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Staatliche Hilfe für Dürre geplagte Landwirte?

... darf auch mal absolut nix mit dem Thema des Forums zu tun haben!

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Whistlercarver
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Staatliche Hilfe für Dürre geplagte Landwirte?

Beitrag von Whistlercarver » 13.08.2018 - 17:07

Hallo zusammen,

in den letzten Tagen treibt mich das oben genannte Thema um.
Diesen Sommer ist es in Deutschland sehr trocken, was dazu führt das die meisten Landwirte mit Einbußen bei der Ernte leben müssen. Die Landwirte schreien jetzt nach dem Staat das er ihnen helfen soll am besten mit ganz viel Geld.

Meiner Meinung nach soll der Staat den Landwirten nicht helfen. Jeder Landwirt ist ein Unternehmer und damit für sich und sein Unternehmen verantwortlich. Was wäre wenn der Dachdecker im Februar auf einmal feststellt das es ein langer Winter war und er von November bis März kein Dach decken konnte wegen zu viel Schnee? Der ruft dann auch nicht nach dem Staat und bitte um Geld. Ein richtiger Unternehmer kalkuliert solche Ausfälle bei den Einnahmen mit ein.

Jetzt würde mich eure Meinung zu diesem Thema interessieren. Wie seht ihr das?



P.S.: Ich bin mit der Landwirtschaft sehr eng verbunden. Mein Patenonkel hat einen Bauernhof und die Eltern meiner Freundin ebenfalls. Auch habe ich bis vor einigen Jahren regelmäßig beim Nachbar auf dem Hof mitgearbeitet.


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Theo
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Re: Staatliche Hilfe für Dürre geplagte Landwirte?

Beitrag von Theo » 13.08.2018 - 17:49

Bei den Landwirten ist es halt so dass sie ganz viele Sachen produzieren wo wir alle tagtäglich brauchen, während wir ein neues Dach nur etwa alle 25 Jahre brauchen und bei den Meisten von uns dann noch jemand anders dafür zuständig ist.

Ob und wie der Staat helfen soll hängt aber viel auch von der Lage des Betriebes und dessen Möglichkeit sich selber mit Wasser zu versorgen ab. Es gibt hier bei uns z.B. Betriebe wo praktisch keine einzige Minute im Jahr damit verbringen an ihrer Wasserversorgung zu arbeiten. Bei denen habe ich dann relativ wenig bis gar kein Mitleid.

Anders schaut es mit den Betrieben aus wo relativ weit weg vom Wasser sind. Hier muss ganz klar materiell und finanziell geholfen werden Wasser zu beschaffen. Wasser selber ist grösstenteils eigentlich genug, nr halt nicht immer dort wo es gebraucht wird. Das muss man halt ändern und das können auch grössere Betriebe nicht alleine bewerkstelligen.
Das mit dem Wasser beschaffen ruft dann aber auch diejenigen Kreise auf den Plan wo schon bei der Wasserbeschaffung in Verbindung mit Wintersport mehr oder wenige rot sehen, auch wen sie eigentlich grün sind. Sprich, man wird ach dort vehement dagegen sein. Bleibt einem dann nur noch das Chemiefutter aus dem Ausland.
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Re: Staatliche Hilfe für Dürre geplagte Landwirte?

Beitrag von David93 » 13.08.2018 - 17:50

Im Grundsatz sehe ich das so wie du. Ein Skigebiet bekommt ja auch keine Hilfen nach einem schneearmen Winter. :wink:

Einziger Grund der meiner Meinung nach dafür spricht, ganz im Gegensatz zu den Beispielen mit Dachdeckern und Skigebieten: Die Landwirtschaft produziert Lebensmittel, auf die wir alle angewiesen sind, und wo es für die Allgemeinheit von großem Vorteil ist, wenn die im eigenen Land produziert werden und nicht importiert werden müssen. Des weiteren betreibt die Landwirtschaft auch Landschaftspflege, wovon ebenfalls wieder die Allgemeinheit profitiert (auch wenn da ein paar Dinge falsch laufen).

