Zukunft der Mobilität!?

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Chense
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Chense » 25.06.2020 - 12:36

Florian86 hat geschrieben:
25.06.2020 - 12:21
Chense hat geschrieben:
23.06.2020 - 17:35
Spass beiseite ... die Handwerker sind die letzten die man belasten sollte ... man sollte erstmal im privaten anfangen. Eine Idee hier z.b. das subventionierte 1065€ Österreich Ticket das jetzt aufkommt - das würde ich mir holen selbst wenn ich evtl draufzahle im Vergleich zu Sparpreisen etc. Völlig ungezwungen einfach mal in den Railjet setzen und einen Tagesausflug machen? Yes! Mich habt ihr als Kunde. In Deutschland kann ichs mir hingegen noch nicht vorstellen ... dafür ist die Infrastruktur in der Fläche zu schlecht.
So wie ich verstehe gilt das volle Österreich-Ticket ja in allen Verkehrsmitteln, oder? Bei der BahnCard100 in Deutschland gibt es ja noch den Nachteil, dass außerhalb der Städte, also des City-Ticket-Bereichs, die BahnCard100 nicht gilt. Immerhin wurde letztens in Berlin der Geltungsbereich ausgeweitet, was eh längst überfällig war. Davon abgesehen ist der Preis in Deutschland zu hoch, um attraktiv zu sein. Knapp 4000€ sind halt doch ne ganz andere Hausnummer, auch wenn in Deutschland mehr geboten wird, sprich weitere Strecken zurückgelegt werden können. Aber ob man das halt auch wirklich (privat) nutzt ist dann eine ganz andere Frage. Ich denke ca. 2000€ wäre für viele gut akzeptabel. Aber aktuell wollen wir ja gar nicht mehr Leute in den Zügen, das System ist ja an manchen Tagen eh schon am Anschlag (wenn man mal vom Covid-19-Rückgang absieht).
Das Ziel des 1065€ Tickets soll sein, dass man ALLE öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann richtig.

Ich stimme dir aber zu, dass es in Deutschland eben momentan garnicht machbar wäre ... das System ist total am Anschlag und im Vergleich zu Österreich ohnehin hundserbärmlich schlecht (Vertaktung, Breite der Infrastruktur)
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Kreon100 » 01.07.2020 - 11:26

Chense hat geschrieben:
25.06.2020 - 12:36


Das Ziel des 1065€ Tickets soll sein, dass man ALLE öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann richtig.

Ich stimme dir aber zu, dass es in Deutschland eben momentan garnicht machbar wäre ... das System ist total am Anschlag und im Vergleich zu Österreich ohnehin hundserbärmlich schlecht (Vertaktung, Breite der Infrastruktur)
So Kraftausdrücke kann ich immer nicht nachvollziehen. Kommt sicher auf die Region an, aber hier in Hamburg ist der ÖPNV eher sausackstark. Freitag bis Sonntag durchgehende U-Bahn und S-Bahn-Verkehr, Nachtbusse, Schnellbusse, kurze Taktung, extra Busspuren. Hier braucht kein Mensch ein Auto. Ich habe allerdings auch eines, das aber eigentlich nur zum Bierkisten fahren und Wochenendausflüge. Auf dem Dörpen mag das anders aussehen...

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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von maba04 » 01.07.2020 - 15:37

Hamburg ist jetzt mit seiner verkorksten Verkehrsplanung aber auch nicht das beste Beispiel... Da gefällt mir Berlin von den Linien des Schienenverkehrs deutlich besser. München war ich noch nicht, aber scheint auch relativ gut zu sein der ÖPNV?
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Chense » 01.07.2020 - 16:40

Kreon100 hat geschrieben:
01.07.2020 - 11:26
Chense hat geschrieben:
25.06.2020 - 12:36


Das Ziel des 1065€ Tickets soll sein, dass man ALLE öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann richtig.

Ich stimme dir aber zu, dass es in Deutschland eben momentan garnicht machbar wäre ... das System ist total am Anschlag und im Vergleich zu Österreich ohnehin hundserbärmlich schlecht (Vertaktung, Breite der Infrastruktur)
So Kraftausdrücke kann ich immer nicht nachvollziehen. Kommt sicher auf die Region an, aber hier in Hamburg ist der ÖPNV eher sausackstark. Freitag bis Sonntag durchgehende U-Bahn und S-Bahn-Verkehr, Nachtbusse, Schnellbusse, kurze Taktung, extra Busspuren. Hier braucht kein Mensch ein Auto. Ich habe allerdings auch eines, das aber eigentlich nur zum Bierkisten fahren und Wochenendausflüge. Auf dem Dörpen mag das anders aussehen...
Ich meinte eigentlich auch nicht den ÖPNV sondern alles was darüber hinausgeht. Denn da setzt das 1065€ Ticket ja an.

Der ÖPNV ist z.b. in München auch durchaus akzeptabel (gut die Nachtverbindungen könnten besser sein) - aber sobald es in die Fläche geht wird es schlimm ... man hat nach der Wende den völlig irrsinnigen Plan verfolgt ein Netz nach französischem Vorbild aufzubauen und dabei total übersehen, dass so ein Netz hier aufgrund der anderen Siedlungsstruktur mehr Probleme schafft als es löst. Man hat jetzt tolle Prestigeprojekte die mit 300km/h befahren werden können und gleichzeitig hat man das Flächennetz total vernachlässigt weswegen ich sogar Leute wie jds verstehen kann die sagen der Schienenverkehr könne nicht mit dem Auto konkurrieren ... Was bringt es mir von München in 4 Stunden in Berlin zu sein, wenn ich für die jeweils sagen wir mal 100km nach München und ab Berlin insgesamt nochmal 4 Stunden brauche? Man hat einfach total vergessen Mittelzentren ins Netz zu holen.

M.e. hätte das Ziel sein müssen:

- Zwischen Großstädten Verbindungen die mind. 120kmh Durchschnittsgeschwindigkeit erreichen (entspricht einem Ausbau auf 230)
- Mittelstädte mit 100kmh (vulgo 180-200kmh) an Großstädte anschliessen
- Jede Stadt ab 20000 Einwohnern benötigt einen vertakteten Verkehr im Stundentakt ins nächste Zentrum auf Strecken die mind. 160 in Ausnahmefällen 140 zulassen
- Jede Stadt ab 7500 Einwohnern ist entweder im Stundentakt an Zubringerlinien oder im Zweistundentakt direkt an Zentren anzuschliessen (Ausbau auf 120/100)

Österreich hat das recht gut hingekriegt und eigentlich nur noch 2 echte Problemlinien: Ennstal und Tiroler Bahn ... im Ennstal sehe ich noch viel Potential ... auf der Tiroler Bahn ist halt das große deutsche Eck im Weg.

