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Hintertuxer Gletscher

Archiv aus der Saison 2011 / 2012 "wie war der Winter?"
bis 30.09.2012

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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von Arlbergfan » 07.08.2012 - 00:25

8O

Wahnsinn, dass der komplette Gletscher praktisch schon wieder aper ist. Ich hätte das nicht gedacht, bei den Schneemengen dieses Jahr. Achja, ich weiß, ich leb in einer Traumwelt...
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Af
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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von Af » 07.08.2012 - 09:30

Nochmal für die Leute die anscheinend die Schneemengen vom Arlberg generell als Schneemenge für ganz Österreich oder die gesamten Alpen ansehen:

Der Schnee war dieses Jahr von der Menge extremst unterschiedlich verteilt. Arlberg ist wieder untegegangen, der Kitzbühler Raum auch(zusammen mit Regen allerdings) dafür sind die südlichen Gebiete fast leer ausgegangen. Und Tux bekommt halt von den Südströmungen ordentlich Schnee ab. Eher mehr als von Nordströmungen. Dazu wars im Frühjahr viel zu warm und hat auch ordentlich weit raufgeregnet. Somit war im Mai bereits viel weggeschmolzen (Siehe meine Beobachtungen in Sölden und Tux). Dazu ein zu warmes Frühjahr, ein verregneter Sommer (Im Süden wieder zu warm) und schon ist der Schnee dahin.

Jetzt kommt erst mal der wärmste Monat August dazu ein traumhafter Herbst, dann wirds auf den Gletschern mal wieder extremst übel aussehen.
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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von 3303 » 07.08.2012 - 09:44

Af hat geschrieben:Jetzt kommt erst mal der wärmste Monat August dazu ein traumhafter Herbst, dann wirds auf den Gletschern mal wieder extremst übel aussehen.
So siehts aus. Die Saison wurde insgesamt als viel schneereicher wahrgenommen, als sie insgesamt (für den Alpenraum) war. Die großen, lauwarmen Regenmengen bis weit über 3000m haben der Schneeschicht dann den Rest gegeben. Firn in komfortablem Maße gibts ja unterhalb von 3500m kaum noch. Es geht weiter an die Substanz, obwohl die sich schon deutlich nach oben zurückgezogen hat.
Auch wenn manche es nicht hören wollen, genau das ist eben der Klimawandel.

Zum Thema Sommerski in Hintertux:
Das was heute an Schneerzeugungsindustrie da oben rumsteht und wie die Landschaft mit geschwundenem Gletscher und Kunstschneebändern aussieht, macht für mich nicht die Sommerskifaszination aus.
Für mich zählt mittlerweile nur noch Eins: ich habe es gehabt.

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Pistencruiser
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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von Pistencruiser » 07.08.2012 - 10:55

3303 hat geschrieben:Für mich zählt mittlerweile nur noch Eins: ich habe es gehabt.
Das bringt es wohl auf den Punkt:
Sommerski wie es früher möglich war, nämlich das ganzjährige Skifahren auf Firn oder zur forgeschrittenen Tageszeit dann immerhin noch auf Sulz - zumindest auf einer Unterlage welche noch die Bezeichnung Schnee verdient hat - wird's in seiner klassischen Form wohl nicht mehr geben.
Das Gerutsche auf steindurchsetztem Chruched-Ice lässt sich wohl kaum noch als das relaxte Gletscherfeeling verkaufen was es mal war.
Nur mehr was für wirklich hartgesottene.
Die einen kennen mich — die anderen können mich...!
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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von seilreiter » 07.08.2012 - 22:35

:sniff: was würde ich für eine Sommerski -Retro-Zeitreise in die 70er geben ...

