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Zukunft der Mobilität!?

... darf auch mal absolut nix mit dem Thema des Forums zu tun haben!

Moderator: maartenv84

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molotov
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von molotov » 17.10.2018 - 09:26

Hier wäre ein E-Bike das Mittel der Wahl ;)
Touren >> Piste


Rüganer
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Rüganer » 17.10.2018 - 20:23

molotov hat geschrieben:
17.10.2018 - 09:26
Hier wäre ein E-Bike das Mittel der Wahl ;)
Bergfan hat geschrieben:
16.10.2018 - 21:33
margau hat geschrieben:
13.10.2018 - 22:00
Falls du den ÖPNV verwendest: Was müsste besser werden? Könntest du dir vorstellen, auf das Auto zu verzichten?
Fahrt zur Arbeit: 15 km.

Mit dem Auto: 18 Minuten
Mit ÖPNV: 95 Minuten, dazu noch der Fußweg von/zu den Haltestellen. Wenn ich bis Mitternacht arbeite, fährt der nächste Bus erst am nächsten Morgen.

Wie soll ich auf das Auto verzichten?
Naja, mitternachts heim im Regen bei 3 Grad 15 km - viel Spass ! Auch mit nem Ebike .

Bergfan
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Bergfan » 17.10.2018 - 22:13

molotov hat geschrieben:
17.10.2018 - 09:26
Hier wäre ein E-Bike das Mittel der Wahl ;)
Nein, ist es nicht.

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Spezialwidde
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Spezialwidde » 18.10.2018 - 09:13

Bergfan hat geschrieben:
17.10.2018 - 22:13
molotov hat geschrieben:
17.10.2018 - 09:26
Hier wäre ein E-Bike das Mittel der Wahl ;)
Nein, ist es nicht.
Wäre es für mich auch nicht. Aber mit was ich gerade liebäugele: Einen Plug In Hybriden mit dem ich rein elektrisch 90% meiner Fahren abdecken kann, das Meiste bewegt sich ja täglich so um die 50 km. Strom hab ich kostenlos mehr als genug, deswegen wäre das für mich besonders interessant. Wenns denn dann mal in den Urlaub geht kann ich mit Treibstoff fahren. Der Preis für ein gutes Modell das auch langstreckentauglich ist schreckt mich aber noch ab.
Als Saarländer der auf dem Land lebt ist es überhaupt nicht möglich völlig auf ein Auto zu verzichten. Bahn gibt es nicht, die Busverbindungen sind katastrophal und unbrauchbar (es gibt zwar einen auf die Schulzeiten abgestimmten Rundbus, der aber wie gesagt nur zu Schulzeiten fährt, völlig überfüllt, nur mit spezieller Schülerkarte nutzbar ist und in den Ferien gar nicht verkehrt). Zum Einkaufen muss man auch pro Weg etwa 10 km einkalkulieren.
Zuletzt geändert von Spezialwidde am 18.10.2018 - 09:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Wurzelsepp » 18.10.2018 - 09:26

Bei mir sieht es so aus:

Wenn du mit dem Auto pendelst: Was müsste passieren, um (auch teilweise) auf das Auto zu verzichten?

Meine Arbeitsstelle ist gut einen Kilometer vom Wohnort entfernt, ich gehe mit dem Velo dorthin und habe (je nach Ampel) keine 5 Minuten... mit dem Auto hätte ich wohl doppelt so lange und müsste am Ziel erst noch um einen der raren Parkplätze kämpfen oder auf die teureren Parkplätze auf Stadtboden ausweichen.

Falls du den ÖPNV verwendest: Was müsste besser werden? Könntest du dir vorstellen, auf das Auto zu verzichten?

Ist in meinem Fall keine Option, da ich zu Fuss mehr oder weniger gleich schnell bin wie mit dem ÖV und mit dem Velo viel schneller.

Was wünschst du dir von Politik und Gesellschaft?

Mehr und bessere Velowege oder wenigstens Velostreifen, die nicht an den kritischen Orten aufhören... ansonsten kann ich mich nicht beklagen

Wie sieht für dich die wünschenswerte Großstadt aus? (Fußgängerzone, Autofrei, Rad(schnell)wege, Tunnel für Autos, starker ÖPNV, wie bisher)?

Als Schweizer von "Grossstadt" zu sprechen ist schon fast frech, da wir das wirklich nur vom Hörensagen kennen... aber in meinen Augen hat ein Auto in einer (Gross)Stadt eigentlich nichts verloren, es braucht zu viel Platz (sowohl fahrend/schleichend als auch stehend), den es in der Stadt einfach nicht hat. Zusätzlich sind idR die öffentlichen Verkehrsmittel gut genug resp. die Wege kurz genug, dass man gut darafu verzichten kann. Am Stadtrand grosse P+R-Plätze einrichten, die dann mit dem ÖV sehr gut ans Zentrum angeschlossen sind, damit man auch die Auswärtigen aus dem Auto kriegt. Da aber neben netten Gesten meist das Portemonnaie entscheidet, halt die Parkgebühren rauf, Parkplätze weg oder sogar eine City-Maut einführen.

Und die Fernreisen: Könntest du dir vorstellen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Skifahren zu gehen? Falls nein, was müsste passieren, dass es attraktiv wäre?

Mache ich schon jetzt in mindestens 80% der Fälle. Zugegeben, mit dem Auto ist man im Berner Oberland deutlich schneller (von mir zB nach Adelboden mit dem Auto 1.25, mit dem ÖV 2.05, dazu kommen noch 10 Minuten zu Fuss an den Bahnhof), aber ins Wallis schon nicht mehr (zB nach Saas-Fee: Auto 2.50 durch den Lötschberg, 3.10 durchs Unterwallis; ÖV 2.40 plus 10 Minuten an den Bahnhof)

Generell, falls du ein Auto besitzt: Ob und unter welchen Umständen könntest du dir vorstellen, auf ein Auto als Eigentum zu verzichten?

Ich besitze kein Auto, wenn ich eins brauche, so nehme ich mir ein Mobility, für meine Bedürfnisse absolut perfekt: Muss mich um nichts kümmern, es steht idR am Bahnhof, es hat meist die passende Grösse für das, was ich will

Angenommen, der ÖPNV wäre kostenlos: Würdest du dies in deinem Alltag einbauen?

Nicht viel mehr als jetzt schon...

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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Che » 18.10.2018 - 09:42

Spezialwidde hat geschrieben:
18.10.2018 - 09:13
Wäre es für mich auch nicht. Aber mit was ich gerade liebäugele: Einen Plug In Hybriden mit dem ich rein elektrisch 90% meiner Fahren abdecken kann, das Meiste bewegt sich ja täglich so um die 50 km. Strom hab ich kostenlos mehr als genug, deswegen wäre das für mich besonders interessant. Wenns denn dann mal in den Urlaub geht kann ich mit Treibstoff fahren. Der Preis für ein gutes Modell das auch langstreckentauglich ist schreckt mich aber noch ab.
Heißt du möchtest für 90% deiner Fahrten einen Verbrenner mit dir herum schleppen, der massig was wiegt und somit den Verbrauch deines Elektroautos steigert, bzw. die Reichweite senkt? Wäre es da nicht vernünftiger, sich während den Urlaubsfahrten einen Wagen zu mieten?
Ich halte als selbstständiger Elektriker ja generell nichts von Elektroautos, aber Hybrid macht in meinen Augen noch weniger Sinn.

