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Flüchtlingskrise

... darf auch mal absolut nix mit dem Thema des Forums zu tun haben!

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Flüchtlingskrise

Beitrag von Wiede » 13.09.2015 - 21:32

Offenbar wurde das bisher hier noch nicht thematisiert. Spätestens ab heute nimmt die Brisanz aber noch mehr zu.

Seit heute gibt es nun also wieder Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Österreich. Zumindest vorübergehend.
Ist heute Abend schon wer davon betroffen gewesen?
Sind nun echt wieder alle Grenzübergänge besetzt?

Ich hoffe die EU setzt sich nun endlich mal an den Tisch und bekommt eine Lösung hin, mit der alle leben können und bei welcher jeder Mitgliedsstaat auch seiner Verantwortung gerecht wird.

Es ist höchste Zeit zu handeln...

Links zu div. Berichten erspare ich mir, ist ja überall zu lesen.
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David93
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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von David93 » 14.09.2015 - 16:55

Nachdem die Grenzkontrollen das Problem ja nicht lösen, sondern nur vorübergehend aus Deutschland raus verlagern hoffe ich, dass bald mal eine große politische Lösung gefunden wird. Und zwar mit allen EU-Ländern. Aber nun zieht ja erstmal Österreich (verständlicherweise) nach, um keinen "Flüchtlingsstau" im Land selbst zu haben.
Nur an diese gesamteuropäische Lösung glaube ich nicht so recht, da es viel zu viele Länder gibt die am liebsten keinen einzigen Flüchtling aufnehmen würden... :naja:


Und nachdem ich selbst auch regelmäßig diese Grenze überquere (wenn auch bei weitem nicht so oft wie die, die in dem Gebiet wohnen), hab ich keine große Lust mich jedes mal ne Stunde da in den Stau zu stellen. Auch wenn das Stauproblem lt. Radio eher die Übergänge bei Passau und Salzburg betriff, wo ich nur selten unterwegs bin.
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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von br403 » 14.09.2015 - 17:19

Naja, bis 1997 gab es auch noch Grenzkontrollen mit Österreich, hat auch funktioniert.

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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von schneeberglift » 14.09.2015 - 17:22

Hab vorher im Radio gehört an einem Grenzübergang, ich glaube bei Passau aktuell 20km Stau. Da will man auch nicht drin stehen...
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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von David93 » 14.09.2015 - 17:33

Das war vor meiner Zeit als Autofahrer. Stand man damals eigentlich auch jedesmal so lange an? Glaub mal eher nicht, damals werden nicht so viele Leute über die Grenze gependelt sein wie heute, eben weils nicht so unkompliziert ging.

Salzburg sieht auch übel aus, wenn man auf Google Maps mal die Verkehrslage anzeigen lässt. 8O Ca. 3 Stunden Wartezeit vor der Grenze.
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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von gerrit » 14.09.2015 - 18:02