Ich bin da nach wie vor sehr unschlüssig wie man da entscheiden sollte, tendiere aber dazu, staatliche Hilfen in dem Fall trotzdem abzulehnen.
Wie soll das überhaupt abgerechnet werden? Die Lage ist regional sehr sehr unterschiedlich, dadurch dass es keine großen Regen, sondern nur regional begrenzte Schauer und Gewitter gab. Da müsste also auch eine individuelle Berechnungsmethode für Hilfszahlungen her. Und manche profitieren ja sogar (Wein + Obst). Das würde also sehr schwierig werden.
Skisaison 2018/2019:
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Re: Staatliche Hilfe für Dürre geplagte Landwirte?

Beitrag von Rüganer » 14.08.2018 - 11:12

Es gäbe eine recht einfache Möglichkeit, dass solche Schwankungen ausgegelichen werden, und zwar fast ohne Steuergeld :
Man erlaubt den Betrieben, eine steuerfreie Rücklage anzusparen, mit der man dann schlechte Jahre aus eigener Kraft übersteht.

Sowas sollte eigentlich für ALLE Firmen möglich sein, Versteuerung dann erst bei Entnahme der Mittel.

Aber nein , sowas Einfaches ist natürlich nicht möglich, lieber streitet man über öffentliche Gelder....

Und - es wird massenweise Mais zur Vergasung angebaut, dieser könnte in dieser Notsituation locker als Futter genutzt werden.
Geht bestimmt aufgrund irgendwelcher EU.Bestimmungen nicht.

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Re: Staatliche Hilfe für Dürre geplagte Landwirte?

Beitrag von starli » 14.08.2018 - 12:09

Ich bin bei dem Thema nicht am laufenden, aber war es nicht sowieso in letzter Zeit üblich, dass Landwirte viel zu viel produzieren, was vom Staat oder der EU dann aufgekauft wird und irgendwo anders wieder vernichtet wird? Wenn sich der Staat dann heuer das Lagern + Vernichten spart, könnte man den Landwirten ja sogar noch mehr zahlen ;)
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Re: Staatliche Hilfe für Dürre geplagte Landwirte?

Beitrag von 3303 » 14.08.2018 - 13:30

Rüganer hat geschrieben:
14.08.2018 - 11:12
...
Und - es wird massenweise Mais zur Vergasung angebaut, dieser könnte in dieser Notsituation locker als Futter genutzt werden.
Geht bestimmt aufgrund irgendwelcher EU.Bestimmungen nicht.
Vielleicht geht das ja nicht, weil die Subventionen, die der Mais anbauende Bauer bekommt in diesen Fällen zweckgebunden für die spätere Vergasung sind.... :wink:
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Re: Staatliche Hilfe für Dürre geplagte Landwirte?

Beitrag von Spezialwidde » 14.08.2018 - 17:04

3303 hat geschrieben:
14.08.2018 - 13:30

Vielleicht geht das ja nicht, weil die Subventionen, die der Mais anbauende Bauer bekommt in diesen Fällen zweckgebunden für die spätere Vergasung sind.... :wink:
Das ist erstensn in der Tat so und zweitens baut man extra für energetisch genutzten Mais andere Sorten an die als Futtermais untauglich sind. Man mussaber schon sagen dass die Landwirtschaft hier immer mehr zum Lottospiel wird. Entweder haben wir wochenlange Hitze oder Unwetter an der Perlenschnur die alles zusammenkloppen. Landregen gibt es überhaupt keinen mehr, nur noch in Herbst und Wintermonaten. Einen normalen Sommer wie zu meiner Kindheit, wann hatten wir sowas das letzte Mal? Ich weiß es nicht mehr...Sowas wie dieses Jahr wird wohl in absehbarer Zeit zum Normalfall, darauf müssen sich die Betriebe langfristig einstellen. Da sollte von Seiten der Politik mal was passieren.
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Re: Staatliche Hilfe für Dürre geplagte Landwirte?