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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Spezialwidde » 18.10.2018 - 09:54

Che hat geschrieben:
18.10.2018 - 09:42
Heißt du möchtest für 90% deiner Fahrten einen Verbrenner mit dir herum schleppen, der massig was wiegt und somit den Verbrauch deines Elektroautos steigert, bzw. die Reichweite senkt? Wäre es da nicht vernünftiger, sich während den Urlaubsfahrten einen Wagen zu mieten?
Das wäre natürlich auch eine Möglichkeit. Aber wie gesagt, der Stromverbrauch, auch der Mehrverbrauch einen Verbrenner mitzuschleppen ist mir völlig wurscht. Etwas spontan will ich halt auch sein. Es kommt schon mal vor dass ich morgens auf die Idee komme mal in die Vogesen zum Skilaufen zu fahren, dann wär das mit der Mieterei auch wieder doof.
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von hegauner » 18.10.2018 - 10:56

Dann mal hierzu meine Antworten:

Wenn du mit dem Auto pendelst: Was müsste passieren, um (auch teilweise) auf das Auto zu verzichten?
Ich habe zwei Arbeitsorte beim gleichen Arbeitgeber, d.h. einmal sind es nur 6 km und das zweite mal sind es ca. 35 km bis zum Arbeitsplatz. Die Bahn gewinnt immer -> mindestens gleich schnell, preiswerter, ökologischer und entspannter als mit dem PKW. Daher nehme ich ganz selten das Auto und an den nahen Arbeitsplatz nehme ich auch gerne das Rad.

Falls du den ÖPNV verwendest: Was müsste besser werden? Könntest du dir vorstellen, auf das Auto zu verzichten?
Obwohl ich eher ländlich wohne ist der Nahverkehr schon ganz gut ausgebaut. Die Bahn fährt alle 30min. Mit einem Bahnhof in der Nähe kann ich hier durchaus auf einen PKW verzichten - habe ich auch schon teilweise gemacht. Nicht selten steht das Auto ein paar Tage ungenutzt im Hof. Hätten wir hier nur Anschluss mit Linienbus wäre ich eher abgeneigt.

Was wünschst du dir von Politik und Gesellschaft?
Gerade bei jungen Menschen in der Stadt ist es nicht mehr oberste Priorität ein eigenes Auto zu besitzen und man entscheidet sich dafür das Auto zu verkaufen - wenn der ÖPNV funktioniert. Trotzdem wird man für so eine Entscheidung teilweise immer noch belächelt und es fehlt an Akzeptanz. Gegenüber der Schweiz haben wir in Deutschland einen hohen Investitionsstau beim ÖPNV.

Wie sieht für dich die wünschenswerte Großstadt aus? (Fußgängerzone, Autofrei, Rad(schnell)wege, Tunnel für Autos, starker ÖPNV, wie bisher)?
Der ÖPNV muss weiter gestärkt werden, auch der Ausbau von Radwegen muss weiter voran getrieben werden. Parkpätze in der Stadt müssen m.E. teurer werden. Da wird viel Wohnraum verschenkt.

Und die Fernreisen: Könntest du dir vorstellen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Skifahren zu gehen? Falls nein, was müsste passieren, dass es attraktiv wäre?
Habe ich schon lange umgesetzt. Entweder durch Busreisen in die Skigebiete (in der Regel deutlicher preiswerter als die eigene Anreise) sowie auch mit der Bahn. Da ich direkt an der schweizer Grenze wohne habe ich einen sehr guten Zugang zum Liniennetz der SBB. Obwohl ich nicht ein GA oder Halbtax-Abo besitze gibt es auch hier immer wieder sehr attraktive Angebote. Natürlich bin aber auch bequem oder fahre mit mehreren Freunden, dann bleibt derzeit das Auto die erste Wahl -> wenn es zur Verfügung steht.

Generell, falls du ein Auto besitzt: Ob und unter welchen Umständen könntest du dir vorstellen, auf ein Auto als Eigentum zu verzichten?
Schon eine Zeit lang mal (fast) umgesetzt. Mit Haus und Garten und Hund muss ich aber immer mal wieder zum Transport auf den PKW zurück greifen. Der ÖPNV sollte noch preiswerter werden und das CarSharing weiter ausgebaut werden. Dann könnte man eher noch auf den eigenen PKW verzichten.

Angenommen, der ÖPNV wäre kostenlos: Würdest du dies in deinem Alltag einbauen?
Ich fahre jetzt schon mehr mit dem ÖPNV als mit dem eigenen Auto. Wenn es kostenlos ist wird es wahrscheinlich nur geringfügig mehr sein.
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Skitage 17/18 Feldberg, Toggenburg (2x)
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Skitage 15/16 Feldberg, Melchsee-Frutt, Pizol (2x), Toggenburg
Skitage 14/15 Flumserberg, Meiringen-Hasliberg, Zermatt (2x), Engelberg-Titlis
Skitage 13/14 Flumserberg, Mellau-Damüls, Pizol, Grindelwald/Wengen

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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Sauerland_6_CLD » 20.10.2018 - 16:45

margau hat geschrieben:
13.10.2018 - 22:00
Hallo zusammen,
inspiriert vom Nachbarthread zum Thema fliegen würde ich gerne mal eine kleine Gesprächsrunde über die Zukunft der Mobilität aufmachen.
Konkreter Gedanke dahinter: Ich wohne zurzeit zwecks Studium im Großraum Stuttgart, und pendle täglich ca. 45 Minuten mit der S-Bahn von meinem Wohnort in die City zur Hochschule. Wie man vielleicht mitbekommt, ist Stuttgart - wie viele andere Großräume - verkehrlich "speziell". Einmal war ich im letzten Jahr mit dem Auto in der City, da ich viel zu transportieren habe, und, nun ja - nie wieder freiwillig.

Du kannst nicht, weil Du einmal in die City gefahren bist auf die Situation der anderen schließen.
Wer täglich pendelt, der weiß um Schleichwege und um Umgehungsmöglichkeiten die Du nicht kennst
.

Ich persönlich bin der Meinung, das aktuell der Individualverkehr (Auto) einen viel zu hohen gesellschaftlichen und politischen Wert hat, da mit dem Individualverkehr schlicht nicht die Effizienz erreicht werden kann, die andere Verkehrsträger (auf engem Raum) bieten. Dazu gehören für mich der Flächenverbrauch, die Auslastung und natürlich auch der ökologische Aspekt. Der Extremfall wäre hier für mich der SUV, der an 5 von 7 Tagen der Woche von einer Person alleine zum Pendeln an den innerstädtischen Arbeitsplatz verwendet wird.
Gleichzeitig ist es schwierig, "universell" auf das Auto verzichten zu können: Es ist unbestreitbar, dass man (bis auf wenige Ausnahmen) ohne Komfortverlust auf das Auto komplett oder teilweise verzichten kann.

Das ist Deine Meinung, ich habe eine komplett andere. Der Flächenverbrauch ist zu vernachlässigen, die Strassen sind da und auf Parkplätzen ist es vollkommen egal ob dort ein Smart oder Rolls Royce parkt, sie sind genormt. Im ürbrigen ist der Flottenverbrauch in unserer Ländlichen Region eher bei den Öffentlichen größer, ein mit 5 Personen besetzter Bus braucht sicher mehr vom bösen Diesel als ein viel gescholtener SUV.
Ohne Komfortverlust aufs Auto zu verzichten... Du möchtest mir jetzt bitte nicht ernsthaft erklären das ein stickiger Bussitzplatz mit drei besoffenen und zwei streitenden Pärchen ein Vergleich zu meinem beheizten/ gelüfteten Massagesessel in meinem Auto eine ernsthafte Alternative sein soll, oder? Ich fahre gerne nach Zermatt, aber das Generve mit den ständig überfüllten E-Bussen die nie dann da sind wenn man sie eigentlich braucht ist ein Punkt der die Destination wirklich runter zieht. In Garmisch sind die Strassen voll, ja, aber ich kann mit dem Handy am Hausberg meine Standheizung starten und nach der Abfahrt in meinem warmen Auto mit meiner Musik in meinem Umfeld isoliert von den andren Menschenmassen IN RUHE ins Hotel zurück fahren. Dafür stehe ich gerne ein paar Minuten im Stau, das ist es wert!


Mich würde es sehr interessieren, wie die anderen hier im Forum das sehen.