Ich fürchte, das aktuelle Flüchtlinsproblem ist selbst im Falle eines offiziellen Aufteilungsschlüssels innerhalb der EU nicht lösbar, weder organisatorisch noch moralisch.
Tatsache ist, dass wohl die allermeisten der aktuell nach Europa (und hier wohl vor allem nach Deutschland und Schweden) ziehenden Menschen einen absolut triftigen und nachvollziehbaren Grund für ihre Flucht haben. Syrien und Irak sind m.E. als "failed countries" zu bezeichnen und die allermeisten Betroffenen sehen wohl keine realistische Perspektive, dass sich diese Situation in nächster Zeit ändern wird. Auch die überfüllten Nachbarländer (Libanon, Jordanien, mit Abstrichen auch die Türkei) eignen sich wohl nicht, um dauerhaft ein neues Leben aufzubauen. Die Tatsache, dass einerseits unsere globalisierte Welt den Flüchtlingen detaillierte Informationen über mögliche Zielländer ermöglicht und andererseits die Route über Griechenland und den Rest des Balkans - natürlich mit Abstrichen - machbar ist, hat letztlich zum aktuellen Massenexodus geführt.
Selbst wenn der unwahrscheinliche Fall einträte, dass es ein einheitliches EU-Asylverfahren gäbe (es kann schließlich nicht sein, dass im Land A 90% der Syrer und im Land B nur 10% Asyl zugesprochen erhalten und damit der Asylstatus im Rahmen einer "Lotterie" vergeben würde) und die Asylwerber bzw. dann eigentlich schon Asylanten nach einer Qoute auf alle Länder aufgeteilt würden, so ist zu befürchten, dass auch das Leben mit Asylstatus in vielen Gegenden Europas viel weniger attraktiv ist als ein Leben als "U-Boot" in anderen Ländern. D.h. es ist zu befürchten, dass auch die "aufgeteilten" Flüchtlinge ihre "Gastländer" auf eigene Faust verlassen und ihr Glück in (vermeintlich?) besserem Umfeld in Ländern wie Deutschland, Schweden, Österreich oder Großbritannien suchen, auch wenn sie dort keine staatliche Unterstützung bekommen sollten. D.h. wollte man dies verhindern, dann wäre Schengen mit offenen Grenzen wohlauch nicht mehr zu halten.
Ein Schließen aller Grenzen und ein Abschotten vor den Flüchtlingen ist aber aus moralischen Gründen auch nicht möglich, denn wenn jedes Land so verführe, dann müsste man letztlich um Syrien, den Irak und Afghanistan einen 100 Meter hohen Zaun bauen und von außen zusehen, wie dort eine Gruppe alle anderen unterdrückt oder abschlachtet. Wenn sich aber auch niemand dort "die Hände schmutzig machen" möchte oder kann, um dort zumindestens Teile des Landes /der Länder wieder sicher zu machen (falls das überhaupt möglich ist), dann ist eine Flucht von dort als legitim anzusehen, die Frage ist jedoch, ob es auch legitim ist, zufällig angrenzende oder zwischen hier und dort befindliche Länder als "richtigen" Fluchtort zu definieren und Europa außen vor zu lassen. Andererseits kann es auch nicht funktionieren, wenn einige aufgrund des Lebensstandards und der politischen Situation attraktive Länder die Verantwortung für viele viele Menschen aus diesen und auch noch anderen failed states übernehmen. Es gibt in Afrika auch einige Kandidatenländer, jedoch ist die Reise von dort nach Mitteleuropa organisatorisch schwieriger und im Gegensatz zu den vielen aktuell flüchtenden Syrern,die aus der Mittelschicht kommen und die finanziellen Resourcen zur Flucht haben, können sich in Afrika derzeit viele der Betroffenen die Flucht einfach nicht leisten.
Es gibt daher insgesamt 3 Extreme der Möglichkeiten:
1. Alle Hereinlassen: wäre von den Ressourcen zwar möglich, würde aber wohl den Lebensstandard hier insgesamt drücken und wäre wohl politisch kaum durchsetzbar.
2. Alle Aussperren: wäre wohl nur mit militärischen Mitteln möglich und moralisch mehr als fragwürdig
3. In den betroffenen Regionen militärisch Einschreiten: fraglicher Erfolg und fragliche Akzeptanz in der Bevölkerung der einschreitenden Länder.

Die Vorgänge in Syrien und dem Irak sind vielleicht entfernt mit denen im 30-jährigen Krieg vergleichbar, nur gab es damals keine Globalisierung und kein so eindeutiges Fluchtziel wie aktuell heute.
Ich sehe leider KEINE Lösung, die innerhalb Europas politisch durchsetzbar, wirtschaftlich und gesellschaftspolitisch ohne Nachteile für die hiesige Bevölkerung und gleichzeitig moralisch integer ist.
Daß wir echt waren, werde ich auch noch erfinden! (Josef Zoderer)

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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von christopher91 » 14.09.2015 - 18:35

Zusammengefasst ist das ganze ein Faß ohne Boden für das es keine wirkliche Lösung gibt und einem kann Angst und Bange um die Zukunft werden! Man braucht sich ja nur mal Interviews anhören, die wollen ja alle nur nach Deutschland und Co., Österreich ist ihnen ja nicht mal gut genug, weil da bekommen sie ja nicht soviel Geld in den Arsch geblasen! Und da kennen Sie ja auch Keinen, in Deutschland sind ja schon viele.
Aufgrund der Problematik kann ich nicht verstehen, wie manche Leute hier noch die Ankunft von Flüchtlingszügen feiern können.

Und sehr viel Lust auf an der Grenze im Stau stehen hab ich auch und alle Skitouristen sicher auch!