Die Strategie der Gletscherskigebiete berücksichtigt das Verschwinden der Gletscher ja auch schon.
Wozu sonst die Beschneiung bis weit über 3000m ausbauen (Pitztal z.b.).
Man wird sich auch in 10 Jahren das Herbstskigeschäft nicht nehmen lassen wollen.
Ab Ende Sept. sollte zumindest nachts eine Beschneiung möglich sein.
Die Veränderungen am Landschaftsbild müssen dann noch gravierender ausfallen - die werden keine Geröllhalde mit 1m großen
Felsblöcken 1,5m dick mit Kunstschnee eindecken - viel zu teuer.
Werds mir dann wohl im Oktober verkneifen mit dem Skifahren und auf einen frühzeitigen Wintereinzug auf den Grashängen im Allgäu hoffen ;-)

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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von sky-world » 10.08.2012 - 10:55

Es weiß doch bis jetzt auch noch keiner wie es in 10 bzw. 20 Jahren oder noch länger aussieht, eins ist wohl sicher Gletscher wird es nur noch vereinzelt und flächenmässig gesehen sehr kleine Gebiete geben. Die Winter werden immer kürzer bzw. wärmer ausfallen, daher müssen die Skigebiete ja alles versuchen um wenigstens noch einigermaßen fahrbare Bedingungen im Winter und auch in Teilen des Sommers zu bieten also muss man wohl die Beschneiung ausbauen oder man gibt einfach das Skigebiet auf. Erste Folgen des antropologischen Klimawandels, schlimm aber man kann nun nur noch Schadensbegrenzung betreiben, gerade an den Gletschern erkennt man diesen Wandel in schlimmster Form.
Vielleicht geschieht auch noch ein Wunder: Die Temperaturen sinken, das Eis wird wieder dicker und man hat auch im August und September noch eine ausreichende Restschneedecke auf über 3.000m.

Mfg
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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von 3303 » 10.08.2012 - 14:43

sky-world hat geschrieben:.... daher müssen die Skigebiete ja alles versuchen um wenigstens noch einigermaßen fahrbare Bedingungen im Winter und auch in Teilen des Sommers zu bieten also muss man wohl die Beschneiung ausbauen oder man gibt einfach das Skigebiet auf. ..
Letztere Möglichkeit ist mir da sympathischer.
Ich merke es an Gebieten wie Hintertux. Früher im September nach dem ersten Neuschnee oder im Frühsommer mit echtem Gletscherambiente hat es mich richtig dorthin gezogen.
Wenn ich jetzt Bilder betrachte, stößt mich die künstlich geschaffene, verbaute Landschaft eher ab. Ich würde da nicht mehr hochfahren, weil
Pistencruiser hat geschrieben:das relaxte Gletscherfeeling
durch einen K(r)ampf gegen die Realität ersetzt wurde. Der Traum vom Gleiten auf gleßenden Firngipfeln im Sommer ist für mich persönlich nicht durch moderne Maschinerie zu synthetisieren.


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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von Eumel153 » 10.08.2012 - 23:10

Die Gletscherschmelze ist schon ziemlich erschreckend. Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass das Abschmelzen nicht erst seit 20-30 Jahren vonstatten geht. Die Gletscher Schmelze läuft inzwischen ja ca. 100 Jahre.

Natürlich kommt beim Fahren auf Crushed Ice nicht gerade Sommerski Feeling auf. Aber das ist nicht erst die letzten 10 Jahre so. Darum habe ich mal meine Bilder aus 1992 rausgekramt. Damals hat mich der schlechte Gletscherzustand nämlich auch schon genervt hat und richtiges Sommerski Feeling kam irgendwie nicht auf.