Konkret hätte ich erstmal einen Wunsch für Bayern - 2gleisiger Ausbau der Achse München-Mühldorf-Salzburg (180kmh), 4 Gleise München - Rosenheim, 3 Gleise Rosenheim-Salzburg ...
Führung von Fernverkehrszügen folgendermaßen (ab Salzburg):

2 stündlich RJX via Mühldorf, Stündlich RJ via Rosenheim wechselnd nach München und Kufstein dabei der Münchner Zug Bedienung aller wichtigeren Halte der Kufsteiner nur Rosenheim (vgl. Meridian) - zusätzlich das gleiche mit Eurocity die mit entsprechendem Material bespannt sind - und Rosenheim - Mühldorf als Verbinder ein stündlicher vertakteter beschleunigter Nahverkehr... so könnte man in diesem wichtigen Bereich sicher sehr viel auf die Schiene holen
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von David93 » 01.07.2020 - 16:55

maba04 hat geschrieben:
01.07.2020 - 15:37
München war ich noch nicht, aber scheint auch relativ gut zu sein der ÖPNV?
Ich bin kein täglicher München-Fahrer, sondern nur gelegentlich. Aber wenn dann bewege ich mich nur mit dem ÖPNV in der Stadt und komme damit prima zurecht. Die Linien finde ich sinnvoll angelegt, man erreicht das meiste mit minimalem Umsteigeaufwand, die Takte sind gut. Hier und da fehlt eine Tangentiallinie, aber für die meisten Strecken passt das trotzdem gut. In der Stoßzeit ist die Auslastung halt am Anschlag, aber das hat man ja überall.

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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Kreon100 » 01.07.2020 - 18:24

maba04 hat geschrieben:
01.07.2020 - 15:37
Hamburg ist jetzt mit seiner verkorksten Verkehrsplanung aber auch nicht das beste Beispiel... Da gefällt mir Berlin von den Linien des Schienenverkehrs deutlich besser. München war ich noch nicht, aber scheint auch relativ gut zu sein der ÖPNV?
Besser geht immer, aber verkorkst kann ich nicht nachvollziehen, zumal man gerne unterschätzt, wie groß Hamburg in der Fläche ist, das ist fast so groß wie Berlin (755 qkm vs 890 qkm) und trotzdem ist man relativ flott von dem einen Ende zum anderen. Ich kenne auch ganz viele Leute, die zum Arbeitsplatz nur mit ÖPNV unterwegs sind, weil das bequemer und stressfreier ist (keine Parkplatzsuche, Zeitung lesen etc). Da trifft sich ähnlich wie in London der Hamburger Kaufmann mit dem Hafenarbeiter. Also mir taugt es jedenfalls sehr, wobei ich seit Corona komplett aufs Rad umgestiegen bin.

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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Kreon100 » 01.07.2020 - 18:29

Chense hat geschrieben:
01.07.2020 - 16:40
Kreon100 hat geschrieben:
01.07.2020 - 11:26
Chense hat geschrieben:
25.06.2020 - 12:36


Das Ziel des 1065€ Tickets soll sein, dass man ALLE öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann richtig.

Ich stimme dir aber zu, dass es in Deutschland eben momentan garnicht machbar wäre ... das System ist total am Anschlag und im Vergleich zu Österreich ohnehin hundserbärmlich schlecht (Vertaktung, Breite der Infrastruktur)
So Kraftausdrücke kann ich immer nicht nachvollziehen. Kommt sicher auf die Region an, aber hier in Hamburg ist der ÖPNV eher sausackstark. Freitag bis Sonntag durchgehende U-Bahn und S-Bahn-Verkehr, Nachtbusse, Schnellbusse, kurze Taktung, extra Busspuren. Hier braucht kein Mensch ein Auto. Ich habe allerdings auch eines, das aber eigentlich nur zum Bierkisten fahren und Wochenendausflüge. Auf dem Dörpen mag das anders aussehen...
Ich meinte eigentlich auch nicht den ÖPNV sondern alles was darüber hinausgeht. Denn da setzt das 1065€ Ticket ja an.

Der ÖPNV ist z.b. in München auch durchaus akzeptabel (gut die Nachtverbindungen könnten besser sein) - aber sobald es in die Fläche geht wird es schlimm ... man hat nach der Wende den völlig irrsinnigen Plan verfolgt ein Netz nach französischem Vorbild aufzubauen und dabei total übersehen, dass so ein Netz hier aufgrund der anderen Siedlungsstruktur mehr Probleme schafft als es löst. Man hat jetzt tolle Prestigeprojekte die mit 300km/h befahren werden können und gleichzeitig hat man das Flächennetz total vernachlässigt weswegen ich sogar Leute wie jds verstehen kann die sagen der Schienenverkehr könne nicht mit dem Auto konkurrieren ... Was bringt es mir von München in 4 Stunden in Berlin zu sein, wenn ich für die jeweils sagen wir mal 100km nach München und ab Berlin insgesamt nochmal 4 Stunden brauche? Man hat einfach total vergessen Mittelzentren ins Netz zu holen.

M.e. hätte das Ziel sein müssen:

- Zwischen Großstädten Verbindungen die mind. 120kmh Durchschnittsgeschwindigkeit erreichen (entspricht einem Ausbau auf 230)
- Mittelstädte mit 100kmh (vulgo 180-200kmh) an Großstädte anschliessen
- Jede Stadt ab 20000 Einwohnern benötigt einen vertakteten Verkehr im Stundentakt ins nächste Zentrum auf Strecken die mind. 160 in Ausnahmefällen 140 zulassen
- Jede Stadt ab 7500 Einwohnern ist entweder im Stundentakt an Zubringerlinien oder im Zweistundentakt direkt an Zentren anzuschliessen (Ausbau auf 120/100)

Österreich hat das recht gut hingekriegt und eigentlich nur noch 2 echte Problemlinien: Ennstal und Tiroler Bahn ... im Ennstal sehe ich noch viel Potential ... auf der Tiroler Bahn ist halt das große deutsche Eck im Weg.

Konkret hätte ich erstmal einen Wunsch für Bayern - 2gleisiger Ausbau der Achse München-Mühldorf-Salzburg (180kmh), 4 Gleise München - Rosenheim, 3 Gleise Rosenheim-Salzburg ...
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2 stündlich RJX via Mühldorf, Stündlich RJ via Rosenheim wechselnd nach München und Kufstein dabei der Münchner Zug Bedienung aller wichtigeren Halte der Kufsteiner nur Rosenheim (vgl. Meridian) - zusätzlich das gleiche mit Eurocity die mit entsprechendem Material bespannt sind - und Rosenheim - Mühldorf als Verbinder ein stündlicher vertakteter beschleunigter Nahverkehr... so könnte man in diesem wichtigen Bereich sicher sehr viel auf die Schiene holen
Das hört sich schon ganz anders an ;-)

Ich glaube aber, auf dem Land oder in vielen Kleinstädten wird es auf Jahre keinen solchen Ausbau geben, was einen ja nicht davon abhalten sollte, wo es geht, den ÖPNV auch zu nutzen. Ich schaue mittlerweile immer, ob es nicht doch per Bahn besser geht und fahre so z.B. auch zum Skifahren möglichst mit der Bahn, auch zum Tagesausflug Königstour über Bischofshofen mit der Bahn. Viel entspannter und schön mit Après-Bier im Abteil sitzen und den Ausblick genießen, anstatt die ganze Zeit auf die Stoßstange des Lasters vor einem zu starren.