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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von br403 » 14.09.2015 - 18:42

christopher91 hat geschrieben:Und sehr viel Lust auf an der Grenze im Stau stehen hab ich auch und alle Skitouristen sicher auch!
Wenn das dein grösstes Problem ist...
Silvester ist der Jahreswechsel, Sylvester die Abfahrt am Kronplatz;)

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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von Theo » 14.09.2015 - 18:46

Die Situation ist nun auch halt deshalb so, weil man die letzten drei Jahre halt exakt gar nichts gemacht hat um sich darauf vor zu bereiten. Man tut es ja auch weiterhin nicht, anders kann man sich nämlich nicht erklären dass man darüber diskutiert wie man 120000 Menschen verteilen kann wenn man weis dass annähernd 500000 unterwegs sind. Die ersten Auffanglager und die Registrierung der Menschen muss in den Erstankunftsländern sei, es wie aber auch jeder dass diese dass nie und nimmer alleine schaffen können. Das heisst konkret: Um genug Kapazität für eine Erstunterbringung und eine geregelte Verteilung in die anderen Staaten zu schaffen müssen Deutsche, Österreichische, Holländische, etc. Beamte, Polizei, Hilfsorganisationen, Hilfsgüter, usw. nach Italien und Griechenland geschafft werden um dort effektiv die dortigen Behörden zu unterstützen. Bloss, welcher Politiker traut sich das zu sagen? Kein Wunder, weis er doch genau dass er dafür von allen Seiten zum Teufel gewünscht wird.
Lösungen zu finden wird schwer sein, gefundene durchzusetzen noch schwieriger. Meiner Meinung nach muss man sich auf die Menschen aus wirklichen Kriegsregionen konzentrieren und die bisher grössten Gruppen, also zumeist jungen Männer aus wirtschaftlich nicht so gut laufenden Ländern wo es vielleicht Schurkenregierungen aber keinen Krieg hat, viel rigoroser abweisen. Platz für die Flüchtlinge und um sich dort eine Existenz aufzubauen ist sicherlich vorhanden, jedoch halt nicht zwingend dort wo die Ziele der Flüchtlinge sind. Auf jeden Sonderwunsch kann man da halt nicht mehr eingehen und einige ehemalige Ostblockländer müssen nun zeigen dass sie bereit sind ihren Beitrag zu Europa zu leisten, ansonsten kann man in Brüssel gleich mal den Putin anrufen und ihm den ehemaligen Warschauer Pakt gratis anbieten.
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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von David93 » 14.09.2015 - 18:50

br403 hat geschrieben:
christopher91 hat geschrieben:Und sehr viel Lust auf an der Grenze im Stau stehen hab ich auch und alle Skitouristen sicher auch!
Wenn das dein grösstes Problem ist...
Auch wenn das mit den Problemen der Flüchtlinge sicherlich nicht zu vergleichen ist, aber Ja, auch das ist ein Problem. Ganz so locker seh ich das nicht wenn mal eben die Grenzregion verkehrstechnisch lahmgelegt wird.
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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von christopher91 » 14.09.2015 - 19:04

br403 hat geschrieben:
christopher91 hat geschrieben:Und sehr viel Lust auf an der Grenze im Stau stehen hab ich auch und alle Skitouristen sicher auch!
Wenn das dein grösstes Problem ist...

Nein ganz und gar nicht! Hab es nicht umsonst ganz unten geschrieben ! Die anderen Probleme sind viel viel problematischer! Nur könnte bei 3 Stunden Stau dann auch vielen Tagesgästen die Lust am Skifahren vergehen, dadurch wieder Gebiete Probleme bekommen und so weiter, war nur der Aspekt der hier Alpinforumstechnisch interessant ist.

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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von christopher91 » 14.09.2015 - 19:09

Theo hat geschrieben:Die Situation ist nun auch halt deshalb so, weil man die letzten drei Jahre halt exakt gar nichts gemacht hat um sich darauf vor zu bereiten. Man tut es ja auch weiterhin nicht, anders kann man sich nämlich nicht erklären dass man darüber diskutiert wie man 120000 Menschen verteilen kann wenn man weis dass annähernd 500000 unterwegs sind. Die ersten Auffanglager und die Registrierung der Menschen muss in den Erstankunftsländern sei, es wie aber auch jeder dass diese dass nie und nimmer alleine schaffen können. Das heisst konkret: Um genug Kapazität für eine Erstunterbringung und eine geregelte Verteilung in die anderen Staaten zu schaffen müssen Deutsche, Österreichische, Holländische, etc. Beamte, Polizei, Hilfsorganisationen, Hilfsgüter, usw. nach Italien und Griechenland geschafft werden um dort effektiv die dortigen Behörden zu unterstützen. Bloss, welcher Politiker traut sich das zu sagen? Kein Wunder, weis er doch genau dass er dafür von allen Seiten zum Teufel gewünscht wird.
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So sehe ich das auch! Nur die wirklichen Kriegsflüchtlinge dürfen aufgenommen werden, und auch nur unter der Prämisse das Sie Deutsch lernen und bereit sind zu Arbeiten, wer dies nicht ist, müsste konsequent wieder abgewiesen werden. Es kann nicht seien, dass sich diese Leute dann hier auf die Faule Haut legen und Leistungen kassieren!