Hier mal ein Vergleich mit Fotos, die ich hier im Forum gefunden habe :

05.08.2012 (von Starli)
Bild

Ende August 1992 :
Man beachte die Traverse zur Talstation Olperer. Völlig schneefrei. Und das schon 1992 auf über 3000m.
Bild

27.07.2012 (von skidevil99):
Dieses Bild hat mich schon ziemlich erschreckt, denn oberhalb vom TFH kann man das ja kaum noch Gletscher nennen.
Bild

Ende August 1992:
Wobei es auch schon 1992 keine wirklich Schneeauflage mehr gab.
Bild

05.08.2012 (von Starli)
Bild

Ende August 1992:
Bild

Das folgende Bild passt leider nur bedingt aber ich habe leider kein besseres hier im Forum gefunden.
Trotzdem mal zum Vergleich:

2005 (von Starli)
Bild

Ende August 1992:
Bild

Die 90er Jahre waren auf den Gletschern also keinesfalls besser, nur sind die Gletscher inzwischen kleiner geworden. :cry:

VG

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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von CruisingT » 11.08.2012 - 00:23

@Eumel

Danke dir, dass du dir die Mühe gemacht hast die Vergleichsbilder heraus zu suchen.

In meinen Augen hast du aber einen kleinen Umstand etwas unterbewertet, resp. außer acht gelassen:
Der August ist normalerweise der schlimmste Monat für die Gletscher.
Die alten Bilder sind alle mit "Ende August" betitelt. Starlis Bilder sind hingegen von Anfang August und zeigen einen ähnlichen Zustand. Daher können die nächsten, sehr kritischen Wochen für die Massenbilanz richtig verheerend werden.

Ja, es gab auch früher schon sehr üble Sommer auf den Gletschern.
In der Zeit Mitte 90'er bis Mitte 00'er war ich sehr oft und sehr viel im Frühjahr, Sommer und Herbst auf den Gletschern unterwegs.
Mein subjektiver Eindruck deckt sich mit dem der meisten Forenkollegen: Die Dauer der Firnbedeckung der Gletscher war merklich länger als es die Tendenz der letzten Jahre aufzeigt.
Auch hat die Dynamik der Abschmelzung in meinen Augen zugenommen - was allerdings nicht verwundert, wenn es keinen Nachschub mehr gibt, keine Nährgebiete mehr existieren und die (warmen) Felsflächen um die Gletscher herum immer größer werden.

Sehr eindrücklich lässt dich dieser Sterbeprozess gerade am Kaunertaler mittels Webcam beobachten.
Ich glaube bis dato konnte man im Internet nur sehr selten derart dem Sterben eines Gletschers folgen.

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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von Eumel153 » 11.08.2012 - 01:24

CruisingT hat geschrieben:@Eumel
Der August ist normalerweise der schlimmste Monat für die Gletscher.
Die alten Bilder sind alle mit "Ende August" betitelt. Starlis Bilder sind hingegen von Anfang August und zeigen einen ähnlichen Zustand. Daher können die nächsten, sehr kritischen Wochen für die Massenbilanz richtig verheerend werden.
Die Schneeauflage in Starlis Bildern ist ja auch noch "etwas" besser. Von daher dürften wir Ende August bei einem ähnlichen oder sogar schlechteren Zustand landen.

Wobei es mir ohnehin nicht um einen direkten Vergleich ging. Und für eine persönl. Tendenz war ich nicht häufig genug beim Sommerski. Das Ergebnis braucht aber wohl wenig eigene Erfahrung. :cry:
Ich wollte eigentlich nur zeigen, dass es schon Anfang der 90er mit der Sommerski Romantik nicht weit her war. Andere Photos hier im Forum haben das ja schon gezeigt.
Vermutlich kam das Anfang der 90er noch nicht so regelmäßig vor.
Auch hat die Dynamik der Abschmelzung in meinen Augen zugenommen - was allerdings nicht verwundert, wenn es keinen Nachschub mehr gibt, keine Nährgebiete mehr existieren und die (warmen) Felsflächen um die Gletscher herum immer größer werden.
Die Dynamik hat in meinen Augen deshalb zugenommen (neben dem fehlenden Nachschub), weil flache Gletscherzungen schneller abtauen. Ich kenne zwar die Topographie nicht aber ich denke, dass Olperer und GB3 langsamer abtauen werden, weil es vermutlich eine kompakte Gletschermasse gibt. Oberhalb vom TFH hat sich die Gletscherzunge über einen Buckel geschoben und war dort entsprechend dünner. Darum ging das zum Schluss auch so schnell. Was habe ich hier gelesen ? 2003 war der Gletscher oberhalb TFH noch zusammenhängend. 10 Jahre später ist er kaum noch zusammenhängend zu nennen. Ich fürchte, hier wird es besonders schnell gehen.
Sehr eindrücklich lässt dich dieser Sterbeprozess gerade am Kaunertaler mittels Webcam beobachten.
Ich glaube bis dato konnte man im Internet nur sehr selten derart dem Sterben eines Gletschers folgen.
Ich verfolge den Kaunertaler Gletscher erst seit ca. 2 Jahren. 91 oder 92 war ich im Kaunertal.
Skilaufen konnte man das schon nicht mehr nennen. 100-200m Firnauflage, der Rest Crushed Ice. Heute gibt es nicht mal mehr die 200m.

