiftkontakte machen das nämlich nach wie vor problemlos mit... ;D
Abgesehen davon wäre diese 230 V Steckervariante sehr wohl für 16 A zugelassen und nicht von ungefähr verfügen die auch noch über Kabelverschraubungen anstelle der lausigen Klemmfedern:

Stecker230V16A.jpg
Welche Geräte betreibst du denn stundenlang mit 11 A oder mehr, den hauseigenen Gartenlift?

Re: Auto ...

Verfasst: 28.11.2019 - 22:44
von j-d-s
Wooly hat geschrieben:
28.11.2019 - 19:04
j-d-s hat geschrieben:
28.11.2019 - 14:43
Fakt ist auch, dass Öffentliche Verkehrsmittel außer der U-Bahn gar nicht besser sein können als das Auto. Ein Bus und ne Straßenbahn steht genauso im Stau. Wer nicht gerade in der Stadt wohnt, für den dauert es trotz Parkplatzsuche erheblich länger, weil er umsteigen muss, auf den Bus warten muss usw., aber in der Diskussion denken viele an diese Leute überhaupt nicht, weil die Grünen ja eben gerade eine Stadtbewohner-Klientelpartei sind.
Fakt ist, das du wahrscheinlich auf dem Land lebst und nie in einer Großstadt gelebt hast, sonst würdest du nicht so einen Blödsinn schreiben. In vielen Städten gibt es inzwischen Busspuren, auf denen der Bus am Stau vorbeifährt, und die Strassenbahn fährt meistens auf ihrer eigenen Trasse und hat überall Vorrang ... man ist inzwischen in vielen Großstädten um Welten schneller mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, und selbst mit dem Rad im Sommer, als man es mit dem Auto hinbekommt ... ich kenne auch wirklich viele Menschen, die deswegen schon lange ihr Auto verkauft haben oder erst gar keines besessen haben.

Ich wohne halb auf dem Land und halb in der Großstadt, ca. 60% kann ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, den Rest mit dem Auto. Längere Strecken zum Arbeiten gerne mit dem Zug, auch wenn das nicht viel Zeit spart, weil man so viel Puffer mit einkalkulieren muss ... dafür kommt man meistens entspannter an.
Ich weiß nicht woher du hast, dass die Straßenbahn Vorrang habe, die Verkehrsregeln sind D Bundesrecht und da gilt für die Straßenbahn das gleiche wie für Autos. Busspuren wiederum, oder Fahrverbote für PKWs aus Straßenbahnspuren, oder allgemein Fahrverbote kann man natürlich nicht vernünftig in einen Vergleich mit einbeziehen, weil das reine politische Maßnahmen sind.

Und naja, Erlangen würde ich jetzt nicht wirklich als Land bezeichnen, aber ne wirkliche Großstadt isses auch nicht, auch wenn es offiziell als eine gilt.

Trotzdem bleibt es dabei, dass es eben äußerst rücksichtslos ist, wenn man Menschen, die außerhalb der Großstadt wohnen verbieten will, mit dem Auto in sie hineinzufahren. Insbesondere weil die Bewohner in der Stadt ja natürlich nur Fahrverbote für Nichtanlieger wollen, sie selbst müssen natürlich weiterhin zu ihrer Wohnung fahren dürfen, nur halt alle anderen nicht...

Re: Auto ...

Verfasst: 29.11.2019 - 03:47
von Petz
GIFWilli59 hat geschrieben:
28.11.2019 - 22:40
Welche Geräte betreibst du denn stundenlang mit 11 A oder mehr, den hauseigenen Gartenlift?
Letzteren hab ja nicht ich sondern der läuft bei AF - Kollegen one_only80 - allerdings auch mit 3Kw an einer 220 V Leitung (erst der FU macht dann Dreiphasendrehstrom draus) wobei er als Oldtimerfreak auch überall z. B. stilechte Bakelitsteckdosen verbaut hat denn seine ganze Liegenschaft hat absoluten Museumscharakter... ;D
Bei mir ist es mein 160A Schutzgasschweißgerät; weil ich an meinem früheren Wohnort wo ich noch die Erdbaufirma hatte nur einen 220V /16A Einphasenanschluß hatte wurde damals das stärkstmögliche aber noch für Einphasenwechselstrom verfügbare Cemig gekauft das bis heute auch trotz der umfangreichen Gartenliftbraterei immer noch brav seinen Dienst tut... :ja:

Re: Auto ...

Verfasst: 29.11.2019 - 05:13
von Meckelbörger
Petz hat geschrieben:
28.11.2019 - 22:18
Meckelbörger hat geschrieben:
28.11.2019 - 20:14
Ich bin ja positiv überrascht, dass du die realistischen 2,3 kW (10A) nimmst und nicht die rechnerisch möglichen 3,2 kW denn für den dauerhaft fließenden Strom von 16 A sind die Steckdosen nicht gebaut sondern nur für eine kurzeitige Spitze.
Das betrifft aber bei konventionellen Steckern + Steckdosen nur die heutigen "modernen" aber meiner Meinung nach rückschrittlichen Exemplare; meine an wichtigen Positionen gegen jahrzehntealte getauschte Modelle noch mit Kabelverschraubung, Porzellankörper und Zusatzklemmfedern für die Stiftkontakte machen das nämlich nach wie vor problemlos mit... ;D
Abgesehen davon wäre diese 230 V Steckervariante sehr wohl für 16 A zugelassen und nicht von ungefähr verfügen die auch noch über Kabelverschraubungen anstelle der lausigen Klemmfedern:

Stecker230V16A.jpg
Ich sprach von den normalen haushaltsüblichen Schutzkontaktsteckdosen, die 3poligen CEE.Steckdosen werden meist aus kostengründen oder Unwissenheit der Planer nicht verbaut. Im übrigen sind Schraubkontakte mehr oder weniger am aussterben und werden auch für größere Ströme verwendet. Im Gegenteil der billigste Schrott hat Schraubkontakte. In der Praxis gibt es aber keine Probleme mit Steckkontakten, außer es war irgendein nachgemachtes Fabrikat.

Re: Auto ...

Verfasst: 29.11.2019 - 08:50
von Spezialwidde
Mann kann schon davon ausgehen dass eine für Zuhause ausgelegte Ladestelle entweder als Wallbox oder zumindest als eigens dafür vorgesehene Steckdose, die separat abgesichert ist, ausgelegt wird. Bei mir im Ort haben mittlerweile einige Anwohner einen Elektrobmw, die alle haben vom Hersteller die entsprechende Wallbox gleich mitgeliefert bekommen, die wird dann auch mit Dreiphasenstrom betrieben. Bei diesen Autos weiß ich auch dass sie ihren Lademodus immer der Stromquelle anpassen. Man hat mehrere Adapter. Benutzt man den 230V Haushaltssteckdosenadapter nimmt das Auto maximal 10A, mehr geht nicht. Nur an den entsprechenden Ladesäulen und Wallboxen geht mehr, letztere lässt sich auch per Smartphone konfigurieren, dh man kann besondere Ladeprofile fahren, auch in Kombi mit einer Solaranlage, die dann Überschüsse statt ins Netz ins Auto pumpt. Wie das andere Hersteller lösen ist mir jetzt nicht bekannt.