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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von A330 » 14.09.2015 - 20:05

Bei allem Respekt Christopher91, auch wenn Du sicherlich rein praktisch Recht hast, klingt es schon echt komisch, wenn man Worte wählt, wie "in den Arsch geblasen" und "faule Haut legen". Bei deinen Aussagen schwingt immer mit, als würde dass der Großteil der Asylsuchenden tun wollen. Ich sehe die Gesamtsituation auch sehr kritisch, aber da hier überwiegend die Syrische Mittelschicht ankommt, glaube ich schon, dass der Großteil der Leute da bereit ist deutsch zu lernen und zu arbeiten. Die meisten sprechen auch sehr gut Englisch. Die Anzahl der Ankommenden und die Geschlechterverteilung ist aber wirklich sehr kritisch.


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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von j-d-s » 14.09.2015 - 20:11

Ich hab ja schon vor langem gesagt dass wir die EU-Außengrenzen vernünftig sichern müssen, aber das hielt man ja nicht für nötig. Jetzt kommen die Grenzkontrollen halt stattdessen hier, mitten in Europa - danke Frau Merkel!
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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von christopher91 » 14.09.2015 - 20:47

A330 hat geschrieben:Bei allem Respekt Christopher91, auch wenn Du sicherlich rein praktisch Recht hast, klingt es schon echt komisch, wenn man Worte wählt, wie "in den Arsch geblasen" und "faule Haut legen". Bei deinen Aussagen schwingt immer mit, als würde dass der Großteil der Asylsuchenden tun wollen. Ich sehe die Gesamtsituation auch sehr kritisch, aber da hier überwiegend die Syrische Mittelschicht ankommt, glaube ich schon, dass der Großteil der Leute da bereit ist deutsch zu lernen und zu arbeiten. Die meisten sprechen auch sehr gut Englisch. Die Anzahl der Ankommenden und die Geschlechterverteilung ist aber wirklich sehr kritisch.
Ja klingt vielleicht etwas hart und hätte ich anders ausdrücken sollen, aber ist ja prinzipiell so, weil sie in Deutschland einfach zu viel einfach bekommen, deshalb wollen sie ja auch alle hierher und nicht irgendwo nach Europa, dass ist aber der Fehler der Regierung und nicht denen Ihrer, weil Arbeiten dürfen sie ja z.B. anfangs gar nicht.

Und ja eben die ankommen denen ging es großteils dort nicht schlecht, da geht es einigen Afrikanern sicher deutlich schlechter . Und ja die können teils Englisch aber die Kinder und so müssen Deutsch lernen oder wie soll das mit Schule klappen ? Und ein weiteres Problem ist, dass viele Männer ihren Frauen eben verbieten sich einzugliedern und z.B. Deutsch zu lernen, eben wegen ihrem Relegionsfanatismus.

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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von whiteout » 14.09.2015 - 21:00

Letzte Woche noch drüber geredet, dass Schengen so bis auf weiteres nichtmehr haltbar sein wird und das sowas bald kommen wird.Es war aber richtig und absolut unvermeidbar, dass Deutschland als erstes mitteleuropäisches Land diesen Schritt Wohl oder Übel gehen muss.

Ich gehe sogar mit meiner Spekulation noch weiter und behaupte dass wir bis in wenigen Wochen flächendeckend Grenzkontrollen haben werden, nicht nur an den Schwerpunktgrenzen.In der Schweiz werden bereits Vorbereitungen für eine Volksabstimmung über die Wiedereinführung von Kontrollen getroffen.Tschechien macht dicht,da Sachsen dicht gemacht hat.Österreich kontrolliert die Einreise.Ungarn hat den Zaun zu.Früher oder später wird auch Italien an den Grenzen zu Österreich und Kroatien bzw. Frankreich an seiner Grenze zu Italien eingreifen.

Dieses Problem kann ein Staat nicht im Alleingang lösen. Ich behaupte aber dennoch, dass es das gute Recht eines Staates ist seine Einreise zu kontrollieren und zu reglementieren.Auch wenn wir Deutsche das Problem nun nur verlagert haben und nun ein Dominoeffekt ausbricht, werden die Maßnahmen Wirkung zeigen und zumindest Abschrecken.Die Kontrollen sind ein klares Statement, dass man dem Problem nicht gewachsen ist und es so nicht gelöst werden kann.