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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von noisi » 11.08.2012 - 09:42

Es ist schon richtig das sich die Gletscher seit gut 150 Jahren durchschnittlich zurückziehen. Was man jedoch nicht außer Acht lassen sollte, in den 70er/80er Jahren gab es eine Reihe von sehr Gletschergünstigen Sommern die schließlich sogar zu einen mehr oder weniger starken Vorstoß vieler Gletscher führten. Teilweise sind einige Gletscher den ganzen Sommer lang nicht schneefrei geworden. Entsprechend aufgewölbt waren zu dieser Zeit die Gletscherzungen. Zufälligerweise (oder gerade deshalb?) ist dieser Zeitraum auch mit der Boomphase des Sommerskilaufs zusammengefallen.
Dieser "Massenüberschuss" der Zungen wurde dann in den 90er Jahren nach und nach aufgezehrt bis der Nachschub entgültig ausblieb und die nun nicht mehr genährten Eisfelder zu zerfallen begannen. Das ganze hat sich durch die teils extrem Gletscherfeindlichen Jahre im neuen Jahrtausend noch weiter beschleunigt und wird noch andauern.
Da mein Bildhoster seine Verzeichnisstruktur geändert hat, werden die Bilder in meinen Berichten z.T. nicht mehr angezeigt. Auf konkreten Wunsch stelle ich sie wieder her.

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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von Eumel153 » 11.08.2012 - 10:19

Der diesjährige Sommer hat mich schon sehr verblüfft. Ich hätte gedacht, dass dieses Jahr einiges an Schnee auf den Gletschern liegen bleibt. Eine wirkliche Hitzeperiode hatten wir ja nicht.

Jetzt sieht es schlimmer aus, als bei den ganze Hitze Sommer Jahren.

Der Sommer war zwar nicht besonders heiß und aber auch nicht kalt und verregnet. Im Flachland gibt und gab es lange Perioden mit guten 20°C. Damit fällt der Niederschlag nicht mehr als Schnee. Das wurde hier im Forum ja schon diskutiert. Ich hätte nicht erwartet, dass das so viel ausmacht.

1-2 Monate heiß und dann 1-2 kalt und verregnet wäre für die Gletscher besser gewesen, als durchgehend mittelwarm und verregnet. :cry:

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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von Nuno » 11.08.2012 - 10:52

Sehr interessante Vergleichsbilder, danke! Deckt sich auch mit mein eigene Beobachtungen Anfang 90er Jahren als ich noch oft im Hochgebirge unterwegs war. Damals z.B. endlos langen Blankeisüberquerungen am Grossvenediger, aber sehr imposanten Eisbrüchen. Dafür aber in 93 fast durchgehend Schneebedeckten Gletscher anfang August als es vorher 2 Wintereinbrüche gab mit bis zu 50cm Schnee auf 3500 Meter.