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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Chense » 01.07.2020 - 19:28

Kreon100 hat geschrieben:
01.07.2020 - 18:29
Chense hat geschrieben:
01.07.2020 - 16:40
Kreon100 hat geschrieben:
01.07.2020 - 11:26


So Kraftausdrücke kann ich immer nicht nachvollziehen. Kommt sicher auf die Region an, aber hier in Hamburg ist der ÖPNV eher sausackstark. Freitag bis Sonntag durchgehende U-Bahn und S-Bahn-Verkehr, Nachtbusse, Schnellbusse, kurze Taktung, extra Busspuren. Hier braucht kein Mensch ein Auto. Ich habe allerdings auch eines, das aber eigentlich nur zum Bierkisten fahren und Wochenendausflüge. Auf dem Dörpen mag das anders aussehen...
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Der ÖPNV ist z.b. in München auch durchaus akzeptabel (gut die Nachtverbindungen könnten besser sein) - aber sobald es in die Fläche geht wird es schlimm ... man hat nach der Wende den völlig irrsinnigen Plan verfolgt ein Netz nach französischem Vorbild aufzubauen und dabei total übersehen, dass so ein Netz hier aufgrund der anderen Siedlungsstruktur mehr Probleme schafft als es löst. Man hat jetzt tolle Prestigeprojekte die mit 300km/h befahren werden können und gleichzeitig hat man das Flächennetz total vernachlässigt weswegen ich sogar Leute wie jds verstehen kann die sagen der Schienenverkehr könne nicht mit dem Auto konkurrieren ... Was bringt es mir von München in 4 Stunden in Berlin zu sein, wenn ich für die jeweils sagen wir mal 100km nach München und ab Berlin insgesamt nochmal 4 Stunden brauche? Man hat einfach total vergessen Mittelzentren ins Netz zu holen.

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Ich glaube aber, auf dem Land oder in vielen Kleinstädten wird es auf Jahre keinen solchen Ausbau geben, was einen ja nicht davon abhalten sollte, wo es geht, den ÖPNV auch zu nutzen. Ich schaue mittlerweile immer, ob es nicht doch per Bahn besser geht und fahre so z.B. auch zum Skifahren möglichst mit der Bahn, auch zum Tagesausflug Königstour über Bischofshofen mit der Bahn. Viel entspannter und schön mit Après-Bier im Abteil sitzen und den Ausblick genießen, anstatt die ganze Zeit auf die Stoßstange des Lasters vor einem zu starren.
Es wird sich auch auf Jahre nichts ändern ... das Geld ist leider verbrannt worden ... aber natürlich abhalten sollte das keinen von uns! Ich fahre ja auch viel mit dem Bus zum Skifahren oder auch mal in Urlaub an meine alte Arbeitstelle mit dem Zug ... klar sind das dann inkl. Zubringer 9 Stunden statt 7 aber dafür sitze ich auch entspannt im Zug (einer der ECs der bekannt dafür ist, dass man sich quasi auch 4 Sitzgruppen pro Person holen kann) unterhalte mich nett und muss mich nicht aufs Gaspedal konzentrieren. Schön wäre halt gerade in diesem Verkehr ein gewisser Grundkomfort, Sicherer Platz für Ski etc,
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Pilatus » 02.07.2020 - 01:51

Deutschland hat eigentlich ein geiles Bahnnetz und der ICE ist für mich auch einer der besten Reisezüge in Europa (vielleicht knapp übertroffen durch den Frecciarossa 1000). Für Reisen ab der Schweiz muss ich halt sagen, dass alles was nicht entlang Rheintallinie liegt, schnell sehr mühsam zu erreichen ist. Ab Basel kommt man ja sehr schnell Richtung Norden, aber wehe dir wenn es ein bisschen Richtung Osten gehen soll. Die Direktstrecken nach Stuttgart und München sind absolute Bimmelbahnen, dabei sind das wichtige internationale Verbindungen. "Exotischere" Ziele wie Nürnberg oder Augsburg sind fast nicht zu machen, weil dann noch die notorische Unzuverlässigkeit mit regelmässig verpassten Anschlüssen dazu kommt. Da ist man ratz fatz den ganzen Tag unterwegs oder man kommt gar nicht erst an (nach Nürnberg bleibt einem fast nichts anderes übrig als zu fliegen, 40 min vs. 7h, wenn dann alles wie geplant klappt). Mal gucken was die Elekterifizierung nach München bringt, von dort sollte man dann ja gute Anschlüsse an die "östliche Süd-Nord-Transversale" haben.

Wenn man in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit der Bahn reisst, dann merkt man halt immer schon wieder, was für Prioritäten der ÖV im entsprechenden Land geniesst. Wobei wenn man sieht wie wenig Geld in Deutschland der Bahn zugestanden wird, ist das Angebot eigentlich erstaundlich gut.
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von biofleisch » 02.07.2020 - 08:02

Kreon100 hat geschrieben:
01.07.2020 - 11:26
So Kraftausdrücke kann ich immer nicht nachvollziehen. Kommt sicher auf die Region an, aber hier in Hamburg ist der ÖPNV eher sausackstark. Freitag bis Sonntag durchgehende U-Bahn und S-Bahn-Verkehr, Nachtbusse, Schnellbusse, kurze Taktung, extra Busspuren. Hier braucht kein Mensch ein Auto. Ich habe allerdings auch eines, das aber eigentlich nur zum Bierkisten fahren und Wochenendausflüge. Auf dem Dörpen mag das anders aussehen...
"Saustark" ist nu aber auch kein quantifizierbarer oder messbarer Gradmesser.
Lest mal das Buch "Schaden in der Oberleitung" oder schaut euch ein Interview mit dem Autor auf youtu.be an.

Dieser hat akribisch die Veränderungen in ÖPNV und auch ÖPV in Deutschland in den vergangenen JahrZEHNTEN protokolliert. Es sind schleichende Veränderungen, welche von der Allgemeinbevökerung kaum / gar nicht wahr genommen werden. Was aber bei langfristiger Beobachtung und Datenauswertung klar ersichtlich wird: Es geht beständig bergab. Es wurden (weiß es nicht mehr genau) zwischen 25-40% aller Gleise stillgelegt und oder abgebaut!

Wie soll auf so einem ausgedünnten "Netz" noch mit hoher Qualität (Taktung, Zuverlässigkeit) gefahren werden? Das wird immer schlechter - natürlich vor allem auf dem Land. Aber gerade dort ist es eben AUCH notwendig Alternativen zum Auto zu haben.