Bei aller Solidarität, diese Menschen haben schreckliches durchgemacht und ihre Flucht ist absolut nachvollziehbar und berechtigt.Niemand sollte es zugemutet werden in Krieg und Armut leben zu müssen. Nur der aktuelle Zustrom schadet auch den Mitteleuropäischen Staaten, viele der Flüchtlinge sind Wirtschaftmigranten, welchen in Deutschland kein Recht auf Asyl geboten werden kann.Man darf hier natürlich nicht pauschalisieren, aber wer keine Perspektive auf Aufenthaltsrecht hat sollte garnicht einreisen dürfen. Und genau hier sollen die Grenzkontrollen mit sofortiger Registrierung abschrecken.Die Kriegsflüchtlinge wird niemand aufhalten.

Wenn ich aber dann in Fernsehinterviews mit Flüchtlingen wieder Sätze höre wie:
"Du musst allen sagen du seist aus Syrien, dann lassen sie dich durch" oder
"I love Germany and Ms. Merkel, it is a really nice Country","Frau Merkel bietet uns allen Schutz" - dann frage ich mich wieder was das alles soll.Ist eine Flucht beendet wenn man ein sicheres Land erreicht hat oder erst wenn man ein Land erreicht hat, in welchem die soziale Gesetzgebung ein Weiterleben auf Kosten des Staates ermöglicht? Sowohl in Österreich, ja sogar in Ungarn oder Serbien wäre die Flucht beendet und es bestünde Anspruch auf Asyl.Die Weiterreise Richtung Westen ist keine wirkliche Flucht mehr.
Das Dublin-Abkommen wird von den Südstaaten bewusst ignoriert.

Flüchtlinge werden nichtmehr belangt, wenn sie ohne Fahrscheine in Zügen kontrolliert werden, die Telekom stellt kostenfrei ihre Dienstleistungen zur Verfügung, die Deutsche Bahn bucht Passagiere um,um Sonderfahrten für Flüchtlinge durchzuführen.Was soll das und wer zahlt das?
Wir selber schaffen dadurch Gründe warum die Flüchtlinge nach Deutschland und nicht nach (z.B.) Frankreich wollen.Die von der Bundesregierung beschlossene "Abschreckung" durch Sach- statt Geldleistungen wird so wirkungslos bleiben.

Es bleibt spannend, wie sich die Situation entwickelt.
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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von Pistencruiser » 14.09.2015 - 21:51

Im Stillen hatte ich ja noch gehofft, dass uns dieses Topic hier erspart bleibt.
Naja,... nun ist der Geist aus der Flasche und es entwickelt sich so wie es zu erwarten war...
gerrit hat geschrieben:Ich fürchte, das aktuelle Flüchtlinsproblem ist selbst im Falle eines offiziellen Aufteilungsschlüssels innerhalb der EU nicht lösbar, weder organisatorisch noch moralisch.
Tatsache ist, dass wohl die allermeisten der aktuell nach Europa (und hier wohl vor allem nach Deutschland und Schweden) ziehenden Menschen einen absolut triftigen und nachvollziehbaren Grund für ihre Flucht haben. Syrien und Irak sind m.E. als "failed countries" zu bezeichnen und die allermeisten Betroffenen sehen wohl keine realistische Perspektive, dass sich diese Situation in nächster Zeit ändern wird. Auch die überfüllten Nachbarländer (Libanon, Jordanien, mit Abstrichen auch die Türkei) eignen sich wohl nicht, um dauerhaft ein neues Leben aufzubauen. Die Tatsache, dass einerseits unsere globalisierte Welt den Flüchtlingen detaillierte Informationen über mögliche Zielländer ermöglicht und andererseits die Route über Griechenland und den Rest des Balkans - natürlich mit Abstrichen - machbar ist, hat letztlich zum aktuellen Massenexodus geführt.
Selbst wenn der unwahrscheinliche Fall einträte, dass es ein einheitliches EU-Asylverfahren gäbe (es kann schließlich nicht sein, dass im Land A 90% der Syrer und im Land B nur 10% Asyl zugesprochen erhalten und damit der Asylstatus im Rahmen einer "Lotterie" vergeben würde) und die Asylwerber bzw. dann eigentlich schon Asylanten nach einer Qoute auf alle Länder aufgeteilt würden, so ist zu befürchten, dass auch das Leben mit Asylstatus in vielen Gegenden Europas viel weniger attraktiv ist als ein Leben als "U-Boot" in anderen Ländern. D.h. es ist zu befürchten, dass auch die "aufgeteilten" Flüchtlinge ihre "Gastländer" auf eigene Faust verlassen und ihr Glück in (vermeintlich?) besserem Umfeld in Ländern wie Deutschland, Schweden, Österreich oder Großbritannien suchen, auch wenn sie dort keine staatliche Unterstützung bekommen sollten. D.h. wollte man dies verhindern, dann wäre Schengen mit offenen Grenzen wohlauch nicht mehr zu halten.
Ein Schließen aller Grenzen und ein Abschotten vor den Flüchtlingen ist aber aus moralischen Gründen auch nicht möglich, denn wenn jedes Land so verführe, dann müsste man letztlich um Syrien, den Irak und Afghanistan einen 100 Meter hohen Zaun bauen und von außen zusehen, wie dort eine Gruppe alle anderen unterdrückt oder abschlachtet. Wenn sich aber auch niemand dort "die Hände schmutzig machen" möchte oder kann, um dort zumindestens Teile des Landes /der Länder wieder sicher zu machen (falls das überhaupt möglich ist), dann ist eine Flucht von dort als legitim anzusehen, die Frage ist jedoch, ob es auch legitim ist, zufällig angrenzende oder zwischen hier und dort befindliche Länder als "richtigen" Fluchtort zu definieren und Europa außen vor zu lassen. Andererseits kann es auch nicht funktionieren, wenn einige aufgrund des Lebensstandards und der politischen Situation attraktive Länder die Verantwortung für viele viele Menschen aus diesen und auch noch anderen failed states übernehmen. Es gibt in Afrika auch einige Kandidatenländer, jedoch ist die Reise von dort nach Mitteleuropa organisatorisch schwieriger und im Gegensatz zu den vielen aktuell flüchtenden Syrern,die aus der Mittelschicht kommen und die finanziellen Resourcen zur Flucht haben, können sich in Afrika derzeit viele der Betroffenen die Flucht einfach nicht leisten.
Es gibt daher insgesamt 3 Extreme der Möglichkeiten:
1. Alle Hereinlassen: wäre von den Ressourcen zwar möglich, würde aber wohl den Lebensstandard hier insgesamt drücken und wäre wohl politisch kaum durchsetzbar.
2. Alle Aussperren: wäre wohl nur mit militärischen Mitteln möglich und moralisch mehr als fragwürdig
3. In den betroffenen Regionen militärisch Einschreiten: fraglicher Erfolg und fragliche Akzeptanz in der Bevölkerung der einschreitenden Länder.