Dieses Jahr war schlecht weil:
- Zwar überdurchschnittlich viel Winterschnee in vielen Gebieten, aber die Vorwinter gab es eigentlich fast keine nennenswerten Niederschläge.
- öfters regen bis auf über 3500 meter
- Kein wirkliche Wintereinbrüche im Sommer mit 20+ cm Schnee (nur einer von dieser bremst die Ablation mit +- einer Woche, je nach Witterung nachher natürlich)
- Es gibt fast kein vorjahresfirn mehr, also sieht man direkt auf Blankeis wenn die Schneeauflage weg ist. (Vergleich 2003, wo man die Firnschichten von Jahren sah wie Jahresringen beim Baum).

Also, dieser Sommer ist mal wieder ein Beweis dafür dass die Witterungsablauf im Sommer weitaus ausschlaggebender ist für die Gletscherzustand als die im Winter.


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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von 3303 » 11.08.2012 - 11:01

noisi hat geschrieben:... in den 70er/80er Jahren gab es eine Reihe von sehr Gletschergünstigen Sommern die schließlich sogar zu einen mehr oder weniger starken Vorstoß vieler Gletscher führten. Teilweise sind einige Gletscher den ganzen Sommer lang nicht schneefrei geworden. ....
Das stimmt grundsätzlich. Allerdings stimmen die Zeiträume nach meinen Kenntnissen nicht so ganz. Grundsätzlich sind die Gletscher auch von den 50ern bis in die 70er zurückgegangen.
Tendenziell kalte Sommer gab es wohl in den 60ern und 70ern.
Aber bereits Anfang der 80er war die Sommerskisituation deutlich eingeschränkt. Seit 1980 habe ich das eigentlich jeden Sommer beobachtet. Und selbst 1980 war es schon enorm viel schlechter als zB 1965.
Habe mich mal lange mit einem ehemaligen Sommerskilehrer vom Corvatsch unterhalten, der von Anfang an in den 60ern dabei war und so geplaudert hat, was damals alles möglich war. Demnach waren sogar die 70er schon insgesamt ungünstiger als die 60er.
Direkt vergleichen konnte ich Karten der Schweizer Landestopographie aus den 50ern, 1977 und aus den 2000ern. Auf der 1977er karte ist der Gletscher deutlich kleiner als auf der aus den 50ern.
Ich denke, dass es in Hintertux auch eine ähnliche Entwicklung genommen haen dürfte, auch wenn es natürlich eine ganz andere Wetterzone ist. Die Höhenlage ist ungefähr vergleichbar.
Wirklich kalt war es offenbar so um 1900, als die Gletscher tatsächlich vorstießen.
Die kurze Abkühlungsphase in den 60ern und 70ern stellt sich mir eigentlich eher als eine Delle in der Erwärmungskurve seit den 10er oder vielleicht 20er Jahren des 20sten Jahrhunderts dar.
Zuletzt geändert von 3303 am 11.08.2012 - 11:06, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von Stäntn » 11.08.2012 - 11:06

Also ich bin a) etwas zu jung um Erfahrungen vor den 90ern einschätzen zu können und b) auch ein Laie was das angeht. Aber sehr interessante Diskussion / Aufarbeitung hier anhand eines sehr gut dokumentierten und bekannten Gebiets in Hintertux...

Aber naive Frage: Kann es sein dass dieser katastrophale Herbst 2011 nicht einen riesen Einfluss hat auf das Nährgebiet hatte?? Nicht der Frühling, nicht der Sommer? Der Herbst 2011, der bis zum 2. Advent andauerte, war in den letzten 12 Monaten (für mich) so das ziemlich auffälligste klimatische Großereignis. Oder??
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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von k2k » 11.08.2012 - 11:37

noisi hat geschrieben:... in den 70er/80er Jahren gab es eine Reihe von sehr Gletschergünstigen Sommern die schließlich sogar zu einen mehr oder weniger starken Vorstoß vieler Gletscher führten. Teilweise sind einige Gletscher den ganzen Sommer lang nicht schneefrei geworden. ....
Wobei es umgekehrt auch schon zu Zeiten des Sommerski-Booms in den 60ern und 70ern Sommer gegeben haben soll, in denen Gletscherskigebiete im Sommer aper waren. Beispielsweise gibt es entsprechende Berichte vom Col de l'Iséran, wo man damals schon teilweise im August schließen musste.
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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von noisi » 11.08.2012 - 12:01