Ein anderer Punkt: Nach Jahrzehnten kommt die Politik ENDLICH auf den Trichter, dass der OPV attraktiver ist, wenn es einen Taktfahrplan gibt. Dieser verkürzt Umsteigezeiten (die einen großen Teil bei JEDER Fahrtstrecke ausmachen) enorm und wird im Ausland (Schweiz) seit Jahrzehnten erfolgreich genutzt! Dummerweise wird durch hirnrissige Projekte, wie Stuttgart21 eine sinnvolle Taktung komplett verunmöglicht, weil durch die Reduzierung der Gleise die Lienen nicht gleichzeitig im Bahnhof aufeinander warten können. Es kommt dann zu so grotesken Dingen, dass mindestens 50% der Fahrgäste, welche umsteigen wollen eine extrem lange Zeit auf ihren Anschlußzug werden warten müssen, weil dieser aufgrund der Gleisbelegungen bereits abfahren musste!

Bahn in Deutschland ist schlicht und ergreifend extrem schlecht gemanaged, was in dem oben genannten Buch mit Hunderten von Beispielen eindrucksvoll und nachvollziehbar BELEGT wird.

Ein Beispiel aus meinem Wohnort:
Wenn ich in München an den Wallberg mit dem Auto fahre brauche ich 1Std 04, mach' ich das gleiche mit OPV dauert es 1Std 50 - fast das doppelte!
Am Rückweg kann es mir leicht passieren, dass kein Bus mehr von der Bahn zurück nach Tegernsee fährt. Dann wird es ganz ekelig.
Und noch was aus München. Ich wohne nun schon mind. 20 Jahre hier. Die U-Bahn ist ja noch ganz gut, wurde aber auch immer weiter eingekürzt. Die U4 fährt bspw. abends nicht mehr die ganze Strecke und man muss immer Umsteigen. Nachts fahren weniger Bahnen, Die Preise werden immer höher und das Angebot wird kaum ausgebaut. Wenn doch (2. Stammstrecke) wird wieder der Fehler gemacht, Symtome zu behandlen, statt Ursachen. Die meisten Verspätungen bei der S-Bahn ergeben sich nicht WEGEN der Stammstrecke, sondern MIT. Die Ursachen sind fast immer in den Aussenästen zu suchen. Diese sind oft nur Einspurig, so dass bei einer Verspätung in der einen Richtung sich diese auf das ganze Netz ausbreitet! Wie kann es sein, dass es bei viel befahrenen S-Bahn Strecken noch Einspurige Abschnitte gibt?
Darüber hinaus: Die 2. Stammstrecke bedient eine leicht andere Strecke. Für alle Fahrgäste, welche zum Marienplatz wollen, ist die unattraktiv und sogar kontraproduktiv, weil dadurch der Takt für den Marienplatz auf der jeweiligen Strecke praktisch HALBIERT wird! Für alle Fahrgäste, welche eigentlich ein komplett anderes Ziel haben, wäre ein Ausbau um NEUE Strecken (z.b. Südring) wesentlich interessanter. Sie müssten dann ggf gar nicht mehr durch die Innenstadt fahren und hätten einen kürzeren Fahrtweg. Zudem wäre dieser Ausbau um FAKTOREN preiswerter.
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von eMGee » 02.07.2020 - 11:40

Hätte man in D ab 1945 den einheitlichen Fernverkehr weiterverfolgen können, wäre die Situation heute vielleicht auch besser.

Als täglich Betroffener mein größter Kritikpunkt am ÖPNV in München: ein fehlender Außenring. Du musst immer durch die Stadt und das kostet Zeit.

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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Chense » 02.07.2020 - 12:11

eMGee hat geschrieben:
02.07.2020 - 11:40
Hätte man in D ab 1945 den einheitlichen Fernverkehr weiterverfolgen können, wäre die Situation heute vielleicht auch besser.

Als täglich Betroffener mein größter Kritikpunkt am ÖPNV in München: ein fehlender Außenring. Du musst immer durch die Stadt und das kostet Zeit.
Ganz wichtiger Punkt ... wie oft hab ich mich geärgert dass ich entweder mit der U1 in die Stadt und dann wieder raus muss oder halt die "12er" nehmen muss wenn ich z.B. auf die U2 Nord will.

Genauso in die andere Richtung ... ich bin zwischen Schloss und Stadion daheim ... ein guter Freund von mir wohnte am Waldfriedhof, eine Arbeitsstelle von mir war in Gräfelfing. Nachdem die Fürstenrieder chronisch verstopft ist durfte ich mich dann jedes mal über Sendlinger Tor und Holzapfelkreuth da rausquälen, denn morgens mit dem Bus? Kannst teilweise 40 min früher losfahren um deinen Anschluss zu kriegen - Trotz Busspur
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Florian86 » 02.07.2020 - 12:35

biofleisch hat geschrieben:
02.07.2020 - 08:02
Ein Beispiel aus meinem Wohnort:
Wenn ich in München an den Wallberg mit dem Auto fahre brauche ich 1Std 04, mach' ich das gleiche mit OPV dauert es 1Std 50 - fast das doppelte!
Am Rückweg kann es mir leicht passieren, dass kein Bus mehr von der Bahn zurück nach Tegernsee fährt. Dann wird es ganz ekelig.
Und noch was aus München. Ich wohne nun schon mind. 20 Jahre hier. Die U-Bahn ist ja noch ganz gut, wurde aber auch immer weiter eingekürzt. Die U4 fährt bspw. abends nicht mehr die ganze Strecke und man muss immer Umsteigen. Nachts fahren weniger Bahnen, Die Preise werden immer höher und das Angebot wird kaum ausgebaut. Wenn doch (2. Stammstrecke) wird wieder der Fehler gemacht, Symtome zu behandlen, statt Ursachen. Die meisten Verspätungen bei der S-Bahn ergeben sich nicht WEGEN der Stammstrecke, sondern MIT. Die Ursachen sind fast immer in den Aussenästen zu suchen. Diese sind oft nur Einspurig, so dass bei einer Verspätung in der einen Richtung sich diese auf das ganze Netz ausbreitet! Wie kann es sein, dass es bei viel befahrenen S-Bahn Strecken noch Einspurige Abschnitte gibt?
Darüber hinaus: Die 2. Stammstrecke bedient eine leicht andere Strecke. Für alle Fahrgäste, welche zum Marienplatz wollen, ist die unattraktiv und sogar kontraproduktiv, weil dadurch der Takt für den Marienplatz auf der jeweiligen Strecke praktisch HALBIERT wird! Für alle Fahrgäste, welche eigentlich ein komplett anderes Ziel haben, wäre ein Ausbau um NEUE Strecken (z.b. Südring) wesentlich interessanter. Sie müssten dann ggf gar nicht mehr durch die Innenstadt fahren und hätten einen kürzeren Fahrtweg. Zudem wäre dieser Ausbau um FAKTOREN preiswerter.
Im ganzen Beitrag ist sicher viel richtiges dabei. Dem "die Preise werden immer höher" möchte ich aber widersprechen, zumindest die Monatskarten sind für die meinsten Menschen im MVV seit Dezember deutlich günstiger geworden. Auch die Preise so mancher Einzelfahrt haben sich reduziert, da im ehemaligen Außenraum die Sprünge an den Tarifgrenzen niederiger werden und außerdem großzügigere Übergangsbereiche geschaffen wurden. Die Einzelfahrt im Innenraum ist hingegen deutlich teurer geworden, wobei der Preis für die Streifenkarte gleich blieb. Somit werden Leute, die zumindest abundzu fahren, eigentlich nicht mehr belastet - bis auf dass man mit ein paar Euros in Vorkasse gehen muss.