Die Vorgänge in Syrien und dem Irak sind vielleicht entfernt mit denen im 30-jährigen Krieg vergleichbar, nur gab es damals keine Globalisierung und kein so eindeutiges Fluchtziel wie aktuell heute.
Ich sehe leider KEINE Lösung, die innerhalb Europas politisch durchsetzbar, wirtschaftlich und gesellschaftspolitisch ohne Nachteile für die hiesige Bevölkerung und gleichzeitig moralisch integer ist.
Danke Geritt, für diesen sehr guten analytischen Beitrag!
Ich sehe die Sache genauso, auch in deiner Quintessenz des letzten Satzes.

Eine allen Beteiligten auch nur auf dem kleinsten Nenner entgegenkommende Lösung käme der Entwirrung des Gordischen Knotens gleich.
Ich sehe mit großem Unbehagen auf die mittelfristigen Herausforderungen mit denen Europa und Deutschland konfrontiert sein wird und bin sehr skeptisch, dass es die Politik schafft jetzt zeitnah die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen.
Und meine gringste Sorge gilt dabei der staufreien Anreise ins Skigebiet...
Die einen kennen mich — die anderen können mich...!
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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von br403 » 14.09.2015 - 22:09

Pistencruiser hat geschrieben: Und meine gringste Sorge gilt dabei der staufreien Anreise ins Skigebiet...
Schön geschrieben, da kann ich nur zustimmen.

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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von margau » 14.09.2015 - 22:12

Ich finde, man sollte sich zuerst mal an die eigene Nase fassen:
Wenn man bei der Flüchtlingsdebatte die staufreie Anreise ins Skigebiet als Problem sieht, läuft doch da was falsch.
Die Menschen flüchten, weil sie keine Perspektive haben, weil sie verfolgt werden, sie haben keine Heimat mehr, bzw. in dieser wären sie tot.

Und was macht Europa? Die einen Reden viel, die anderen machen Grenzen zu und verlagern das Problem, dann gibt es noch Rechte Hetzer, die wohl garnichts verstanden haben. An dieser Stelle möchte ich gerne einen Satire-Artikel verlinken, der das Problem, zugegebenermaßen auf harte Weise, gut aufzeigt: http://www.der-postillon.com/

Und dann gibt es die Leute, die meinen größten Respekt haben: Die, die Politik ausblenden, die, die einfach nur Mensch sind.