Beitrag von EKL » 14.08.2018 - 23:20

Als der Landwirtschaft eng Verbundener (elterlicher Betrieb daheim und Studium Agrarwissenschaften) macht man sich über die aktuelle Situation natürlich auch Gedanken. Die Ausgangslage ist: In großen Teilen von Nord-, Ost- und Westdeutschland hat es außergewöhnlich starke Ernteausfälle gegeben durch eine teilweise seit April andauernde Dürre, welche zudem noch von (allerdings anscheinend nur leicht) zu warmen Temperaturen begleitet wurde. Die Ausprägung der Ausfälle ist kleinräumig stark abweichend (damit meine ich Gemeindeebene). Besonders betroffen sind viehhaltende Betriebe, da bei diesen die finanzielle Situation oft sehr angespannt ist (ein Kuhstall wird 30 Jahre abbezahlt und kostet je Kuhplatz ca. 10000 Euro) und sie zudem in den letzen Jahren schon unter einem niedrigen Milchpreis gelitten haben. Ackerbaubetriebe sind generell mMn besser aufgestellt, wobei bei Missmanagement natürlich auch hier Notlagen auftreten werden. Abgesehen, dass die Forderung des Bauernverbandes nach einer Milliarde (anstatt sowas wie "betroffene Betriebe adäquat entschädigen") PR-technisch vorsichtig gesagt ungünstig war, wird diese auch nicht von allen (aber auf jeden Fall der Mehrheit) der Bauern unterstützt. Wünschenswert wäre natürlich die Möglichkeit der Verteilung der Steuern gewesen (wie oben angesprochen), aber wenn es um Steuern geht macht der Staat ja keine Kompromisse, dann lieber Wählerstimmen mit Hilfsaktionen angeln, wenn alles schon fast zu spät ist. Die große (mMn unmögliche) Kunst wird es jetzt sein, für jeden Betroffenen Betrieb (oder doch nur jede Gemeinde/Landkreis oder was auch immer) erstmal die Schadenshöhe zu beziffern und sich dann zu überlegen wieviel man davon ersetzen will. Das ein gut geführter Betrieb mit so einer Situation klarkommen muss, ist eh klar. Aber auch, dass die LW eine Sonderstellung hat und schon die letzten Jahre schwierig waren (im Norden war das letze Jahr brutal nass). Aber man kann ja nicht den gut geführten Betrieben jetzt eine Zahlung verweigern und dem schludrigen Nachbarn zusprechen mMn.

Noch zwei Punkte welche oft angesprochen werden. Mehrgefahrenversicherungen: Ein staatlicher Zuschuss zu Versicherungen nicht nur gegen Hagel (die Standardversicherung in der LW), sondern auch gegen Dürre, Frost, Nässe, weiß der Geier; würde mMn nur den Versicherungen helfen und in den normalen Jahren (die es über das gesamtdeutsche Gebiet immer noch oft geben wird) nur unnütz viel Geld kosten.

Mais für die Biogasanlagen: Biogasanlagen können ohne zugeführte Substrate keinen Strom produzieren, damit auch kein Geld verdienen und damit weder Kapitaldienste leisten, Gehälter bezahlen und so weiter und so fort. Wo möglich sollte natürlich Mais (oder natürlich auch Roggen-/Grassilage whatever) abgegeben werden und Mist dafür aufgenommen werden, aber den Betreibern dieser ehemals von den Grünen so herbeigesehnten Minikraftwerken jetzt aus dieser Situation einen Strick drehen zu wollen ist mMn eine Frechheit, zumal diese selber auch mit der Situation zu kämpfen haben (https://www.agrarheute.com/management/a ... nen-547234).

Das Thema ist (wie fast alles in der LW) ziemlich komplex, aber ich wollte dennoch gerne meinen Senf dazu gegeben haben und kann auch wenn gewünscht ein paar (Fach-) Fragen beantworten.

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Re: Staatliche Hilfe für Dürre geplagte Landwirte?

Beitrag von noisi » 15.08.2018 - 11:19

EKL hat geschrieben:
14.08.2018 - 23:20
[...]teilweise seit April andauernde Dürre, welche zudem noch von (allerdings anscheinend nur leicht) zu warmen Temperaturen begleitet wurde.
Woher kommt die annahme von nur leicht zu warmen Temperaturen?

Der Juli war der fünftwärmste seit Messbeginn, der Juni der zweitwärmste. Mai und April haben jeweils neue Monatsrekorde aufgestellt - so viel zu "leicht" zu warm.
Da mein Bildhoster seine Verzeichnisstruktur geändert hat, werden die Bilder in meinen Berichten z.T. nicht mehr angezeigt. Auf konkreten Wunsch stelle ich sie wieder her.

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Re: Staatliche Hilfe für Dürre geplagte Landwirte?

Beitrag von Spezialwidde » 15.08.2018 - 11:42

noisi hat geschrieben:
15.08.2018 - 11:19
Mai und April haben jeweils neue Monatsrekorde aufgestellt - so viel zu "leicht" zu warm.
Seh ich auch so, wir hatten im April schon 2 Wochen mit fast 30 °C, im Mai dann schon teilweise 36 Grad bis die Unwetter kamen. Das ist wirklich nicht normal. Der Juni war dann sogar etwas kühler als der Mai aber knochentrocken.
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Re: Staatliche Hilfe für Dürre geplagte Landwirte?