Da das Thema viel Sprengstoff bietet: es geht hier explizit nicht darum, gegen das Auto als solches zu wettern, sondern lediglich um die Rolle in der Alltagsmobilität.

Einfach mal ein paar Fragen/Ideen/Anregungen:
Wenn du mit dem Auto pendelst: Was müsste passieren, um (auch teilweise) auf das Auto zu verzichten?
Nichts, weil ich mein Auto nicht hergeben werde. Aus o.g. Gründen
Falls du den ÖPNV verwendest: Was müsste besser werden? Könntest du dir vorstellen, auf das Auto zu verzichten?
Für einzelne Fahrten sicher, dafür müßten aber die Bahnhöfe nicht wie öffentliche Pinkelrinnen aussehen und riechen, sondern eher wie Flughäfen.
Was wünschst du dir von Politik und Gesellschaft?
Das endlich die Verteufelung des Autos das hier für über 7 Millionen Arbeitsplätze verantwortlich zeichnet aufhört!
Es ist doch an Lächerlichkeit kaum zu überbieten das man z.B. in Hamburg einzelne Strassenzüge für Diesel sperrt während im Hafen fleißig Schiffe Schweröl/ Bitumen zur Stromerzeugung bei Liegezeiten verbrennen, HALLO?

Wie sieht für dich die wünschenswerte Großstadt aus? (Fußgängerzone, Autofrei, Rad(schnell)wege, Tunnel für Autos, starker ÖPNV, wie bisher)?
so sauber und diszipliniert wie z.B. Singapur

Und die Fernreisen: Könntest du dir vorstellen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Skifahren zu gehen? Falls nein, was müsste passieren, dass es attraktiv wäre?
Öffentlich sowieso nicht! Aber vielleicht werde ich alt genug das man mit einer vollautomatischen Drohne in die Alpen fliegt, um vor Ort die letzte Meile mit einem hochklassigen SUV bewältig :mrgreen:

Generell, falls du ein Auto besitzt: Ob und unter welchen Umständen könntest du dir vorstellen, auf ein Auto als Eigentum zu verzichten?
unter garkeinen!
Angenommen, der ÖPNV wäre kostenlos: Würdest du dies in deinem Alltag einbauen?
die könnten mir noch Geld dabei geben, NEIN!

Vielleicht entwickelt sich ja eine interessante Diskussion daraus; ich bin der Meinung, dass die derzeitige Verkehrsstruktur auf Dauer nicht mehr funktioniert.
Was genau funktioniert nicht? Die meisten Staus sind in der maroden Infrastruktur begründet, hätte unser angeblich so reiches Land es nicht jahrelang versäumt zu investieren, dann hätten wir kaum ein Problem

Viele Grüße
margau
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Schleitheim » 20.10.2018 - 18:36

Vorab, unter der Wuche würde ich mir nicht die Mühe machen, diesen Beitrag zu beantworten.
Wer täglich pendelt, der weiß um Schleichwege und um Umgehungsmöglichkeiten die Du nicht kennst.
Wer täglich mit dem öV pendelt, der weiss in welchem Bahnwagen man ein Viererabteil für sich hat und der weiss, welche Turnschuhanschlüsse existieren, aber nicht publiziert sind. Ein Vielnutzer eines bestimmten Verkehrsmittels reist immer schneller und komfortabler als ein Gelegenheitsnutzer.
Der Flächenverbrauch ist zu vernachlässigen, die Strassen sind da und auf Parkplätzen ist es vollkommen egal ob dort ein Smart oder Rolls Royce parkt, sie sind genormt.
Genau, zusätzliche Fahrspuren werden ja auch keine mehr gebaut, neue Strassen, Tunnels und Umfahrungen sowieso nicht. Eine etwa ähnliche Haltung wie der Vielflieger, der behauptet, dass der Flieger ja sowieso fliege.
Und die Normen sind absolut starr und werden nie verändert. Wenn es mit dem Auto-Grössenwahn so weiter geht, müssen die Normen bald einmal angepasst werden.
Im ürbrigen ist der Flottenverbrauch in unserer Ländlichen Region eher bei den Öffentlichen größer, ein mit 5 Personen besetzter Bus braucht sicher mehr vom bösen Diesel als ein viel gescholtener SUV.
Ein Standardbus (12 m) benötigt ca. 30l/100km im Überlandverkehr, eine VW Tiguan ca. 7l/100km. Die durschnittliche Anzahl Personen pro Auto beträgt ca. 1.15 Personen. Folglich benötigt ein Fahrgast mit dem Bus ca. 6l/100km, einer mit dem Auto ca. 6.4l/100km. Tatsächlich steht der Bus hier nicht wesentlich besser da. Aber wenn die Auslastung immer nur bei 5 Personen liegt, dürfte die Linie eher mit kleineren Fahrzeugen bedient werden. Liegt die Auslastung zu anderen Zeiten höher, liegt der Dieselverbrauch massiv tiefer.
Du möchtest mir jetzt bitte nicht ernsthaft erklären das ein stickiger Bussitzplatz mit drei besoffenen und zwei streitenden Pärchen ein Vergleich zu meinem beheizten/ gelüfteten Massagesessel in meinem Auto eine ernsthafte Alternative sein soll, oder?
Meine Busse und Züge sind in der Regel sehr gut klimatisiert bzw. beheizt. Zudem kann ich einsteigen und die Temperatur stimmt sofort. Beim Auto warte ich in der Regel zehn Minuten. Besoffene treffe ich in der Regel vor allem in den Nachtbussen an (nach 1 Uhr), störend war das Ganze noch nie. Bin viel eher froh, dass die im Bus sitzen und nicht im Auto, genauso wie die streitenden Pärchen.
Für einzelne Fahrten sicher, dafür müßten aber die Bahnhöfe nicht wie öffentliche Pinkelrinnen aussehen und riechen, sondern eher wie Flughäfen.
Zum Glück sehen die bei uns nicht wie Flughäfen aus. Bin froh, dass man an Bahnhöfen keine Sicherheitskontrollen, Zutrittskontrollen und ewig lange Wege hat. Zum Umsteigen benötige ich wohl nie mehr als max. vier Minuten.
Was genau funktioniert nicht? Die meisten Staus sind in der maroden Infrastruktur begründet, hätte unser angeblich so reiches Land es nicht jahrelang versäumt zu investieren, dann hätten wir kaum ein Problem
Vorhin hast du doch noch geschrieben, dass Strassen und Parkplätze sowieso vorhanden sind. Warum muss denn hier investiert werden?
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Sauerland_6_CLD » 20.10.2018 - 19:21

Wo werden den noch groß Strassen neu gebaut?
Wir sind ja noch nichteinmal im Stande die Güterzugverbindung durch den neuen Gotthard Basis so zu verbinden wie wir das der Schweiz einmal zugesagt hatten. Ganz im Gegenteil, die völlig der Wirklich entrückten „Fachleute“ und Politiker diskutieren jetzt tatsächlich die Elektrifizierung von rechten Fahrspuren auf den Autobahnen für den Schwerverkehr.
Offensichtlich ist den Herrschaften entgangen das wir bereits ein funktionierendes Oberleitungssystem haben, nennt sich DB Güterverkehr. Hätte man das mit der irrwitzigen Privatisierung nicht kaputtgespart, dann könnten wir darauf zurückgreifen.
Unsere Schleusen hier im Ruhrgebiet, 100 Jahre alt und kaum instandgehalten, dafür war in userem ach so reichen Land nie Geld da.
Oder Flughäfen, nicht nur in Berlin ein schönes Thema.
Die Grünen argumentieren das man den Flughafen in Dortmund nicht ausbauen kann, weil der ja mitten in der Stadt liegt. Der Flughafen Paderborn Lippstadt 100 km weiter kann man leider auch nicht ausbauen, weil der mitten im Wald liegt und Bäume gefällt werden müßten..... Grüne Verhinderungslogik.
Sorry, aber das einzige worauf ich mich verlasse ist mein Auto, die guten Gründe dafür siehe oben.
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von br403 » 20.10.2018 - 22:29

Bei Sauerlands Posts passt auch das hier gut: https://youtu.be/vXIQVdxdK6Y

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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von margau » 20.10.2018 - 23:23

Hallo,
dann antworte ich auch mal.