Merkt ihr wie gut es uns geht?
Wir streiten über das Hintertuxer Bergstationsdesign, über EUB gegen 3S, während anderswo Menschen ihre Heimat verlieren, und auch nur ein ganz klein bisschen von unserem Luxus und unserem Frieden wollen. Wir können es ihnen geben, vielleicht derzeit nicht optimal, aber wenn nicht die größte Wirtschaftsmacht Europas, wer dann? Und was machen wir? Planen, sie auszusperren. Lassen Rechte Hetzer immer lauter werden.
Ist es das was man mit den Menschen machen sollte?
Ich finde nein.
Zumal "der Westen" nicht ganz unschuldig an der Situation ist, und durchaus die Mittel hätte, für Stabilität zu sorgen.

Und zu guter letzt: Ich finde auch, dass die, die hier Schutz suchen, sich anpassen sollten. Sprich arbeiten, Deutsch lernen, sich in die Gesellschaft integrieren.
Aber das geht nun mal nicht von alleine. Und wenn alle ein wenig mit helfen, klappt es sicherlich.

Viele Grüße
margau


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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von christopher91 » 14.09.2015 - 22:21

margau hat geschrieben:Ich finde, man sollte sich zuerst mal an die eigene Nase fassen:
Wenn man bei der Flüchtlingsdebatte die staufreie Anreise ins Skigebiet als Problem sieht, läuft doch da was falsch.
Die Menschen flüchten, weil sie keine Perspektive haben, weil sie verfolgt werden, sie haben keine Heimat mehr, bzw. in dieser wären sie tot.
Ich schreib es nun zum letzten Mal: das war lediglich der Alpinforum Bezug und das unwichtigste Post!

Und eben das sind aber doch die wenigsten! Die meisten flüchten aus wirtschaftlichen Aspekten! Brauchst dir doch nur mal die Befragungen und Interviews anhören!
Wären es nur die wirklichen Kriegsflüchtlinge wäre das Problem ungleich geringer und die Aufnahme verständlicher, aber so kann ich diese ganzen Gutmenschen nicht verstehen die dies und das fordern und die Ankunft geradezu noch euphorisch sehen, denn je mehr denen hier der Hof gemacht wird desto mehr werden eben aus rein wirtschaftlichen Aspekten kommen.

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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von miki » 14.09.2015 - 22:38

Uii, da hat jemand auch hier im AF die Lawine losgetreten, hier könnte es bald heiss hergehen :twisted: . Auch ich befürchte dass es bald so aussehen wird wie es whiteout in seinem Beitrag schreibt: Deutschland kontrolliert die Grenze zu Österreich. Österreich wird wohl bald die Grenze zu Ungarn dicht machen. Holland und Dänemark werden die Grenze zu Deutschland kontrolieren (nur Italien wird es schwer haben die Landgrenze nach Kroatien zu kontrollieren weil es keine gibt :wink: und die Meersesgrenze sind sie eh nicht im Stande zu kontrollieren, das beweisen sie täglich im Mittelmeer). Also hat es die Flüchtlingskrise (bzw. die ratlose europäische Politik) geschafft, eine der beiden bedeutestens Errungenschaften der EU binnen weniger Monate zu ruinieren. Weil neben dem Euro ist die Reisefreiheit das bedeutendste Symbol des vereinten Europa, oder will mir jemand erklären dass die überbodende Brokratie in Brüssel mit ihren Gurkenformregulierneden Gesetzen der Haupsinn der EU ist? Wobei die ganze Grenzverarsche herzlich wenig bringt, gesetzestreue EU - Bürger werden in langen Kollonen an Grenzen stehen und Flüchtlinge (egal ob richtige oder Wirtschaftsmigranten) gehen daneben zu Fuss über die grüne Grenze, so wie es z. B. momentan massiv in Südburgenland passiert. Graulation!

Falls man an den Grenzen so weitermacht (siehe z. B. http://salzburg.orf.at/news/stories/2731561/), sollte man sich ernsthaft zivilen Ungehorsam überlegen: an der Kontrolle einfach nicht stehenbleiben und weiterfahren. Ja, es ist gewagt, sehr gewagt sogar. Vor allen für den / die ersten. Aber wenn es ein paar Tausend so machen, ist es OK. Man sieht es ja jeden Tag aufs neue. Wenn ich auf der Autobahn spazieren gehe, kriege ich (falls ich nicht überfahren werde :twisted: ) ne saftige Strafe. Machen es ein paar Tausend, wird die Autobahn gesperrt. Wenn Jacques aus Frankreich auf den Zug klettert, wird er gewaltsam entfernt und geht wahrscheinlich für nen Tag in den Knast und dann zum Richter wo er bestraft wird. Wenn es ein paar hundert Asylwerber machen, wird der Zugsverkehr unter dem Ärmelkanal eingestellt.