Das es in dem genannten Zeitraum durchaus auch wärmer Sommer gab möchte ich nicht bestreiten. Dennoch zeigen die Gletscherberichte des ÖAV aus diesem Zeitraum deutlich, dass es damals Jahre gab, in denen einige Gletscher praktisch den ganzen Sommer schneebedeckt blieben (80er Jahre).
Da die Reaktion der Gletscherenden erst verzögert auftritt ist, ist das natürlich erst später offensichtlich sichtbar geworden.
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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von Eumel153 » 11.08.2012 - 12:02

Stäntn hat geschrieben:Aber naive Frage: Kann es sein dass dieser katastrophale Herbst 2011 nicht einen riesen Einfluss hat auf das Nährgebiet hatte?? Nicht der Frühling, nicht der Sommer? Der Herbst 2011, der bis zum 2. Advent andauerte, war in den letzten 12 Monaten (für mich) so das ziemlich auffälligste klimatische Großereignis. Oder??
Meiner Meinung nach hat ein einzelner Herbst, Winter oder Sommer nur wenig Einfluss auf das Nährgebiet. Selbst wenn es mal einen Sommer mit Blankeis gibt, hat das keinen Einfluss, ob der Gletscher wächst oder nicht.

Das Nährgebiet hängt von einer Entwicklung über Jahre oder Jahrzehnte ab. Ein schlechter Sommer läßt den Gletscher nicht schrumpfen, ein guter Sommer (kalt und schneereich) läßt den Gletscher dagegen auch nicht wachsen (er schrumpft dann weniger schnell oder gar nicht in diesem Jahr).

Als ich ende April in Ischgl war, habe ich bei einem Gespräch zwischen einem Gast und einem Einheimischen aufmerksam die Ohren gespitzt. Der hat nämlich erzählt, das dieser Winter ein Winter der absoluten Extreme war.
Bis in den Dezember hinein gab es praktisch überhaupt keinen Schnee (das hat man ja auf den Webcams gesehen), dann kam im Januar auf einmal so viel Schnee, dass sie fast daran erstickt wären. Aber nach dieser Schneeflut sollen dann kaum noch größere Schneemengen gefallen sein. Ich könnte mir also vorstellen, dass die Gesamtschnee Menge in diesem Jahr nicht übermäßig hoch war. Von den regionalen Unterschied ganz zu schweigen.

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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von Eumel153 » 11.08.2012 - 12:10

noisi hat geschrieben:Das es in dem genannten Zeitraum durchaus auch wärmer Sommer gab möchte ich nicht bestreiten. Dennoch zeigen die Gletscherberichte des ÖAV aus diesem Zeitraum deutlich, dass es damals Jahre gab, in denen einige Gletscher praktisch den ganzen Sommer schneebedeckt blieben (80er Jahre).
Gerade an dem diesjährigen Sommer kann man meiner Meinung nach gut sehen, dass nicht die Wärme des Sommers entscheidend ist, sondern die Gleichmäßigkeit.

Dieses Jahr, mittelwarm und regenreich bis in die Gletscher Regionen, war sehr schlecht.Wie hier schon angemerkt wurde, ist ein heißer Sommer für einen Gletscher wenig kritisch, wenn es auch kalte und schneebringende Perioden gibt.

Das ist mir allerdings auch erst in diesem Sommer klar geworden. Ich hätte diesen Sommer bis vor kurzem noch für gletscherfreundlich gehalten.

VG


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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von noisi » 11.08.2012 - 12:21

Ist zwar nun alles relativ OT, aber ich denke mal das wird nachträglich in ein passendes Topic verschoben werden.