Was die Nachtlinien betrifft: hatte eigentlich schon das Gefühl, dass es eher mehr wurden in den letzten Jahren, und dass es Taktverdichtungen gab. Ist aber eher subjektiv, der Eindruck,

Bezüglich 2. Strammstrecke: das Thema ist erstmal erledigt, sie wird gebaut. Der Südring wird aber höchstwahrscheinlich längerfristig auch kommen. Ein Fehler bei der 2. Strammstrecke ist sicherlich, dass man von heute 3 Fahrten pro Stunde, Linie und Richtung meist nur auf 2+2 gehen will. 6 Fahrten pro Stunde (3+3, oder 4+2) wären sicher auf vielen Linien angebracht, zumindest in der Hauptverkehrszeit. Den Marienplatz betreffend versteh ich Deine Kritik so: es gibt manche Halte außerhalb des Stammstreckenbereiches, an denen statt heute 3 S-Bahnen pro Stunde nur noch 2 S-Bahnen pro Stunde halten werden. Ich hoff, das hab ich richtig verstanden? Dafür wird es für viele andere Halte schnellere Reisezeiten geben und Bahnen aus dem erweiterten Umland (Buchloe, Augsburg, Landshut?) durch die Münchner Innenstadt durchfahren, sogenannte Regio-S-Bahnen. Das ist wiederum attraktiv. Ich glaube halt auch, dass man es nicht allen immer 100%ig Recht machen kann, es gilt wie so oft Kompromisse zu finden, und einer kann eben schon sein, dass sich das Angebot für schlechter frequentierte Stationen etwas verschlechtert.
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Beitrag von Florian86 » 02.07.2020 - 12:55

Chense hat geschrieben:
01.07.2020 - 16:40
2 stündlich RJX via Mühldorf, Stündlich RJ via Rosenheim wechselnd nach München und Kufstein dabei der Münchner Zug Bedienung aller wichtigeren Halte der Kufsteiner nur Rosenheim (vgl. Meridian) - zusätzlich das gleiche mit Eurocity die mit entsprechendem Material bespannt sind - und Rosenheim - Mühldorf als Verbinder ein stündlicher vertakteter beschleunigter Nahverkehr... so könnte man in diesem wichtigen Bereich sicher sehr viel auf die Schiene holen
Stimme dem ganzen Beitrag soweit zu, will aber mal nur den Mühldorf-Punkt herauspicken. Es gibt ja mittlerweile einen 3. Entwurf für den Deutschlandtakt der Bahn. Karten für die geplanten Verbindungen (Fernverkehr und Nahverkehr, teilweise aber auch etwas widersprüchlich) finden sich im Netz. Zu sehen ist u.a. eine 2-stündliche Fernverkehrslinie München - Wien über Simbach mit 230km/h. Das ist sicher nicht so schlecht. Zusätzlich eine 2-stündliche Fernverkehrslinie München - Mühldorf - Salzburg - Wien/Budapest, wahrscheinlich alternierend. Über Rosenheim sollen dann nur noch (Frankfurt/Stuttgart o.Ä.?) - München - Rosenheim - Salzburg - Villach/Graz zweistündlich fahren. Hoffentlich teilweise auch verlängert in Richtung Kroatien, gibt ja bisher auch einen entsprechenden EuroCity. Ich gehe stark davon aus, dass München - Mühldorf - Salzburg - Wien und München - Rosenheim - Salzburg - Graz/Villach zur selben Stunde fahren sollen, so dass im Taktknoten Salzburg von der einen auf die andere Linie umgestiegen werden kann. Oder man alterniert sogar noch weiter, also lässt mal den Mühldorf-Zug weiter in Richtung Villach, und mal den Rosenheim-Zug. Klingt alles in allem schlüssig, und im Rahmen der ABS 38 (München - Mühldorf - Freilassing/Burghausen) sollen zweigleisige Ausbauten als auch Elektrifizierungen vorgenommen werden. Manche der Ausbauten sind meines Wissens auch schon fertiggestellt oder in der Umsetzung.

Zum Deutschlandtakt im Allgemeinen gibt es zu bemerken: es ist ein Entwurf, der sich sicher noch ändern wird. Gerade international gibt es bei den Zielen, die angefahren werden, sicher noch Überarbeitungen, ebenso wie national. Es ist aber auf jeden Fall zu begrüßen, dass sich erst ein gewünschter und möglicher Fahrplan ausgedacht wird, und dann überlegt wird, welche Ausbauten man braucht. Das ist eine komplett andere Rangehensweise wie noch vor einigen Jahren, wo mehr oder weniger blind drauf los gebaut wurde (oder eben dann doch nicht). Diese Rangehensweise kommt mir sehr sinnvoll vor.

Somit würde ich aber in Bayern v.a. die Neu-/Ausbaustrecken Nürnberg - Würzburg und Augsburg - Ulm als sehr wichtig ansehen, und zwar mit jeweils einer Kantenzeit von knapp unter 30min, so dass die Bahnhöfe in das Taktknotensystem passen.
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Chense » 02.07.2020 - 13:37