@Theo:
Auf jeden Sonderwunsch kann man da halt nicht mehr eingehen und einige ehemalige Ostblockländer müssen nun zeigen dass sie bereit sind ihren Beitrag zu Europa zu leisten, ansonsten kann man in Brüssel gleich mal den Putin anrufen und ihm den ehemaligen Warschauer Pakt gratis anbieten.
Ich halte mich jetzt seeehr zurück, da ich dich als freundlichen und oft gleichgesinnten Forumskollegen kenne, aber ich rate dir bitte einmal genau Gerrits Beitrag (btw. finde ich den ganzen Beitrag von gerrit wieder mal sehr toll geschrieben) durchzulesen. Es geht nicht darum dass z. B. Tschechien keine Asylanten aufnehmen will, sondern in erster Reihe dass kaum jemand in Ungarn, Polen etc. um Asyl ansuchen will. Angenommen es kommt zu einer 'gerechten' Verteilung: und was dann? Ich wette dass die Hälfte der Asylwerber am ersten Tag z. B. die Lager in Polen verlassen und sich auf den Weg Richtung Deutschland machen wird. Oder soll man sie dort im Lager einsperren?

@David93:
Das war vor meiner Zeit als Autofahrer. Stand man damals eigentlich auch jedesmal so lange an? Glaub mal eher nicht, damals werden nicht so viele Leute über die Grenze gependelt sein wie heute, eben weils nicht so unkompliziert ging.
Nein, man stand nicht so lange an weil man damals noch wusste wie man Grenzkontrollen macht. Vor allem wurde zu Hauptreisezeiten auf vielen paralellen Spuren abgefertigt, und nicht der Verkehr auf eine (!!!) Spur zusammengefasst, wie es die deutsche Polizei momentan bei Salzburg macht ... wenn ich nun die Phrase unfäh*** Pack schreibe, ist es wohl ein Verstoss gegen die Forumsregeln, oder?

Und abschliessend: ja, ich finde es schon wichtig dass man von Wien nach Budapest und umgekehrt entweder mit dem Zug oder auf der Autobahn reisen kann (momentan geht ja beides nicht). Oder dass der Verkehr in und um Salzburg normal läuft. Und dass der Zug unter dem Ärmelkanal normal fährt. Und ja, ich will auch staufrei ins Skigebiet anreisen, auch wenn ich dafür gesteinigt werde (passiert mit in letzter Zeit immer öfter, Wahrheit liegt mir besser als 'political correctness') :versteck: .
Saison 2018/19 beendet: 53 Skitage = 14x Petzen, 5x Pohorje, 4x Mölltaler Gletscher, 3x Gerlitzen, 2x Sillian, BKK, Hochkönig, Ankogel, Nassfeld, La Thuile, Moterosa Ski, Turrach, 1.5 x Hochstein, 1x Katschberg, Klippitz, Heiligenblut, Obertilliach, Kals/Matrei, Simonhöhe, Courmayeur, Pila, Kanin, 0.5x Zettersfeld.

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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von Bergwanderer » 14.09.2015 - 22:43

https://de.wikipedia.org/wiki/Club_of_Rome
https://de.wikipedia.org/wiki/Geopolitik
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_einzi ... herrschaft
https://en.wikipedia.org/wiki/Geostrategy
http://www.stuttmann-karikaturen.de/karikatur.php?l=int

Nordafrika destabilisiert, naher Osten - also Syrien, Irak usw. - destabilisiert, usw.
So wird der arabische "Frühling" zum europäischen "Herbst" ... ! 8O

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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von br403 » 14.09.2015 - 22:49

Miki, die Grenzübergänge wurden abgebaut um auf 4 Spuren zu kontrollieren...
Silvester ist der Jahreswechsel, Sylvester die Abfahrt am Kronplatz;)

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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von A330 » 14.09.2015 - 23:17

Im Übrigen sind die meisten Asylsuchenden KEINE Wirtschaftsflüchtlinge. Wenn in Interviews von besseren Lebensumständen geredet wird, dann wohl eher, weil die Alternative in Syrien eine hohe Todeswahrscheinlichkeit bietet.

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Re: Flüchtlingskrise

Beitrag von christopher91 » 14.09.2015 - 23:19

A330 hat geschrieben:Im Übrigen sind die meisten Asylsuchenden KEINE Wirtschaftsflüchtlinge. Wenn in Interviews von besseren Lebensumständen geredet wird, dann wohl eher, weil die Alternative in Syrien eine hohe Todeswahrscheinlichkeit bietet.
Dann müssten sie ja froh seien von dort weg zu seien und irgendwo in Europa in Sicherheit zu seien, genau dies ist aber nicht der Fall.


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