Eins vorweg: Ich finde es schade, dass in besagter Meinung alles als Angriff auf "das heilige Auto" aufgefasst wird.
Ziel und Intention dieses Threads ist es, wie oben geschrieben, definitiv nicht, Verkehrsmittel (und die Philosophien dahinter) gegeneinander auszuspielen. Würde mir daher wünschen, dass es bei konstruktiven Diskussionen bleibt - und wie man alles existierende und neue sinnvoll miteinander verbinden kann.
Sauerland_6_CLD hat geschrieben:
20.10.2018 - 16:45
Du kannst nicht, weil Du einmal in die City gefahren bist auf die Situation der anderen schließen.
Wer täglich pendelt, der weiß um Schleichwege und um Umgehungsmöglichkeiten die Du nicht kennst
.
Nun, ich bekomme auch jeden morgen die Radiomeldungen mit. Und wenn man jeden morgen an der selben Stelle 20 Minuten im Stau steht und es generell nur mäßig voran geht, glaube ich nicht, dass durch Schleichwege viel zu holen ist.
Sauerland_6_CLD hat geschrieben:
20.10.2018 - 16:45
Das ist Deine Meinung, ich habe eine komplett andere. Der Flächenverbrauch ist zu vernachlässigen, die Strassen sind da und auf Parkplätzen ist es vollkommen egal ob dort ein Smart oder Rolls Royce parkt, sie sind genormt. Im ürbrigen ist der Flottenverbrauch in unserer Ländlichen Region eher bei den Öffentlichen größer, ein mit 5 Personen besetzter Bus braucht sicher mehr vom bösen Diesel als ein viel gescholtener SUV.

Nun, der Flächenverbrauch der innerstädtischen, dort teuren und knappen Fläche ist ein anderer, ob man Parkplätze für ein Auto oder 5-10 Fahrräder hat. Auf bestehenden Straßen ist es eine andere Lebensqualität, ob 3-spurig Tempo 50 ist, oder Fahrradspur und Raum für Fußgänger (verbindende statt trennende Wirkung). Beispiel: B14 in Stuttgart, diese Straße hat definitv trennende Wirkung und macht die Stadt an dieser Stelle nicht gerade lebenswerter. In der Ländlichen Region kann man klar drüber streiten, aber der ÖPNV hat schnell eine Auslastung (Schülerverkehr...), mit dem auch im Tagesschnitt sinnvoll verringerter Verbrauch erziehlt werden kann.
Sauerland_6_CLD hat geschrieben:
20.10.2018 - 16:45
Ohne Komfortverlust aufs Auto zu verzichten... Du möchtest mir jetzt bitte nicht ernsthaft erklären das ein stickiger Bussitzplatz mit drei besoffenen und zwei streitenden Pärchen ein Vergleich zu meinem beheizten/ gelüfteten Massagesessel in meinem Auto eine ernsthafte Alternative sein soll, oder? Ich fahre gerne nach Zermatt, aber das Generve mit den ständig überfüllten E-Bussen die nie dann da sind wenn man sie eigentlich braucht ist ein Punkt der die Destination wirklich runter zieht. In Garmisch sind die Strassen voll, ja, aber ich kann mit dem Handy am Hausberg meine Standheizung starten und nach der Abfahrt in meinem warmen Auto mit meiner Musik in meinem Umfeld isoliert von den andren Menschenmassen IN RUHE ins Hotel zurück fahren. Dafür stehe ich gerne ein paar Minuten im Stau, das ist es wert!
Nun, ist ein Massagesessel im Auto wirklich ein Argument für Komfortverlust? Oder ist es eher Luxus? Ich sitze lieber im bequemen ICE und habe noch ein Restaurant dabei, statt im Stop-and-Go auf der A8. Im übrigen würde ich fast vermuten, das sich der Großteil der Bevölkerung kein Massagesessel leisten kann. Auch für den Teil der Bevölkerung gehört es meiner Ansicht nach dazu, gute Mobilität zu bieten. Betrunkene Treffe ich in der Bahn meistens nur nach 22 Uhr wenn Wasen ist an - also nicht wirklich etwas für den täglichen Verkehr. Kann mir auf dem Weg ins Parkhaus genau so passieren. Ruhe ist auch relativ...
Sauerland_6_CLD hat geschrieben:
20.10.2018 - 16:45
Für einzelne Fahrten sicher, dafür müßten aber die Bahnhöfe nicht wie öffentliche Pinkelrinnen aussehen und riechen, sondern eher wie Flughäfen.
Nun, ich kenne nur sehr wenige Bahnhöfe, bei denen das so ist. Da sind innerstädtische Parkplätze/Parkhäuser oft nicht besser.
Sauerland_6_CLD hat geschrieben:
20.10.2018 - 16:45
Das endlich die Verteufelung des Autos das hier für über 7 Millionen Arbeitsplätze verantwortlich zeichnet aufhört!
Es ist doch an Lächerlichkeit kaum zu überbieten das man z.B. in Hamburg einzelne Strassenzüge für Diesel sperrt während im Hafen fleißig Schiffe Schweröl/ Bitumen zur Stromerzeugung bei Liegezeiten verbrennen, HALLO?
Das mit den Schiffen ist das auch nicht grade gut. Aber sind wirklich 7 Millionen Arbeitsplätze in Gefahr? Oder sind diese vielleicht sowieso in Gefahr, weil man keine Lust/Plan hat, sich mit zu wandeln? "Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit" - Stichworte in der Automobilindustrie wären beispielsweise Tesla. Klar, ist alles "Work in progress", aber verschlafen hat man hier mindestens was.
Ich bin generell der Auffassung, das man mit möglichst effizientem Verkehr über alle Verkehrsträger auch das beste für die Volkswirtschaft rausholen kann. Nicht mit einseitiger Fokussierung.
Sauerland_6_CLD hat geschrieben:
20.10.2018 - 16:45
unter garkeinen!
Ist schade, ich habe zumindest (kurzfristig nicht erfüllte) Bedingungen, unter denen ich mir das vorstellen könnte.
Sauerland_6_CLD hat geschrieben:
20.10.2018 - 16:45
Angenommen, der ÖPNV wäre kostenlos: Würdest du dies in deinem Alltag einbauen?
die könnten mir noch Geld dabei geben, NEIN!
Schade, ich habe beides gemacht/mache beides beim Pendeln. Hast du es denn mal versucht? Hat alles seine Vor- und Nachteile.
Sauerland_6_CLD hat geschrieben:
20.10.2018 - 16:45
Was genau funktioniert nicht? Die meisten Staus sind in der maroden Infrastruktur begründet, hätte unser angeblich so reiches Land es nicht jahrelang versäumt zu investieren, dann hätten wir kaum ein Problem
Naja, die Effizienz ist niedrig, man verbringt viel Zeit im Stau oder beim warten auf Umstiege, oft hat man keine alternativen zum Auto, Logistik könnte besser sein, Mobilität in Ihren Formen kostet (zu viele) Menschenleben, Mobilität könnte Umweltfreundlicher sein...
Kurz zusammengefasst: Ich denke, wenn man aufhört sich weiterzuentwickeln, hat man schon längst verloren. Und Weiterentwicklung heißt für mich nicht eine neue Spur auf der A8, sondern andere, größere Dimensionen. Möglichst mit gutem Nutzen für die Gesamtbevölkerung und die Volkswirtschaft.

Kurze Anmerkung:
Ich pendle am Wochenende regelmäßig zwischen dem Großraum Stuttgart und dem Rhein-Main-Gebiet. Ca. zur hälfte Bahn, zur hälfte KFZ. Auch und besonders dieser "Einblick" hat mich bewegt, diesen Thread auf zu machen, weil: Optimal ist beides nicht.