Hier mal ein paar Daten des betreffenden Zeitraums, im Link jeweils der gesamte Text.

1978/1979
Quelle: Die Gletscher der österreichischen Alpen 1978/1979 - Zeitschrift für Gletscherkunde und Glazialgeologie
http://repository.uibk.ac.at/viewer.alo ... e=overview
Das Haushaltsjahr war eher gletscherfreundlich. 114 Gletscherenden wurden nachgemessen, davon lang nur eines unter Altschnee. 54% der Zungenenden waren im Vorstoß begriffen.

Hier die Werte für die erschlossenen Gletscher:
Schladminger Gletscher +1,5m
Rettenbachferner +1,5m
Mittelbergferner -0,1m
Weißseeferner -0,1m
Hochjochferner -11,3m
Fernauferner -1,3m
Schaufelferner +10,0m
Daunferner +3,5m
Wurtenkees -9,8
Spitzenreiter:
Kessewandferner (Ötztal) +32,8
Sulzenauferner (Stubai) +30,9
Schwarzensteinkees (Zillertal) +44,0m
Interessant:
Starke aufwölbung der Gletscheroberfläche am Dachstein. Schladminger Gletscher gänzlich schneebedeckt.
Kesselwandferner seit 1966 fast 240m vorgestoßen. Verstärkte Vorstoßtendenz im Pitz und Kaunertal.

1979/1980
Quelle: Die Gletscher der österreichischen Alpen 1979/1980 - Zeitschrift für Gletscherkunde und Glazialgeologie
http://repository.uibk.ac.at/viewer.alo ... e=overview

Das Haushaltsjahr war eher gletscherfreundlich. 116 Gletscherenden wurden nachgemessen, davon 14 unter Altschnee. 72% der Zungenenden im Vorstoß.

Hier die Werte für die erschlossenen Gletscher:
Schladminger Gletscher schneebdeckt
Rettenbachferner +0,1m
Mittelbergferner +2,5m
Weißseeferner +5,4m
Hochjochferner -13,5m
Fernauferner +4,5m
Schaufelferner +3,5m
Daunferner +8,2m
Wurtenkees -2,9
Spitzenreiter:
Kessewandferner (Ötztal) +35,9
Sulztalferner (Stubai) +26,1
Schwarzensteinkees (Zillertal) +78,0m :!:
Interessant:
Altschneelinie am Dachstein auf 2350m. Schladminger Gletscher bleibt komplett Schneebedeckt. Am Rettenbachferner musste die Gletscherzunge für den Tunnelbau sogar abgegraben werden. Probleme am Falginjoch (Kaunertaler Gletscher) durch Gletscherwachstum werden erwartet.


1981/1982
Quelle: Die Gletscher der österreichischen Alpen 1981/82 - Zeitschrift für Gletscherkunde und Glazialgeologie
http://repository.uibk.ac.at/viewer.alo ... e=overview
Das Haushaltsjahr 1981/1982 war denmnach sehr gletscherunfreundlich, lag auch bereits nach dem Höhenpunkt der damligen Vorstoßperiode. Von den damals 121 beobachteten Gletscherenden blieben jedoch trotzdem 3 firnbedeckt.

Hier die Werte für die erschlossenen Gletscher:
Schladminger Gletscher -3,5m
Rettenbachferner +0,5m
Mittelbergferner -1,1m
Weißseeferner +11,7m
Hochjochferner -22,2m
Fernauferner -3,1m
Schaufelferner 0,0m
Daunferner +8,6m
Schmiedingerkees -9,7m
Wurtenkees (Schareck) -28,5m
Spitzenreiter:
Taschachferner (Ötztal) +23,7
Sulzenauferner (Stubai) +24,8
Schwarzensteinkees (Zillertal) +35,0m
Frosnitzkees (Venediger) +28,9

Interessant:
Skibetrieb am Dachstein auf altem Firn und blanken Eis, was die aussagen hier ja bestätigt.
Weißseeferner bis auf 3000m aper.