Florian86 hat geschrieben:
02.07.2020 - 12:55
Chense hat geschrieben:
01.07.2020 - 16:40
2 stündlich RJX via Mühldorf, Stündlich RJ via Rosenheim wechselnd nach München und Kufstein dabei der Münchner Zug Bedienung aller wichtigeren Halte der Kufsteiner nur Rosenheim (vgl. Meridian) - zusätzlich das gleiche mit Eurocity die mit entsprechendem Material bespannt sind - und Rosenheim - Mühldorf als Verbinder ein stündlicher vertakteter beschleunigter Nahverkehr... so könnte man in diesem wichtigen Bereich sicher sehr viel auf die Schiene holen
Stimme dem ganzen Beitrag soweit zu, will aber mal nur den Mühldorf-Punkt herauspicken. Es gibt ja mittlerweile einen 3. Entwurf für den Deutschlandtakt der Bahn. Karten für die geplanten Verbindungen (Fernverkehr und Nahverkehr, teilweise aber auch etwas widersprüchlich) finden sich im Netz. Zu sehen ist u.a. eine 2-stündliche Fernverkehrslinie München - Wien über Simbach mit 230km/h. Das ist sicher nicht so schlecht. Zusätzlich eine 2-stündliche Fernverkehrslinie München - Mühldorf - Salzburg - Wien/Budapest, wahrscheinlich alternierend. Über Rosenheim sollen dann nur noch (Frankfurt/Stuttgart o.Ä.?) - München - Rosenheim - Salzburg - Villach/Graz zweistündlich fahren. Hoffentlich teilweise auch verlängert in Richtung Kroatien, gibt ja bisher auch einen entsprechenden EuroCity. Ich gehe stark davon aus, dass München - Mühldorf - Salzburg - Wien und München - Rosenheim - Salzburg - Graz/Villach zur selben Stunde fahren sollen, so dass im Taktknoten Salzburg von der einen auf die andere Linie umgestiegen werden kann. Oder man alterniert sogar noch weiter, also lässt mal den Mühldorf-Zug weiter in Richtung Villach, und mal den Rosenheim-Zug. Klingt alles in allem schlüssig, und im Rahmen der ABS 38 (München - Mühldorf - Freilassing/Burghausen) sollen zweigleisige Ausbauten als auch Elektrifizierungen vorgenommen werden. Manche der Ausbauten sind meines Wissens auch schon fertiggestellt oder in der Umsetzung.
Damit wäre man ja eh schon nah an meinem Vorschlag weil dann Salzburg-Rosenheim zusätzlich eben durch die Linie Wien-Bregenz-(Zürich) abgedeckt hätte. Wäre natürlich irgendwo schade für Rosenheim, wenn man den Fernverkehrsknoten teilweise einbüßen würde, allerdings gibt es ja da noch den Meridian nach München der durchaus ein Bindeglied zum Fernverkehr darstellt (allerdings wäre es dann wünschenswert wenn man den Zügen die Fernverkehrssitze verpasst ... ich finde die jetzigen irrsinnig hart). Dieser muss aber dann unbedingt in den Takt der bestehenden Fernverkehrszüge eingegliedert werden, weil sonst die sehr gute ÖPNV- Verbindung zum Chiemsee als quasi Münchner Naherholungsgebiet verlorenginge ... hier könnte ich mir auch durchaus vorstellen, dass je nach Taktmodell zmd. die Eurocityzüge die dort verkehren analog zur Strecke nach Reichenhall als Regionalzug verkehren sollten, um eine mindestens stündliche Anbindung mit max. 1 vertaktetem Umstieg zu erreichen.

Konsens scheint zu sein und das ist auch richtig, dass die Mühldorfer Strecke wichtiger ist. Sie ist nunmal deutlich kürzer und erschließt das extrem wichtige Chemiedreieck.
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Kreon100 » 02.07.2020 - 15:50

biofleisch hat geschrieben:
02.07.2020 - 08:02
Kreon100 hat geschrieben:
01.07.2020 - 11:26
So Kraftausdrücke kann ich immer nicht nachvollziehen. Kommt sicher auf die Region an, aber hier in Hamburg ist der ÖPNV eher sausackstark. Freitag bis Sonntag durchgehende U-Bahn und S-Bahn-Verkehr, Nachtbusse, Schnellbusse, kurze Taktung, extra Busspuren. Hier braucht kein Mensch ein Auto. Ich habe allerdings auch eines, das aber eigentlich nur zum Bierkisten fahren und Wochenendausflüge. Auf dem Dörpen mag das anders aussehen...
"Saustark" ist nu aber auch kein quantifizierbarer oder messbarer Gradmesser.
Lest mal das Buch "Schaden in der Oberleitung" oder schaut euch ein Interview mit dem Autor auf youtu.be an.

Dieser hat akribisch die Veränderungen in ÖPNV und auch ÖPV in Deutschland in den vergangenen JahrZEHNTEN protokolliert. Es sind schleichende Veränderungen, welche von der Allgemeinbevökerung kaum / gar nicht wahr genommen werden. Was aber bei langfristiger Beobachtung und Datenauswertung klar ersichtlich wird: Es geht beständig bergab. Es wurden (weiß es nicht mehr genau) zwischen 25-40% aller Gleise stillgelegt und oder abgebaut!

Wie soll auf so einem ausgedünnten "Netz" noch mit hoher Qualität (Taktung, Zuverlässigkeit) gefahren werden? Das wird immer schlechter - natürlich vor allem auf dem Land. Aber gerade dort ist es eben AUCH notwendig Alternativen zum Auto zu haben.

Ein anderer Punkt: Nach Jahrzehnten kommt die Politik ENDLICH auf den Trichter, dass der OPV attraktiver ist, wenn es einen Taktfahrplan gibt. Dieser verkürzt Umsteigezeiten (die einen großen Teil bei JEDER Fahrtstrecke ausmachen) enorm und wird im Ausland (Schweiz) seit Jahrzehnten erfolgreich genutzt! Dummerweise wird durch hirnrissige Projekte, wie Stuttgart21 eine sinnvolle Taktung komplett verunmöglicht, weil durch die Reduzierung der Gleise die Lienen nicht gleichzeitig im Bahnhof aufeinander warten können. Es kommt dann zu so grotesken Dingen, dass mindestens 50% der Fahrgäste, welche umsteigen wollen eine extrem lange Zeit auf ihren Anschlußzug werden warten müssen, weil dieser aufgrund der Gleisbelegungen bereits abfahren musste!

Bahn in Deutschland ist schlicht und ergreifend extrem schlecht gemanaged, was in dem oben genannten Buch mit Hunderten von Beispielen eindrucksvoll und nachvollziehbar BELEGT wird.

(...)
Der Ausdruck "sausackstark" war ja gerade als kleiner Seitenhieb gedacht :rolleyes:

Ich bin mir sicher, dass wir einer Zeitenwende sind. Aber Stuttgart 21 gehört m.E. hier nicht her, da haben wir sicher schon einen Fred und nur noch mal dazu: Bei S21 geht es um Fahrzeitoptimierung, städtebauliche Verbesserung durch Herausnahme einer Bahn-Schneise aus bester Innenstadtlage und Auflösung einer unwirtschaftlichen Kopfbahnhofsituation. Kann man alles anders sehen, aber die Gleise reichen massig aus, in Hamburg gibt es den Dammtor-Bahnhof, wo seit Jahrzehnten der Fernverkehr auf nur zwei Gleisen abgewickelt wird.

Dass es Missmanagement gibt, ist klar, ist ja auch kein Wunder, wenn der Staat da immer noch rein funkt. Ich bin mir aber sicher, dass wir an einer Zeitenwende angekommen sind und jetzt doch einiges in die richtige Richtung läuft.

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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Chense » 02.07.2020 - 16:00

Kreon100 hat geschrieben:
02.07.2020 - 15:50
biofleisch hat geschrieben:
02.07.2020 - 08:02
Kreon100 hat geschrieben:
01.07.2020 - 11:26
So Kraftausdrücke kann ich immer nicht nachvollziehen. Kommt sicher auf die Region an, aber hier in Hamburg ist der ÖPNV eher sausackstark. Freitag bis Sonntag durchgehende U-Bahn und S-Bahn-Verkehr, Nachtbusse, Schnellbusse, kurze Taktung, extra Busspuren. Hier braucht kein Mensch ein Auto. Ich habe allerdings auch eines, das aber eigentlich nur zum Bierkisten fahren und Wochenendausflüge. Auf dem Dörpen mag das anders aussehen...
"Saustark" ist nu aber auch kein quantifizierbarer oder messbarer Gradmesser.
Lest mal das Buch "Schaden in der Oberleitung" oder schaut euch ein Interview mit dem Autor auf youtu.be an.