Wäre schön, wenn wir auf sachlicher Ebene und ohne "Scheuklappen" weiterdiskutieren könnten.

Viele Grüße
margau


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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Kreon100 » 21.10.2018 - 13:05

Also die Nutzung des ÖPNV hat, denke ich, viel mit einem inneren Ruck zu tun. Wenn ich hier so Zeilen lese, wie im eigenen Auto sitzt man einfach gemütlicher bei eigener Musik und warm etc. dann erkenne ich mich darin total wieder. Habe ich früher genauso gesehen. Bis mir irgendwann diese Stausteherei sowas von auf den Senkel ging, dass ich es mit ÖPNV versucht habe. Auch im Skigebiet und ich muss sagen, kommt mir heutztage irgendwie bescheuert vor, mit dem eigenen Auto womöglich noch bei eisglatter Strecke irgendwo am Ende eines total überfüllten Parkplatzes in Reihe zu stellen, Skischuhe anzuziehen und Skigerödel einige hundert Meter über den Parkplatz hin und, hinterher wieder zurück zu schleppen, Skier, Schuhe grob von Schnee und Eis zu befreien, damit das Auto nicht so nass wird und dann mit dem Auto die gleiche Strecke zurückzufahren, hinter dem Skibus her. :x

Heute fahre ich lieber Skibus. Morgens nehme ich den ersten Skibus, das gibt meinem Skitag Struktur ( :wink: ), ich rede mit dem Busfahrer ein paar Takte, erfahre ein paar Neuigkeiten aus dem Ort. Vor der Rückfahrt sitze ich dann lieber noch an der Bushaltestelle, trinke noch ein Talabfahrtsbier, auch mal zwei (auf der Skipiste bzw, Skihütte trinke ich kein Alkohol), brauche mir keine Gedanken über Promille machen, schnacke mit den anderen über den Skitag, und höre im Bus auf Kopfhörer auch meine eigene Musik. Einfach total gechillt.

Will hier keinem das Autofahren vermiesen, bin auch total gegen Verbote, jeder wie er mag. Will nur mal berichten, dass ich auch im Skiort vor ein paar Jahren umgestiegen bin. Allerdings sind die Bedingungen vor Ort bei uns auch ideal. Skibus hält direkt vor der Haustür, eine der ersten Stationen, bekomme daher immer Sitzplatz, letzter Bus geht um 18:00 Uhr zurück, so dass man bis dahin auch noch Zeit für Apres-Ski hat und da ich sowieso immer bis Ultimo fahre, ist der Bus zurück meistens auch nicht mehr so voll.

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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von rower2000 » 22.10.2018 - 12:13

Mal meine Antworten:
margau hat geschrieben:
13.10.2018 - 22:00
Wenn du mit dem Auto pendelst: Was müsste passieren, um (auch teilweise) auf das Auto zu verzichten?
Deutlich (!!!) bessere Verbindungen. Problematisch insbesondere wenn man wie ich aus Stadtrandlage/Agglomeration in ein Industriegebiet muss, das nicht mit einer direkten S-Bahn-Linie gesegnet ist. Mit dem Auto habe ich am derzeitigen Wohnort pro Richtung 15 bis 25 min je nach Verkehr, mit dem ÖV zwischen 45 und 60 min. Am künftigen Wohnort sind es 25 bis 35 min per Auto, 55 bis 70 min per ÖV. Das Ganze im ÖV halbstündlich, was die mindestbrauchbare Anbindung ist. Will ich auf dem Heimweg noch ins Fitness hab ich am derzeitigen Wohnort mit Auto 0 min zusätzliche Fahrzeit, am künftigen ca. 3 bis 4 min Umweg. Mit dem ÖV derzeit 15 min extra, künftig 25 min extra.
margau hat geschrieben:
13.10.2018 - 22:00
Falls du den ÖPNV verwendest: Was müsste besser werden? Könntest du dir vorstellen, auf das Auto zu verzichten?
Den ÖPNV benutze ich immer und ausschliesslich für Fahrten ins Stadtzentrum sowie für die meisten Freizeitfahrten. Solange mich der ÖV aber eine Stunde Zeit pro Tag kostet ist er für mich keine Alternative.
margau hat geschrieben:
13.10.2018 - 22:00
Was wünschst du dir von Politik und Gesellschaft?
Mehr Anreize für umweltfreundlichere Antriebe. Der oben geschmähte Range Extender für ein E-Auto z.B. muss ja nichts hochleistungsfähiges sein, da genügt ein kleiner aufgeladener 1-l-Motor lange. Dazu flächendeckender Ausbau der Schnellladeinfrastruktur und massiv gesteigerte Investitionen in Stromerzeugung mit geringem CO2-Fussabdruck.
margau hat geschrieben:
13.10.2018 - 22:00
Wie sieht für dich die wünschenswerte Großstadt aus? (Fußgängerzone, Autofrei, Rad(schnell)wege, Tunnel für Autos, starker ÖPNV, wie bisher)?
Grossparkplätze am Stadtrand direkt an den hochrangigen Achsen mit schneller ÖPNV-Anbindung, evtl Kombiticket P+R für innerstädtische Ausflüge. Dazu hochrangige Umgehungen mit genügender Leistungsfähigkeit. Hier ist es immer eine Gratwanderung: Strassenausbau macht den MIV attraktiver, allerdings gibt es kaum was Luftverpestenderes als die täglichen Endlosstaus wenn nicht genügend ausgebaut ist.
margau hat geschrieben:
13.10.2018 - 22:00
Und die Fernreisen: Könntest du dir vorstellen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Skifahren zu gehen? Falls nein, was müsste passieren, dass es attraktiv wäre?
Schnellere Verbindungen, Schliessfächer an den Talstationen um Strassenschuhe einzuschliessen, evtl günstige Kombitickets. Organisierter Gepäcktransport.
margau hat geschrieben:
13.10.2018 - 22:00
Generell, falls du ein Auto besitzt: Ob und unter welchen Umständen könntest du dir vorstellen, auf ein Auto als Eigentum zu verzichten?
Schnelle on-call Verfügbarkeit für Mietwägen (auch für Auslandsreisen), falls man doch mal Auto fahren will oder muss. Bessere Anbindung der (Nah-)Versorgungsorte - mein künftiger Dorfladen z.B. ist vom Sortiment her deutlich zu klein um den Standardwocheneinkauf zu decken und vom nächsten Supermarkt mit schweren Einkäufen ist untermittelprächtig...
margau hat geschrieben:
13.10.2018 - 22:00
Angenommen, der ÖPNV wäre kostenlos: Würdest du dies in deinem Alltag einbauen?
Ja. Wobei mir Zeit heutzutage mehr wert ist als das ÖV-Geld.

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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Kreon100 » 22.10.2018 - 16:49

o.k. wenn man in Randlage wohnt und zu einer Randlage muss, dann ist es schwierig, aber auch das passiert einem ja nicht einfach so. Als wir vor 10 Jahren ein Haus gekauft haben, kam für mich schon nur ein Grundstück in Frage, wo ich direkte Anbindung per U- oder S-Bahn habe. Dafür habe ich wegen des teureren Preises auch auf einige qm Wohnfläche verzichtet. Klar beim Job kann man das nicht so leicht steuern.

Wie gesagt, ich spreche nur von mir und ich muss sagen, so richtig Lust am ÖPNV kam bei mir erst auf, als die Handys internetkompatibel wurden und man wirklich schon mal die Morgenzeitung und ein paar Fachartikel gemütlich auf dem Weg ins Büro, mit eigener Musik auf den Ohren konsumieren konnte. Wenn ich heute doch mal mit dem Auto fahren muss, was vielleicht zweimal im Jahr vorkommt, brauche ich länger als mit dem Rad oder S-Bahn. Es ärgert mich dann, dass ich weder den Vorteil der körperlichen Bewegung habe und auch nichts lesen kann, was für eine Zeitverschwendung, denke ich mir dann.