Bild
Bild vom Wurtenkees (damals schon eine Gletscherleiche). Nutzungsrechte sind frei.
Zuletzt geändert von noisi am 11.08.2012 - 13:14, insgesamt 1-mal geändert.
Da mein Bildhoster seine Verzeichnisstruktur geändert hat, werden die Bilder in meinen Berichten z.T. nicht mehr angezeigt. Auf konkreten Wunsch stelle ich sie wieder her.

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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von Nuno » 11.08.2012 - 13:01

Noch mehr Off Topic, aber seher ausschlussreich sind diesen Kennzahlen von die Vernagtferner im Ötztaler Alpen:

http://www.lrz.de/~a2901ad/webserver/we ... index.html

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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von 3303 » 11.08.2012 - 14:16

noisi hat geschrieben:...
Hier mal ein paar Daten des betreffenden Zeitraums, im Link jeweils der gesamte Text.
...
Sehr sehr interessant und aufschlussreich. Danke für diese Infos.
Das zeigt meiner Interpretation nach auch, wie sehr die Gletscher von der jeweiligen lokalen Wettersituation beeinflusst werden.
Deshalb sollte man sicher auch hier wieder einzelne Jahre zB mit aperen Gletschern als Wetterphänomene einordnen und nur mittel- bis langfristige Erkenntnisse als Klimaindikatoren werten.
k2k's Aussage zu den Ausaperungen zB am Pissailas unterstützen das meines Erachtens.
Ich erinnere mich an ein Frühjahr, ich glaube es war 1980 oder 1981, als im Engadin auf 1800m zu Ostern die Wiesen grün waren und die kleinen Seen voller Froschleich und Kaulquappen. An ein derart warmes und schneearmes Frühjahr (vor Mai) kann ich mich seitdem definitiv nicht erinnern.

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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von fabile » 11.08.2012 - 17:12

Würde schon sagen, dass besonders seit und mit 2003 die Gletscher der Alpen massiv am abschmelzen sind.

Grund dürfte die immer längere Schmelzperiode sein, die hohen Temperaturen im Sommer mit den Niederschlägen, die bis weit rauf als Regen fallen.

Das war wohl der Frühling 1981, den Du meinst, wo es im April bis weit rauf keine SChneedecke mehr gab, obwohl der Winter 80/81 auf der Alpennordseite ein schneereicher war.

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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von noisi » 11.08.2012 - 19:45

Einzelne Jahre mit aperen Gletschern dürften sicherlich Wetterphänomene sein, was sich allerdings seit 2003 abspielt ist sicher kein Phänomen mehr. Die Firnkörper, die die Vorstöße in den 70er/80er Jahren eingeleitet haben sind ja garnicht mehr existent.
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Re: Hintertuxer Gletscher

Beitrag von Eumel153 » 12.08.2012 - 17:31

Ich wollte gestern bei Google Earth mal schauen, wie weit sich der/die Gletscher zurückgezogen haben (vor allem in den letzten Jahren). Was besseres als die Ansicht von oben dürfte es kaum geben.
Leider gibt es bei GE häufig nur ein einziges Bild und wo es mehrere Bilder gibt, sind der Rest dann Winter- oder Frühjahrs Bilder. Schade. :cry:

Da die Sicht am Tuxer Gletscher Heute ja nicht schlecht ist, habe ich den Zustand gleich mal mit meinen Bildern von ´92 verglichen.

Die Stellen, wo der Gletscher im Vergleich zu ´92 vollständig abgetaut ist, habe ich mal rot umrandet. Beim Olperer gibt es z.B. noch mehrere Veränderungen (steiler, Verlust Gletschermasse, usw.) aber das habe ich nicht markiert. Mir ging es hier nur um das eindeutige und vollständige Verschwinden.

Bild

Bild

Man sieht dabei auch schön, dass die Traverse zum Kaserer ´92 noch vergletschert war. Inzwischen leider auch nicht mehr.

VG


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