Beitrag von EKL » 15.08.2018 - 12:50

noisi hat geschrieben:
15.08.2018 - 11:19
EKL hat geschrieben:
14.08.2018 - 23:20
[...]teilweise seit April andauernde Dürre, welche zudem noch von (allerdings anscheinend nur leicht) zu warmen Temperaturen begleitet wurde.
Woher kommt die annahme von nur leicht zu warmen Temperaturen?

Der Juli war der fünftwärmste seit Messbeginn, der Juni der zweitwärmste. Mai und April haben jeweils neue Monatsrekorde aufgestellt - so viel zu "leicht" zu warm.
Na dann streich das halt, war schon spät und ich hatte jetzt keine Lust noch die Statistiken zu wühlen, zumal man ja speziell welche für die betroffenen Regionen bräuchte. Generell ist Wärme (und vor allem Sonne) für die Pflanzen positiv (übrigens ebenso wie ein erhöhter CO2-Gehalt der Umgebungsluft), nur in Kombination mit der Dürre natürlich tödlich.
Die ersten Ergebnisse im Mais sind desaströs, anscheinend fast 50% Ausfall zu normalen Jahren gesehen. Regional sicher noch mehr oder halt auch etwas weniger.

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Re: Staatliche Hilfe für Dürre geplagte Landwirte?

Beitrag von noisi » 15.08.2018 - 13:39

EKL hat geschrieben:
15.08.2018 - 12:50
Generell ist Wärme (und vor allem Sonne) für die Pflanzen positiv (übrigens ebenso wie ein erhöhter CO2-Gehalt der Umgebungsluft), nur in Kombination mit der Dürre natürlich tödlich.
Die Pflanzen gibt es aber nicht. Wir leben in einer gemäßigten Klimazone, unsere Pflanzen vor allem unsere die Pflanzen die wir anbauen, essen oder weiterverfüttern sind darauf eingestellt, darauf hingezüchtet.
Da mein Bildhoster seine Verzeichnisstruktur geändert hat, werden die Bilder in meinen Berichten z.T. nicht mehr angezeigt. Auf konkreten Wunsch stelle ich sie wieder her.

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Re: Staatliche Hilfe für Dürre geplagte Landwirte?

Beitrag von EKL » 15.08.2018 - 14:05

noisi hat geschrieben:
15.08.2018 - 13:39
EKL hat geschrieben:
15.08.2018 - 12:50
Generell ist Wärme (und vor allem Sonne) für die Pflanzen positiv (übrigens ebenso wie ein erhöhter CO2-Gehalt der Umgebungsluft), nur in Kombination mit der Dürre natürlich tödlich.
Die Pflanzen gibt es aber nicht. Wir leben in einer gemäßigten Klimazone, unsere Pflanzen vor allem unsere die Pflanzen die wir anbauen, essen oder weiterverfüttern sind darauf eingestellt, darauf hingezüchtet.
Hier muss man differenzieren. Für C3-Pflanzen (Weizen, Gerste, Raps, Zuckerrübe) sind Temperaturen über 25 Grad nicht mehr fördernd auf das Wachstum, ein warmer Herbst (in Grenzen, da "überwachsen" droht) und ein warmer Frühling sind aber gut für das vegetative Wachstum. Bei ausreichender Wasserversorgung stellen auch hohe Temperaturen im Sommer weniger ein Problem dar. Der Grund liegt darin, dass C3-Pflanzen für dieselbe CO2-Aufnahme ihre Spaltöffnungen mehr öffnen müssen als...

Die C4-Pflanzen (Mais, Hirse), denen kann es eigentlich gar nicht warm genug sein, wenn sie nur etwas Wasser zur Verfügung haben. Aber bei diesen Extrembedingungen sind auch hier die Grenzen irgendwann erreicht. In einer Stadt am Südrand des Harzes hatte es von Jahresbeginn bis ca Juli nur 160mm geregnet, das ist nicht zu kompensieren.

Förderlich wären hier sicher die Möglichkeiten, welche Genome Editing bietet, aber das ist für sich schon ein weites Thema.


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