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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Sauerland_6_CLD » 22.10.2018 - 17:16

Das Auto ist nicht heilig, aber nachdem wir die Kern und Kohlearbeitsplätze erfolgreich exportiert haben, sollten wir doch vielleicht den ein oder anderen hier behalten?!
Umd vor allem sollten wir mal mit Unwahrheiten aufräumen die auch durch ihr ständiges wiederholen nicht richtiger werden.

Die deutsche Automobilindustrie hat überhauptnichts verschlafen!
Mal ganz abgesehen davon dass mir, seitdem ich weiß wie der glorifizierte Herr Musk mit seinen Leuten umgeht, mir solch eine Schüssel eh nicht ins Haus käme, was hat er den großartig geleistet?
Eine Limousine mit Elektromotor und Akku versehen, der weil er über 100.000 € kostet sogar eine halbwegs wettbewerbsfähige Reichweite hat.
Großartig, die deutsche Presse sieht den Unterhang des Abendlandes aufziehen, ahnungslos wie sie ja sind.
Mich würde interessieren ob einer von denen mal einen i3 gefahren hat?
Der Wagen ist nicht nur deutlich innovativer, er kostet auch nur die Hälfte und ist bereits seit Jahren am Markt!
Wer hat hier also was genau verschlafen?
Mal ganz abesehen davon das der Strom für elektronische Autos ja auch irgendwo her kommen muß und Deutschland sich niemals vollkommen aus erneuerbaren Ernergien selbst versorgen können wird.

Mich würde vielmehr interessieren wie es möglich ist, dass eine deutsche Erfindung wie der Volocopter seine Praxiserprobung in einem Wüstenstaat und nicht in good old Germany durchführen muß?
Wer bremst den da und warum?

Airbus stellte auf der letzen Luftfahrtmesse (ILA) eine zweisitzige Drohne vor die autak fliegen können wird.
Unglaublich inzeressantes Konzept wo sich unsere Automobilindustrie unbedingt mit befassen muß.
Es dürfte sogar eher einfacher sein, eine Drohe durch einen dafür geregelten Luftraum zu fliegen als ein Auto dahin zu entwickeln autonom durch Innenstädte fahren zu lassen.
Da sehe ich wesentlich mehr Zukunft drin.

Hyperloop, ein interssanter Ansatz der auch unbedingt weiter verfolgt werden muß.
Keineswegs nur zum Transport von Menschen, die sich vermutlich eher davor scheuen in einer engen Röhre ohne Kontakt zur Außenwelt mit Schallgeschwindigkeit durch die Gegend zu schießen.
Ich sehe das eher im Bezug auf Fracht.

Was ich allerdings garnicht sehe, ist eine Zukunft in der ich mit Regenschirm auf irgendwelche Bimmelbahnen warten muß, die dann überdies meistens verspätet und verdreckt sind.
Nein, dass wird „leider“ nie wirklich meins werden.
Und ich hoffe inständig das sich die deutsche Ingenieurskunst nicht damit zufrieden gibt auf einen ÖPNV zu verweisen der nur kostenlos eine Chance hat akzeptiert zu werden.
(Was nichts kostet ist auch nichts wert)
Die Zeit als Autos und Computer noch Commodore hießen war klar besser

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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von rower2000 » 22.10.2018 - 18:09

Kreon100 hat geschrieben:
22.10.2018 - 16:49
Als wir vor 10 Jahren ein Haus gekauft haben, kam für mich schon nur ein Grundstück in Frage, wo ich direkte Anbindung per U- oder S-Bahn habe. Dafür habe ich wegen des teureren Preises auch auf einige qm Wohnfläche verzichtet.
Das war ursprünglich auch mein Wunsch. Aber im Raum Zürich für mich in meinem Budget einfach nicht zu realisieren. Eine Ortschaft mit direkter S-Bahn-Anbindung kostet hier sofort mal 400.000 bis 500.000 Franken mehr als das Nachbardorf - die Immobilienpreise hier sind jenseits von Gut und Böse. Und einen Preis in der Region von 1,4 bis 1,5 Mio für Wohneigentum wollten wir uns einfach nicht aufhalsen.

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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Kreon100 » 22.10.2018 - 20:10

rower2000 hat geschrieben:
22.10.2018 - 18:09
Kreon100 hat geschrieben:
22.10.2018 - 16:49
Als wir vor 10 Jahren ein Haus gekauft haben, kam für mich schon nur ein Grundstück in Frage, wo ich direkte Anbindung per U- oder S-Bahn habe. Dafür habe ich wegen des teureren Preises auch auf einige qm Wohnfläche verzichtet.
Das war ursprünglich auch mein Wunsch. Aber im Raum Zürich für mich in meinem Budget einfach nicht zu realisieren. Eine Ortschaft mit direkter S-Bahn-Anbindung kostet hier sofort mal 400.000 bis 500.000 Franken mehr als das Nachbardorf - die Immobilienpreise hier sind jenseits von Gut und Böse. Und einen Preis in der Region von 1,4 bis 1,5 Mio für Wohneigentum wollten wir uns einfach nicht aufhalsen.
Ja, wem sagst Du das, totaler Wahnsinn, dass Du heutzutage für 1,5 Mio gerade mal eine Eigentumswohnung bekommst! Aber günstiger wird es nicht, aber anderes Thema. Wir haben damals aber nicht nur auf mal eben 20-30 qm verzichtet sondern eher auf 100 bis 200 qm, um dann doch noch gut angebunden wohnen zu können. Mein Cousin hat für das exakt gleiche Geld ein Haus auf dem Land mit 200 qm mehr gekauft. Zahlreiche unserer Freunde haben mit dem Kopf geschüttelt und eben auch in der Peripherie gekauft, weil die Kinder da auch einen größeren Garten haben. Heute danken unsere Kinder es uns, dass sie unabhängig mit der Bahn in die City kommen, Kino etc. Ich würde es wieder so machen, aber wie gesagt, persönliche Entscheidung...


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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von flamesoldier » 22.10.2018 - 22:48

Dann gebe ich auch mal meinen Senf dazu.

Wenn du mit dem Auto pendelst: Was müsste passieren, um (auch teilweise) auf das Auto zu verzichten?
Ich bin jetzt eine Zeit lang täglich 2x30 km mit dem Auto zur Arbeit gependelt. Letztendlich kostet mich das eher Nerven, Sprit, Verschleiß und Versicherung für eine gewisse Zeitersparnis. (Auto 30-35 min pro Strecke Tür zu Tür, ÖPNV ca. 55 Minuten ohne Verspätung)
Da ich nach Ende meines Studiums nun selbst für sämtliche Kosten abseits der Spritkosten meines Autos aufkommen darf, kommt auch die jährliche Laufleistung für die Versicherungssumme dazu, neben dem Wertverlust. Allein durch die täglichen Fahrten zur Arbeit fahre ich sonst nämlich ca. 14.000 km jährlich, da sind meine diversen Wochenend-Skiausflüge noch nicht einkalkuliert. Das ist es mir mittlerweile nicht mehr wert und ich beiße in den vorerst recht sauren Apfel des ÖPNV-Tickets (Jedermann-Ticket Netz 221 € im Monat, ab nächsten Monat Firmenticket Netz ca. 175 €, ab 1. April Tarifreform VVS und dann 112-121 € je nach Wahl).
Mit dem Auto zur Arbeit bin ich übrigens nur schneller, da ich antizyklisch fahre. Morgens aus Stuttgart raus, nachmittags nach Stuttgart rein. In die Gegenrichtung sieht man jeden Tag ewig lange Staus auf der B14 und nein (@Sauerland_6_CLD), diese kann man nicht durch Schleichwege umfahren. Es gibt keine staufreien Schleichwege hier :lol:
Auch auf meinem täglichen Arbeitsweg ist zu bestimmten Zeiten morgens an einer bestimmten Stelle immer Stau, nämlich am Ausbauende der B14 in Nellmersbach. Das lässt sich tatsächlich über "Schleichwege" bzw. besser gesagt Landstraßen umfahren. Stressfreier ist aber tatsächlich Bahnfahren und daher werde ich meine Autofahrten zur Arbeit erstmal sein lassen, außer ich fahre direkt im Anschluss an den Feierabend in den Urlaub.