Dieser hat akribisch die Veränderungen in ÖPNV und auch ÖPV in Deutschland in den vergangenen JahrZEHNTEN protokolliert. Es sind schleichende Veränderungen, welche von der Allgemeinbevökerung kaum / gar nicht wahr genommen werden. Was aber bei langfristiger Beobachtung und Datenauswertung klar ersichtlich wird: Es geht beständig bergab. Es wurden (weiß es nicht mehr genau) zwischen 25-40% aller Gleise stillgelegt und oder abgebaut!

Wie soll auf so einem ausgedünnten "Netz" noch mit hoher Qualität (Taktung, Zuverlässigkeit) gefahren werden? Das wird immer schlechter - natürlich vor allem auf dem Land. Aber gerade dort ist es eben AUCH notwendig Alternativen zum Auto zu haben.

Ein anderer Punkt: Nach Jahrzehnten kommt die Politik ENDLICH auf den Trichter, dass der OPV attraktiver ist, wenn es einen Taktfahrplan gibt. Dieser verkürzt Umsteigezeiten (die einen großen Teil bei JEDER Fahrtstrecke ausmachen) enorm und wird im Ausland (Schweiz) seit Jahrzehnten erfolgreich genutzt! Dummerweise wird durch hirnrissige Projekte, wie Stuttgart21 eine sinnvolle Taktung komplett verunmöglicht, weil durch die Reduzierung der Gleise die Lienen nicht gleichzeitig im Bahnhof aufeinander warten können. Es kommt dann zu so grotesken Dingen, dass mindestens 50% der Fahrgäste, welche umsteigen wollen eine extrem lange Zeit auf ihren Anschlußzug werden warten müssen, weil dieser aufgrund der Gleisbelegungen bereits abfahren musste!

Bahn in Deutschland ist schlicht und ergreifend extrem schlecht gemanaged, was in dem oben genannten Buch mit Hunderten von Beispielen eindrucksvoll und nachvollziehbar BELEGT wird.

(...)
Der Ausdruck "sausackstark" war ja gerade als kleiner Seitenhieb gedacht :rolleyes:

Ich bin mir sicher, dass wir einer Zeitenwende sind. Aber Stuttgart 21 gehört m.E. hier nicht her, da haben wir sicher schon einen Fred und nur noch mal dazu: Bei S21 geht es um Fahrzeitoptimierung, städtebauliche Verbesserung durch Herausnahme einer Bahn-Schneise aus bester Innenstadtlage und Auflösung einer unwirtschaftlichen Kopfbahnhofsituation. Kann man alles anders sehen, aber die Gleise reichen massig aus, in Hamburg gibt es den Dammtor-Bahnhof, wo seit Jahrzehnten der Fernverkehr auf nur zwei Gleisen abgewickelt wird.

Dass es Missmanagement gibt, ist klar, ist ja auch kein Wunder, wenn der Staat da immer noch rein funkt. Ich bin mir aber sicher, dass wir an einer Zeitenwende angekommen sind und jetzt doch einiges in die richtige Richtung läuft.
Nein ich will keine Diskussion lostreten wie du sagst gibt ea schon einen Thread nur kurz etwas zur Sache an sich:

Dammtor ist eine andere Situation - m.w. kein typischer Umsteigerbahnhof, nicht von allen Linien bedient und kein Hauptbahnhof. Damit sind da einfach andere Vorraussetzungen gegeben - das ist so als würde man sagen Pasing funktioniert ohne den Münchner Hauptbahnhof - tut es nicht weil es eben derzeit nur einen Bruchteil des Umsteigerverkehrs aufnehmen muss.
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von flamesoldier » 02.07.2020 - 22:00

Florian86 hat geschrieben:
02.07.2020 - 12:55
Chense hat geschrieben:
01.07.2020 - 16:40
2 stündlich RJX via Mühldorf, Stündlich RJ via Rosenheim wechselnd nach München und Kufstein dabei der Münchner Zug Bedienung aller wichtigeren Halte der Kufsteiner nur Rosenheim (vgl. Meridian) - zusätzlich das gleiche mit Eurocity die mit entsprechendem Material bespannt sind - und Rosenheim - Mühldorf als Verbinder ein stündlicher vertakteter beschleunigter Nahverkehr... so könnte man in diesem wichtigen Bereich sicher sehr viel auf die Schiene holen
Stimme dem ganzen Beitrag soweit zu, will aber mal nur den Mühldorf-Punkt herauspicken. Es gibt ja mittlerweile einen 3. Entwurf für den Deutschlandtakt der Bahn. Karten für die geplanten Verbindungen (Fernverkehr und Nahverkehr, teilweise aber auch etwas widersprüchlich) finden sich im Netz. Zu sehen ist u.a. eine 2-stündliche Fernverkehrslinie München - Wien über Simbach mit 230km/h. Das ist sicher nicht so schlecht. Zusätzlich eine 2-stündliche Fernverkehrslinie München - Mühldorf - Salzburg - Wien/Budapest, wahrscheinlich alternierend. Über Rosenheim sollen dann nur noch (Frankfurt/Stuttgart o.Ä.?) - München - Rosenheim - Salzburg - Villach/Graz zweistündlich fahren. Hoffentlich teilweise auch verlängert in Richtung Kroatien, gibt ja bisher auch einen entsprechenden EuroCity. Ich gehe stark davon aus, dass München - Mühldorf - Salzburg - Wien und München - Rosenheim - Salzburg - Graz/Villach zur selben Stunde fahren sollen, so dass im Taktknoten Salzburg von der einen auf die andere Linie umgestiegen werden kann. Oder man alterniert sogar noch weiter, also lässt mal den Mühldorf-Zug weiter in Richtung Villach, und mal den Rosenheim-Zug. Klingt alles in allem schlüssig, und im Rahmen der ABS 38 (München - Mühldorf - Freilassing/Burghausen) sollen zweigleisige Ausbauten als auch Elektrifizierungen vorgenommen werden. Manche der Ausbauten sind meines Wissens auch schon fertiggestellt oder in der Umsetzung.

Zum Deutschlandtakt im Allgemeinen gibt es zu bemerken: es ist ein Entwurf, der sich sicher noch ändern wird. Gerade international gibt es bei den Zielen, die angefahren werden, sicher noch Überarbeitungen, ebenso wie national. Es ist aber auf jeden Fall zu begrüßen, dass sich erst ein gewünschter und möglicher Fahrplan ausgedacht wird, und dann überlegt wird, welche Ausbauten man braucht. Das ist eine komplett andere Rangehensweise wie noch vor einigen Jahren, wo mehr oder weniger blind drauf los gebaut wurde (oder eben dann doch nicht). Diese Rangehensweise kommt mir sehr sinnvoll vor.