Falls du den ÖPNV verwendest: Was müsste besser werden? Könntest du dir vorstellen, auf das Auto zu verzichten?
Am Beispiel Stuttgart kann man einige Dinge konkret erläutern, die dringend verbessert werden müssten. Zuerst kommt da mal das Nadelöhr Innenstadttunnel, wo alle 6 S-Bahn-Linien im 15-Minuten-Takt durch müssen und sich die Verspätungen zu den Hauptverkehrszeiten nur so kumulieren. Um das zu beheben gibt es viele Lösungen, die vermutlich einfachste effektive wäre die Einführung von beidseitigen Bahnsteigen zum schnelleren aus- und einsteigen. Sowas baut man aber selbst bei Stationsneubauten (Siehe S-Bahnhof Stuttgart Mittnachtstraße) nicht :roll:
Eine aufwändigere Lösung wäre ein zweiter Innenstadttunnel à la München, das wird aber teuer, riskant und ist politisch bestimmt sowieso nicht durchsetzbar.
Weitere Möglichkeiten sind die Umsetzung der T-Spange im Zuge von Stuttgart 21, die man bisher ja lediglich mit Bauvorbereitungen für eine eventuell zukünftige Umsetzung vorbereitet. Damit ließe sich der Umsteigeverkehr zwischen Feuerbach und Bad Cannstatt über den Hauptbahnhof direkt führen und auch neue S-Bahn-Linien sind denkbar. Und eine relativ leicht realisierbare Lösung, am Besten in Verbindung mit der T-Spange: die Nutzung der Gäubahn für die S-Bahn inklusive Reaktivierung der alten Haltestellen dort, wenn die Regios irgendwann mal durch den fertigen neuen Hauptbahnhof rollen sollten.
Komplett aufs Auto verzichten könnte ich allerdings nicht, da ich es insbesondere für meine Skireisen und für die Fahrt zu meinen Eltern benötige (zumindest noch für eine gewisse Zeit...). Vor der Streckensperrung diverser Abschnitte zwischen Ulm und Lindau gab es nämlich eine direkte IRE-Verbindung Stuttgart-Ulm-Lindau, die lediglich 2 Stunden gebraucht hat. Mit dem Auto kommst du in unter 2:30 h ohne Stau kaum hinterher. Durch die Elektrifizierungs-Bauarbeiten an der Strecke verlängert sich die umleitungsbedingte Fahrtzeit auf 3:40 h bis 4:10 h + Verspätungen. Das ist für die Strecke deutlich zu lang.

Was wünschst du dir von Politik und Gesellschaft?
Ein generelles Umdenken. In Stuttgart sind sehr viele Leute absolut vernarrt in ihr Auto und fahren jeden Weg damit, egal ob es Sinn ergibt oder nicht. Die Parkgebühren hier sind schon sehr hoch, tägliche Staus vorprogrammiert und einen Parkplatz überhaupt erstmal finden ist auch nicht einfach. Trotzdem fahren jeden Tag aufs Neue abertausende von Autos in die Stadt rein. Was bei der Diskussion um Dieselfahrverbote ja gern mal vermischt wird sind Klimaschutz und Gesundheitsschutz. Bei den Fahrverboten geht es aber in erster Linie um den Schutz der Bevölkerung vor Stickoxiden (NOx) und Feinstaub. Erstere werden hauptsächlich von Diesel-Autos produziert, letztere von allen Fahrzeugen. Wer sich fragt was an "dem Bisschen NOx" denn so schädlich sein soll, dem sei gesagt: Damit wurden vor einiger Zeit Menschen vergast, das sollte genug sagen. Das Zeugs ist absolut gesundheitsschädlich, auch kleine Konzentrationen. Und wenn ein Dieselauto an dir als Fußgänger vorbeigefahren ist riechst du das ziemlich deutlich. Dieser stechende Geruch...
In Stuttgart muss der Ausbau von Fahrradwegen endlich vernünftig angegangen werden. Die Radwege am Neckar entlang sind in stark unterschiedlichem Zustand, von vernünftig asphaltiert bis Rüttelpiste mit Schlaglöchern und Schotterweg ist alles dabei. Eine Fahrt in die Innenstadt ist oft lebensgefährlich. Auf Fahrradstraßen laufen dir die Fußgänger ohne zu gucken vor den Lenker, Autofahrer scheren sich dort einen Dreck darum, dass du als Fahrradfahrer bevorrechtigt bist und an Kreuzungen wirst du generell immer übersehen. Ich bin absolut dankbar dafür, dass ich Scheibenbremsen und sehr gute Reflexe habe, ansonsten wäre ich wohl schon mehrfach unverschuldet im Krankenhaus gelandet. Plötzlich aufgehende Autotüren, Linksabbieger aus Seitenstraßen die mal eben noch vor dir reinziehen, weil du als Radfahrer ja sowieso bestimmt langsam fährst (nein, bergab fahre ich tatsächlich 30-40 km/h...), viel zu schmale Radwege wo man sich kaum gefahrlos überholen kann usw., ich könnte die Liste beliebig weiterführen.

Wie sieht für dich die wünschenswerte Großstadt aus? (Fußgängerzone, Autofrei, Rad(schnell)wege, Tunnel für Autos, starker ÖPNV, wie bisher)?
Sämtliche Straßen benötigen einen vom restlichen Verkehr baulich abgetrennten Radweg. Ansonsten wird man als Fahrradfahrer immer das Nachsehen haben, da es im Zweifelsfall nicht hilfreich ist, wenn auf dem Grabstein steht "aber er hatte doch Vorfahrt". Fußgängerwege sind im Innenstadtbereich oft gut ausgebaut, aber es gibt auch Gegenden, wo der Fußgängerweg plötzlich endet oder auf 20 cm verengt wird. Erklär da mal dem Rollstuhlfahrer oder dem Rentner mit Gehwagen, was er nun machen soll. Radschnellwege sind in Stuttgart in gewissen Richtungen durchaus sinnvoll. Am Neckar entlang, durch den Schlossgarten längs des Talkessels etc.
Die auf den Kesselrändern gelegenen Stadtteile sind da schwieriger anzubinden, da sich wohl kaum jemand täglich den Stress antut, die Höhenmeter hochzuradeln.
Damit der ÖPNV in Stuttgart besser angenommen werden soll, müssen die Ticketpreise noch viel weiter runter als mit der Tarifreform auch erst zum 1. April 2019 geplant. Ein 365 € Jahresticket wäre da ein guter Ansatz. Leider sehen die Städte hier im Umland inklusive Stuttgart es nicht ein, ordentlich in den ÖPNV zu investieren, um die günstigen Ticketpreise zu finanzieren. Die Leute verdienen hier ja gut, also können sie ja auch blechen :roll:
Die Innenstadt gehört weitgehend Autofrei, eventuell die Anwohner ausgenommen. Pendelverkehr aus dem Umland sollte mit großen P+R Parkplätzen an den S-Bahn-Haltestellen in die S-Bahn gelotst werden, dazu muss aber ein günstiges Kombiticket (auch für Abo-Inhaber) her. Bisher gibt es nur einen einzigen P+R Parkplatz in Stuttgart, der ein solches Ticket anbietet (S-Degerloch), aber auch nur für Tagestickets. Die frei gewordenen Verkehrsflächen kann man dann für einen weiteren Ausbau von Stadtbahnen oder Buslinien nutzen, so wie dies derzeit mit der Buslinie X1 auf der B14 zwischen Leuzeknoten und Innenstadt praktiziert wird. (Je Richtung wurde eine Spur dem Individualverkehr entzogen und als reine Busspur abgetrennt)
Für die nahe Zukunft würde sich auch der Bau der Filderauffahrt anbieten, um die innerstädtische B14 vom Durchgangsverkehr zu entlasten (Stichwort Messstelle Neckartor...). Diese schafft eine Verbindung zwischen Dreieck Neckarpark und wahlweise der B27 bei Degerloch oder der A8 bei Neuhausen auf den Fildern.
Zur Entlastung der Pragstraße (B10) zwischen Rosensteinpark und Wilhelma baut man ja derzeit bereits am neuen B10 Rosensteintunnel, dessen Fertigstellung sich allerdings auch leicht verzögert hat.