Somit würde ich aber in Bayern v.a. die Neu-/Ausbaustrecken Nürnberg - Würzburg und Augsburg - Ulm als sehr wichtig ansehen, und zwar mit jeweils einer Kantenzeit von knapp unter 30min, so dass die Bahnhöfe in das Taktknotensystem passen.
Vielleicht bin ich nur zu blöd die Karte zu interpretieren, aber ich sehe keine annähernd direkte Verbindung Stuttgart - Lindau mehr. Bisher wird das mit einem zweistündlichen IRE und einem versetzt zweistündlichen IRE nach Ulm und dann einem weiteren von Ulm nach Lindau abgedeckt, auch wenn der durch die Elektrifizierung der Südbahn seit Jahren nicht mehr durchgehend verkehrt.
45 Skitage in der Saison 17/18:
14x Saalbach, 9x Hintertuxer Gletscher, 5x Kitzsteinhorn, 3x Zillertalarena, 3x Warth/Schröcken, 3x Mellau-Damüls (davon 1x inkl. Faschina), 1x Kitzbühel, 1x Wildkogel Arena, 1x Silvretta Montafon, 1x Schmittenhöhe, 1x Diedamskopf, 1x Sonnenkopf, 1x Fellhorn-Kanzelwand, 1x Ski Arlberg

50 Skitage in der Saison 18/19:
11x Saalbach, 10x Hintertuxer Gletscher, 7x Serfaus-Fiss-Ladis, 5x Sörenberg, 3.5x Axamer Lizum, 2x Mellau/Damüls, 2x Savognin, 2x Ischgl-Samnaun, 2x Warth-Schröcken, 2x Obergurgl/Hochgurgl, 2x Diedamskopf, 1x Sölden, 0.5x Muttereralm

51 Skitage in der Saison 19/20:
14.5x Saalbach, 4x Kals/Matrei, 3x Hochgurgl, 3x Hochzeiger, 3x Kühtai, 2.5x Kappl, 2x Hintertux, 2x Sölden, 2x Glungezer, 2x Savognin, 2x Diedamskopf, 1x Galtür, 1x Ischgl, 1x Rifflsee, 1x Schlick2000, 1x Hochoetz, 1x Malbun, 1x Kitzsteinhorn/Maiskogel, 1x St. Jakob i.D., 1x Sillian Hochpustertal, 1x Wildkogel, 0.5x Schmittenhöhe, 0.5x See

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Beitrag von Florian86 » 02.07.2020 - 22:19

flamesoldier hat geschrieben:
02.07.2020 - 22:00
Vielleicht bin ich nur zu blöd die Karte zu interpretieren, aber ich sehe keine annähernd direkte Verbindung Stuttgart - Lindau mehr. Bisher wird das mit einem zweistündlichen IRE und einem versetzt zweistündlichen IRE nach Ulm und dann einem weiteren von Ulm nach Lindau abgedeckt, auch wenn der durch die Elektrifizierung der Südbahn seit Jahren nicht mehr durchgehend verkehrt.
Nein, Du bist nicht zu blöd, ich sehe auch nur eine Verbindung Würzburg - Stuttgart 21 - Ulm - Friedrichshafen Hafen über die Alb-Neubaustrecke, sowie eine Linie Stuttgart-Bad Cannstadt - Stuttgart 21 - Ulm - Friedrichshafen Stadt über die Geislinger Steige. Von der schnelleren Verbindung über die Neubaustrecke soll es aber wohl in Friedrichshafen Stadt einen 7min-Anschluss nach Lindau-Reutin/Bregenz geben, während die "langsamere" Verbindung einen schlanken Anschluss nach Westen hat. Zusätzlich gibt es wohl eine RB (o.Ä.) Ulm - Friedrichshafen Stadt - Lindau Hbf.
Wie sinnvoll das Ganze ist sei dahingestellt. Schick wäre ja auch sowas wie Würzburg - Lindau, wobei auch Würzburg - Friedrichshafen meiner Meinung nach fast schon Fernverkehr ist, oder eben das was früher der InterRegio war...
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2019/20: Samnaun/Ischgl ~ Davos ~ Dolomiti Superski(x4) ~ Gastein(x3) ~ Brauneck ~ Roc d'Enfer ~ Le Grand Domaine ~ 3 Vallées(x5) ~ Le Grand Bornand ~ Portes du Soleil ~ Christlum ~ Lechtal ~ Warth-Schröcken/Lech-Zürs(x3) ~ Tannheimer Tal
2018/19: Whakapapa/Turoa(x4) ~ Tukino ~ Kronplatz ~ Sella Ronda ~ Nebelhorn ~ Laax(x4) ~ Skiarena ~ Arosa/Lenzerheide ~ Fichtelgebirge ~ Holzelfingen ~ Kranzberg/Herzogstand ~ Kampenwand ~ Kitzbühel ~ Brauneck ~ Skiwelt ~ Saalbach ~ Spitzingsee ~ Ehrwalder Alm/Lermoos ~ 4 Vallées (x3) ~ Arolla ~ Zermatt
2017/18: Zillertal 3000 ~ Splügen ~ Kitzbühel ~ Pizol ~ Monte Rosa Ski ~ Pila ~ Valtournenche ~ Cervinia ~ Toggenburg ~ Laax(x3) ~ Ratschings ~ Superskirama(x8) ~ Cardrona ~ Porters ~ Roundhill ~ Whakapapa/Turoa(x6)
2016/17: Sölden ~ Gurgl ~ Flachau/Wagrain/St. Johann ~ Bad Gastein/Bad Hofgastein(x3) ~ Dorfgastein/Großarl ~ Hochkönig ~ Spitzingsee ~ Kampenwand/Hochfelln ~ Etzelwang/Osternohe ~ Kellerjoch/Pertisau ~ Jenner ~ Tiroler Zugspitzregion(x2) ~ Ski Arlberg(x6) ~ Kühtai/Hochötz
2014/15 (Auswahl): Liepkalnis (Vilnius) ~ Stari Vrh


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Sauerland_6_CLD
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Sauerland_6_CLD » 16.09.2020 - 07:11

Die Politik diskutiert ob nun eine Prämie für Verbrenner eingeführt werden sollte, da die E-Fahrzeugprämie scheinbar dazu führt das die Verbrenner auf dem Hof der Händler stehen bleiben.
Also eine Prämie, die die andere Prämie überbietet... oder so.
Die Provinz ist, wie meistens weiter. Während die Großunternehmen winseln, rammen andere Pflöcke in die Erde.
Leider liegen wir (noch) zu weit weg, sonst würden wir uns auch beteiligen:


https://www.come-on.de/luedenscheid/unb ... e=idTopBox
Die Zeit als Autos und Computer noch Commodore hießen war klar besser


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