Und die Fernreisen: Könntest du dir vorstellen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Skifahren zu gehen? Falls nein, was müsste passieren, dass es attraktiv wäre?
Ich bin bereits einmal von Stuttgart ins Tuxertal mit den Öffis gefahren, das war allerdings ein ziemlicher Krampf. Mit Skisack, Skischuhtasche inkl. Helm, vollgepacktem Rucksack, vollgepackter Rollreisetasche und noch zwei nicht mehr reinpassenden Skijacken in den Zug zu kommen, in München und Jenbach umzusteigen und dabei im Zug noch den halben Gang blockieren zu müssen da es viel zu wenig Gepäckstauraum gibt ist wirklich nicht angenehm.
Dasselbe Spielchen hatte ich auch auf dem Rückweg von einer Skireise, abgeladen wurde man vom Bus am Stuttgarter Flughafen, danach ging es mit der S-Bahn weiter nach Hause. Mit Biegen und Brechen habe ich es heim geschafft, das ist definitiv nicht wiederholungswürdig.

Generell, falls du ein Auto besitzt: Ob und unter welchen Umständen könntest du dir vorstellen, auf ein Auto als Eigentum zu verzichten?
Angenommen, der ÖPNV wäre kostenlos: Würdest du dies in deinem Alltag einbauen?

Dazu bräuchte es deutschlandweit ein vernünftig ausgebautes Schienennetz und das sehe ich nicht ansatzweise kommen. Wir haben viel zu wenig Schnellfahrstrecken, die vorhandenen werden teilweise für den Güter- und Regionalverkehr, hart ausgedrückt, "missbraucht" und manche IC- und sogar ICE-Strecken sind bis heute nur eingleisig (!) ausgebaut und/oder nicht elektrifiziert. Das ist für ein Land wie Deutschland ein Armutszeugnis.
In der Vergangenheit wurden von der Deutschen Bahn reihenweise Nebenstrecken stillgelegt, die man heutzutage oft schmerzlich vermisst. Eine Reaktivierung steht für das staatliche, privatrechtliche Unternehmen aber nur selten auf dem Plan... außer die öffentliche Hand gibt kräftig dazu.
Zum Thema Güterverkehr: in Deutschland wurden in den letzten Jahren massenweise Schienenanschlüsse von Unternehmen stillgelegt, stattdessen setzt man auf Lastwagen. Einer der größten Spediteure Deutschlands, DB Schenker (eine Tochter der Deutschen Bahn), betreibt eine riesige, wenn nicht die größte, Lastwagenflotte im Land. Trotzdem reden viele Politiker immer noch von der Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene, das ist eine Farce.
Um zumindest noch weiter aufs Auto verzichten zu können müsste auch erstmal eine ganz banale Regelung gestrichen werden: im VVS darf man zwischen 6 und 9 Uhr in der S-Bahn und in Regionalverkehrszügen Fahrräder nur mit einem zusätzlichen Kinderticket mitnehmen. Das gibt es maximal als 4er Ticket, es gibt kein Fahrrad-Wochen-, Monats- oder Jahresticket. In der U-Bahn ist die Fahrradmitnahme zwischen 6.00 und 8.30 Uhr sowie zwischen 16.00 und 18.30 Uhr komplett verboten. Dort macht es aufgrund der Auslastung der meisten Strecken durchaus Sinn, in der S-Bahn ist das reine Geldmacherei (da es ja nicht komplett verboten ist) und auf fast allen Linien vollkommen überflüssig. Die Auslastung ist dort eher nachmittags im Feierabendverkehr abschnittsweise so hoch, dass die Fahrradmitnahme erschwert ist. Aber da darf man es kostenlos mitnehmen...
45 Skitage in der Saison 17/18:
14x Saalbach, 9x Hintertuxer Gletscher, 5x Kitzsteinhorn, 3x Zillertalarena, 3x Warth/Schröcken, 3x Mellau-Damüls (davon 1x inkl. Faschina), 1x Kitzbühel, 1x Wildkogel Arena, 1x Silvretta Montafon, 1x Schmittenhöhe, 1x Diedamskopf, 1x Sonnenkopf, 1x Fellhorn-Kanzelwand, 1x Ski Arlberg

50 Skitage in der Saison 18/19:
11x Saalbach, 10x Hintertuxer Gletscher, 7x Serfaus-Fiss-Ladis, 5x Sörenberg, 3.5x Axamer Lizum, 2x Mellau/Damüls, 2x Savognin, 2x Ischgl-Samnaun, 2x Warth-Schröcken, 2x Obergurgl/Hochgurgl, 2x Diedamskopf, 1x Sölden, 0.5x Muttereralm

1 Skitag in der Saison 19/20:
1x Hochgurgl

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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von margau » 08.12.2018 - 18:28

Hallo,
zufällig auf Twitter gefunden:
https://highsource.github.io/rail2ski/
https://twitter.com/hashtag/rail2ski?src=hash

-> ein Hackathon-Projekt, welche Skigebiete mit der Bahn gut erreichbar sind.

Viele Grüße
margau
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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von B-S-G » 08.12.2018 - 20:18

Naja, den Kranzberg in Mittenwald zB würde ich jetzt nicht gerade als gut erreichbar angeben. Natürlich kommt man hin, aber 1,1 km Fußweg und 80 Höhenmeter sind mit Skiausrüstung zu viel, um eine Alternative zum Auto darzustellen. Trotzdem eine interessante Idee mit der Karte.

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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Sauerland_6_CLD » 08.12.2018 - 20:25

Tolle Idee die mit Sicherheit einschlägt.

https://www.glacierexpress.ch/de/angebo ... nce-class/

Auch in Deutschland träumen einige ja nach wie vor vom Rheingold.
Sicher wirtschaftlich tragbar in der älter werdenden Gesellschaft.
Eher ich mich in die Holzklasse im Flieger zwänge könnte man im Urlaub auch mal auf die Bahn setzten wenn solche Angebot mehr werden...
Die Zeit als Autos und Computer noch Commodore hießen war klar besser

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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Wurzelsepp » 09.12.2018 - 11:44

Und dann schau mal kurz auf den Preis... da zeigt sich schnell, dass das nicht massentauglich ist.

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Re: Zukunft der Mobilität!?

Beitrag von Marmotte » 09.12.2018 - 11:52

Sauerland_6_CLD hat geschrieben:
08.12.2018 - 20:25
Tolle Idee die mit Sicherheit einschlägt.

https://www.glacierexpress.ch/de/angebo ... nce-class/

Auch in Deutschland träumen einige ja nach wie vor vom Rheingold.
Sicher wirtschaftlich tragbar in der älter werdenden Gesellschaft.
Eher ich mich in die Holzklasse im Flieger zwänge könnte man im Urlaub auch mal auf die Bahn setzten wenn solche Angebot mehr werden...
Gerade wenn es um umweltfreundliches und nachhaltiges Reisen in der Zukunft geht, ist dies sicherlich eine tolle Alternative.
Für Deutschland zweifele ich aber im Moment noch, ob dies für viele aufgrund des Preises eine Alternative ist. Erstens sind es wohl nur Wenige, die sich dies leisten können und so viel Geld dafür ausgeben würden und zweitens gilt leider immer noch "Geiz ist geil"...


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